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Salinistik

Salinistik

Salz in Deutschland: Salinen, Straßen, Zölle, Häfen — und wo man davon heute noch etwas sieht

Warum dieser Bereich

Die Salzbibel beschreibt ein einziges Salzwerk: Sooden an der Werra, zwischen 1567 und 1586. Sie tut das so genau, dass man beim Lesen vergisst, wie viele andere es gab. Rhenanus selbst hat das nicht vergessen — er ist 1568 zu den mitteldeutschen Salzwerken gereist und 1584 nach Pommern, um zu sehen, wie man es dort macht, und sein zweites Buch vergleicht Sooden fortlaufend mit Halle, Lüneburg, Sulza und Nauheim. Dieser Bereich stellt den Zusammenhang her, in dem die Handschrift steht.

Er versammelt, was zur deutschen Salinistik greifbar ist: 55 Orte der Salzgewinnung, davon 31 mit Gradierwerk und 39, aus denen ein Bad geworden ist; die Straßen, auf denen das Salz lief, und die Zölle, die darauf lagen; die Häfen, über die verschifft wurde; und 23 Museen, Schauanlagen und Besucherbergwerke, in denen man das heute ansehen kann.

Die Karte

Jeder Punkt ist ein Ort, an dem Salz gewonnen wurde. Der Schieber stellt das Jahr: Was es damals noch nicht gab, verschwindet; was später aufhörte, tritt zurück. Der grüne Ring zeigt an, dass der Ort im gewählten Jahr Kurbetrieb hatte — in vielen Fällen ist das genau der Moment, in dem die Saline aufhörte und das Bad begann. Ein Klick auf einen Punkt, eine Straße oder ein Zollzeichen öffnet die Angaben dazu.

Ansicht und Jahr
1586

Ohne JavaScript zeigt die Karte alle Punkte auf einmal; die Verzeichnisse unter der Karte enthalten dieselben Angaben als Text.

