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Salzbibel · Lesetext · 2. Buch

Das zweite Buch · S. 210–219

Die Rechtsgutachten · S. 210–219 · Bl. 102v–107r · Band 1

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Seiten am Stück

Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.

Die Rechtsgutachten

S. 210–361 · Bl. 102v–178v · Bd. 1 · Zeitleiste: 2. Buch

S. 210

Bl. 102vBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)

Das Annder Buch

1

Nota.

Nota.

2

Sidernechst[?]1 sollenn die Consilia, so hin vnnd wieder geholet wordenn, [gestrichen: wollenn], vnd darauff was weitters3 erganngk2, in etr[?]uolgenn, FACTVM TALE EST.Läuft auf der nächsten Seite weiter

Als Nächstes[?] sollen die Rechtsgutachten (Consilia), die hin und wieder eingeholt worden sind, [gestrichen: wollen], und darauf, was weiter ergangen ist, der Reihe nach[?] folgen. DER SACHVERHALT IST FOLGENDER (FACTVM TALE EST).

Unsichere Lesungen

  1. Sidernechst[?] — erstes Wort mit Riesen-Initiale, Lesung unsicher; auch Hidernechst/Hiernechst denkbar); [gestrichen: wollenn] (gestrichenes Wort kaum lesbar, auch sollenn oder kollenn moeglich
  2. erganngk — Wortende mit -gk-Zierstrich; auch ergangenn lesbar); in etr[?]= (Zeilenschluss unklar; die Fortsetzung 'uolgenn' in Zeile 5 spricht fuer 'er=uolgenn'
  3. weitters — Zierstrich durch tt, keine Tilgung

S. 211

Bl. 103rBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)

Das Annder Buch

1

Fortsetzung von der vorigen SeiteSidernechst[?] sollenn die Consilia, so hin vnnd wieder geholet wordenn, [gestrichen: wollenn], vnd darauff was weitters erganngk, in etr[?]uolgenn, FACTVM TALE EST.

Als Nächstes[?] sollen die Rechtsgutachten (Consilia), die hin und wieder eingeholt worden sind, [gestrichen: wollen], und darauf, was weiter ergangen ist, der Reihe nach[?] folgen. DER SACHVERHALT IST FOLGENDER (FACTVM TALE EST).

2

Ab immemorabili tempore Societas siue Collegium Salinarum, In Salinis prope Oppidum Allendorph, prope Werrham fluuium, Vulgo [gestrichen: die Gebaurschafft]1 in den Soden, alias [gestrichen: die Pfenner] appellati, hi inquam sodales tenuerunt, et possiderunt,

Seit unvordenklicher Zeit hat die Gesellschaft oder das Kollegium der Salinen (Societas siue Collegium Salinarum) in den Salinen bei der Stadt Allendorf, nahe dem Fluss Werra, gemeinhin [gestrichen: die Gebauerschaft] in den Sooden, sonst auch [gestrichen: die Pfänner] genannt — diese Genossen, sage ich, haben innegehabt und besessen,

3

prout et hodie tenent & possident huiusmodi Salinas, in quibus ex antiqua consuetudine et longissima obseruantia excedente omnem hominum memoriam sc:2 et esse consueuerunt quadraginta duae domiculae et totidem caldaria in quibus Sal coquitur et conficitur, Vernacule [gestrichen:

wie sie auch heute innehaben und besitzen, solche Salinen, in denen nach alter Gewohnheit und längster Observanz, die alles Menschengedenken übersteigt, nämlich zweiundvierzig Häuschen (domiculae) und ebenso viele Kessel (caldaria), in denen das Salz gesotten und hergestellt wird, zu sein pflegten, in der Volkssprache [gestrichen:

4

Vierzigk vnnd zweij Salzbothe], vnd souiel [gestrichen: pfannenn], tum alijs beneficijs priuilegijs et iuribus, [gestrichen:

zweiundvierzig Salzboden (Siedehütten)], und so viele [gestrichen: Pfannen], sodann mit anderen Wohltaten, Privilegien und Rechten, [gestrichen:

5

Et] Specialiter cum quodam singulari et antiquo iure appellato [gestrichen: die Gebaurschafft] cum suis annexis.

und] besonders mit einem gewissen einzigartigen und alten Recht, genannt [gestrichen: die Gebauerschaft], mit seinem Zubehör.

6

Praeterea per Principes Hassiae ex huiusmodi Salinis Vectigal siue telonium consuetum recipientes ab Anno Millesimo Trecentesimo, usque3 in hunc diem, hoc Salinarum collegium iuribus libertatibus et priuilegijs dotatum extitit et indultis ac beneficijs auctum et confirmatum.

Außerdem ist dieses Kollegium der Salinen durch die Fürsten von Hessen, die aus solchen Salinen die gewohnte Abgabe oder den Zoll (vectigal siue telonium) empfangen, vom Jahr 1300 an bis auf den heutigen Tag mit Rechten, Freiheiten und Privilegien ausgestattet und mit Vergünstigungen und Wohltaten vermehrt und bestätigt worden.

