Salinistik
Salinistik
Salz in Deutschland: Salinen, Straßen, Zölle, Häfen — und wo man davon heute noch etwas sieht
Warum dieser Bereich
Die Salzbibel beschreibt ein einziges Salzwerk: Sooden an der Werra, zwischen 1567 und 1586. Sie tut das so genau, dass man beim Lesen vergisst, wie viele andere es gab. Rhenanus selbst hat das nicht vergessen — er ist 1568 zu den mitteldeutschen Salzwerken gereist und 1584 nach Pommern, um zu sehen, wie man es dort macht, und sein zweites Buch vergleicht Sooden fortlaufend mit Halle, Lüneburg, Sulza und Nauheim. Dieser Bereich stellt den Zusammenhang her, in dem die Handschrift steht.
Er versammelt, was zur deutschen Salinistik greifbar ist: 55 Orte der Salzgewinnung, davon 31 mit Gradierwerk und 39, aus denen ein Bad geworden ist; die Straßen, auf denen das Salz lief, und die Zölle, die darauf lagen; die Häfen, über die verschifft wurde; und 23 Museen, Schauanlagen und Besucherbergwerke, in denen man das heute ansehen kann.
Die Karte
Jeder Punkt ist ein Ort, an dem Salz gewonnen wurde. Der Schieber stellt das Jahr: Was es damals noch nicht gab, verschwindet; was später aufhörte, tritt zurück. Der grüne Ring zeigt an, dass der Ort im gewählten Jahr Kurbetrieb hatte — in vielen Fällen ist das genau der Moment, in dem die Saline aufhörte und das Bad begann. Ein Klick auf einen Punkt, eine Straße oder ein Zollzeichen öffnet die Angaben dazu.
Ansicht und Jahr
Ohne JavaScript zeigt die Karte alle Punkte auf einmal; die Verzeichnisse unter der Karte enthalten dieselben Angaben als Text.
Die Salinen
55 Orte der Salzgewinnung auf dem Gebiet des heutigen Deutschland, nach Ort geordnet. Die Koordinaten stammen aus dem GeoNames-Datensatz; die Jahreszahlen aus der Wikipedia und den Seiten der Museen, Städte und Vereine — bei einem Teil der Orte nachgeprüft, beim Rest nicht. Wo etwas strittig ist, steht es dabei.
| Ort und Werk | Salzgewinnung | Kur seit | Was dort war |
|---|---|---|---|
| Artern Saline Artern | 1728–1964 | Saline mit Gradierwerk und Solebad an der Unstrut, im frühen 18. Jh. unter Borlach neu errichtet. Gradierwerk · Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/Artern | |
| Bad Dürkheim Gradierwerk und Salinen Bad Dürkheim | nicht belegt | 1847 | Gradierwerk mit der arsenreichen Maxquelle (1859-1960); hier entdeckten Bunsen und Kirchhoff 1861 Cäsium und Rubidium. Gradierwerk · Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/Bad_D%C3%BCrkheim |
| Bad Dürrenberg Saline Dürrenberg | 1763–1963 | 1845 | Von Borlach 1763 erbohrte Sole; das Gradierwerk (636 m) gilt als größtes zusammenhängendes Deutschlands. Gradierwerk · Museum · Jahre strittig de.wikipedia.org/wiki/Bad_D%C3%BCrrenberg |
| Bad Dürrheim Saline Dürrheim | 1823–1969 | 1883 | Salzlager 1822 erbohrt, Saline 1823-1826 erbaut; Sole wird seit 1883 für Badekuren genutzt, höchstgelegenes Solbad Europas. Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/Bad_D%C3%BCrrheim |
| Bad Essen Solequelle Bad Essen | nicht belegt | 1902 | Sole aus rund 800 m Tiefe trägt den Kurbetrieb; im Kurpark steht ein modernes Mini-Gradierwerk. Gradierwerk · Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/Bad_Essen |
| Bad Frankenhausen/Kyffhäuser Saline Frankenhausen | 998–heute | 1818 | Solquelle um 998 erstmals erwähnt und bis in das 20. Jh. zur Salzgewinnung genutzt. Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/Bad_Frankenhausen/Kyffh%C3%… |
| Bad Harzburg Saline Juliushall | 1569–1851 | 1831 | 1569 unter Herzog Julius erschlossene Solequelle; nach Schließung 1851 entstand der eigentliche Badebetrieb. Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/Bad_Harzburg |
| Bad Karlshafen Saline Karlshafen | 1763–1945 | 1838 | 1730 Solequellen entdeckt, 1763 Saline mit drei Gradierwerken; 1986 ein neues Gradierwerk errichtet. Gradierwerk · Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/Bad_Karlshafen |
| Bad Kissingen Saline Bad Kissingen (Obere Saline) | 823–1869 | 1520 | Gradierwerke zogen sich historisch fast 2 km hin; im Gebäude der Oberen Saline befindet sich heute das Museum. Gradierwerk · Museum · Jahre strittig de.wikipedia.org/wiki/Bad_Kissingen · de.wikipedia.org/wiki/Untere_Saline_(Bad_Kissingen) |
| Bad Kreuznach Salinen Karlshalle und Theodorshalle | 1490–2000 | 1817 | Kurfürst Philipp verlieh 1490 die Salz- und Badbrunnen zwischen Ebernburg und Kreuznach; Salinental mit Gradierwerken. Gradierwerk · Jahre strittig de.wikipedia.org/wiki/Bad_Kreuznach · kuladig.de/Objektansicht/O-102297-20140906-2 |
| Bad Kösen Saline Kösen | 1730–1859 | 1818 | Von Borlach angelegte Saline an der Saale mit 325 m langem Gradierwerk, in der Nähe von Kloster Pforta. Gradierwerk · Museum · Jahre strittig de.wikipedia.org/wiki/Bad_K%C3%B6sen · blaues-band.de/saale/badkoesen.php |
