Salzbibel · Lesetext · Einleitung
Die Einleitung · S. 29
Die Widmung an den Landgrafen · S. 29 · Bl. 12r · Band 1
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Die Widmung an den Landgrafen
S. 9–41 · Bl. 2–18 · Bd. 1 · Zeitleiste: Einleitung
S. 29
Bl. 12rBd. 1Einleitung · Die Widmung an den LandgrafenFaksimile (ORKA)dachtenn E. F. G. Herrnn Vatternn, auch E. F. Gl. mir viel gnade vnnd guts widerfarenn, E. F. G. auch danckbarlichenn gehorsamb zuleistenn schuldigk erkennet, ob gleich nicht fundamentaliter vnnd ausfurlich, doch superficialiter, anndernn für sich etwas bessers zu machenn, anreitzung zugebenn, solche schwere arbeytt, desto lieber vnnd getröster für die Hanndt genommenn, vnnd also, als zwiefach verpflichttet, mich derenn arbeit meines bestenn vermugenns vnderstanndenn. Hoffe, E. F. G. werdenn mit diesem meinem vnderthenigen willenn, vnnd Talent, nach des Poeten meinung vnnd Judicio, in magnis Voluisse sat est, gnediglich zufriedenn sein. Das aber die Zoyli mir fürwerffenn, vnnd wöllenn es sey mir nach dem dicto Pauli, weltliche sachenn zu tractiren, als ein Theologo verbottenn, achtte Ich, das die guete Herrnn, Wie fernn Politica den geistlichenn verbottenn, nicht verstehenn, oder vielleicht mit vleis nicht verstehenn wöllenn, Vnnd des zum beweis sage Ich, Es war die Administratio des Judischenn Reichs, ein gantz
dachten Herrn Vater Eurer Fürstlichen Gnaden wie auch von Euren Fürstlichen Gnaden selbst, viel Gnade und Gutes widerfahren ist und ich mich schuldig erkenne, dankbaren Gehorsam zu leisten, habe ich diese schwere Arbeit umso lieber und getroster in die Hand genommen — wenn auch nicht gründlich und erschöpfend, so doch der Oberfläche nach, um anderen einen Anreiz zu geben, es besser zu machen. So habe ich mich als zwiefach Verpflichteter dieser Arbeit nach bestem Vermögen unterzogen. Ich hoffe, Eure Fürstlichen Gnaden werden mit diesem meinem untertänigen Willen und Talent gnädig zufrieden sein, nach der Meinung des Dichters: Bei großen Dingen ist es genug, gewollt zu haben.
Dass mir aber die Krittler vorwerfen, es sei mir nach dem Wort des Paulus als einem Theologen verboten, weltliche Sachen zu behandeln, dazu meine ich: Die guten Herren verstehen nicht — oder wollen mit Fleiß nicht verstehen —, wie weit den Geistlichen das Politische verboten ist. Zum Beweis sage ich: Die Verwaltung des jüdischen Reiches war eine ganz