7

Nempe hunc in modum quod praefata Societas Salinarum dictas Salinas, eorundem Sodalium haereditatem siue proprietatem, cum omni Jure, consuetudine et obseruantia consueta tenere et possidere debeat, et praesertim numero domicularum et caldariorum,Läuft auf der nächsten Seite weiter

Nämlich in der Weise, dass die vorgenannte Gesellschaft der Salinen die besagten Salinen, das Erbe oder Eigentum derselben Genossen, mit allem Recht, aller Gewohnheit und gewohnten Observanz innehaben und besitzen soll, und besonders in der Zahl der Häuschen und Kessel,

Unsichere Lesungen

  1. [gestrichen: die Gebaurschafft] — durchgehender Strich durch die deutschen Woerter im lateinischen Text; moeglicherweise Hervorhebung statt Tilgung, auch Gebauerschafft lesbar); [gestrichen: die Pfenner] (gleicher durchgehender Strich; moeglicherweise Hervorhebung statt Tilgung
  2. sc: — Abkuerzung nach 'moriam', wohl scilicet; danach Lueke im Text); [gestrichen: Vierzigk vnnd zweij Salzbothe] (Strich durch die deutschen Woerter; Umfang der Streichung (vnnd zweij) und Lesung Salzbothe/Saltzbothe nicht ganz sicher); [gestrichen: pfannenn] (Strich durch das deutsche Wort; moeglicherweise Hervorhebung statt Tilgung); [gestrichen: Et] (Et am Zeilenanfang doppelt durchstrichen
  3. usque — in der Vorlage abgekuerzt usq mit Kuerzungszeichen

S. 212

Bl. 103vBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)

Das Ander Buch

1

Fortsetzung von der vorigen SeiteNempe hunc in modum quod praefata Societas Salinarum dictas Salinas, eorundem Sodalium haereditatem siue proprietatem, cum omni Jure, consuetudine et obseruantia consueta tenere et possidere debeat, et praesertim2 numero domicularum et caldariorum,

Nämlich in der Weise, dass die vorgenannte Gesellschaft der Salinen die besagten Salinen, das Erbe oder Eigentum derselben Genossen, mit allem Recht, aller Gewohnheit und gewohnten Observanz innehaben und besitzen soll, und besonders in der Zahl der Häuschen und Kessel,

2

quae numerum neque Principes Hassiae nec aliquis alius infringere debet, sed 42 domiculae et totidem caldaria tantum, nec plura nec pauciora perpetuis temporibus esse et permanere debeant.

welche Zahl weder die Fürsten von Hessen noch irgendjemand anderes brechen soll, sondern es sollen nur 42 Häuschen und ebenso viele Kessel, nicht mehr und nicht weniger, zu ewigen Zeiten sein und bleiben.

3

Insuper nolunt, Principes Hassiae, nec per se nec per alios dictam societatem cum alijs Salinarum domiculis Vulgo [gestrichen:

Überdies wollen die Fürsten von Hessen weder durch sich selbst noch durch andere die besagte Gesellschaft mit anderen Salinenhäuschen, gemeinhin [gestrichen:

4

Salczbodenn], in sup[?] uel prope dictas Sodalium Salinas per spatium unius miliaris a praefatis Salinis computando nullo modo aedificando molestare.

Salzboden], auf[?] oder nahe bei den besagten Salinen der Genossen, im Umkreis einer Meile von den vorgenannten Salinen an gerechnet, durch Bauen auf keine Weise belästigen.

5

Praeterea ratificauerunt et confirmauerunt dictorum Sodalium, antiquum Jus, quod Vulgo appellant [gestrichen: die Gebaurschafft], Cum omnibus suis appendicijs et annexis ex Vetusta consuetudine.

Außerdem haben sie das alte Recht der besagten Genossen, das man gemeinhin [gestrichen: die Gebauerschaft] nennt, mit all seinem Zubehör und Anhang aus uralter Gewohnheit ratifiziert und bestätigt.

6

Itaque nemo debeat uel possit in praedictis Salinis et Caldarijs Jus uel partem habere, tenere uel possidere, uel Sal coquere atque conficere, nisi fuerit ex huius modi societate natus, et inde originem traxerit.Läuft auf der nächsten Seite weiter

Daher soll und kann niemand in den vorgenannten Salinen und Kesseln ein Recht oder einen Anteil haben, innehaben oder besitzen oder Salz sieden und herstellen, es sei denn, er ist aus dieser Gesellschaft geboren und hat daher seinen Ursprung.