Salzgewinnung in Deutschland Schematische Karte: Salinen, Salzstraßen, Zollstätten, Häfen und Salzmuseen auf dem Gebiet des heutigen Deutschland, mit einem Schieber für das Jahr. Alle Angaben stehen unter der Karte auch als Liste. Rhein Donau Elbe Oder Weser Main Mosel Inn Saale Neckar Ems Spree Unstrut Sondershausen · Station 1, Reise 1568 Göllingen · Station 2, Reise 1568 Frankenhausen · Station 3, Reise 1568 Auleben · Station 4, Reise 1568 Artern · Station 5, Reise 1568 Sulza · Station 6, Reise 1568 Weißenfels · Station 7, Reise 1568 Kösen · Station 8, Reise 1568 Halle in Sachsen · Station 9, Reise 1568 Aschersleben · Station 10, Reise 1568 Staßfurt · Station 11, Reise 1568 Groß Salza · Station 12, Reise 1568 Leimbach · Station 1, Reise 1584 Treptow · Station 2, Reise 1584 Klempenow · Station 3, Reise 1584 Wolgast · Station 4, Reise 1584 Greifswald · Station 5, Reise 1584 Anklam · Station 6, Reise 1584 Ueckermünde · Station 7, Reise 1584 Jasenitz · Station 8, Reise 1584 Stettin · Station 9, Reise 1584 Torgelow · Station 10, Reise 1584 Koblentz und Krugsdorf · Station 11, Reise 1584 Stralsund (der Sund) · Station 12, Reise 1584 Bergen auf Rügen · Station 13, Reise 1584 Mönchgut · Station 14, Reise 1584 Sagard und Jasmund · Station 15, Reise 1584 Hiddensee · Station 16, Reise 1584 Pudagla und Usedom · Station 17, Reise 1584 Stolpe · Station 18, Reise 1584 Golchen · Station 19, Reise 1584 Loitz · Station 20, Reise 1584 Grimmen · Station 21, Reise 1584 Tribsees · Station 22, Reise 1584 Salzzoll Lüneburg (Zoll der Saline) Sülzhilfe (Abgabe der Salzeigentümer an den Rat) Stapelrecht Lüneburg Zollstelle Mölln an der Alten Salzstraße Stader Elbzoll (Brunshausen) Stapelrecht Stade Stapelrecht Köln Pfalzgrafenstein / Rheinzoll Kaub Södertor Allendorf (Salztor mit Zollerhebung) Salzmaut Traunstein Maut Teisendorf (Reichenhaller Salzstraße) Salzmaut Burghausen (Mautnerschloss) Salzscheibenpfennig Wasserburg Lübeck (Salzhafen und Salzspeicher) Lüneburg (Ilmenau-Hafen, Alter Kran) Lauenburg/Elbe (Umschlag Ilmenau/Elbe–Stecknitzkanal) Mölln (Hauptverladeplatz am Stecknitzkanal) Stade (Hafen an der Schwinge) Hamburg (Hafen) Schönebeck (Elbe) / Salzelmen Halle (Saale) / Saale-Schifffahrt Heilbronn (Neckarhafen, Haller Salzfaktorei) Wasserburg am Inn (Lände, Salzhandel) Burghausen (Salzach-Lände) Passau (Ilzstadt, Umschlag nach Böhmen) Saline Lüneburg · Lüneburg Saline Halle (Hallesche Salzwerker) · Halle (Saale) Saline Sooden · Bad Sooden-Allendorf Saline Schwäbisch Hall · Schwäbisch Hall Alte Saline Bad Reichenhall · Bad Reichenhall Salzbergwerk Berchtesgaden · Berchtesgaden Saline Werl · Werl Saline Salzkotten · Salzkotten Saline und Gradierwerke Bad Nauheim · Bad Nauheim Saline Bad Kissingen (Obere Saline) · Bad Kissingen Saline Dürrenberg · Bad Dürrenberg Saline Kösen · Bad Kösen Saline Artern · Artern Saline Schönebeck / Bad Salzelmen · Schönebeck (Elbe) Saline Salzuflen · Bad Salzuflen Saline Salzdetfurth · Bad Salzdetfurth Saline Gottesgabe · Rheine Saline Rothenfelde · Bad Rothenfelde Saline Neusalzwerk · Bad Oeynhausen Solequelle Bad Essen · Bad Essen Saline Hemmendorf · Salzhemmendorf Saline Dürrheim · Bad Dürrheim Saline Wilhelmshall · Rottweil Saline Sulz · Sulz am Neckar Salzbergwerk Heilbronn · Heilbronn Saline Salzungen · Bad Salzungen Saline Frankenhausen · Bad Frankenhausen/Kyffhäuser Saline Sülze · Bad Sülze Saline Oldesloe · Bad Oldesloe Solequelle Bad Segeberg · Bad Segeberg Saline Salzschlirf · Bad Salzschlirf Saline Orb · Bad Orb Saline Soden · Bad Soden am Taunus Saline Salmünster · Bad Soden-Salmünster Saline Salzhausen · Nidda Salinen Karlshalle und Theodorshalle · Bad Kreuznach Gradierwerk und Salinen Bad Dürkheim · Bad Dürkheim Saline Traunstein · Traunstein Saline Rosenheim · Rosenheim Saline Königsborn · Unna Saline Westernkotten · Erwitte Saline Sassendorf · Bad Sassendorf Saline Salzliebenhalle · Salzgitter Saline Juliushall · Bad Harzburg Saline Rappenau · Bad Rappenau Saline Ludwigshalle · Bad Wimpfen Saline Clemenshall · Offenau Saline Sulza · Bad Sulza Salzbergwerke Staßfurt · Staßfurt Steinsalzbergwerk und Sodawerk Bernburg · Bernburg (Saale) Saline Münder · Bad Münder am Deister Saline Karlshafen · Bad Karlshafen Saline Salzderhelden · Einbeck Schachtanlage Asse II · Remlingen Kalibergwerk Glückauf Sondershausen · Sondershausen Lüneburg Halle (Saale) Bad Sooden-Allendorf Schwäbisch Hall Bad Reichenhall Berchtesgaden Werl Salzkotten Bad Nauheim Bad Kissingen Bad Dürrenberg Bad Kösen Artern Schönebeck (Elbe) Bad Salzuflen Bad Salzdetfurth Rheine Bad Rothenfelde Bad Oeynhausen Bad Essen Salzhemmendorf Bad Dürrheim Rottweil Sulz am Neckar Heilbronn Bad Salzungen Bad Frankenhausen/Kyffhäuser Bad Sülze Bad Oldesloe Bad Segeberg Bad Salzschlirf Bad Orb Bad Soden am Taunus Bad Soden-Salmünster Nidda Bad Kreuznach Bad Dürkheim Traunstein Rosenheim Unna Erwitte Bad Sassendorf Salzgitter Bad Harzburg Bad Rappenau Bad Wimpfen Offenau Bad Sulza Staßfurt Bernburg (Saale) Bad Münder am Deister Bad Karlshafen Einbeck Remlingen Sondershausen Zylinderprojektion mit Breitengradkorrektur · 1° Breite ≈ 158 Bildpunkte
Siedesaline Salzbergwerk Solequelle · Hafen (grün) Kurbetrieb im gewählten Jahr Salzstraße Reise des Rhenanus Zoll, Stapel, Niederlage
Salinen in Deutschland · 1586

Die Salinen

55 Orte der Salzgewinnung auf dem Gebiet des heutigen Deutschland, nach Ort geordnet. Die Koordinaten stammen aus dem GeoNames-Datensatz; die Jahreszahlen aus der Wikipedia und den Seiten der Museen, Städte und Vereine — bei einem Teil der Orte nachgeprüft, beim Rest nicht. Wo etwas strittig ist, steht es dabei.

