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Salzbibel

Die Salzbibel

Das Werk als Zeitleiste: Wortlaut, Übersetzung, Zusammenfassung und Anmerkungen — frei kombinierbar

Das Werk der Reihe nach

Die Salzbibel in der Reihenfolge der Handschrift, Seite für Seite: Wortlaut, Übersetzung, Zusammenfassungen und redaktionelle Anmerkungen. Jede Ansicht und jeder der dreizehn Abschnitte lässt sich an- und abschalten; weitere Filter grenzen auf Seiten mit Abbildungen, Tabellen, Randvermerken oder unsicheren Lesungen, auf einen Band, einen Seitenbereich oder ein Suchwort ein. Der Zustand steht in der Adresszeile.

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Einleitung · Band 1

Titelblatt, Widmung und Inhaltsverzeichnis

Die Einleitung · 41 Seiten · Aufbau des Werks

ZusammenfassungS. 7–8

Das Titelblatt, in Rot und Schwarz. Es sagt in einem einzigen langen Satz, worum es geht: Landgraf Wilhelm IV. hat befohlen, alles über das Salzwerk Sooden zusammenzutragen, was man wissen muss — dazu Beschreibungen auswärtiger Salzwerke und eine Anleitung zum Prüfen von Sole. Darunter steht der Verfasser: M. Johannes Rhenanus, Pfarrer und Salzgraf zu Sooden. Beide Ämter in einer Zeile, als wäre daran nichts ungewöhnlich.

Aufnahme der Handschriftenseite Bd. 1, S. 7 (Bl. 1)
Das Titelblatt: „New Saltzbuch … Durch M. Johannem Rhenanum, Pfarherrnn vnnd Saltzgreuenn zun Sodenn“ — heute: Neues Salzbuch … durch Magister Johannes Rhenanus, Pfarrer und Salzgraf zu Sooden Johannes Rhenanus, New Saltzbuch · Universitätsbibliothek Kassel — Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel, 2° Ms. Hass. 186, Bd. 1, S. 7 · Digitalisat · gemeinfrei

Redaktionelle AnmerkungS. 7–8

Dieser Band ist nicht Rhenanus’ eigenes Manuskript, sondern die zeitgenössische Reinschrift davon — die Handschriftenbeschreibung nennt ihn „Reinschrift des Originals, das zwischen 1567–1585 entstand“. Die Bände 1 und 2 stammen von einer Hand, Band 3 von mehreren. Rhenanus’ Urschrift von eigener Hand liegt nach der Literatur (Emons/Walter 1986, danach Wikipedia) in Clausthal-Zellerfeld, in der Bibliothek des ehemaligen Oberbergamts; andere halten die Frage für ungeklärt. Niemand aus diesem Projekt hat sie gesehen, und verglichen wurde sie mit der Kasseler Reinschrift nie. Im Salzmuseum Bad Sooden-Allendorf liegen zwei Bände in der Vitrine. Ihr Verhältnis zur Kasseler Reinschrift ist nicht geklärt — Original, zeitgenössische Abschrift oder spätere Kopie; entscheiden ließe sich das nur vor Ort. Näheres auf der Seite Wie diese Ausgabe entsteht.

Das Titelblatt trägt zwei ovale Besitzstempel: KURF. OBER-BERG- U. SALZW. DIRECTION und EX BIBLIOTHECA CASSELLANA. Sie erzählen den Weg der Handschrift — vom kurfürstlichen Berg- und Salzwerksamt in die Kasseler Bibliothek. 1797 lagen die Bände 1 und 2 in der Ober-Rentkammer zu Kassel, vormals Kriegs- und Domänenkammer; in den Handschriften-Bandkatalog eingetragen hat sie der Bibliothekar J. H. C. Schubart (1800–1885).

Der Name „Salzbibel“ steht nicht auf dem Buch. Die Handschrift heißt „New Saltzbuch“; „Salzbibel“ ist ein Spitzname, den ihr Umfang und ihr Anspruch eingetragen haben — und der sich in Bad Sooden-Allendorf eingebürgert hat. Wer in Katalogen sucht, sollte beide Bezeichnungen versuchen, dazu die Namensform Rhenanus neben Rhein.