| Bad Münder am Deister Saline Münder | 1033–1924 | 1936 | Saline am Deister, 1033 urkundlich erwähnt und bis 1924 betrieben; Gradierwerk am Kurmittelhaus. Gradierwerk · Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/Bad_M%C3%BCnder_am_Deister |
| Bad Nauheim Saline und Gradierwerke Bad Nauheim | 1300–1959 | 1835 | Weltweit bedeutende Gradierwerke; die Schwarzdorngradierung wurde hier 1716 eingeführt, später entstand daraus das Herzheilbad. Gradierwerk · Jahre strittig de.wikipedia.org/wiki/Bad_Nauheim · bad-nauheim.de/de/lebenswert/stadtinfo-geschichte… |
| Bad Oeynhausen Saline Neusalzwerk | 1753–1928 | 1845 | Königlich preußische Saline, die 1753 erstmals Siedesalz produzierte; 1839 entdeckte von Oeynhausen die Thermalsole. Gradierwerk · Jahre strittig de.wikipedia.org/wiki/Bad_Oeynhausen · staatsbad-oeynhausen.de/geschichte-ausfluege/gesc… |
| Bad Oldesloe Saline Oldesloe | 1175–1839 | 1813 | Trave-Saline, deren Salz über Lübeck verschifft wurde; 1813 entstand ein Kurbad mit Sol-, Moor- und Schwefelbädern. Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/Bad_Oldesloe |
| Bad Orb Saline Orb | 1064–1899 | 1837 | Salzquellen 1064 an den Mainzer Erzbischof geschenkt; das Schwarzdorn-Gradierwerk von 1806 ist erhalten. Gradierwerk · Jahre strittig de.wikipedia.org/wiki/Bad_Orb |
| Bad Rappenau Saline Rappenau | 1822–1972 | 1930 | 1822 in 175 m Tiefe erbohrtes Salzlager; das Gradierwerk entstand 2008 zur Landesgartenschau, das Bohrhaus zeigt Salzgeschichte. Gradierwerk · Museum · Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/Bad_Rappenau |
| Bad Reichenhall Alte Saline Bad Reichenhall | 696–heute | 1846 | Älteste und leistungsfähigste Saline des Alpenraums mit Gradierwerken (ab 1745) und Soleleitung nach Traunstein und Rosenheim. Gradierwerk · Museum · Jahre strittig de.wikipedia.org/wiki/Bad_Reichenhall · alte-saline.de/en/the-old-salt-works/here-s-what-… |
| Bad Rothenfelde Saline Rothenfelde | 1725–1969 | 1852 | Erstes Siedehaus 1725; das Gradierwerk von 1824 ist mit 412 m das größte stützenfreie Westeuropas. Gradierwerk · Jahre strittig de.wikipedia.org/wiki/Bad_Rothenfelde · gemeinde.bad-rothenfelde.de/gradierwerk.html |
| Bad Salzdetfurth Saline Salzdetfurth | 1194–1948 | 1857 | Siedepfannen 1194 erstmals genannt; zwei Gradierwerke des 18. Jh. sind erhalten, später Kali-Bergbau bis 1992. Gradierwerk · Museum · Jahre strittig de.wikipedia.org/wiki/Bad_Salzdetfurth |
| Bad Salzschlirf Saline Salzschlirf | 1278–1798 | 1838 | Saline 1278 erstmals genannt, 1798 nach Grundwassereinbruch geschlossen; später Heilbad mit Bonifaziusbrunnen. Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/Bad_Salzschlirf |
| Bad Salzuflen Saline Salzuflen | 1036–heute | 1818 | Salzort 'Vflon' schon im 11. Jh. genannt; Gradierwerke (früher 424 m, heute rund 300 m) prägen den Kurpark. Gradierwerk · Jahre strittig de.wikipedia.org/wiki/Bad_Salzuflen · stadt-bad-salzuflen.de/stadt-und-rathaus/zahlen-d… |
| Bad Salzungen Saline Salzungen | 775–1952 | 1821 | Seit 1590 Gradierverfahren zur Salzgewinnung; Gradierwerk und Museum im ehemaligen Inhalatorium bestehen heute. Gradierwerk · Museum · Jahre strittig de.wikipedia.org/wiki/Bad_Salzungen · bergmannsverein-erfurt.de/main.php?content=saline… |
| Bad Sassendorf Saline Sassendorf | 1169–1952 | 1906 | Salzhaus 1169-1179 erwähnt, nach 1934 nur noch eine Pfanne bis 1952; heute Erlebnismuseum Westfälische Salzwelten. Gradierwerk · Museum · Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/Bad_Sassendorf |
| Bad Segeberg Solequelle Bad Segeberg | nicht belegt | 1884 | 1868 wurde ein Steinsalzlager erbohrt, wegen eindringenden Wassers aber nicht abgebaut; die Sole speist seit 1884 das Solbad. Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/Bad_Segeberg |
| Bad Soden am Taunus Saline Soden | 1486–1812 | 1701 | Sodener Solequellen 1437 erwähnt, 1486 erste Salzsode; das Stadtmuseum im Badehaus zeigt die Salinengeschichte. Museum · Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/Bad_Soden_am_Taunus |
| Bad Soden-Salmünster Saline Salmünster | 900–1600 | 1928 | Salzhaltige Quellen um 900 im Besitz des Klosters Fulda; die Salinen wurden im 16. Jh. stillgelegt. Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/Bad_Soden-Salm%C3%BCnster |
| Bad Sooden-Allendorf Saline Sooden | 776–1906 | 1881 | Werra-Saline mit Sälzertradition und erhaltenem Gradierwerk Nr. 5 von 1638, das noch heute betrieben wird. Gradierwerk · Museum · Jahre strittig de.wikipedia.org/wiki/Bad_Sooden-Allendorf · gradierwerk.heimatkunde-bsa.de/saline.shtml |
| Bad Sulza Saline Sulza | 1195–heute | 1847 | Salzgewinnung 1195 nachgewiesen (Siederecht bereits 1064); das Gradierwerk Louise ist erhalten, Solbad seit 1847. Gradierwerk · Museum · Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/Bad_Sulza |