Ort und WerkSalzgewinnung Kur seitWas dort war
Artern
Saline Artern
1728–1964Saline mit Gradierwerk und Solebad an der Unstrut, im frühen 18. Jh. unter Borlach neu errichtet.
Gradierwerk · Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/Artern
Bad Dürkheim
Gradierwerk und Salinen Bad Dürkheim
nicht belegt1847Gradierwerk mit der arsenreichen Maxquelle (1859-1960); hier entdeckten Bunsen und Kirchhoff 1861 Cäsium und Rubidium.
Gradierwerk · Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/Bad_D%C3%BCrkheim
Bad Dürrenberg
Saline Dürrenberg
1763–19631845Von Borlach 1763 erbohrte Sole; das Gradierwerk (636 m) gilt als größtes zusammenhängendes Deutschlands.
Gradierwerk · Museum · Jahre strittig
de.wikipedia.org/wiki/Bad_D%C3%BCrrenberg
Bad Dürrheim
Saline Dürrheim
1823–19691883Salzlager 1822 erbohrt, Saline 1823-1826 erbaut; Sole wird seit 1883 für Badekuren genutzt, höchstgelegenes Solbad Europas.
Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/Bad_D%C3%BCrrheim
Bad Essen
Solequelle Bad Essen
nicht belegt1902Sole aus rund 800 m Tiefe trägt den Kurbetrieb; im Kurpark steht ein modernes Mini-Gradierwerk.
Gradierwerk · Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/Bad_Essen
Bad Frankenhausen/Kyffhäuser
Saline Frankenhausen
998–heute1818Solquelle um 998 erstmals erwähnt und bis in das 20. Jh. zur Salzgewinnung genutzt.
Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/Bad_Frankenhausen/Kyffh%C3%…
Bad Harzburg
Saline Juliushall
1569–185118311569 unter Herzog Julius erschlossene Solequelle; nach Schließung 1851 entstand der eigentliche Badebetrieb.
Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/Bad_Harzburg
Bad Karlshafen
Saline Karlshafen
1763–194518381730 Solequellen entdeckt, 1763 Saline mit drei Gradierwerken; 1986 ein neues Gradierwerk errichtet.
Gradierwerk · Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/Bad_Karlshafen
Bad Kissingen
Saline Bad Kissingen (Obere Saline)
823–18691520Gradierwerke zogen sich historisch fast 2 km hin; im Gebäude der Oberen Saline befindet sich heute das Museum.
Gradierwerk · Museum · Jahre strittig
de.wikipedia.org/wiki/Bad_Kissingen · de.wikipedia.org/wiki/Untere_Saline_(Bad_Kissingen)
Bad Kreuznach
Salinen Karlshalle und Theodorshalle
1490–20001817Kurfürst Philipp verlieh 1490 die Salz- und Badbrunnen zwischen Ebernburg und Kreuznach; Salinental mit Gradierwerken.
Gradierwerk · Jahre strittig
de.wikipedia.org/wiki/Bad_Kreuznach · kuladig.de/Objektansicht/O-102297-20140906-2
Bad Kösen
Saline Kösen
1730–18591818Von Borlach angelegte Saline an der Saale mit 325 m langem Gradierwerk, in der Nähe von Kloster Pforta.
Gradierwerk · Museum · Jahre strittig
de.wikipedia.org/wiki/Bad_K%C3%B6sen · blaues-band.de/saale/badkoesen.php
Bad Münder am Deister
Saline Münder
1033–19241936Saline am Deister, 1033 urkundlich erwähnt und bis 1924 betrieben; Gradierwerk am Kurmittelhaus.
Gradierwerk · Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/Bad_M%C3%BCnder_am_Deister
Bad Nauheim
Saline und Gradierwerke Bad Nauheim
1300–19591835Weltweit bedeutende Gradierwerke; die Schwarzdorngradierung wurde hier 1716 eingeführt, später entstand daraus das Herzheilbad.
Gradierwerk · Jahre strittig
de.wikipedia.org/wiki/Bad_Nauheim · bad-nauheim.de/de/lebenswert/stadtinfo-geschichte…
Bad Oeynhausen
Saline Neusalzwerk
1753–19281845Königlich preußische Saline, die 1753 erstmals Siedesalz produzierte; 1839 entdeckte von Oeynhausen die Thermalsole.
Gradierwerk · Jahre strittig
de.wikipedia.org/wiki/Bad_Oeynhausen · staatsbad-oeynhausen.de/geschichte-ausfluege/gesc…
Bad Oldesloe
Saline Oldesloe
1175–18391813Trave-Saline, deren Salz über Lübeck verschifft wurde; 1813 entstand ein Kurbad mit Sol-, Moor- und Schwefelbädern.
Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/Bad_Oldesloe
Bad Orb
Saline Orb
1064–18991837Salzquellen 1064 an den Mainzer Erzbischof geschenkt; das Schwarzdorn-Gradierwerk von 1806 ist erhalten.
Gradierwerk · Jahre strittig
de.wikipedia.org/wiki/Bad_Orb
Bad Rappenau
Saline Rappenau
1822–197219301822 in 175 m Tiefe erbohrtes Salzlager; das Gradierwerk entstand 2008 zur Landesgartenschau, das Bohrhaus zeigt Salzgeschichte.
Gradierwerk · Museum · Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/Bad_Rappenau
Bad Reichenhall
Alte Saline Bad Reichenhall
696–heute1846Älteste und leistungsfähigste Saline des Alpenraums mit Gradierwerken (ab 1745) und Soleleitung nach Traunstein und Rosenheim.
Gradierwerk · Museum · Jahre strittig
de.wikipedia.org/wiki/Bad_Reichenhall · alte-saline.de/en/the-old-salt-works/here-s-what-…
Bad Rothenfelde
Saline Rothenfelde