Drei Bände, fünf Bücher, vier Anhänge. Diese Zählung wird oft verwechselt; auch in Nachschlagewerken liest man von „fünf Bänden“. Richtig ist: Das Werk ist in fünf Bücher und vier Anhänge gegliedert und in drei physische Bände gebunden — Buch 1 bis 4 in Band 1, Buch 5 und die Anhänge in Band 2, die Aktenmappe zur Entstehung als Band 3.

Wer Johannes Rhenanus war. Geboren um 1528 in Melsungen, 1548 Studium der Theologie in Marburg, 1553 ordiniert; er war eine Zeitlang Diakon in Marburg und arbeitete daneben als Drucker. 1555 schickte ihn Landgraf Philipp als Pfarrer nach Sooden; von dort wuchs er in die Salzverwaltung hinein — zuerst über die Holzbeschaffung, dann als Salzgraf. Über das genaue Jahr gehen die Angaben auseinander (1559 oder 1563); die Salzbibel selbst überliefert im Miszellen-Verzeichnis den Brief, mit dem Philipp ihn „des Predigtamtes entlasten“ und an Jost Beckers Stelle setzen wollte. Rhenanus behielt beide Ämter bis zu seinem Tod am 29. April 1589 in Sooden.

Und wer der Auftraggeber war. Landgraf Wilhelm IV. (1532–1592), seit 1567 der erste Landgraf von Hessen-Kassel, trägt den Beinamen „der Weise“ — und er war ein arbeitender Astronom. Um 1560 richtete er in Kassel die erste Sternwarte Mitteleuropas ein; er entwickelte ein eigenes Messverfahren mit Präzisionsuhren, holte 1579 den Uhrmacher Jost Bürgi und 1584 Christoph Rothmann an seinen Hof, und aus dieser Arbeit ging ein Sternkatalog von 1.025 Sternen hervor.

Das ist der Schlüssel zur ganzen Salzbibel. Der Fürst, der 1567 zum Regierungsantritt eine Beschreibung seines Salzwerks befahl, war derselbe, der wenige Schritte entfernt Sterne maß. Die Probewerke fünfmal im Jahr, das Universal-Probierbuch, die Solereihe über sechsunddreißig Jahre, das Probiergerät im Reisegepäck — all das steht in einer Verwaltung, an deren Spitze jemand saß, für den Messen und Aufschreiben selbstverständlich waren.

ZusammenfassungS. 9–24

Die Widmung — und warum sie kein Vorwort ist. Siebzehn Blatt Zueignung an Wilhelm IV. Man erwartet Höflichkeitsformeln und findet stattdessen einen zusammenhängenden Aufsatz: Rhenanus’ Rechenschaft darüber, warum ein Pfarrer über Salz schreibt.

Er beginnt so weit oben, wie man nur beginnen kann. Das „große, schöne und allerherrlichste Welttheater“ sei nicht von selbst entstanden; und wenn Gott es geschaffen habe, dann habe er auch dem Menschen die Vernunft nicht ohne Absicht gegeben. Die Augen habe er uns „um keiner anderen Sache willen gegeben“, als damit die Geschöpfe „nicht im Finstern liegen und nicht verborgen bleiben, sondern gesehen, mit Fleiß betrachtet und verstanden werden“.

Das ist ein Programmsatz, und er beruft die Zeugen dafür: David, der ausruft, „groß sind die Werke des Herrn; wer sie betrachtet, hat große Lust daran“; Hiob, der „das große Buch der Natur mit Fleiß Tag und Nacht studiert“ habe; und Salomo, „der fleißigste Erforscher aller natürlichen Dinge“, der „vom Ysop an bis zum Zedernbaum“ alles untersucht habe. Auch die Heiden seien „nie so grob und viehisch gewesen“, das Erforschen der Natur zu verachten.

Was ist Salz? Dann folgt etwas, das man in der Widmung eines Verwaltungswerks nicht erwartet: ein Forschungsbericht über die Theorien zur Entstehung des Salzes.

