Salzbibel · Lesetext · 2. Buch
Das zweite Buch · S. 290
Die Rechtsgutachten · S. 290 · Bl. 142v · Band 1
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Die Rechtsgutachten
S. 210–361 · Bl. 102v–178v · Bd. 1 · Zeitleiste: 2. Buch
S. 290
Bl. 142vBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)Das Annder Buch
Fortsetzung von der vorigen SeiteInst. de iur. nat. gent. et ciuil.
Inst. de iur. nat. gent. et civil.
Est et alia ratio, quam tradit post alios Jason, in L. si pecuniam, XIII. sū.1 ff de condict. ob. caus.
Es gibt auch einen anderen Grund, den nach anderen Jason überliefert, in L. si pecuniam, Summarium XIII, ff. de condict. ob caus.
Quia si princeps posset reuocare contractus, factos cum priuatis, nullus certe cum eo contraheret, et hoc modo per indirectum priuaretur facultate contrahendi.
Denn wenn der Fürst die mit Privatleuten geschlossenen Verträge widerrufen könnte, würde gewiss niemand mit ihm kontrahieren, und auf diese Weise würde er mittelbar der Fähigkeit zu kontrahieren beraubt.
Addo quod si princeps ex contractu non obligaretur alÿ, certe nec alius obligaretur principi, ex respectu correlatiuorum, et sic esset principi interdictum commertium et esset tanquam exul, qui tamen esse debet omnium præsul: quod esset absurdum,
Ich füge hinzu: Wenn der Fürst aus einem Vertrag einem anderen nicht verpflichtet würde, so würde gewiss auch kein anderer dem Fürsten verpflichtet, aus Rücksicht auf die Wechselbezüglichkeit, und so wäre dem Fürsten der Verkehr untersagt, und er wäre gleichsam ein Verbannter, der doch aller Vorsteher sein soll – was absurd wäre,
cum inter maiores poenas reputetur, esse inter homines & hominum carere commercio. tex. est in L. hi qui sanctam, ibi, Versari inter homines & hominum carere commercio C. de Apostatis.
da es unter die größeren Strafen gerechnet wird, unter Menschen zu sein und des Verkehrs der Menschen zu entbehren; der Text steht in L. hi qui sanctam, dort: „unter Menschen zu weilen und des Verkehrs der Menschen zu entbehren“ (versari inter homines et hominum carere commercio), C. de Apostatis.
Præterea ultra rationes Doctorum, rō nālis dictat, nihil magis conuenire humanæ fidei, quam eaq[ue] semel placuerint, et in pactiones et conuentiones deuenerint, seruare.
Außerdem gebietet über die Gründe der Doktoren hinaus die natürliche Vernunft (ratio naturalis), dass nichts der menschlichen Treue mehr entspricht, als das zu halten, was einmal beliebt hat und zu Pakten und Übereinkünften geworden ist.
Atq[ue] reputatur per iurisconsultum in L 1. ff. de constit. pecun. in prin. graue esse fidem fallere.
Und es wird vom Juristen in L. 1, ff. de constit. pecun., am Anfang, als schwerwiegend angesehen, die Treue zu brechen (grave esse fidem fallere).
Si igitur hoc dictat rō nālis, ut pacta seruentur.
Wenn also die natürliche Vernunft dies gebietet, dass Pakte gehalten werden,
Ergo succedit elegans decisio Baldi in L. 2.Läuft auf der nächsten Seite weiter
so folgt daraus die elegante Entscheidung des Baldus in L. 2,
Unsichere Lesungen
- XIII. sū. — Allegationskürzel unklar); rō nālis (Kürzung ratio naturalis