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Salzbibel · Lesetext · 2. Buch

Das zweite Buch · S. 239

Die Rechtsgutachten · S. 239 · Bl. 117r · Band 1

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Seiten am Stück

Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.

Die Rechtsgutachten

S. 210–361 · Bl. 102v–178v · Bd. 1 · Zeitleiste: 2. Buch

S. 239

Bl. 117rBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)

Das Annder Buch

1

Fortsetzung von der vorigen SeiteNon obstat primum fundamentum adductum in contra rium dirui, dicebatur quod subsistente causa potest tolli priuilegium quod transiuit in contractum.

Die erste zum Gegenteil angeführte Grundlage steht nicht entgegen, sondern ist niederzureißen; es wurde gesagt, dass bei fortbestehendem Grund ein Privileg, das in einen Vertrag übergegangen ist, aufgehoben werden könne.

2

Respondeo et fateor illud esse Verum.

Ich antworte und gestehe zu, dass dies wahr ist.

3

Sed dum dicebatur, quod hic suberat justa causa, Respondeo et dico, quod Immo. quantum ad terminos nostros particulares non est Verum quod fuerit uera et iusta & sufficiens causa per quam possent reuocari aut tolli prius concessa, per maiores principis Via contractus.

Aber wenn gesagt wurde, dass hier ein gerechter Grund (iusta causa) zugrunde lag, so antworte ich und sage: Im Gegenteil, was unsere besonderen Umstände betrifft, ist es nicht wahr, dass ein wahrer, gerechter und hinreichender Grund vorgelegen hätte, durch den das zuvor von den Vorfahren des Fürsten auf dem Wege des Vertrags Gewährte widerrufen oder aufgehoben werden könnte.

4

Nam adhoc ut dicatur iusta et sufficiens causa, requiritur quod illa sit noua causa, uel etiam antiqua, quam tamen princeps ignoraret tempore statuti confecti uel tempore factæ concessionis,

Denn damit von einem gerechten und hinreichenden Grund gesprochen werden kann, ist erforderlich, dass es ein neuer Grund sei oder auch ein alter, den der Fürst jedoch zur Zeit der Abfassung des Statuts oder zur Zeit der erfolgten Gewährung nicht kannte;

5

tex. est. de hoc singularis & multum signandus in l. si hominem ff. manda, quem adhoc ibi multum no1 bar. & idem bar. in §. quibus in l. consti.

ein einzigartiger und sehr zu merkender Text hierzu ist l. si hominem ff. manda., den Bartolus dort hierzu ausführlich anmerkt, und derselbe Bartolus in §. quibus in l. consti.

6

C. et in l. ambitiosa in prim. 3 col.

C. und in l. ambitiosa in prim. 3 col.

7

Et Bal. in §. hæc igr2 in l. constitu.

Und Baldus in §. hæc igitur in l. constitu.

8

C. & no Dns Abb.

C., und es merkt an der Herr Abbas

9

Panor. in c. studuisti extra de off. lega.

Panormitanus in c. studuisti extra de off. lega.

10

Vbi dicit quod requiritur quod sit noua causa uel etiam antiqua quam princeps ignoraret conditi statuti tempore, q3 nunc sit nouiter detecta, et sit talis quam si princeps sciuisset tempore concessionis, Verisimiliter non fuisset concessurus.

Dort sagt er, dass erforderlich sei, dass es ein neuer Grund sei oder auch ein alter, den der Fürst zur Zeit des Erlasses des Statuts nicht kannte, der jetzt neu entdeckt worden ist und so beschaffen ist, dass der Fürst, hätte er ihn zur Zeit der Gewährung gekannt, wahrscheinlich nicht gewährt hätte.

11

Cum ergo in casu nostro, netrum[?]4 ex istis contingat, prout liquidissime apparet et latius circa quartam quæstionem dicetur, Ergo sequitur quod non fuit aliqua iusta & sufficiens causa, per quam posset princeps concessionem certi numeri domicularum et caldariorum prius factam reuocare de iure.Läuft auf der nächsten Seite weiter

Da nun in unserem Fall keines[?] von beiden zutrifft, wie aufs Klarste erhellt und bei der vierten Frage ausführlicher gesagt werden wird, so folgt, dass es keinen gerechten und hinreichenden Grund gab, durch den der Fürst die zuvor erfolgte Gewährung einer bestimmten Zahl von Koten (domicularum) und Pfannen (caldariorum) von Rechts wegen widerrufen könnte.

Unsichere Lesungen

  1. no — mit Kuerzungsstrich, Abbreviatur fuer notat
  2. igr — mit Kuerzungsstrich, Abbreviatur fuer igitur); no Dns Abb. Panor. (no mit Strich = notat, Dns = Dominus, Abbas Panormitanus
  3. q — q mit Kuerzungsstrich, wohl quae
  4. netrum[?] — so geschrieben, dem Sinn nach neutrum

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