Unsichere Lesungen

  1. [gestrichen: Salczbodenn] — durchstrichenes deutsches Wort im lateinischen Text, Lesung unsicher (auch Salzbodem); moeglicherweise Hervorhebung statt Tilgung); in sup[?] (abgekuerzt, wohl in super oder in supra); [gestrichen: die Gebaurschafft] (Strich durch die deutschen Woerter; moeglicherweise Hervorhebung statt Tilgung (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
  2. praesertim — in der Vorlage abgekuerzt psertim mit Kuerzungsstrich; ebenso Zeile 4 neque (neq3), Zeile 12 a praefatis (a pfatis), Zeile 17 Itaque (Itaq3), Zeile 18 in praedictis (in pdictis), Zeile 20 coquere/atque abgekuerzt

S. 213

Bl. 104rBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)

Das Annder Buch

1

Fortsetzung von der vorigen SeiteItaque nemo debeat uel possit in praedictis Salinis et Caldarijs Jus uel partem habere, tenere uel possidere, uel Sal coquere atque conficere, nisi fuerit ex huius modi societate natus, et inde originem traxerit.

Daher soll und kann niemand in den vorgenannten Salinen und Kesseln ein Recht oder einen Anteil haben, innehaben oder besitzen oder Salz sieden und herstellen, es sei denn, er ist aus dieser Gesellschaft geboren und hat daher seinen Ursprung.

2

Modo autem Illustris Princeps Dominus Philippus Landgrauius Hassiae, Comes in Catzenelnbogen &c. literis suis citatorijs dictae societati directis significat, qualiter auribus suis intimatum, quod1 in omnibus locis ditionis & prouinciae suae, precium Salis ultra solitum et consuetum morem intendatur.

Nun aber gibt der durchlauchtige Fürst, Herr Philipp, Landgraf von Hessen, Graf zu Katzenelnbogen etc., in seinem an die besagte Gesellschaft gerichteten Ladungsschreiben (literis citatoriis) zu erkennen, wie ihm zu Ohren gekommen sei, dass an allen Orten seines Herrschaftsgebiets und seines Landes der Preis des Salzes über die übliche und gewohnte Weise hinaus gesteigert werde.

3

Adeo quod hoc tempore hyemali appauperes et diuites defectus Salis est, Caeterum cum DEVS opt: max: sua gratuita misericordia in ditione sua prope oppidum Allendorph uberes Salinarum Venas largitus sit, quae quidem Venae, ut sibi notificatum, multo plura caldaria sufferre possunt, quo[?] in praesentium habeat locus,

So sehr, dass in dieser Winterszeit bei Armen und Reichen Mangel an Salz herrscht. Da im Übrigen GOTT der Beste und Größte (DEVS optimus maximus) aus seiner unverdienten Barmherzigkeit in seinem Herrschaftsgebiet bei der Stadt Allendorf reiche Soleadern (Salinarum venas) geschenkt hat, welche Adern, wie ihm mitgeteilt worden ist, viel mehr Kessel tragen können, als[?] gegenwärtig der Ort hat,

4

decreuit itaque et sibi Visum est, esse iustum, honestum, utile et necessarium pluria caldaria et tot quot Venae Salinarum sufferre queant, apud[?]3 ipsas Venas aedificare, secundum exigentiam et necessitatem Prouinciae suae et sumpsius[?]4, in quantum de iure poterit et aequum fuerit.

hat er daher beschlossen, und es ist ihm gerecht, ehrenhaft, nützlich und notwendig erschienen, mehr Kessel, und so viele, wie die Soleadern tragen können, bei[?] eben diesen Adern zu bauen, nach dem Erfordernis und der Notwendigkeit seines Landes und seiner selbst[?], soweit er es von Rechts wegen kann und es billig sein wird.

5

Ex facti huius narratione oriuntur infrascriptae quaestiones.

Aus dieser Darstellung des Sachverhalts ergeben sich die nachstehenden Fragen.

6

Prima.

Die erste.

7

An Hessorum Principi Philippo, de iure communi liceat aedificare domiculas et in eis ad coquendum et conficiendum Sal prope fontem Salinarum caldaria habere, consuetudinibus indultis et priuilegijs huius Salinarum societatis siue collegijs circumscriptis?Läuft auf der nächsten Seite weiter

Ob es dem Fürsten der Hessen, Philipp, nach gemeinem Recht (de iure communi) erlaubt sei, Häuschen zu bauen und in ihnen zum Sieden und Herstellen von Salz nahe der Solequelle Kessel zu haben, unter Beiseitesetzung der Gewohnheiten, Vergünstigungen und Privilegien dieser Gesellschaft oder dieses Kollegiums der Salinen?

