Salzbibel · Lesetext · Einleitung
Die Einleitung · S. 24
Die Widmung an den Landgrafen · S. 24 · Bl. 9v · Band 1
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Die Widmung an den Landgrafen
S. 9–41 · Bl. 2–18 · Bd. 1 · Zeitleiste: Einleitung
S. 24
Bl. 9vBd. 1Einleitung · Die Widmung an den LandgrafenFaksimile (ORKA)vnnd billich, das wir nit allein mit grosser Reuerenz vnnd ehrerbietung aus der milttenn hanndt Gottes, solchs entpfahenn vnnd annehmenn, Sonndernn desselbenn rechttenn brauch wohl studiren vnd lernenn, auch der guete Gottes für diese wolthat, welche, wie mann sagtt Vsu & crebritate, geringschetzig vnnd gar gemein, vnnd nichts werth geachttet möchte werdenn, Inn rechtenn brauch bringenn, Innsonderheit aber, weil der almechtige Gott E. F. Gl. hochlöbliches Furstennthumb Hessenn, mit einer herlichenn Fundtgrubenn oder Brunnenn, Natiui vnd Coctilis salis, in vnserm liebenn Vatterlanndt, für vielenn anndernn Furstennthumbenn vnnd Lannden, welche gernne mit grossem kostenn, gutt vnnd geldt, bey Ihnenn Saltzwerck annstellenn wolttenn, begnadiget, vnnd also dieses löbliche Furstennthumb gesaltzenn, vnd zur lebenndigenn Apotheckenn gemacht, sollenn wirs erkennenn, recht brauchenn, vnnd Gott so lenger so mehr dannckenn, preisenn, lobenn vnnd ehrenn, Demnach nun gnediger Fürst vnnd Herr, Ich ohne zweiffell, aus dem willenn vnnd versehung Gottes, vonn
und billig, dass wir es nicht nur mit großer Ehrfurcht aus der milden Hand Gottes empfangen und annehmen, sondern dass wir auch seinen rechten Gebrauch studieren und lernen und die Güte Gottes für diese Wohltat — die, wie man sagt, durch Gewohnheit und Häufigkeit geringgeschätzt, ganz gewöhnlich und für nichts geachtet werden könnte — in rechten Gebrauch bringen.
Das gilt besonders, weil der allmächtige Gott Eurer Fürstlichen Gnaden hochlöbliches Fürstentum Hessen in unserem lieben Vaterland mit einer herrlichen Fundgrube oder Quelle natürlichen und gesottenen Salzes begnadet hat — vor vielen anderen Fürstentümern und Ländern, die gern mit großem Aufwand an Gut und Geld bei sich ein Salzwerk anlegen wollten. So hat er dieses löbliche Fürstentum gesalzen und zu einer lebendigen Apotheke gemacht; das sollen wir erkennen, recht gebrauchen und Gott je länger je mehr danken, preisen, loben und ehren.
Weil ich nun, gnädiger Fürst und Herr, ohne Zweifel aus dem Willen und der Fügung Gottes von