| Bad Sülze Saline Sülze | 1243–1907 | 1824 | Salzort in Vorpommern: 1243 erhielt das Kloster Doberan das Recht zu sieden, 1907 fuhr man die letzte Fuhre Salz aus der Stadt. Gradierwerk · Museum · Jahre strittig de.wikipedia.org/wiki/Bad_S%C3%BClze |
| Bad Wimpfen Saline Ludwigshalle | 1817–heute | 1835 | 1817 gelang in der Saline Ludwigshalle erstmals die Soleförderung bei Wimpfen; Kurhotel 1835, Bädertitel 1930. Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/Bad_Wimpfen |
| Berchtesgaden Salzbergwerk Berchtesgaden | 1517–heute | Ältestes noch aktives Salzbergwerk Deutschlands, seit 1517 ohne Unterbrechung in Betrieb; heute Besucherbergwerk. Museum · Jahre strittig de.wikipedia.org/wiki/Berchtesgaden · de.wikipedia.org/wiki/Salzbergwerk_Berchtesgaden | |
| Bernburg (Saale) Steinsalzbergwerk und Sodawerk Bernburg | 1884–heute | 1902 | Solvay-Werke seit 1883, Salzbergbau ab 1884; aus der Sole des Werks speiste sich ein Solbad. Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/Bernburg_(Saale) |
| Einbeck Saline Salzderhelden | nicht belegt | Saline in Salzderhelden (Ortsteil Einbecks) mit Sole der Leine; Pfännergeräte zeigt das Burgmuseum in der Heldenburg. Museum · Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/Salzderhelden | |
| Erwitte Saline Westernkotten | 976–1949 | 1842 | Salzquellen bereits 976 bei der ersten Erwähnung von Bedeutung; Salzindustrie endete 1949, 1950 Neugründung des Solbads. Gradierwerk · Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/Westernkotten |
| Halle (Saale) Saline Halle (Hallesche Salzwerker) | 806–1964 | Salzquellen der Halleschen Marktplatzverwerfung, vorzeitlich genutzt; die Halloren sind die traditionelle Salzsieder-Bruderschaft der Stadt. Museum · Jahre strittig de.wikipedia.org/wiki/Halle_(Saale) · de.wikipedia.org/wiki/Halloren-_und_Salinemuseum | |
| Heilbronn Salzbergwerk Heilbronn | 1885–heute | Steinsalzgewinnung seit 1885 am Neckar; das Heilbronner Bergwerk der Südwestdeutschen Salzwerke ist noch in Betrieb. Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdwestdeutsche_Salzwerke | |
| Lüneburg Saline Lüneburg | 956–1980 | 1907 | Bedeutendste mittelalterliche Saline Norddeutschlands; das Lüneburger Salz trug den Fernhandel der Hanse (Alte Salzstraße nach Lübeck). Gradierwerk · Museum · Jahre strittig de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCneburg · salzmuseum.de |
| Nidda Saline Salzhausen | nicht belegt | Bad Salzhausen, heute Stadtteil von Nidda, mit historischem Gradierbau und Solebad. Gradierwerk · Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/Nidda | |
| Offenau Saline Clemenshall | 1754–1929 | 1790 | Saline des Deutschen Ordens am Neckar (1754-1929); eine Solequelle wurde seit etwa 1560 zu Heilzwecken genutzt. Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/Offenau |
| Remlingen Schachtanlage Asse II | 1909–1964 | Steinsalzbergwerk 1909-1964, später Lager für radioaktive Abfälle; die Anlage zeigt die Industrialisierung des Steinsalzbergbaus. Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/Schachtanlage_Asse_II | |
| Rheine Saline Gottesgabe | 1437–heute | Münsterländische Saline Gottesgabe bei Rheine; das Kloster Bentlage hatte bereits 1437 Rechte zur Salzgewinnung. Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/Rheine | |
| Rosenheim Saline Rosenheim | 1810–1958 | Dritte bayerische Saline nach Reichenhall und Traunstein, 1810 gegründet und bis 1958 mit Reichenhaller Sole betrieben. Museum · Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/Rosenheim | |
| Rottweil Saline Wilhelmshall | 1824–heute | Württembergische Saline Wilhelmshall am Neckar; im Unteren Bohrhaus erinnert ein Salinenmuseum an die Salzgewinnung. Museum · Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/Rottweil | |
| Salzgitter Saline Salzliebenhalle | 1300–1920 | 1830 | Herzogliche Saline in Salzgitter-Bad, 1920 verkauft und dann verfallen; ein Schau-Gradierwerk wurde 2009 eingeweiht. Gradierwerk · Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/Salzgitter |
| Salzhemmendorf Saline Hemmendorf | 1169–heute | Saline zu Hemmendorf 1169 als Besitz des Klosters Amelungsborn bestätigt; bis 2010 staatlich anerkannter Kurort mit Sole-Kurbetrieb. Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/Salzhemmendorf | |
| Salzkotten Saline Salzkotten | 1160–1908 | Stadt der Sälzer: Salzwerke 1160 erstmals erwähnt, als das Kloster Hardehausen drei Siedehäuser in 'Saltcoten' erhielt. Gradierwerk · Museum · Jahre strittig de.wikipedia.org/wiki/Salzkotten · kreis-paderborn.de/kreis_paderborn/geoportal/natu… | |
| Schwäbisch Hall Saline Schwäbisch Hall | 500 v. Chr.–1924 | 1827 | Keltisches Salzsieden seit dem 5.-1. Jh. v. Chr. nachgewiesen; die Haller Saline prägte die Reichsstadt bis zur Schließung 1924. Gradierwerk · Jahre strittig de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%A4bisch_Hall · de.wikipedia.org/wiki/Schw%C3%A4bisch_Hall |