Unsichere Lesungen

  1. quod — in der Vorlage abgekuerzt q mit Kuerzungszeichen; ebenso Zeile 7 quod, Zeile 11 quae quidem, Zeile 14 quot
  2. ap= — Zeilenende ap mit langem Trennstrich, Fortsetzung 'pauperes'; wohl Schreibversehen fuer apud pauperes oder ap=pauperes); quo[?] in praesentium habeat locus (Abkuerzung q vor 'in praesentium' mehrdeutig (quo/quae/quod) (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
  3. apud[?] — abgekuerzt ap mit Strich; auch ad lesbar
  4. sumpsius[?] — Wortende undeutlich, auch sumptius/sumptibus denkbar

S. 214

Bl. 104vBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)

Das Annder Buch

1

Fortsetzung von der vorigen SeiteAn Hessorum Principi Philippo, de iure communi liceat aedificare domiculas et in eis ad coquendum et conficiendum Sal prope fontem Salinarum caldaria habere, consuetudinibus indultis et priuilegijs huius Salinarum societatis siue collegijs circumscriptis?

Ob es dem Fürsten der Hessen, Philipp, nach gemeinem Recht (de iure communi) erlaubt sei, Häuschen zu bauen und in ihnen zum Sieden und Herstellen von Salz nahe der Solequelle Kessel zu haben, unter Beiseitesetzung der Gewohnheiten, Vergünstigungen und Privilegien dieser Gesellschaft oder dieses Kollegiums der Salinen?

2

Secunda.

Die zweite.

3

An literae, priuilegia et confirmationes retro Principum Hassiae obstent et refragentur intentioni Domini Landgrauij, adeo ut eandem principis intentionem eneruent?

Ob die Briefe, Privilegien und Bestätigungen der früheren Fürsten von Hessen der Absicht des Herrn Landgrafen entgegenstehen und widerstreiten, so sehr, dass sie diese Absicht des Fürsten entkräften?

4

Tertia.

Die dritte.

5

An sub praetextu publicae utilitatis Dns1 Landgrauius possit maiorum suorum et praesertim2 patris Guilielmi quondam Landgrauij priuilegia & confirmationes tollere & reuocare?

Ob der Herr Landgraf unter dem Vorwand des öffentlichen Nutzens (sub praetextu publicae utilitatis) die Privilegien und Bestätigungen seiner Vorfahren und besonders seines Vaters Wilhelm, weiland Landgrafen, aufheben und widerrufen könne?

6

Quarta.

Die vierte.

7

An sit contra publicam utilitatem et necessitatem communem certum esse numerum domicularum et Caldariorum.

Ob es gegen den öffentlichen Nutzen und die gemeine Notwendigkeit sei, dass die Zahl der Häuschen und Kessel festgelegt ist.

8

Diuino implorato praesidio sine quo nihil est Validum, nihil sanctum Obseruando ordinem quaesitorum3, ad primam quaestionem respondendo, prima consideratione in fauorem principis dicendum Videtur,

Nach Anrufung des göttlichen Beistands, ohne den nichts gültig, nichts heilig ist, und unter Einhaltung der Ordnung der Fragen scheint, um auf die erste Frage zu antworten, bei erster Betrachtung zugunsten des Fürsten zu sagen zu sein,

9

dictas Salinas ad eum de Jure communi pertinere, Et per consequens in suo aedificare posse, cum in re sua quilibet sit moderator & arbiter.Läuft auf der nächsten Seite weiter

dass die besagten Salinen ihm nach gemeinem Recht gehören und er folglich auf dem Seinen bauen könne, da in seiner eigenen Sache jeder Lenker und Schiedsrichter ist (cum in re sua quilibet sit moderator et arbiter).

Unsichere Lesungen

  1. Dns — abgekuerzt mit Kuerzungsstrich, Dominus
  2. praesertim — in der Vorlage abgekuerzt psertim mit Kuerzungsstrich
  3. quaesitorum — in der Vorlage abgekuerzt qsitorum mit Kuerzungszeichen); de Jure (de in der Vorlage abgekuerzt

S. 215

Bl. 105rBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)

Das Annder Buch

1

Fortsetzung von der vorigen Seitedictas Salinas ad eum de Jure communi pertinere, Et per consequens in suo aedificare posse, cum in re sua quilibet1 sit moderator & arbiter.

dass die besagten Salinen ihm nach gemeinem Recht gehören und er folglich auf dem Seinen bauen könne, da in seiner eigenen Sache jeder Lenker und Schiedsrichter ist (cum in re sua quilibet sit moderator et arbiter).

2

L. in re mandata C. manda.

L. in re mandata C. manda.

3

Nam cum salinarum reditus inter regalia computentur c. 1.

Denn da die Einkünfte der Salinen unter die Regalien gerechnet werden, c. 1.

4

Quae sc. regalia. in usib. feu. quae quidem regalia in ditione et prouincia sua recognoscat in feudum ab Imperio Romano, procul dubio ad eum pertinere Videntur Sed his et similibus,

Quae sint regalia, in usib. feu. — welche Regalien er in seinem Herrschaftsgebiet und Land vom Römischen Reich zu Lehen anerkennt —, scheinen sie ohne Zweifel ihm zu gehören. Aber ungeachtet dieser und ähnlicher Gründe,

5

quae adduci possunt, non obstantibus ulterius consideranti, secundum ea quae proponuntur more Scaeuolae Juris consulti contrarium de iure Verius esse arbitror.

die angeführt werden können, halte ich bei weiterer Betrachtung, gemäß dem, was vorgetragen wird, nach Art des Rechtsgelehrten Scaevola das Gegenteil von Rechts wegen für richtiger.