1725–19691852Erstes Siedehaus 1725; das Gradierwerk von 1824 ist mit 412 m das größte stützenfreie Westeuropas.
Gradierwerk · Jahre strittig
de.wikipedia.org/wiki/Bad_Rothenfelde · gemeinde.bad-rothenfelde.de/gradierwerk.html
Bad Salzdetfurth
Saline Salzdetfurth
1194–19481857Siedepfannen 1194 erstmals genannt; zwei Gradierwerke des 18. Jh. sind erhalten, später Kali-Bergbau bis 1992.
Gradierwerk · Museum · Jahre strittig
de.wikipedia.org/wiki/Bad_Salzdetfurth
Bad Salzschlirf
Saline Salzschlirf
1278–17981838Saline 1278 erstmals genannt, 1798 nach Grundwassereinbruch geschlossen; später Heilbad mit Bonifaziusbrunnen.
Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/Bad_Salzschlirf
Bad Salzuflen
Saline Salzuflen
1036–heute1818Salzort 'Vflon' schon im 11. Jh. genannt; Gradierwerke (früher 424 m, heute rund 300 m) prägen den Kurpark.
Gradierwerk · Jahre strittig
de.wikipedia.org/wiki/Bad_Salzuflen · stadt-bad-salzuflen.de/stadt-und-rathaus/zahlen-d…
Bad Salzungen
Saline Salzungen
775–19521821Seit 1590 Gradierverfahren zur Salzgewinnung; Gradierwerk und Museum im ehemaligen Inhalatorium bestehen heute.
Gradierwerk · Museum · Jahre strittig
de.wikipedia.org/wiki/Bad_Salzungen · bergmannsverein-erfurt.de/main.php?content=saline…
Bad Sassendorf
Saline Sassendorf
1169–19521906Salzhaus 1169-1179 erwähnt, nach 1934 nur noch eine Pfanne bis 1952; heute Erlebnismuseum Westfälische Salzwelten.
Gradierwerk · Museum · Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/Bad_Sassendorf
Bad Segeberg
Solequelle Bad Segeberg
nicht belegt18841868 wurde ein Steinsalzlager erbohrt, wegen eindringenden Wassers aber nicht abgebaut; die Sole speist seit 1884 das Solbad.
Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/Bad_Segeberg
Bad Soden am Taunus
Saline Soden
1486–18121701Sodener Solequellen 1437 erwähnt, 1486 erste Salzsode; das Stadtmuseum im Badehaus zeigt die Salinengeschichte.
Museum · Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/Bad_Soden_am_Taunus
Bad Soden-Salmünster
Saline Salmünster
900–16001928Salzhaltige Quellen um 900 im Besitz des Klosters Fulda; die Salinen wurden im 16. Jh. stillgelegt.
Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/Bad_Soden-Salm%C3%BCnster
Bad Sooden-Allendorf
Saline Sooden
776–19061881Werra-Saline mit Sälzertradition und erhaltenem Gradierwerk Nr. 5 von 1638, das noch heute betrieben wird.
Gradierwerk · Museum · Jahre strittig
de.wikipedia.org/wiki/Bad_Sooden-Allendorf · gradierwerk.heimatkunde-bsa.de/saline.shtml
Bad Sulza
Saline Sulza
1195–heute1847Salzgewinnung 1195 nachgewiesen (Siederecht bereits 1064); das Gradierwerk Louise ist erhalten, Solbad seit 1847.
Gradierwerk · Museum · Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/Bad_Sulza
Bad Sülze
Saline Sülze
1243–19071824Salzort in Vorpommern: 1243 erhielt das Kloster Doberan das Recht zu sieden, 1907 fuhr man die letzte Fuhre Salz aus der Stadt.
Gradierwerk · Museum · Jahre strittig
de.wikipedia.org/wiki/Bad_S%C3%BClze
Bad Wimpfen
Saline Ludwigshalle
1817–heute18351817 gelang in der Saline Ludwigshalle erstmals die Soleförderung bei Wimpfen; Kurhotel 1835, Bädertitel 1930.
Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/Bad_Wimpfen
Berchtesgaden
Salzbergwerk Berchtesgaden
1517–heuteÄltestes noch aktives Salzbergwerk Deutschlands, seit 1517 ohne Unterbrechung in Betrieb; heute Besucherbergwerk.
Museum · Jahre strittig
de.wikipedia.org/wiki/Berchtesgaden · de.wikipedia.org/wiki/Salzbergwerk_Berchtesgaden
Bernburg (Saale)
Steinsalzbergwerk und Sodawerk Bernburg
1884–heute1902Solvay-Werke seit 1883, Salzbergbau ab 1884; aus der Sole des Werks speiste sich ein Solbad.
Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/Bernburg_(Saale)
Einbeck
Saline Salzderhelden
nicht belegtSaline in Salzderhelden (Ortsteil Einbecks) mit Sole der Leine; Pfännergeräte zeigt das Burgmuseum in der Heldenburg.
Museum · Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/Salzderhelden
Erwitte
Saline Westernkotten
976–19491842Salzquellen bereits 976 bei der ersten Erwähnung von Bedeutung; Salzindustrie endete 1949, 1950 Neugründung des Solbads.
Gradierwerk · Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/Westernkotten
Halle (Saale)
Saline Halle (Hallesche Salzwerker)
806–1964Salzquellen der Halleschen Marktplatzverwerfung, vorzeitlich genutzt; die Halloren sind die traditionelle Salzsieder-Bruderschaft der Stadt.
Museum · Jahre strittig
de.wikipedia.org/wiki/Halle_(Saale) · de.wikipedia.org/wiki/Halloren-_und_Salinemuseum
Heilbronn
Salzbergwerk Heilbronn
1885–heuteSteinsalzgewinnung seit 1885 am Neckar; das Heilbronner Bergwerk der Südwestdeutschen Salzwerke ist noch in Betrieb.
Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdwestdeutsche_Salzwerke
Lüneburg
Saline Lüneburg
956–19801907Bedeutendste mittelalterliche Saline Norddeutschlands; das Lüneburger Salz trug den Fernhandel der Hanse (Alte Salzstraße nach Lübeck).
Gradierwerk · Museum · Jahre strittig
de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCneburg · salzmuseum.de
Nidda
Saline Salzhausen
nicht belegtBad Salzhausen, heute Stadtteil von Nidda, mit historischem Gradierbau und Solebad.
Gradierwerk · Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/Nidda
Offenau
Saline Clemenshall
1754–19291790Saline des Deutschen Ordens am Neckar (1754-1929); eine Solequelle wurde seit etwa 1560 zu Heilzwecken genutzt.
Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/Offenau
Remlingen
Schachtanlage Asse II
1909–1964Steinsalzbergwerk 1909-1964, später Lager für radioaktive Abfälle; die Anlage zeigt die Industrialisierung des Steinsalzbergbaus.
Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/Schachtanlage_Asse_II
Rheine
Saline Gottesgabe
1437–heuteMünsterländische Saline Gottesgabe bei Rheine; das Kloster Bentlage hatte bereits 1437 Rechte zur Salzgewinnung.
Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/Rheine
Rosenheim
Saline Rosenheim
1810–1958Dritte bayerische Saline nach Reichenhall und Traunstein, 1810 gegründet und bis 1958 mit Reichenhaller Sole betrieben.
Museum · Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/Rosenheim
Rottweil
Saline Wilhelmshall
1824–heuteWürttembergische Saline Wilhelmshall am Neckar; im Unteren Bohrhaus erinnert ein Salinenmuseum an die Salzgewinnung.
Museum · Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/Rottweil
Salzgitter
Saline Salzliebenhalle
1300–19201830Herzogliche Saline in Salzgitter-Bad, 1920 verkauft und dann verfallen; ein Schau-Gradierwerk wurde 2009 eingeweiht.
Gradierwerk · Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/Salzgitter
Salzhemmendorf
Saline Hemmendorf
1169–heuteSaline zu Hemmendorf 1169 als Besitz des Klosters Amelungsborn bestätigt; bis 2010 staatlich anerkannter Kurort mit Sole-Kurbetrieb.
Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/Salzhemmendorf
Salzkotten
Saline Salzkotten
1160–1908Stadt der Sälzer: Salzwerke 1160 erstmals erwähnt, als das Kloster Hardehausen drei Siedehäuser in 'Saltcoten' erhielt.
Gradierwerk · Museum · Jahre strittig
de.wikipedia.org/wiki/Salzkotten · kreis-paderborn.de/kreis_paderborn/geoportal/natu…
Schwäbisch Hall
Saline Schwäbisch Hall
500 v. Chr.–19241827Keltisches Salzsieden seit dem 5.-1. Jh. v. Chr. nachgewiesen; die Haller Saline prägte die Reichsstadt bis zur Schließung 1924.
Gradierwerk · Jahre strittig
de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%A4bisch_Hall · de.wikipedia.org/wiki/Schw%C3%A4bisch_Hall
Schönebeck (Elbe)
Saline Schönebeck / Bad Salzelmen
1100–19671802Salzgewinnung seit dem 12. Jh.; 1802 eröffnete in Salzelmen das erste Soleheilbad Deutschlands, erhalten sind rund 300 m Gradierwerk.
Gradierwerk · Museum · Jahre strittig
de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6nebeck_(Elbe) · de.wikipedia.org/wiki/Salzelmen
Sondershausen
Kalibergwerk Glückauf Sondershausen
1893–1991Kali- und Steinsalzbergwerk, heute Erlebnisbergwerk mit Konzertsaal und Besucherfahrten unter Tage.
Museum · Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/Sondershausen · erlebnisbergwerk.de
Staßfurt
Salzbergwerke Staßfurt
1857–1972Wiege des Kalibergbaus (1852); Steinsalz- und Kalisalzgewinnung und frühe Chemieindustrie prägten die Stadt.
Museum · Jahre strittig
de.wikipedia.org/wiki/Sta%C3%9Ffurt · de.wikipedia.org/wiki/Zeittafel_des_Sta%C3%9Ffurt…
Sulz am Neckar
Saline Sulz
1100–heuteAlte Salzstadt am Neckar: bereits im 11. Jh. besaßen die Grafen von Sulz die Saline; 1803 verlor die Stadt ihre Bedeutung als Salzort.
Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/Sulz_am_Neckar
Traunstein
Saline Traunstein
1619–1912Mit der Soleleitung aus Reichenhall 1619 in Betrieb genommen; bis 1912 arbeitete die Saline in der Au, heute Salinenpark.
Museum
de.wikipedia.org/wiki/Traunstein
Unna
Saline Königsborn
1389–19401882Kochsalz aus Sole seit 1389, 1734 Gründung der preußischen Saline; Gradierwerke bis 1945/46, Kurbetrieb 1882-1941.
Gradierwerk · Jahre ungeprüft
de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigsborn_(Unna)
Werl
Saline Werl
850–19191885Hellweg-Saline mit Briquetage-Funden um 800 v. Chr. und urkundlicher Salzgewinnung 'um 850' in Rithem; Gradierwerke am Salzplatz.
Gradierwerk · Jahre strittig
de.wikipedia.org/wiki/Werl · westfalen-regional.de/de/salzgewinnung/