| Schönebeck (Elbe) Saline Schönebeck / Bad Salzelmen | 1100–1967 | 1802 | Salzgewinnung seit dem 12. Jh.; 1802 eröffnete in Salzelmen das erste Soleheilbad Deutschlands, erhalten sind rund 300 m Gradierwerk. Gradierwerk · Museum · Jahre strittig de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6nebeck_(Elbe) · de.wikipedia.org/wiki/Salzelmen |
| Sondershausen Kalibergwerk Glückauf Sondershausen | 1893–1991 | Kali- und Steinsalzbergwerk, heute Erlebnisbergwerk mit Konzertsaal und Besucherfahrten unter Tage. Museum · Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/Sondershausen · erlebnisbergwerk.de | |
| Staßfurt Salzbergwerke Staßfurt | 1857–1972 | Wiege des Kalibergbaus (1852); Steinsalz- und Kalisalzgewinnung und frühe Chemieindustrie prägten die Stadt. Museum · Jahre strittig de.wikipedia.org/wiki/Sta%C3%9Ffurt · de.wikipedia.org/wiki/Zeittafel_des_Sta%C3%9Ffurt… | |
| Sulz am Neckar Saline Sulz | 1100–heute | Alte Salzstadt am Neckar: bereits im 11. Jh. besaßen die Grafen von Sulz die Saline; 1803 verlor die Stadt ihre Bedeutung als Salzort. Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/Sulz_am_Neckar | |
| Traunstein Saline Traunstein | 1619–1912 | Mit der Soleleitung aus Reichenhall 1619 in Betrieb genommen; bis 1912 arbeitete die Saline in der Au, heute Salinenpark. Museum de.wikipedia.org/wiki/Traunstein | |
| Unna Saline Königsborn | 1389–1940 | 1882 | Kochsalz aus Sole seit 1389, 1734 Gründung der preußischen Saline; Gradierwerke bis 1945/46, Kurbetrieb 1882-1941. Gradierwerk · Jahre ungeprüft de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigsborn_(Unna) |
| Werl Saline Werl | 850–1919 | 1885 | Hellweg-Saline mit Briquetage-Funden um 800 v. Chr. und urkundlicher Salzgewinnung 'um 850' in Rithem; Gradierwerke am Salzplatz. Gradierwerk · Jahre strittig de.wikipedia.org/wiki/Werl · westfalen-regional.de/de/salzgewinnung/ |
Ohne geprüfte Koordinate und darum nicht auf der Karte: Salzbergwerk Kochendorf / Saline Friedrichshall (Bad Friedrichshall).
Straßen, Zölle, Häfen
Salz war schwer, billig in der Herstellung und teuer am Ziel — den Unterschied machten der Weg und die Abgaben darauf. Die Linienzüge auf der Karte sind grobe Verbindungen zwischen belegten Stationen, keine vermessenen Trassen.
Salzstraßen
- Alte Salzstraße (Lüneburg–Lübeck)
Landweg für Lüneburger Salz nach Lübeck und weiter in den Ostseeraum; Fahrtdauer über 20 Tage per Wagen. Mölln war Zollstelle.
- Stecknitzfahrt (Wasserweg Lüneburg–Lübeck)
Stecknitz-Delvenau-Kanal (gebaut 1392–1398, 97 km, 17 Schleusen), erster Scheitelhaltungskanal Europas; im 15. Jh. über 30.000 t Salz jährlich, 1789 nur noch ca. 680 t.
- Hallesche Salzstraße nach Böhmen (Halle–Chemnitz–Marienberg–Prag)
Eine der 'Sächsischen Salzstraßen' (Route Halle–Leipzig–Chemnitz–Zschopau–Marienberg–Reitzenhain–Komotau–Prag); Halles Salzhandel ist ab ca. 1120 als Wohlstandsgrundlage belegt.
- Hallesche Salzstraße ins Vogtland (Halle–Plauen–Hof)
Vogtland-Route der Sächsischen Salzstraßen: Halle–Elsterberg–Schönbach–Steinsdorf–Plauen–Trogen–Hof.
- Salzstraße Freiberg–Pirna
Sächsische Salzstraße Freiberg–Naundorf–Tharandter Wald–Seifersdorf–Kreischa–Lungkwitz–Pirna.
- Hohe Straße (Hallesche Salzstraße Merseburg–Erfurt–Frankfurt)
Wikipedia führt die Hohe Straße (Merseburg–Weißenfels–Erfurt–Fulda–Hanau–Frankfurt) unter den halleschen Salzstraßen; sie ist Teil der Via Regia.
- Via Regia (Frankfurt–Leipzig–Görlitz)
Ost-West-Fernhandelsstraße; 1252 erstmals als 'Königsstraße' belegt, Ursprünge 8./9. Jh.; Ortesweg-Kreuzung; seit 2005 Europäische Kulturroute.
- Westfälischer Hellweg
Ost-West-Altstraße am Haarstrang; Werl, Unna und Soest sind seit vorgeschichtlicher Zeit Salzorte. Älteste schriftliche Erwähnung 890.
- Sälzer Weg (Sooden–Allendorf–Melsungen–Rheingau)
Handelsweg der 'Sälzer' (Salzfuhrleute) von der Werra über Meißner-Südrand, Riedforst, Melsungen; Abzweig über Gilserberger Höhen Richtung Rheingau. Bedeutung sank mit Kurhessens Beitritt zum Zollverein 1834.
- Goldener Steig (Passau–Böhmen)
Saumpfade von Passau (Ilzstadt) nach Böhmen; Name ab dem 16. Jh., Blüte im 16. Jh., Niedergang nach dem böhmischen Einfuhrverbot von 1706.
- Salzstraße Reichenhall–Traunstein–Wasserburg–München
Nach dem Aufstieg Halleins (ca. 1200) ging Reichenhaller Salz überwiegend über Land; Traunstein war Verteilzentrum, Wasserburg und München Niederlagsstädte (München 1158 im Zusammenhang mit Salzhandelskontrolle gegründet).
- Salzstraße Reichenhall–München–Landsberg–Bodensee (Oberschwaben)
Mittelalterliche Salzstraße von Bad Reichenhall über München und Landsberg am Lech zum Bodensee; 1755 Salzamt in Buchhorn (Friedrichshafen).
- Haller Salzstraße nach Heilbronn
Von Hall durch den Mainhardter Wald zum Neckar; im 17. Jh. Faktoreien in Heilbronn, Neckarsulm, Wimpfen, Mosbach, Heidelberg.