6

Et concludo quod ex quo dictae Salinae existant in praedijs Vel locis priuatis, proprietas earundem non spectat ad principem, sed sunt priuatorum in quo ex praedijs oriuntur.

Und ich schließe, dass, da die besagten Salinen auf privaten Grundstücken oder an privaten Orten liegen, das Eigentum an ihnen nicht dem Fürsten zukommt, sondern sie den Privatleuten gehören, aus deren Grundstücken sie entspringen.

7

Nec obstat quod Salinarum reditus computantur inter regalia. tit.

Dem steht auch nicht entgegen, dass die Einkünfte der Salinen unter die Regalien gerechnet werden, tit.

8

Quae sint Regal. in usib. feu.

Quae sint Regal. in usib. feu.

9

Nam crebriore Doctorum sententia receptum est, hunc tex. intelligi de Vectigali siue telonio solui consueto de Salinis, prout fit in casu nostro, ubi Vectigal Principi soluitur de quolibet caldario.

Denn nach der häufigeren Meinung der Doktoren ist angenommen, dass dieser Text von der Abgabe oder dem Zoll zu verstehen ist, der von den Salinen gezahlt zu werden pflegt, wie es in unserem Fall geschieht, wo dem Fürsten von jedem Kessel eine Abgabe (vectigal) gezahlt wird.

10

Nam huiusmodi Vectigalia solui consueta de Salinis computantur inter publica, et censentur esse principis L. inter publica ff. de Verbo. signi.

Denn solche Abgaben, die von den Salinen gezahlt zu werden pflegen, werden unter die öffentlichen gerechnet und gelten als dem Fürsten gehörig, l. inter publica ff. de Verbo. signi.

11

Vnde in istis sicut et in alijs plerisque2 attenditur loci consuetudo l.Läuft auf der nächsten Seite weiter

Daher wird bei diesen wie auch bei den meisten anderen Dingen auf die Gewohnheit des Ortes geachtet, l.

Unsichere Lesungen

  1. quilibet — in der Vorlage abgekuerzt qlibet; zahlreiche q-Kuerzungen auf dieser Seite stillschweigend aufgeloest (Zeilen 4, 8, 10)); in praedijs (in der Vorlage abgekuerzt pdijs mit Kuerzungsstrich, ebenso Zeile 12); in quo ex praedijs oriuntur (Lesung 'in quo' unsicher, moeglicherweise gekuerztes in quorum
  2. plerisque — in der Vorlage abgekuerzt plerisq mit Kuerzungsschleife

S. 216

Bl. 105vBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)

Das Annder Buch

1

Fortsetzung von der vorigen SeiteVnde in istis sicut et in alijs plerisque attenditur loci consuetudo l.

Daher wird bei diesen wie auch bei den meisten anderen Dingen auf die Gewohnheit des Ortes geachtet, l.

2

Venditor. §.

Venditor. §.

3

Si constat. ff. communia praedio2.

Si constat. ff. communia praedio.

4

Porro quod Salinae existentes in praedijs uel locis priuatis non pertineant ad principem sed ad priuatum cuius est praedium in quo sunt Salinae tex. est in l. forma. §.

Ferner, dass Salinen, die auf privaten Grundstücken oder an privaten Orten liegen, nicht dem Fürsten, sondern dem Privatmann gehören, dem das Grundstück gehört, auf dem die Salinen sind, dafür ist der Text in l. forma. §.

5

Salinae ff. de censi. ubi Albe. de Rosa. ad Verbum nota inquit hic, Salinas esse illorum in quorum praedio nascantur.

Salinae ff. de censi., wo Albe. de Rosa. zu dem Wort sagt: Merke hier, dass die Salinen denen gehören, auf deren Grundstück sie entstehen.

6

Adde l. diuortio. §.

Füge hinzu l. diuortio. §.

7

Si Vir ff. solu. matr. l. magis puto ff. de reb. eor. l. generali. §. uxori ff. de usufr. lega. et l. item si fundi ff. de usufr.

Si Vir ff. solu. matr., l. magis puto ff. de reb. eor., l. generali. §. uxori ff. de usufr. lega. und l. item si fundi ff. de usufr.

8

Nec amantib.[?] DEVM1 dicendum est, quod lex, quae sint rega. corrigat praedictas leges ut inquit Andr. de Ister.[?] in Ver.

Und es ist — bei den Gott Liebenden[?] — nicht zu sagen, dass die lex ‚quae sint rega.' die vorgenannten Gesetze korrigiere, wie Andr. de Ister.[?] sagt in Ver.