Ohne geprüfte Koordinate und darum nicht auf der Karte: Salzbergwerk Kochendorf / Saline Friedrichshall (Bad Friedrichshall).

Straßen, Zölle, Häfen

Salz war schwer, billig in der Herstellung und teuer am Ziel — den Unterschied machten der Weg und die Abgaben darauf. Die Linienzüge auf der Karte sind grobe Verbindungen zwischen belegten Stationen, keine vermessenen Trassen.

Salzstraßen

  • Alte Salzstraße (Lüneburg–Lübeck)

    Landweg für Lüneburger Salz nach Lübeck und weiter in den Ostseeraum; Fahrtdauer über 20 Tage per Wagen. Mölln war Zollstelle.

    1100–1600 · Lüneburg – Artlenburg – Büchen – Mölln – Berkenthin – Lübeck
    de.wikipedia.org/wiki/Alte_Salzstra%C3%9Fe · monumente-online.de/de/ausgaben/2007/1/20000-tonn…

  • Stecknitzfahrt (Wasserweg Lüneburg–Lübeck)

    Stecknitz-Delvenau-Kanal (gebaut 1392–1398, 97 km, 17 Schleusen), erster Scheitelhaltungskanal Europas; im 15. Jh. über 30.000 t Salz jährlich, 1789 nur noch ca. 680 t.

    1398–1900 · Lüneburg – Lauenburg/Elbe – Mölln – Berkenthin – Lübeck
    de.wikipedia.org/wiki/Stecknitz-Kanal · herzogtum-lauenburg.de/alte-salzstrasse/historisches

  • Hallesche Salzstraße nach Böhmen (Halle–Chemnitz–Marienberg–Prag)

    Eine der 'Sächsischen Salzstraßen' (Route Halle–Leipzig–Chemnitz–Zschopau–Marienberg–Reitzenhain–Komotau–Prag); Halles Salzhandel ist ab ca. 1120 als Wohlstandsgrundlage belegt.

    nicht belegt · Halle (Saale) – Leipzig – Chemnitz – Zschopau – Marienberg · ohne geprüfte Koordinate: Reitzenhain
    de.wikipedia.org/wiki/Salzstra%C3%9Fe · de.wikipedia.org/wiki/Halle_(Saale)

  • Hallesche Salzstraße ins Vogtland (Halle–Plauen–Hof)

    Vogtland-Route der Sächsischen Salzstraßen: Halle–Elsterberg–Schönbach–Steinsdorf–Plauen–Trogen–Hof.

    nicht belegt · Halle (Saale) – Elsterberg – Plauen – Hof
    de.wikipedia.org/wiki/Salzstra%C3%9Fe

  • Salzstraße Freiberg–Pirna

    Sächsische Salzstraße Freiberg–Naundorf–Tharandter Wald–Seifersdorf–Kreischa–Lungkwitz–Pirna.

    nicht belegt · Freiberg – Tharandt – Kreischa – Pirna
    de.wikipedia.org/wiki/Salzstra%C3%9Fe

  • Hohe Straße (Hallesche Salzstraße Merseburg–Erfurt–Frankfurt)

    Wikipedia führt die Hohe Straße (Merseburg–Weißenfels–Erfurt–Fulda–Hanau–Frankfurt) unter den halleschen Salzstraßen; sie ist Teil der Via Regia.

    nicht belegt · Merseburg – Weißenfels – Erfurt – Fulda – Frankfurt am Main · ohne geprüfte Koordinate: Hanau
    de.wikipedia.org/wiki/Salzstra%C3%9Fe · de.wikipedia.org/wiki/Via_Regia

  • Via Regia (Frankfurt–Leipzig–Görlitz)

    Ost-West-Fernhandelsstraße; 1252 erstmals als 'Königsstraße' belegt, Ursprünge 8./9. Jh.; Ortesweg-Kreuzung; seit 2005 Europäische Kulturroute.

    1252–heute · Frankfurt am Main – Fulda – Eisenach – Erfurt – Leipzig – Bautzen – Görlitz
    de.wikipedia.org/wiki/Via_Regia

  • Westfälischer Hellweg

    Ost-West-Altstraße am Haarstrang; Werl, Unna und Soest sind seit vorgeschichtlicher Zeit Salzorte. Älteste schriftliche Erwähnung 890.

    890–heute · Duisburg – Essen – Dortmund – Unna – Werl – Soest – Lippstadt – Paderborn
    de.wikipedia.org/wiki/Hellweg · de.wikipedia.org/wiki/Werl

  • Sälzer Weg (Sooden–Allendorf–Melsungen–Rheingau)

    Handelsweg der 'Sälzer' (Salzfuhrleute) von der Werra über Meißner-Südrand, Riedforst, Melsungen; Abzweig über Gilserberger Höhen Richtung Rheingau. Bedeutung sank mit Kurhessens Beitritt zum Zollverein 1834.

    ?–1834 · Bad Sooden-Allendorf – Hessisch Lichtenau – Melsungen – Gilserberg
    de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A4lzer_Weg · gradierwerk.heimatkunde-bsa.de/saline.shtml

  • Goldener Steig (Passau–Böhmen)

    Saumpfade von Passau (Ilzstadt) nach Böhmen; Name ab dem 16. Jh., Blüte im 16. Jh., Niedergang nach dem böhmischen Einfuhrverbot von 1706.