- Haller Salzstraße Murrtal–Marbach–Ludwigsburg
Dritte von Wikipedia genannte Haller Salzstraße über Murrtal und Löwensteiner Berge nach Marbach am Neckar und Ludwigsburg.
Zoll, Stapel und Niederlage
- Salzzoll Lüneburg (Zoll der Saline)
Älteste Erwähnung des Lüneburger Salzzolls 956; Saline bereits damals einträglich, im 15./16. Jh. über 20.000 t Salz jährlich.
- Sülzhilfe (Abgabe der Salzeigentümer an den Rat)
Abgabe der geistlichen Salzeigentümer (Prälaten) an den Rat, zunächst ein Zehntel, bis 1442 ein Viertel der Salineneinnahmen; Verdopplungsforderung ab 1445 löste den Prälatenkrieg aus.
- Stapelrecht Lüneburg
Lüneburg erhielt 1392 das Stapelrecht (Waren mussten am Ort angeboten werden); Summen nicht genannt.
- Zollstelle Mölln an der Alten Salzstraße
Mölln war eine Hauptstelle, an der auf der Alten Salzstraße bzw. am Stecknitzkanal 'kräftig Zoll kassiert wurde'.
- Stader Elbzoll (Brunshausen)
Elbzoll an der Schwingemündung; um 1827–33 Einnahmen von 120.000 Reichstalern jährlich.
- Stapelrecht Stade
Stapelrecht und Befreiung von der Heerfahrt für Stade; Stade war bis ins 13. Jh. wichtigster natürlicher Hafen zwischen Cuxhaven und Harburg.
- Stapelrecht Köln
Alle Waren, besonders auf dem Rhein, mussten drei Tage den Kölner Bürgern zum Kauf angeboten werden.
- Pfalzgrafenstein / Rheinzoll Kaub
Zollburg auf der Rheininsel zur Kontrolle des Schiffszolls an der Zahlstelle Kaub; die letzten Zollbeamten verließen die Insel 1867.
- Södertor Allendorf (Salztor mit Zollerhebung)
Das 1704 erbaute Södertor kontrollierte Ein- und Ausgang der Saline, mit Zollerhebung und Arrestzellen.
- Salzmaut Traunstein
1275 wurde die Mautstelle an der Traun nach Traunstein verlegt; Traunstein war Hauptverteilungsort des Reichenhaller Salzes.
- Maut Teisendorf (Reichenhaller Salzstraße)
Mautstelle der Reichenhaller Salzfuhren, in der Quelle 'nach 1275' eingerichtet.
- Salzmaut Burghausen (Mautnerschloss)
Halleiner Salz wurde in Burghausen angelandet, verzollt und auf dem Landweg weitertransportiert; 1594 beendete das herzogliche Salzmonopol die Eigeneinnahmen.
- Salzscheibenpfennig Wasserburg
1439 'auf ewige Zeiten' verliehene Abgabe je Salzscheibe (Pfennig); Inn-Schifffahrt und Salzhandel begründeten den Wohlstand der Stadt.
Häfen und Umschlagplätze
- Lübeck (Salzhafen und Salzspeicher)
Zentraler Umschlagplatz für Lüneburger Salz in den Ostseeraum bis Nowgorod; Salz und Hering trugen den Aufstieg der Stadt im 12. Jh.
- Lüneburg (Ilmenau-Hafen, Alter Kran)
Kran am Ilmenauhafen seit 1330 belegt (heutiger Bau 1797), verschiffte das Lüneburger Salz; Eisenbahn ab 1847, Kranbetrieb endete 1860.
- Lauenburg/Elbe (Umschlag Ilmenau/Elbe–Stecknitzkanal)
Übergabepunkt vom Elbe- zum Kanalverkehr für Lüneburger Salz nach Lübeck; Palmschleuse als ältestes erhaltenes Kammerschleusenbauwerk Europas.
- Mölln (Hauptverladeplatz am Stecknitzkanal)
Wichtiger Verladeort des Stecknitzkanals für Salz, zugleich Zollstelle.
- Stade (Hafen an der Schwinge)
Hafen- und Stapelstadt mit Elbzoll; bis ins 13. Jh. wichtigster natürlicher Hafen zwischen Cuxhaven und Harburg.
- Hamburg (Hafen)
Im 14. Jh. wichtigster deutscher Umschlag- und Stapelplatz zwischen Nord- und Ostsee.
- Schönebeck (Elbe) / Salzelmen
Salzproduktion mit 'Groß Salzer Willkür' 1470 und 'Schönebecker Willkür' 1490; die Elbe diente als Transportweg.
- Halle (Saale) / Saale-Schifffahrt
Steigender Salzhandel machte Halle um 1120 reich; Saale mit fünf Wehren/Schleusen schiffbar, Salz wichtigster Exportartikel.
- Heilbronn (Neckarhafen, Haller Salzfaktorei)
Neckarhafen und Handelsplatz; im 17. Jh. unterhielt Hall eine Salzfaktorei in Heilbronn.
- Wasserburg am Inn (Lände, Salzhandel)
Innschifffahrt und Salzhandel begründeten den Wohlstand der Stadt; Niederlagsstadt für Reichenhaller/Salzburger Salz.
- Burghausen (Salzach-Lände)
Haller Salz aus Hallein wurde hier angelandet, verzollt und auf dem Landweg weitertransportiert; Ende durch herzogliches Salzmonopol 1594.
- Passau (Ilzstadt, Umschlag nach Böhmen)
Reichenhaller Salz kam ursprünglich in rund fünf Tagen auf Saalach, Salzach und Inn nach Passau; die Ilzstadt entstand als Umschlagplatz für den Salzhandel nach Böhmen (Goldener Steig).
Die Reisen des Rhenanus
Zweimal hat Rhenanus das Soodener Salzwerk verlassen, um andere anzusehen. 1568 schickte ihn Landgraf Wilhelm IV. zu den mitteldeutschen Salzwerken — 12 Stationen von Sondershausen bis Groß Salza; der Reisebericht darüber ist der einzige bis heute edierte Teil der Handschrift. 1584 ging es nach Pommern, 22 Stationen. Auf der Karte stehen die Stationen in der Reihenfolge, in der der Bericht sie nennt; die Linie dazwischen ist diese Reihenfolge, nicht der gefahrene Weg.