9

Argentarie.

Argentarie.

10

Mart. lau. eo tit.

Mart. lau. eo tit.

11

Jacobi de s.

Jacobi de s.

12

Georg. in sua inuestit. in Ver.

Georg. in seiner Investitur (in sua inuestit.) in Ver.

13

Cum Argentifodinis & Salinis.

Cum Argentifodinis & Salinis (mit Silbergruben und Salinen).

14

Praeterea, Esto, sine Veritatis tamen praeiudicio minimeque concesso, quod memoratae Salinae earumque reditus essent principis tamen receptissima est in Jure sententia, quod reseruata principi in signum specialis priuilegij possunt acquiri usu et consuetudine tanti temporis cuius initij memoria in contrarium non extat.

Außerdem: Gesetzt — jedoch ohne Präjudiz für die Wahrheit und keineswegs zugestanden —, dass die erwähnten Salinen und ihre Einkünfte dem Fürsten gehörten, so ist dennoch die im Recht allgemein angenommene Meinung, dass die dem Fürsten zum Zeichen eines besonderen Privilegs vorbehaltenen Rechte durch Gebrauch und Gewohnheit von so langer Zeit erworben werden können, dass an ihren Anfang keine gegenteilige Erinnerung besteht.

15

Huiusmodi. n.3 iura per longum usum acquiruntur & in spem[?] est casus in c. super quibusdam §. pterea, extra de Ver: sig: ad hoc l.Läuft auf der nächsten Seite weiter

Denn solche Rechte werden durch langen Gebrauch erworben, und im Besonderen (in spem[?]) ist dies der Fall in c. super quibusdam §. pterea, extra de Ver: sig:; hierzu l.

Unsichere Lesungen

  1. Nec amantib.[?] DEVM — Lesung amantib. unsicher; Wendung im Kontext unklar); Andr. de Ister.[?] (wohl Andreas de Isernia gemeint; Buchstabenfolge Ister/Iser nicht eindeutig
  2. praedio — in der Vorlage abgekuerzt pdio mit Kuerzungsstrich; weitere stillschweigend aufgeloeste Kuerzungen: praedijs (Z.2), praeiudicio minimeque (Z.15), earumque (Z.16), Huius= (Z.20)
  3. n. — Abkuerzung fuer enim, wie in der Vorlage belassen

S. 217

Bl. 106rBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)

Das Annder Buch

1

Fortsetzung von der vorigen SeiteHuiusmodi. n. iura per longum usum acquiruntur & in spem1[?] est casus in c. super quibusdam §. pterea2, extra de Ver: sig: ad hoc l.

Denn solche Rechte werden durch langen Gebrauch erworben, und im Besonderen (in spem[?]) ist dies der Fall in c. super quibusdam §. pterea, extra de Ver: sig:; hierzu l.

2

Si publicanus §. in omnibus Vectigalib: ff. publi: cum ibi plene non per Bart: et Cij: in l. 1.

Si publicanus §. in omnibus Vectigalib: ff. publi:, wo es Bart: und Cij: ausführlich anmerken, in l. 1.

3

C: noua Vectiga. et Ang. in l. fi eo tit. et Bal. in l. cum personas: in ulti. col.

C: noua Vectiga., und Ang. in l. fi eo tit., und Bal. in l. cum personas: in der letzten Spalte (in ulti. col.)

4

C. đ nau: feno:[?] Quin in usu et obseruantia tanti temporis cuius in contrarium memoria non existit non requiritur scientia aduersarij secundum Sali. in l.

C. đ nau: feno:[?]. Ja, bei Gebrauch und Observanz von so langer Zeit, dass keine gegenteilige Erinnerung besteht, wird das Wissen des Gegners nicht erfordert, nach Sali. in l.

5

Vectigalia, C. no u.

Vectigalia, C. no u.

6

Vectius3[?]. alleg. glos: in l. hoc iure §. ductus aq. ff. de aqua quot: et esti quae uult quod usus siue praescriptio tanti temporis cuius initij memoria non sit in contrarium aequiparatur priuilegio concesso à principe ex certa scientia.

Vectius[?]. Er führt die Glosse an in l. hoc iure §. ductus aq. ff. de aqua quot: et esti(va), die will, dass Gebrauch oder Ersitzung (praescriptio) von so langer Zeit, dass keine gegenteilige Erinnerung an ihren Anfang besteht, einem vom Fürsten aus sicherer Kenntnis (ex certa scientia) gewährten Privileg gleichgestellt wird.

