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Salzbibel · Lesetext · 5. Buch

Das fünfte Buch · S. 89

Geyselers Denkschrift von 1489 · S. 89 · Bl. 43r · Band 2

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Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.

Geyselers Denkschrift von 1489

S. 49–102 · Bl. 23r–49v · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch

S. 89

Bl. 43rBd. 25. Buch · Geyselers Denkschrift von 1489Faksimile (ORKA)

Das fünffte Buch

1

Fortsetzung von der vorigen Seitevnnd derhalbenn bedarf der Bornn auch keines bauens, auch ob die angezüchte vnnd der vmganngk infiele1, oder brochhafftigk werdenn, So kann vnnd magk mann sie wieder machenn, ohne des Borns schadenn, vnnd seiner wercke,

und deshalb bedarf der Born auch keines Baues; und wenn die Anzüchte (Abzugskanäle) und der Umgang einfielen oder schadhaft würden, so kann und mag man sie wiederherstellen, ohne Schaden für den Born und seine Werke.

2

Ehe, hettenn die Pfenner so viel gewust, vonn solchem vnterschiede des Borns, vnnd des auswenndigenn gequelles, So were Ihne am Borne vnnd seine wercke keins bauens noth gewest zuthunde,

Hätten die Pfänner zuvor so viel von diesem Unterschied zwischen dem Born und dem äußeren Gequell gewusst, so wäre ihnen am Born und seinen Werken kein Bau zu tun nötig gewesen,

3

Sonndernn alleinn ann dem vmbgange, der anzucht, die da allein verfallenn warenn,

sondern allein am Umgang und an der Anzucht, die allein verfallen waren.

4

also seindt die Pfenner mit schadenn vnnd mit bauenn, weis wordenn,

So sind die Pfänner durch Schaden und durch Bauen klug geworden.

5

Mann bedarff auch sich alzeitt kerenn2 ann der söder klage, Ob Ihne die söhle nit behaget,

Man braucht sich auch nicht allzeit an die Klage der Sieder zu kehren, ob ihnen die Sole nicht behagt.

6

Wennte sie iamert nit der Pfenner schade, das mercke wer da will,

Denn sie jammert der Schaden der Pfänner nicht — das merke, wer da will.

7

So sich aber in warheit findet, das das wilde waßer Innschleuffet3 zu der söhle,

Findet sich aber in Wahrheit, dass das wilde Wasser zur Sole einschleicht,

8

das zu wehrenn magk mann das Rath vor dem Gewelbe halttenn, oder den Sohlgrabenn zu grunde reumenn, zu des wildenn waßers abganng,

so mag man, um dem zu wehren, das Rad vor dem Gewölbe halten oder den Sohlgraben bis auf den Grund räumen, zum Ablauf des wilden Wassers;

9

vnnd ab dardurch die söhle im Bornn nicht also hoch steiget,Läuft auf der nächsten Seite weiter

und wenn dadurch die Sole im Born auch nicht so hoch steigt

Unsichere Lesungen

  1. infiele — Lesung einfiele/infiele
  2. Mann bedarff auch sich alzeitt kerenn — Negation ('nicht') fehlt im Original, ist aber vom Sinnzusammenhang gefordert; nach 'alzeitt' gestrichenes bzw. verziertes Zeichen
  3. Innschleuffet — Lesung des Wortanfangs unsicher (Inn-/Imm-), Bedeutung 'einschlieft/einschleicht'

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