1568: Sondershausen, Göllingen, Frankenhausen, Auleben, Artern, Sulza, Weißenfels, Kösen, Halle in Sachsen, Aschersleben, Staßfurt, Groß Salza.
1584: Leimbach, Treptow, Klempenow, Wolgast, Greifswald, Anklam, Ueckermünde, Jasenitz, Stettin, Torgelow, Koblentz und Krugsdorf, Stralsund (der Sund), Bergen auf Rügen, Mönchgut, Sagard und Jasmund, Hiddensee, Pudagla und Usedom, Stolpe, Golchen, Loitz, Grimmen, Tribsees.
Was er dort sah, steht auf der Seite Rhenanus’ Wirken, Station für Station mit den Belegstellen — darunter in Sulza die früheste bekannte Beschreibung eines Gradierwerks, 1568 über den Zaun hinweg aufgenommen.
Wer sonst noch dazu arbeitet
Diese Ausgabe ist ein Einzelprojekt. Was hier steht, steht anderswo besser oder ergänzend — darum diese Liste. Alle Adressen wurden am 3. Oktober 2026 abgerufen; wo das nicht gelang, steht es beim Eintrag.
Museen, Gradierwerke, Besucherbergwerke
Wo man die Salzgewinnung heute ansehen kann.
- Borlachmuseum und Gradierwerk Bad Dürrenberg
Museum zu Johann Gottfried Borlach und zur Salzgewinnung aus Sole; laut Seite wegen Sanierung geschlossen, Führungen im Winter über die Tourist-Information.
- Besucherbergwerk Bad Friedrichshall
Besucherbergwerk 180 m unter Tage mit Ausstellung zu Geologie, Salzbergbau und Bergwerkstechnik.
- Gradierwerk Bad Kösen
Gradierwerk von 1779/80, ca. 320 m lang, Technikdenkmal des 18. Jahrhunderts; heute vor allem für Inhalation genutzt.
- Gradierbauten Bad Nauheim
Städtische Seite zu den fünf Gradierbauten des 18. Jahrhunderts, die heute als Freiluft-Inhalatorien dienen.
- Museum Bad Orb
Stadtmuseum in einem mittelalterlichen Burghaus mit eigener Abteilung zur Orber Salzgewinnung und einem Modell der Saline.
- Alte Saline Bad Reichenhall mit Salzmuseum
Industriedenkmal der historischen Saline mit Führungen zur Soleförderung und Salzgewinnung sowie Salzmuseum.
- Gradierwerke Bad Rothenfelde
Beschreibung der begehbaren Gradierwerke (Neues Gradierwerk, überdachter Gang) mit Angaben zu saisonalen Führungen.
- Gradierwerke Bad Salzuflen
Beschreibung der drei Gradierwerke; das erste wurde 1767 errichtet, ursprünglich zur Anreicherung der Sole für die Salzsiederei.
- Museum am Gradierwerk
Museum zur Salinen- und Kurgeschichte mit Dauerausstellung neben den historischen Gradierhäusern.
- Erlebnisgradierwerk Bad Sassendorf
Seite zum neu errichteten, 73 m langen begehbaren Gradierwerk im Kurpark.
- Westfälische Salzwelten
Erlebnismuseum zur westfälischen Salzgeschichte mit Dauer- und Sonderausstellungen, Führungen und digitalen Angeboten.
- Salzmuseum und Gradierwerk Bad Sooden-Allendorf
Vereinsseite, die das Salzmuseum und das Gradierwerk im ehemaligen Salzwerk Sooden/Allendorf an der Werra behandelt (Stichworte der Seite: Salz, Saline, Gradierwerk, Salzmuseum).
- Gradierwerk Louise Bad Sulza
Kurzbeschreibung des Gradierwerks mit Hinweis auf die Salzsiedetradition seit 1064.
- Salzmuseum Mecklenburg
Museum im Fachwerkbau von 1759, einst Verwaltungssitz des Salzwerks; Dauerausstellung „Salz, das weiße Gold“ zur Salzgewinnung seit 1243.
- Salzbergwerk Berchtesgaden
Besucherbergwerk im seit 1517 betriebenen Salzbergwerk; Grubenfahrt, Rutschen und Führungen.
- Technisches Halloren- und Salinemuseum
Museum zur Salzgewinnung in Halle und zu den Halloren; laut Seite derzeit geschlossen, Wiedereröffnung zum Salinefest im September 2026, neue Dauerausstellung für 2027 angekündigt.
- Deutsches Salzmuseum
Museum im denkmalgeschützten Gelände der Saline Lüneburg; Sudhaus, Soletanks und Brunnenhaus zeigen die mittelalterliche Salzgewinnung.
- Saline Gottesgabe
Historische Saline mit Gradierwerk im Salinenpark; Führungen, Seminare und Schausieden.
- Hällisch-Fränkisches Museum – Hall und das Salz
Ausstellungsteil in der Stadtmühle zur Siedlung des Haalquell-Salzes, mit rekonstruierter keltischer Siedetechnik, einem Gradierwand-Abschnitt und Objekten zu Sieder-Alltag und Siederrechten.
- Salzlandmuseum Schönebeck
Kreismuseum im früheren Rathaus mit drei Dauerausstellungen zu Salzgeschichte, Binnenschifffahrt und dem Ringheiligtum Pömmelte.
- Erlebnisbergwerk Sondershausen
Besucherbergwerk mit Grubenfahrt und Bergbaumuseum; die Tourismusseite von Bad Frankenhausen führt es als Salzbergwerk. Betriebsgeschichte (Kali/Steinsalz) auf der Betreiberseite nicht geprüft.
- Stadt- und Bergbaumuseum Staßfurt
Stadtmuseum in einem Adelshaus des 17. Jahrhunderts mit Schwerpunkten Salzgewinnung und Kalibergbau.
