Salzbibel · Lesetext · Einleitung
Die Einleitung · S. 13
Die Widmung an den Landgrafen · S. 13 · Bl. 4r · Band 1
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Die Widmung an den Landgrafen
S. 9–41 · Bl. 2–18 · Bd. 1 · Zeitleiste: Einleitung
S. 13
Bl. 4rBd. 1Einleitung · Die Widmung an den LandgrafenFaksimile (ORKA)Sidich, mitt höchstenn vleis bemühet habenn, herfür vnd ann tagk zubringenn, Was doch das Saltz seÿe, vnndt woher es seinenn vhrsprung nehme, vnnd als sie denn sachenn lanng nachgedacht, Habenn sie es darfür genntzlich gehalttenn, das es nichts dann wasser vnnd Erden seÿe, Welches gleichsamb wie Laugenn durch aschenn, also durch die erdenn gegossenn werde, In welcher dan durch die krafft des Oberstenn Schöpffers vnd des Himmels zuwegenn bracht, vnnd distilliret werde, ein solch artificialisch Saltz, welches volgenndts den menschzu gutem gepraucht könne werdenn, Anndere habenns darfür gehalttenn, das es ein Innerlicher schweis der Erdenn seÿ, Welcher zugleich, wie sich der Regenn durch der Sonnenn hitz in die höhe vffzeucht, oder wie sich in einem Alembico aus den kreuternn, die feuchttigkeitt obenn Inn helm zeuchtt, vnd volgenndts der Regenn wieder herab, auff die erden felt, vnnd dieselbenn befeuchttet, vnnd durch die Nasen des Helms das zusammen gezogene wasser heraus tropfflet, also auch durch die Innerliche hitz in den gebirgen, die ewige Immerwehrennde dünste vffgezogenn, vnd enndtlich mit gewaltt Irenn ausflucht suchen, vnd
Sydyk, mit höchstem Fleiß bemüht haben, ans Licht zu bringen, was das Salz denn sei und woher es seinen Ursprung nehme. Und nachdem sie der Sache lange nachgedacht hatten, hielten sie es gänzlich dafür, es sei nichts als Wasser und Erde — gleichsam wie Lauge durch Asche, so werde es durch die Erde gegossen, in der dann durch die Kraft des obersten Schöpfers und des Himmels ein solches kunstvolles Salz zustande gebracht und destilliert werde, das hernach den Menschen zugute komme.
Andere haben es dafür gehalten, es sei ein innerer Schweiß der Erde. So wie der Regen durch die Sonnenhitze in die Höhe gezogen wird, oder wie sich in einem Destillierhelm die Feuchtigkeit aus den Kräutern nach oben zieht und danach der Regen wieder herabfällt, die Erde befeuchtet und durch die Nase des Helms das zusammengezogene Wasser heraustropft — so würden auch durch die innere Hitze in den Gebirgen die ewigen, immerwährenden Dünste hinaufgezogen, die endlich mit Gewalt ihren Ausweg suchen und
Unsichere Lesungen
- mensch= — Zeilenende abgekürzt (Z. 10) (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)