Salzbibel · Lesetext · 2. Buch
Das zweite Buch · S. 274
Die Rechtsgutachten · S. 274 · Bl. 134v · Band 1
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Die Rechtsgutachten
S. 210–361 · Bl. 102v–178v · Bd. 1 · Zeitleiste: 2. Buch
S. 274
Bl. 134vBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)Das Ander Buch
Fortsetzung von der vorigen Seitedeclaratione irrefragabili diffinimus, et in c. ne aliqui in fin ibi, prohibemus priuilegia ad ordinariorum sententias extendi, & in c. ut Apostolicæ, ibi, ne ex priuilegio Scandala oriantur.
„Wir bestimmen durch unwiderlegliche Erklärung“ (declaratione irrefragabili diffinimus), und in c. ne aliqui in fin., dort: „Wir verbieten, dass Privilegien auf die Urteile der Ordinarien ausgedehnt werden“ (prohibemus priuilegia ad ordinariorum sententias extendi), und in c. ut Apostolicæ, dort: „damit aus einem Privileg keine Ärgernisse entstehen“ (ne ex priuilegio Scandala oriantur).
Sed etiam possunt in totum tollere, tex. est in c.
Sondern sie können sie auch gänzlich aufheben, tex. est in c.
Quia sæpe contingit, in fin, ibi, Quæ omnia priuilegia sʒ[?]1 reuocamus, cassamus, et irritamus, ac nullius deinceps Volumus esse firmitatis, De electione Lib.
Quia sæpe contingit, in fin., dort: „Welche Privilegien wir alle nämlich[?] widerrufen, kassieren und für ungültig erklären und wollen, dass sie fortan keine Gültigkeit haben“ (Quæ omnia priuilegia reuocamus, cassamus, et irritamus, ac nullius deinceps Volumus esse firmitatis), De electione Lib.
Zum anndernn that3 diese miltterung vnnd entziehung der priuilegien gemeiner gebaurschafft, so hochgedachter Lanndtgraf zuthun bedacht, auch aus der vhrsachenn nicht ein gering annsehenn, das solche befreyung nunmahls zum misbrauch gereichenn wollenn, in dem das allerley auffseze[?]2 vnnd beschwerung vfs salz geschlagenn, vnnd auch die Lanndtleute Jtziger zeit mit salz vbell gefordert werdenn,
Zweitens hat diese Milderung und Entziehung der Privilegien der gemeinen Gebauerschaft, die der hochgedachte Landgraf zu tun bedacht ist, auch aus der Ursache kein geringes Ansehen, dass solche Befreiung nunmehr zum Missbrauch gereichen will, indem allerlei Aufschläge[?] und Beschwerungen aufs Salz geschlagen werden und auch die Landleute zur jetzigen Zeit mit Salz übel gefördert werden.
Weyl dann die Rechtte vermügenn, das gegebene freyheitenn, auch die so zu mildenn sachenn beschehenn, vmb misbrauch willenn, mögenn auffgehabenn, vnnd hinderzogenn werdenn, so volget das hochgedachter fürst,Läuft auf der nächsten Seite weiter
Weil dann die Rechte besagen, dass gegebene Freiheiten, auch die, die zu milden Sachen geschehen sind, um Missbrauchs willen aufgehoben und zurückgezogen werden können, so folgt, dass der hochgedachte Fürst
Unsichere Lesungen
- sʒ[?] — Abbreviaturzeichen am Zeilenende nach 'priuilegia', Aufloesung unklar (evtl. 'scilicet').
- auffseze[?] — Lesung 'auffseze' oder 'auffsetze' (Aufsaetze/Auflagen); z-Bereich undeutlich.
- that — 'that' = 'hat' in th-Schreibung; Lesung des Anlauts t vor h leicht unsicher.