Forschung und Einrichtungen
Institute, Projekte und Sammlungen, die zur Salzgeschichte arbeiten.
- Saline, Grabung – Bad Nauheim
Förderprojektseite zur keltischen Saline (4.–1. Jh. v. Chr.) mit erhaltenen Holzbefunden; Grabungen seit 1953, Stiftungsförderung bis 2006.
- Die latènezeitliche Saline von Bad Nauheim (Beiheft 8)
Nachweis der Monographie von Leif Hansen (Habelt 2016) zu den Grabungen 2001–2004 an der eisenzeitlichen Saline; kein Download auf der Seite, nur Bestellangaben.
- Deutsches Bergbau-Museum Bochum – Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen
Forschungsmuseum mit Schwerpunkt Montanarchäologie und Bergbaugeschichte; trägt unter anderem Projekte zur prähistorischen Salzgewinnung.
- montan.dok – Montanhistorisches Dokumentationszentrum
Archiv-, Bibliotheks- und Sammlungsverbund des Museums (Bergbau-Archiv, Fachbibliothek, Fotothek, Museumssammlungen) mit Online-Recherche unter montandok.de.
- Prähistorische Salzgewinnung am Dürrnberg/Hallein (Projekt des Bergbau-Museums)
Projektbeschreibung zur Erforschung des späteisenzeitlichen Salzbergbaus am Dürrnberg; laufend seit 2000, deutsche Federführung in Bochum.
- Prähistorische Salzgewinnung, Dürrnberg (Forschungsprojekt der Ruhr-Universität Bochum)
Universitäre Projektseite zu den Untersuchungen unter und über Tage am Dürrnberg, mit Partnerliste (u. a. Bergbau-Museum, Salzburg Museum, Universität Zürich).
- Spätbronze-/früheisenzeitliches Briquetage aus Halle/Saale
Objektbeschreibung hallescher Briquetage-Funde (Tonsäulen, Tiegel, Tonkugeln, ca. 1000–500 v. Chr.) aus der Lehrsammlung mit Erläuterung der Salzsiedetechnik.
- Salz- und Salinengeschichte (Stadtarchiv Rosenheim)
Archivseite mit Beiträgen zur Salz- und Salinengeschichte, hier zu den Soleleitungen Reichenhall–Traunstein (ab 1617) und Rosenheim.
- Hallstatt-Forschung des Naturhistorischen Museums Wien
Forschungsportal zum prähistorischen Salzbergwerk Hallstatt (Bergbau, Gräber, Textilien, Wirtschaftsraum); Österreich, aber für den Vergleich mit süd- und mitteldeutschen Salzproduzenten relevant.
- Archäologie Online – Linkliste Montanarchäologie/Salz
Kommentierte Linkliste zur Salz-Archäologie, u. a. Hallstatt, Dürrnberg/Keltenmuseum Hallein und weitere Projekte; nützlich als Ausgangspunkt für Briquetage- und Prähistorie-Recherche.
Quellen und Digitalisate
Gedruckte Werke der Salzwerkskunde, soweit sie frei im Netz stehen.
- Der Anschnitt – Archiv
Archivseite der Zeitschrift mit Inhaltsverzeichnissen und teils PDF-Zugang; digitalisiert sind laut Seite Ausgaben ab Ende der 1990er Jahre, ältere Jahrgänge werden nachdigitalisiert (einzelne Aufsätze wie die beiden oben liegen als PDF vor).
- Hans-Heinz Emons / Hans-Henning Walter: Die Siedesalzproduktion in Deutschland vom 16. bis zum 19. Jahrhundert (Der Anschnitt 1986)
PDF des Aufsatzes (Heft 1, S. 27–44) mit Übersicht zu 113 Salzwerken, Technik und Organisationsformen.
- Hermann Wirth: Salinen-Denkmale zwischen Thüringen und Mecklenburg (Der Anschnitt 1991)
PDF des Aufsatzes (Bd. 43, Heft 3–5, S. 136–145) zum Denkmalbestand der Salinen in den neuen Ländern, u. a. Bad Sulza, Bad Dürrenberg, Schönebeck.
- Ulrich Friedrich Kopp: Beytrag zur Geschichte des Salzwerks in den Soden bey Allendorf an der Werra (Marburg 1788)
VD18-Digitalisat mit stabiler URN urn:nbn:de:gbv:3:1-302047; die Seite erschien in einem Suchergebnis mit genau diesem Titel. Beim Abruf leitet der Resolver derzeit wegen der Serverumstellung der ULB auf deren Startseite um, ein Abruf des Volltexts war daher nicht möglich. Alternativ über opendata.uni-halle.de oder nbn-resolving.org (URN) prüfen.
- Karl Christian Langsdorf: Vollständige auf Theorie und Erfahrung gegründete Anleitung zur Salzwerkskunde (1784)
Digitalisat des ersten Bandes des Handbuchs zur Salzwerkskunde, mit Download.
- Albrecht von Haller: Bemerkungen über Schweizerische Salzwerke (1789)
Frei zugängliches Digitalisat von Hallers Bemerkungen zu den Salzwerken der Schweiz; PDF- und EPUB-Download möglich.
- Beitrag zur Aufnahme der Salzwerkskunde. Erste Probe
MDZ-Digitalisat mit diesem Titel; die Seite lädt nur mit JavaScript, Verfasser und Erscheinungsjahr konnten nicht abgerufen werden und sind vor Aufnahme zu klären.
- Franz Ludwig Cancrin: Erste Gründe der Berg und Salzwerkskunde, Bd. 10,2 (1789)
Digitalisat mit 316 Seiten und 20 Kupfertafeln zum Salzwerksbetrieb.
- Franz Ludwig Cancrin: Erste Gründe der Berg- und Salzwerkskunde, Teil 2 (Gradierkunst)
MDZ-Digitalisat des Teils zur Gradierkunst mit zwanzig Kupfertafeln. Die Seite lädt nur mit JavaScript, Titelangaben stammen von der Seitenmetadaten-Auswertung.
