Salzbibel · Lesetext · 2. Buch
Das zweite Buch · S. 312
Die Rechtsgutachten · S. 312 · Bl. 153v · Band 1
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Die Rechtsgutachten
S. 210–361 · Bl. 102v–178v · Bd. 1 · Zeitleiste: 2. Buch
S. 312
Bl. 153vBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)Das Annder Buch
Fortsetzung von der vorigen SeiteBald. in L. donationes quas diuus ff. de donat. inter Vir. & uxor. ubi dicitur quod priuilegium à principe concessum comitatensibus aliquo ab eis dato reuo cari non potest, quia transiuit in contractum astipulantur Canonistæ communiter in c. nouit, de iuditij.
Baldus in L. donationes quas divus, ff. de donat. inter vir. et uxor., wo gesagt wird, dass ein vom Fürsten den Grafschaftsleuten gegen etwas von ihnen Gegebenes verliehenes Privileg nicht widerrufen werden kann, weil es in einen Vertrag übergegangen ist; dem stimmen die Kanonisten gemeinhin bei in c. novit, de iudiciis.
Et est ratio quia Princeps et eius successor tenetur obseruare contractus, cum sint de iure gent. per ea quæ supra circa primum fundamentum pro dominis Salinarum, late scripsi, Vltra quæ occurrit bonus text. in c. 1. de natur. feud. ubi dominus non potest reuocare concessionem feudi, nisi Vasallus sua culpa amittat, ratio, quia dominus concedendo feudum, Videtur cum Vasallo suo contraxisse, cogitur enim seruire pro feudo isto Vasallus,
Und der Grund ist, dass der Fürst und sein Nachfolger gehalten sind, die Verträge zu beachten, da sie dem Völkerrecht angehören, nach dem, was ich oben beim ersten Fundament für die Herren der Salinen ausführlich geschrieben habe. Darüber hinaus begegnet ein guter Text in c. 1, de natur. feud., wo der Herr die Verleihung eines Lehens nicht widerrufen kann, es sei denn, der Vasall verliere es durch eigene Schuld; Grund: weil der Herr durch die Verleihung des Lehens mit seinem Vasallen kontrahiert zu haben scheint, denn der Vasall wird gezwungen, für dieses Lehen zu dienen.
Ergo cum ista concessio transiuerit in contractum, non mirum, quod non possit reuocari per iam dicta, Atq̃ hoc est quod Bart. et Scribentes fere omnes in L. iurisgent: §. quinimo ff. d̃ pact. opinati sunt feudum esse contractum noĩatum1,
Da also diese Verleihung in einen Vertrag übergegangen ist, ist es kein Wunder, dass sie nach dem schon Gesagten nicht widerrufen werden kann. Und dies ist es, was Bartolus und fast alle Schreibenden in L. iurisgent., §. quinimo, ff. de pact., gemeint haben: dass das Lehen ein benannter Vertrag (contractus nominatus) sei,
et per consequens iuxta contractuum nominatorum nãm2, non esse locum poenitentiæ siue reuocationi, Vulgata, L. sicut C. d̃ actionib. et oblig. cum similibus.
und folglich nach der Natur der benannten Verträge kein Raum für Reue oder Widerruf sei; allgemein bekannt L. sicut, C. de actionib. et oblig., samt Ähnlichem.
Imo exclamat Bald. in d. c. 1. nã feudi, Quod imperator etiam de plenitudine potestatis non posset priuare Vasallum feudo, nisi culpa conuictum.
Ja, Baldus ruft in dem genannten c. 1, de natura feudi, aus, dass der Kaiser auch aus Machtvollkommenheit (de plenitudine potestatis) den Vasallen nicht des Lehens berauben könne, es sei denn, er sei einer Schuld überführt.
Quod papa Cælestinus, magnum sibi contraxit odiũ ap̄ omnes eo quod grām, quam alicui de mane faciebat, de sero aufferebat, et alij conferebat.Läuft auf der nächsten Seite weiter
dass Papst Cölestin sich bei allen großen Hass zugezogen habe, weil er die Gnade, die er jemandem am Morgen erwies, am Abend wieder entzog und einem anderen verlieh.
Unsichere Lesungen
- noĩatum — Kürzung für nominatum
- nãm — Kürzung, wohl naturam); nã feudi (Kürzung, wohl natura