Die erste, den phönizischen Gelehrten Misor und Sydyk zugeschrieben: Salz sei nichts als Wasser und Erde, „gleichsam wie Lauge durch Asche, so werde es durch die Erde gegossen“. Die zweite: Salz sei „ein innerer Schweiß der Erde“ — Dünste, die durch die innere Hitze der Gebirge aufsteigen wie die Feuchtigkeit im Destillierhelm und dabei die Eigenschaft der Erde annehmen, durch die sie dringen. Als Beleg dienen die Farben der Salze: „dass das memphitische Salz rot ist, das sizilische purpurn, das kappadokische safranfarben, das parthische glänzend, das agrigentinische weiß“ — dies vor allem nach Giovanni Pontanos Meteora.

Die dritte Ansicht, und ihr neigt Rhenanus zu: Salz sei „ein selbständiges Ding“. Denn es gebe ganze Berge, „besonders in Polen, in Ungarn, in Kärnten, in der Steiermark“, in denen nichts als Salz ausgehauen werde, und alle Meere seien salzig — „ja, wie der Augenschein und die Erfahrung ausweisen, sei der dritte und größte Teil der Welt nichts als Salz“. Die vierte, dass alle Brunnen aus dem Meer kämen, verwirft er kurz: Die hätten „ganz weit gefehlt“.

Dass er die Sache nicht ausführt, hat einen Grund, den er selbst nennt — und der neugierig macht: Er habe vor, einen eigenen Traktat darüber zu schreiben, „ich habe bereits damit begonnen“. Ob er je fertig wurde, weiß man nicht.

Wo der Theologe weitergeht als der Naturkundige. Es folgt die methodisch interessanteste Passage. Die Naturkundigen, sagt Rhenanus, betrachteten nur „den Stoff und die Form“; einem Theologen aber gebühre es, „etwas höher zu steigen und die wirkende Ursache solcher Natur gründlicher zu suchen“. Die erste Art des Forschens zeige „nicht mehr als die Ordnung in den Dingen, wie sie sind und werden“; die zweite frage, wozu sie so geordnet sind.

Und dann setzt er der eigenen Erkenntnis eine Grenze, mit einem Bild, das haften bleibt. Selbst wenn wir meinten, eine Sache so gründlich erforscht zu haben, „dass man sie mit den Fingern greifen könne“, seien wir davon noch so weit entfernt „wie eine Nachteule vom Glanz der Sonne“ — das habe schon Aristoteles beklagt.

Was Salz kann. Zuletzt die Wirkungen, gesammelt aus antiker Naturkunde: Salz sei „von feuriger Eigenschaft“, weshalb die Philosophen eine Verwandtschaft mit der Sonne vermuteten — auch der Namen wegen, sal und sol, die sich „nur durch einen einzigen Buchstaben“ unterschieden. Es wärme und trockne, mache kalte Erden fruchtbar, wende Fäulnis ab und erhalte den Körper; darum habe Homer es „für ein besonderes göttliches Wesen und ein Sinnbild der Ewigkeit“ gehalten. Es wecke Lust zum Essen — deshalb, sagen die Naturkundigen, streuten Tauben ihren Jungen Salz ein. Und weil es zu Gottesdiensten und Opfern gebraucht wurde, sei es Bild des Unvergänglichen.

Redaktionelle AnmerkungS. 9–42

Die Widmung ist keine Höflichkeitsfloskel. Wilhelm IV. hatte das Werk befohlen, weil er fürchtete, mit den letzten Zeitzeugen gehe das Wissen um das Salzwerk verloren. In einem Brief an den zweiten Salzgrafen Christoph Hombergk, den die Literatur überliefert (Cramer 1879, danach Klepsch 1989), wird er deutlich: „Dann, wen Du und der Pfarherr soltet abgehen … so wehr itzo kein Mensch nicht mehr, der des Saltzwercks Ankunft oder Gelegenheit wüste.“ (heute: Denn wenn Du und der Pfarrer sterben solltet, wäre jetzt kein Mensch mehr da, der wüsste, wie das Salzwerk entstanden ist und wie es beschaffen ist.) Dieser Brief steht nicht in der Handschrift; der Wortlaut ist hier nach der Literatur wiedergegeben und konnte nicht am Original geprüft werden. Denselben Gedanken trägt das fürstliche Schreiben vom 24. Februar 1567 im dritten Band, dort in der Übersetzung: „sodass ihrer kaum noch zwei vorhanden sind, unter denen du einer bist“ (Bd. 3, S. 27).