- Johannes Thölde: Haligraphia (Eisleben 1603)
Frei zugängliches Digitalisat von „Haligraphia, Das ist, Gründliche und eigendliche Beschreibung aller Saltz Mineralien“, mit Beschreibung der Salzwerke; PDF- und EPUB-Download möglich.
- Karl Christian Langsdorf: Neue leichtfassliche Anleitung zur Salzwerkskunde (1824)
Digitalisat der späten Neubearbeitung mit Schwerpunkt halurgische Geognosie und Gewinnung reicherer Solquellen.
- Bibliographie – Archéologie du Sel
Bibliographie mit über 100 Titeln zur Archäologie der Salzgewinnung, darunter Fundstellen in Deutschland.
- Historisches Lexikon Bayerns – Salzgewinnung in Altbayern
Fachartikel zu Reichenhall, Hallein, Soleleitungen, Energieversorgung und herzoglichem Salzmonopol, mit Literaturverzeichnis; ein Digitalisat verlinkt (Deutinger 1997).
- Krünitz, Oekonomische Encyklopädie – Salz-Stichwörter (hier: Salzfabrik)
Volltextausgabe der Enzyklopädie (1773–1858) mit mehreren Salz-Stichwörtern; die Seite ist in Suchergebnissen als aktiv erschienen, direkter Abruf war durch robots.txt gesperrt.
- Pierer's Universal-Lexikon (1857), Stichwort „Salzwerk“
Lexikonartikel des 19. Jahrhunderts zu Anlagen der Kochsalzgewinnung mit Gradieren und Sieden.
- „Man macht daraus ein Geheimnis, das in unseren aufgeklärten Zeiten auffallend ist.“ Zur Kodifizierung der frühneuzeitlichen Salzwerkskunde
Forschungsbeitrag zu Spezifizierung, Kodifizierung und Geheimhaltung salinistischen Wissens; nennt Kopp 1788 (Fn. 121) und führt die Titel in der Literaturliste, ohne Kopp-Digitalisat.
Vereine und regionale Initiativen
Wer vor Ort die Überlieferung pflegt.
- Förderverein Gradierbau Bad Dürkheim e.V. („Saliner“)
Verein seit 1993 zum Erhalt des Gradierbaus im Kurpark; Seite mit Geschichte, Bränden 1992/2007 und der Sanierung der Sandsteinpfeiler.
- Gradierwerkförderverein e.V. Bad Kösen
Vereinseintrag im Kösener Kurportal mit Anschrift und Kontakt; Aufgaben sind dort nicht näher beschrieben.
- Freunde des Bad Orber Gradierwerks e.V.
Verein zur Erhaltung des Gradierwerks Nr. 10; die Seite enthält einen Beitrag zur Geschichte der Salzgewinnung in Bad Orb.
- Badreichenhallwiki (Verein für Heimatkunde Bad Reichenhall und Umgebung e.V.)
Regionalwiki des Vereins; der Artikel behandelt Salztransport und Salzhandel von Reichenhall (Donauwege, Zoll- und Niederlagsrechte).
- Förderverein zum Erhalt der Bad Rothenfelder Gradierwerke e.V.
Verein zum Erhalt der Gradierwerke und der salinentechnischen Anlagen mit Führungen, Fotogalerien und Projektinformationen.
- Verein für Heimatkunde e.V. Bad Sooden-Allendorf – Geschichte der Saline Allendorf
Vereinsartikel zur Geschichte der Saline Allendorf an der Werra; der Kopp-Beytrag von 1788 wird dort nicht genannt.
- Hallesches Salinemuseum e.V. – Verein und Förderkreis
Vereinsseite zu Bewahrung und Präsentation des Erbes der Salzgewinnung und der Halloren-Traditionen, einschließlich der Silberschatz-Sammlung.
- Salzwirker-Brüderschaft im Thale zu Halle
Seite der Brüderschaft der Halloren (Sitz im Salinemuseum) mit Geschichte; die Brüderschaft ist im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes eingetragen (2014, laut Deutscher UNESCO-Kommission).
- Erbsälzer-Collegium Werl
Seite der historischen Vereinigung mit Darstellung der Geschichte der Erbsälzer zu Werl und Neuwerk (Familien von Papen und von Lilien).
- Saline Werl e.V.
Vereinsseite, in Suchergebnissen als aktiv erschienen; der Inhalt konnte nicht abgerufen werden (TLS-Fehler bei robots.txt), Ziele vor Aufnahme prüfen.
- Gesellschaft zur Erforschung der Salzgeschichte e. V. (GES)
Vereinsseite der Gesellschaft mit einer Rubrik „Aktuelles“. Die Seite ist in Suchergebnissen als aktiv erschienen; der Inhalt im Einzelnen konnte nicht abgerufen werden (robots.txt), Publikationsangebot und Satzungsziele vor Aufnahme prüfen.
Was hier noch fehlt
- Herrschaftsgebiete und Grenzen
- Die Karte zeigt die heutigen Staatsgrenzen, nicht die von 1586. Historische Territorien verlässlich zu zeichnen, hieße, für jedes Jahrzehnt eine eigene Karte zu bauen; das ist ein Projekt für sich. Bis dahin stehen die Herrschaften dort, wo sie belegt sind: an den Zollstätten.
- Die Zölle in Zahlen
- Was ein Fuder Salz an einer Zollstätte kostete, ist nur für wenige Stellen überliefert und hier auch nur für diese genannt. Eine Reihe, die Vergleiche erlaubte, gibt es nicht.
- Die kleinen Salzorte
- Viele Dörfer mit „Salz-“ oder „Sülz-“ im Namen hatten einmal eine Pfanne. Sie fehlen hier, solange sich kein Beleg findet, der mehr sagt als der Ortsname.
- Vor der Schrift
- Briquetage-Funde — die Scherben der Salzgewinnung der Bronze- und Eisenzeit — liegen für Werl, Schwäbisch Hall, Bad Nauheim und Halle vor. Eine Karte der vorgeschichtlichen Salzgewinnung wäre ein eigener Abschnitt und bräuchte archäologische Literatur, keine Ortsartikel.