    1010–1706 · Passau – Waldkirchen – Grainet · ohne geprüfte Koordinate: Prachatitz
    de.wikipedia.org/wiki/Goldener_Steig · de.wikipedia.org/wiki/Passau

  • Salzstraße Reichenhall–Traunstein–Wasserburg–München

    Nach dem Aufstieg Halleins (ca. 1200) ging Reichenhaller Salz überwiegend über Land; Traunstein war Verteilzentrum, Wasserburg und München Niederlagsstädte (München 1158 im Zusammenhang mit Salzhandelskontrolle gegründet).

    1200–heute · Bad Reichenhall – Teisendorf – Traunstein – Wasserburg am Inn – Ebersberg · ohne geprüfte Koordinate: München
    historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Salzhande… · badreichenhallwiki.eu/index.php?title=Salztranspo…

  • Salzstraße Reichenhall–München–Landsberg–Bodensee (Oberschwaben)

    Mittelalterliche Salzstraße von Bad Reichenhall über München und Landsberg am Lech zum Bodensee; 1755 Salzamt in Buchhorn (Friedrichshafen).

    1200–heute · Bad Reichenhall – Landsberg am Lech – Friedrichshafen · ohne geprüfte Koordinate: München
    de.wikipedia.org/wiki/Salzstra%C3%9Fe · historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Salzhande…

  • Haller Salzstraße nach Heilbronn

    Von Hall durch den Mainhardter Wald zum Neckar; im 17. Jh. Faktoreien in Heilbronn, Neckarsulm, Wimpfen, Mosbach, Heidelberg.

    1037–1924 · Schwäbisch Hall – Mainhardt – Heilbronn – Neckarsulm
    de.wikipedia.org/wiki/Salzstra%C3%9Fe · de.wikipedia.org/wiki/Haller_Salzsieder

  • Haller Salzstraße Murrtal–Marbach–Ludwigsburg

    Dritte von Wikipedia genannte Haller Salzstraße über Murrtal und Löwensteiner Berge nach Marbach am Neckar und Ludwigsburg.

    1037–1924 · Schwäbisch Hall – Murrhardt – Marbach am Neckar – Ludwigsburg
    de.wikipedia.org/wiki/Salzstra%C3%9Fe · de.wikipedia.org/wiki/Haller_Salzsieder

Zoll, Stapel und Niederlage

  • Salzzoll Lüneburg (Zoll der Saline)

    Älteste Erwähnung des Lüneburger Salzzolls 956; Saline bereits damals einträglich, im 15./16. Jh. über 20.000 t Salz jährlich.

    Lüneburg · 956–heute · König Otto I., der den Zoll der Saline dem Michaeliskloster zusprach
    monumente-online.de/de/ausgaben/2007/1/20000-tonn…

  • Sülzhilfe (Abgabe der Salzeigentümer an den Rat)

    Abgabe der geistlichen Salzeigentümer (Prälaten) an den Rat, zunächst ein Zehntel, bis 1442 ein Viertel der Salineneinnahmen; Verdopplungsforderung ab 1445 löste den Prälatenkrieg aus.

    Lüneburg · 1442–heute · Rat der Stadt Lüneburg
    de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCneburger_Saline

  • Stapelrecht Lüneburg

    Lüneburg erhielt 1392 das Stapelrecht (Waren mussten am Ort angeboten werden); Summen nicht genannt.

    Lüneburg · 1392–heute · Stadt Lüneburg (Verleiher in der Quelle nicht genannt)
    de.wikipedia.org/wiki/Stapelrecht

  • Zollstelle Mölln an der Alten Salzstraße

    Mölln war eine Hauptstelle, an der auf der Alten Salzstraße bzw. am Stecknitzkanal 'kräftig Zoll kassiert wurde'.

    Mölln · nicht belegt · nicht in der Quelle genannt (Mölln war ab 1359 Pfandbesitz Lübecks – Allgemeinwissen, zu prüfen)
    monumente-online.de/de/ausgaben/2007/1/20000-tonn…

  • Stader Elbzoll (Brunshausen)

    Elbzoll an der Schwingemündung; um 1827–33 Einnahmen von 120.000 Reichstalern jährlich.

    Brunshausen bei Stade · 1050–1865 · Erzbischöfe von Bremen (ab 11. Jh.), ab 1648 Schweden, 1715–1803 Kurbraunschweig-Lüneburg, 1803–14 Frankreich, 1814–50 Hannover
    de.wikipedia.org/wiki/Stader_Elbzoll · de.wikipedia.org/wiki/Stade

  • Stapelrecht Stade

    Stapelrecht und Befreiung von der Heerfahrt für Stade; Stade war bis ins 13. Jh. wichtigster natürlicher Hafen zwischen Cuxhaven und Harburg.

    Stade · 1236–heute · Erzbischof von Bremen
    de.wikipedia.org/wiki/Stade · de.wikipedia.org/wiki/Stapelrecht

  • Stapelrecht Köln

    Alle Waren, besonders auf dem Rhein, mussten drei Tage den Kölner Bürgern zum Kauf angeboten werden.

