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Salzbibel · Lesetext · 2. Buch

Das zweite Buch · S. 229

Die Rechtsgutachten · S. 229 · Bl. 112r · Band 1

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Seiten am Stück

Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.

Die Rechtsgutachten

S. 210–361 · Bl. 102v–178v · Bd. 1 · Zeitleiste: 2. Buch

S. 229

Bl. 112rBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)

Das Annder Bůch

1

Fortsetzung von der vorigen SeiteJo. de ana, in c. quia frustra de usur. fat glos.1 in cle. & hi qui in Verbo nullo modo de æta & quali . ordi .

Jo. de ana, in c. quia frustra de usur.; dafür spricht die glos. in cle. & hi qui in Verbo nullo modo de æta & quali. ordi.

2

Vnde etiam si hoc sit statutum in fauorem partis non potest pars tacite uel expsse2 renuntiare p. c. dilecto de pbend. quia ubi datum est aliquid pro forma, non potest consensu partium tolli secundum Bart . in l. de his C. de transact.

Daher kann, auch wenn dies zugunsten einer Partei festgesetzt ist, die Partei weder stillschweigend noch ausdrücklich darauf verzichten, nach c. dilecto de pbend., denn wo etwas als Form gegeben ist, kann es nicht durch Zustimmung der Parteien aufgehoben werden, nach Bart. in l. de his C. de transact.

3

Bal. de anten .

Bal. de anten.

4

Jubemus C. de nup.

Jubemus C. de nup.

5

Quinimo hæc dictio nullatenus inficit actum ipso iure glos. in auten.

Ja, dieses Wort ‚nullatenus' macht den Akt von Rechts wegen (ipso iure) ungültig, glos. in auten.

6

Si quæ mulier C. ad Velleian .

Si quæ mulier C. ad Velleian.

7

Et tantum de secunda quæstione .

Und so viel zur zweiten Frage.

8

TERTIÆ3 QVÆSTIO Iam uero ad tertiam quæstionem progrediamur, nimirum qua quæritur :

DRITTE FRAGE (TERTIÆ QVÆSTIO). Nun aber wollen wir zur dritten Frage fortschreiten, in der nämlich gefragt wird:

9

An sub pretextu publicæ utilitatis Dns Landgrauius possit maiorum suorum & præsertim patris Guilielmi quondam Landgrauij, priuilegia et confirmationes tollere & reuocare .

Ob der Herr Landgraf unter dem Vorwand des öffentlichen Nutzens die Privilegien und Bestätigungen seiner Vorfahren und besonders seines Vaters Wilhelm, weiland Landgrafen, aufheben und widerrufen könne.

10

Vt veritas magis elucescat, arguo ad partes .

Damit die Wahrheit besser hervorleuchte, argumentiere ich nach beiden Seiten.

11

Et in primis Videtur quod princeps possit huiusmodi conuentiones, priuilegia et confirmationes tollere .

Und zunächst scheint es, dass der Fürst solche Vereinbarungen, Privilegien und Bestätigungen aufheben könne.

12

Nam quamuis 9is4 opinio sit, quod priuilegia quæ transierunt in contractum princeps non possit tollere, ut statim infra late deducetur certe ista communis conclusio limitatur ut procedat non subsistente iusta causa .Läuft auf der nächsten Seite weiter

Denn obwohl die gemeine Meinung ist, dass der Fürst Privilegien, die in einen Vertrag übergegangen sind, nicht aufheben könne, wie sogleich unten ausführlich dargelegt werden wird, so wird diese gemeine Schlussfolgerung doch gewiss dahin eingeschränkt, dass sie gilt, wenn kein gerechter Grund vorliegt.

Unsichere Lesungen

  1. fat glos. — Lesung fat unsicher, vielleicht sat oder not
  2. expsse — Kuerzung, wohl expresse); p. c. dilecto de pbend. (Kuerzungen: p mit Strich (per), pbend wohl praebend); de anten . (wohl in auten. (Authentica) gemeint
  3. TERTIÆ — Ueberschrift in Auszeichnungsschrift; Endung Æ statt A auffaellig
  4. 9is — Kuerzel, wohl communis

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