Die Widmung ist auch eine Verteidigungsschrift. Dass ein Pfarrer sich rechtfertigen musste, weil er über Bergbau, Wald und Rechnungswesen schrieb, ist kein persönlicher Zufall. Die lutherische Geistlichkeit des 16. Jahrhunderts stritt darüber, wie weit ein Prediger sich in politica einlassen dürfe; Rhenanus’ Antwort — die alttestamentlichen Priester seien „Juristen“, „Ärzte“ und „im Kriegswesen nicht unerfahren“ gewesen — ist die übliche Berufung auf das Amt der Priester im Alten Bund.

Zu seinen naturkundlichen Quellen: Giovanni Pontano (1426–1503), den er für die Lehre vom Salz als „ein innerer Schweiß der Erde“ anführt, war Humanist und Dichter in Neapel; sein Lehrgedicht Meteororum liber war im 16. Jahrhundert verbreitete Schullektüre. Rhenanus referiert also den Stand der gelehrten Meinung seiner Zeit, nicht eigene Forschung — und sagt das auch, indem er die Positionen nebeneinanderstellt, statt eine zu behaupten.

Der angekündigte Traktat über das Salz fehlt. Rhenanus schreibt, er habe „bereits damit begonnen“ und wolle ihn „zu gelegener Zeit“ übergeben. Ein solcher Traktat ist bisher nicht nachgewiesen. Ob er verloren ist, unvollendet blieb oder nie über die Vorarbeiten hinauskam, ist offen — und ein lohnendes Thema für jede künftige Archivsuche.

ZusammenfassungS. 25–42

Die Verteidigung — und der Blick in die eigene Lage. Der zweite Teil der Widmung ist ein persönlicher Text, und er ist der offenste des ganzen Werks.

Rhenanus beschreibt zunächst seinen Ort: Er sei „an diesen Ort und Winkel des Fürstentums Hessen, meines geliebten Vaterlandes“, zum Prediger und Salzgrafen bestellt worden — dorthin, „wo diese lebendige Quelle der wunderbaren Güte Gottes alle Tage mit Verwunderung gesehen wird“. Darum habe er es für Amtspflicht gehalten, seine Zuhörer auf diese Wohltat hinzuweisen, „nicht nur mündlich von der Kanzel, sondern … mit der Feder und schriftlich“.

Dann nimmt er die Kritik vorweg, die er erwartet, und er tut es mit bemerkenswerter Schärfe. Wie keine Speise so gut sei, dass die Fliegen sie nicht beschmutzten, so werde auch „nichts so recht und gut getan oder gesagt“, dass es nicht bekrittelt würde: „Es werden giftige Nattern über diesen meinen Fleiß und diese Arbeit herfallen. Denn wer an den Weg baut, wie man sagt, hat viele Meister.“

Zwei Vorwürfe erwartet er. Der erste: Sein Schreiben sei überflüssig, die Sache ohnehin bekannt. Seine Antwort ist ehrlich bis zur Selbstironie: „Hätte meine Feder geruht und geschwiegen, das Salz wäre nichtsdestoweniger Salz gewesen … und durch meine Arbeit und mein Schreiben ist das Allendorfer Salz weder besser noch schlechter geworden.“

Der zweite Vorwurf ist der ernste: Das sei „mehr politisch als theologisch und darum nicht meines Berufs und Amtes“, ja „philosophisches Zeug, das immer und überall Ketzer hervorgebracht“ habe — nach dem Wort des Paulus, niemand, der Gott diene, solle sich in weltliche Geschäfte verwickeln. Ein Pfarrer, der zugleich Salzgraf ist, muss darauf antworten.

Und er antwortet gründlich. Die Kritiker verstünden nicht, „wie weit den Geistlichen das Politische verboten ist“. Im Alten Bund sei die Verwaltung des Reiches eine ganz weltliche Sache gewesen — und dennoch habe Gott den Priestern befohlen, „Recht und Gesetze studieren“, damit der König sich bei ihnen Rat holen könne. „Daraus ist zu sehen, dass die jüdischen Priester Juristen gewesen sind“; die Bibel bezeuge, dass sie auch Ärzte waren und „im Kriegswesen nicht unerfahren“.