    Köln · 1259–heute · Erzbischof Konrad von Hochstaden (Verleiher); Stadt Köln
    de.wikipedia.org/wiki/Stapelrecht

  • Pfalzgrafenstein / Rheinzoll Kaub

    Zollburg auf der Rheininsel zur Kontrolle des Schiffszolls an der Zahlstelle Kaub; die letzten Zollbeamten verließen die Insel 1867.

    Kaub · 1326–1867 · Pfalzgraf bei Rhein (Ludwig IV. behielt 1320 den Rheinzoll)
    de.wikipedia.org/wiki/Burg_Pfalzgrafenstein

  • Södertor Allendorf (Salztor mit Zollerhebung)

    Das 1704 erbaute Södertor kontrollierte Ein- und Ausgang der Saline, mit Zollerhebung und Arrestzellen.

    Bad Sooden-Allendorf · 1704–heute · Landgrafschaft Hessen (Landgraf; Salzregal seit der Ordnung von 1300 unter Landgraf Heinrich I.)
    gradierwerk.heimatkunde-bsa.de/saline.shtml

  • Salzmaut Traunstein

    1275 wurde die Mautstelle an der Traun nach Traunstein verlegt; Traunstein war Hauptverteilungsort des Reichenhaller Salzes.

    Traunstein · 1275–heute · Herzöge von Bayern (Landesherr; Erheber in der Quelle nicht genannt)
    historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Salzhande… · badreichenhallwiki.eu/index.php?title=Salztranspo…

  • Maut Teisendorf (Reichenhaller Salzstraße)

    Mautstelle der Reichenhaller Salzfuhren, in der Quelle 'nach 1275' eingerichtet.

    Teisendorf · 1275–heute · nicht in der Quelle genannt (bayerisches Gebiet)
    badreichenhallwiki.eu/index.php?title=Salztranspo…

  • Salzmaut Burghausen (Mautnerschloss)

    Halleiner Salz wurde in Burghausen angelandet, verzollt und auf dem Landweg weitertransportiert; 1594 beendete das herzogliche Salzmonopol die Eigeneinnahmen.

    Burghausen · 1255–1594 · Herzöge von Niederbayern/Bayern (Burghausen ab 1255 zweite Residenz)
    de.wikipedia.org/wiki/Burghausen

  • Salzscheibenpfennig Wasserburg

    1439 'auf ewige Zeiten' verliehene Abgabe je Salzscheibe (Pfennig); Inn-Schifffahrt und Salzhandel begründeten den Wohlstand der Stadt.

    Wasserburg am Inn · 1439–heute · Stadt Wasserburg (durch landesherrliche Verleihung, Verleiher nicht genannt)
    de.wikipedia.org/wiki/Wasserburg_am_Inn

Häfen und Umschlagplätze

Die Reisen des Rhenanus

Zweimal hat Rhenanus das Soodener Salzwerk verlassen, um andere anzusehen. 1568 schickte ihn Landgraf Wilhelm IV. zu den mitteldeutschen Salzwerken — 12 Stationen von Sondershausen bis Groß Salza; der Reisebericht darüber ist der einzige bis heute edierte Teil der Handschrift. 1584 ging es nach Pommern, 22 Stationen. Auf der Karte stehen die Stationen in der Reihenfolge, in der der Bericht sie nennt; die Linie dazwischen ist diese Reihenfolge, nicht der gefahrene Weg.

1568: Sondershausen, Göllingen, Frankenhausen, Auleben, Artern, Sulza, Weißenfels, Kösen, Halle in Sachsen, Aschersleben, Staßfurt, Groß Salza.
1584: Leimbach, Treptow, Klempenow, Wolgast, Greifswald, Anklam, Ueckermünde, Jasenitz, Stettin, Torgelow, Koblentz und Krugsdorf, Stralsund (der Sund), Bergen auf Rügen, Mönchgut, Sagard und Jasmund, Hiddensee, Pudagla und Usedom, Stolpe, Golchen, Loitz, Grimmen, Tribsees.

Was er dort sah, steht auf der Seite Rhenanus’ Wirken, Station für Station mit den Belegstellen — darunter in Sulza die früheste bekannte Beschreibung eines Gradierwerks, 1568 über den Zaun hinweg aufgenommen.

Was hier noch fehlt

Herrschaftsgebiete und Grenzen
Die Karte zeigt die heutigen Staatsgrenzen, nicht die von 1586. Historische Territorien verlässlich zu zeichnen, hieße, für jedes Jahrzehnt eine eigene Karte zu bauen; das ist ein Projekt für sich. Bis dahin stehen die Herrschaften dort, wo sie belegt sind: an den Zollstätten.
Die Zölle in Zahlen
Was ein Fuder Salz an einer Zollstätte kostete, ist nur für wenige Stellen überliefert und hier auch nur für diese genannt. Eine Reihe, die Vergleiche erlaubte, gibt es nicht.
Die kleinen Salzorte
Viele Dörfer mit „Salz-“ oder „Sülz-“ im Namen hatten einmal eine Pfanne. Sie fehlen hier, solange sich kein Beleg findet, der mehr sagt als der Ortsname.
Vor der Schrift
Briquetage-Funde — die Scherben der Salzgewinnung der Bronze- und Eisenzeit — liegen für Werl, Schwäbisch Hall, Bad Nauheim und Halle vor. Eine Karte der vorgeschichtlichen Salzgewinnung wäre ein eigener Abschnitt und bräuchte archäologische Literatur, keine Ortsartikel.

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