7

Potest dici, quod satis appareat praefatas Salinas pertinere ad dictum collegium siue societatem ex his quae narrantur enunciatiue in priuilegio antiquissimo et subsequentib. in Verbo Ihr Erbe[?],

Es kann gesagt werden, dass hinreichend erhelle, dass die vorgenannten Salinen dem besagten Kollegium oder der Gesellschaft gehören, aus dem, was im ältesten Privileg und in den folgenden erzählend (enunciatiue) berichtet wird, in dem Wort ‚Ihr Erbe'[?],

8

Quandoquidem Verba enunciatiua inserta priuilegio principis licet contineant narrationem facti alieni, tamen ex antiquo inducunt sufficientem probationem ut latet4[?] affirmat Anto. de But. in c. fin: đ success: ab intesta: per non in c.

da ja erzählende Worte, die in ein Privileg des Fürsten eingefügt sind, obwohl sie die Erzählung einer fremden Tatsache enthalten, dennoch aufgrund des Alters einen hinreichenden Beweis begründen, wie ausführlich[?] Anto. de But. bejaht in c. fin: đ success: ab intesta:, durch das Angemerkte (per not.) in c.

9

Si papa đ priuil. in VI. et in cap. cum olim đ censib. et per Jo.[?] And. in reg. sine culpa in mercu. fa c.Läuft auf der nächsten Seite weiter

Si papa đ priuil. in VI., und in cap. cum olim đ censib., und durch Jo.[?] And. in reg. sine culpa in mercu.; dafür spricht (facit) c.

Unsichere Lesungen

  1. spem — Zeilenanfang, wohl Fortsetzung von der Vorseite; Lesung des ersten Wortes unsicher
  2. pterea — abgekürzt für praeterea, p mit Kürzungszeichen); et nau: feno: (Allegation unklar, möglicherweise de naui: foeno:
  3. Vectius — möglicherweise Vectig. (Vectigalia)); Ihr Erbe (deutsches Zitat in Kurrent innerhalb des lateinischen Textes, Lesung unsicher
  4. latet — möglicherweise late (ut late affirmat)

S. 218

Bl. 106vBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)

Das Annder Buch

1

Fortsetzung von der vorigen SeiteSi papa đ priuil. in VI. et in cap. cum olim đ censib. et per Jo.[?] And. in reg. sine culpa in mercu. fa c.

Si papa đ priuil. in VI., und in cap. cum olim đ censib., und durch Jo.[?] And. in reg. sine culpa in mercu.; dafür spricht (facit) c.

2

Abbato2[?] de Verb. sign.

Abbato[?] de Verb. sign.

3

Et đ esse de antiquo quando excedit metam centum annorum ut et Doctores in c.

Und es wird als alt angesehen, wenn es die Grenze von hundert Jahren überschreitet, wie auch die Doktoren in c.

4

Veniens. de testi et in c. quid pernonale3[?] de Verbo signifi.

Veniens. de testi und in c. quid pernonale[?] de Verbo signifi.

5

Porro quod talia Jura principi in signum specialis priuilegij reseruata, consuetudine tanti temporis acquiruntur ultra pdicta, concludit Bar. in l. cunctos populos circa ult. col.

Ferner, dass solche dem Fürsten zum Zeichen eines besonderen Privilegs vorbehaltenen Rechte durch Gewohnheit von so langer Zeit erworben werden, schließt über das Vorgesagte hinaus Bar. in l. cunctos populos, gegen die letzte Spalte,

6

C. đ sum. trin.

C. đ sum. trin.

7

Bal. in l. aduersus C. đ fur. bene fat.[?] quod non Bar. in l. 1.

Bal. in l. aduersus C. đ fur.; gut passt dazu[?], was Bar. anmerkt in l. 1.

8

C. de bonis Vacan. lib.

C. de bonis Vacan. lib.

9

X. et in l. item Veniunt §. cum autem ff. đ petit. haeredi. et in l. 2. in ff. đ Jure fis.

X., und in l. item Veniunt §. cum autem ff. đ petit. haeredi., und in l. 2. in ff. đ Jure fis.

10

Concludo igr ex praemissis, Hessorum principi Philippo, non licere aedificare domiculas, et in eis ad conficiendum Sal, ap memoratum fontem caldaria habere.

Ich schließe daher aus dem Vorausgeschickten, dass es dem Fürsten der Hessen, Philipp, nicht erlaubt ist, Häuschen zu bauen und in ihnen bei der erwähnten Quelle Kessel zum Herstellen von Salz zu haben.

11

Sed contentus esse debet Vectigali et telonio suo dari consueto.

Sondern er muss sich mit seiner Abgabe und seinem Zoll, die ihm gegeben zu werden pflegen, zufriedengeben.

12

SECVNDA QVAESTIO.

ZWEITE FRAGE (SECVNDA QVAESTIO).

13

Transeundo ad secundam quaestionem, Nempe, An Literae, priuilegia et confirmationes retrò principum Hassiae obstent, et refragentur intentioni Domini Landgrauij, adeo ut eandem principis intentionem eneruent.Läuft auf der nächsten Seite weiter

Übergehend zur zweiten Frage, nämlich: ob die Briefe, Privilegien und Bestätigungen der früheren Fürsten von Hessen der Absicht des Herrn Landgrafen entgegenstehen und widerstreiten, so sehr, dass sie diese Absicht des Fürsten entkräften.