Das Pauluswort ziele auf die Vielgeschäftigen: auf jene, die „alle Tage auf den Kanzleien streiten und Prozesse führen“ und darüber ihr Amt vergessen, die „wie ein Krokodil zu Wasser und zu Land“ jagen. Und dann das Argument, das die Sache erledigt: Folgte aus jenem Wort ein grundsätzliches Verbot, „dann dürfte ein Prediger auch kein Ehemann und kein Haushalter sein“.

Über die Missgünstigen fällt er schließlich ein Urteil, das eher müde als zornig klingt: Sie „die viel tadeln, aber selbst nichts machen und nichts zu verbessern wissen“; entweder verdammten sie aus Unwissenheit, „was sie nicht kennen“, oder aus Bosheit. Mit solchen sei „mehr Mitleid zu haben als zu streiten“.

Was er sich vorgenommen hat. Am Schluss beschreibt er sein Verfahren, und es deckt sich genau mit dem, was das Werk dann tut: Er sei „vornehmlich bei unserem hessischen Allendorfer Salzwerk geblieben“ und habe daneben etlicher auswärtiger Salzwerke gedacht, „die ich gesehen habe — doch nicht aller“. Weil, wie Aristoteles sage, „die Dauer die Dinge empfiehlt“, habe er besonders auf „das uralte Herkommen dieses unseres Allendorfer Salzbrunnens“ gesehen und danach aufgezeichnet, was sich in der Folge zugetragen habe.

Zwei Sätze der Widmung sollte man behalten. Der eine ist eine Bescheidenheitsformel, die keine ist: Er habe das Werk „wenn auch nicht gründlich und erschöpfend, so doch der Oberfläche nach“ gemacht, „um anderen einen Anreiz zu geben, es besser zu machen“ — und noch einmal, trotziger: „Wer etwas Besseres zu machen weiß, dem soll es von mir unbenommen sein.“

Der andere ist die Bitte, mit der er sich verabschiedet, und sie erinnert daran, dass hinter diesem Werk ein Mann mit einer Familie steht: Wolle der Landgraf doch „mein und meiner Kinder gnädiger Herr sein“. Unterschrieben: Johannes Rhenanus, Pfarrer und Salzgraf zum Sooden.

ZusammenfassungS. 43–47

Rhenanus’ eigenes Inhaltsverzeichnis, auf drei Blättern. Es ist der Schlüssel zum ganzen Werk: Jedes der fünf Bücher und jeder der vier Anhänge wird in ein bis zwei Sätzen beschrieben. Man erfährt hier auch, wer ihm zugearbeitet hat — das Glossar stammt vom Holzvogt Hans Wagener, das Spezialprobierbuch hat Christoph Homberg begonnen.

Der erste Satz ist bemerkenswert. Das erste Buch soll beweisen, „mit stichhaltigen Argumenten aus wahren Geschichtsquellen“, dass das Salzwerk schon „vor Christi Geburt, zu den Zeiten des Cornelius Tacitus“ bestanden habe. Rhenanus schreibt nicht Chronik. Er führt einen Beweis.

Aufnahme der Handschriftenseite Bd. 1, S. 43 (Bl. 19)
Das Inhaltsverzeichnis: „Innhalt des ganntzen wercks“ — heute: Inhalt des gesamten Werks Johannes Rhenanus, New Saltzbuch · Universitätsbibliothek Kassel — Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel, 2° Ms. Hass. 186, Bd. 1, S. 43 · Digitalisat · gemeinfrei

Redaktionelle AnmerkungS. 43–47

Was Rhenanus hier als Beweis ankündigt, hält er im ersten Buch nicht. Er sagt das am Ende selbst. Die Anmerkungen zum ersten Buch gehen dem nach.

Das Inhaltsverzeichnis ist zugleich der beste Beleg dafür, dass die Salzbibel ein geplantes Werk ist und keine gewachsene Sammlung. Rhenanus beschreibt jedes Buch, ehe er es schreibt, nennt seine Zuarbeiter — den Holzvogt Hans Wagener für das Glossar, Christoph Homberg für das Probierbuch — und legt damit offen, was heute ein Herausgeber im Vorwort täte.

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