Unsichere Lesungen

  1. Jo. And. — Lesung Jo. (Johannes Andreae) unsicher, sieht wie 10. aus; Lücke im Text vor der Allegation); in mercu. fa (Allegation unklar, danach Lücke im Text (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
  2. Abbato — möglicherweise Abbate (c. Abbate de Verb. sign.)
  3. pernonale — wohl verschrieben für personale); bene fat. (Kürzung unklar, evtl. bene fac.

S. 219

Bl. 107rBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)

Das Annder Buch

1

Fortsetzung von der vorigen SeiteTranseundo ad secundam quaestionem, Nempe, An Literae, priuilegia et confirmationes retrò principum Hassiae obstent, et refragentur intentioni Domini Landgrauij, adeo ut eandem principis intentionem eneruent1.

Übergehend zur zweiten Frage, nämlich: ob die Briefe, Privilegien und Bestätigungen der früheren Fürsten von Hessen der Absicht des Herrn Landgrafen entgegenstehen und widerstreiten, so sehr, dass sie diese Absicht des Fürsten entkräften.

2

Videtur prima facie dicendum quod non.

Auf den ersten Blick (prima facie) scheint zu sagen zu sein: nein.

3

Nam rescripta siue priuilegia, generali Juri.

Denn Reskripte oder Privilegien gegenüber dem allgemeinen Recht,

4

C.

C.

5

Si contra ius uel utili publ.

Si contra ius uel utili publ.

6

Sed haec priuilegia huiusmodi.

Aber diese Privilegien sind von solcher Art.

7

Ergo minor probatur, quia quod certus sit numerus domicularum et caldariorum.

Also. Der Untersatz (minor) wird bewiesen: Denn dass die Zahl der Häuschen und Kessel festgelegt sei,

8

Item quod nullus ad societatem uel collegium Salinarum admittatur nisi Jure haereditario sit originarius sit Salinator.

item, dass niemand zur Gesellschaft oder zum Kollegium der Salinen zugelassen werde, es sei denn, er sei nach Erbrecht gebürtiger Salzsieder (Salinator),

9

Videtur sapere monopolium quod est reprobatum à Jure l. 1.

scheint nach Monopol zu schmecken, das vom Recht verworfen ist, l. 1.

10

C. đ monop.

C. đ monop.

11

Pacta enim seu leges Collegij, quae sunt de admittendis tamen2[?] certis personis et non ultra legib. improbatur Bar. in l. fi. ff. de Colleg. illicit.

Denn Verträge oder Satzungen eines Kollegiums, die davon handeln, nur[?] bestimmte Personen und nicht darüber hinaus zuzulassen, werden von den Gesetzen missbilligt, Bar. in l. fi. ff. de Colleg. illicit.

12

Praeterea in quacunq; dispositione semper intelligitur publica utilitas excepta istud decidit tex. in l. iubemus.

Außerdem wird bei jeder Verfügung immer der öffentliche Nutzen als ausgenommen verstanden; das entscheidet der Text in l. iubemus.

13

C. de sacro.

C. de sacro.

14

Ecclesia et colligit ibi Bal. quod priuilegium generaliter indultum, non includit casu reip. seu publicae utilitati contrarium.

Ecclesia, und Bal. folgert dort, dass ein allgemein gewährtes Privileg den Fall nicht einschließt, der dem Gemeinwesen oder dem öffentlichen Nutzen zuwider ist.

15

Sed huiusmodi statuta includunt casum reipub. uel publicae utilitati contrarium.

Aber solche Statuten schließen einen Fall ein, der dem Gemeinwesen oder dem öffentlichen Nutzen zuwider ist.

16

Ergo. minorem sic probo.

Also. Den Untersatz beweise ich so:

17

Nam Venae Salinarum uberrimae sunt et sufficiunt ut multo plura habeantur CalCaldaria, unde redundet Salis abundantia cum hactenus et praesertim hoc anno magnus in Hessorum ditione fuerit Salis defectus et insolito praecio et multo pluris quam hactenus consueuerat Venditum,Läuft auf der nächsten Seite weiter

Denn die Soleadern sind sehr reich und reichen aus, dass viel mehr Kessel gehalten werden, woraus ein Überfluss an Salz entstünde, da bisher und besonders in diesem Jahr im Herrschaftsgebiet der Hessen großer Mangel an Salz gewesen ist und es zu ungewohntem Preis und viel teurer als bisher üblich verkauft worden ist,

Unsichere Lesungen

  1. eneruent — Anfangsbuchstabe undeutlich, evtl. zneruent geschrieben); priuilegia huiusmodi (Lücke im Text zwischen priuilegia und huiusmodi, wohl für Nachtrag freigelassen
  2. tamen — möglicherweise tantum

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