Salzbibel · Lesetext · 2. Buch
Das zweite Buch · S. 240
Die Rechtsgutachten · S. 240 · Bl. 117v · Band 1
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Die Rechtsgutachten
S. 210–361 · Bl. 102v–178v · Bd. 1 · Zeitleiste: 2. Buch
S. 240
Bl. 117vBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)Das Annder Buch
Fortsetzung von der vorigen SeiteCum ergo in casu nostro, netrum[?] ex istis contingat, prout liquidissime apparet et latius circa quartam quæstionem dicetur, Ergo sequitur quod non fuit aliqua iusta & sufficiens causa, per quam posset princeps concessionem certi numeri domicularum et caldariorum prius factam reuocare de iure.
Da nun in unserem Fall keines[?] von beiden zutrifft, wie aufs Klarste erhellt und bei der vierten Frage ausführlicher gesagt werden wird, so folgt, dass es keinen gerechten und hinreichenden Grund gab, durch den der Fürst die zuvor erfolgte Gewährung einer bestimmten Zahl von Koten (domicularum) und Pfannen (caldariorum) von Rechts wegen widerrufen könnte.
Et ista apparet mihi clara et indubitata responsio.
Und das erscheint mir als klare und unzweifelhafte Antwort.
Fateor equidem Verum esse priuilegium zdm1 petitionis formam declarari, Sed cum narratio pfati2 priuilegij siue confirmationis Dni3 Guilielmi fuerit Verissima, ut ex multis antiquis imo antiquissimis literis perpenditur constat, principi nihil esse neq obreptum neq subreptum.
Ich gestehe zwar zu, dass es wahr ist, dass ein Privileg nach der Form der Bitte (secundum petitionis formam) ausgelegt wird; da aber die Erzählung des vorgenannten Privilegs oder der Bestätigung des Herrn Wilhelm völlig wahr gewesen ist, wie sich aus vielen alten, ja ältesten Briefen erwägen lässt, steht fest, dass dem Fürsten nichts erschlichen (obreptum) noch verschwiegen (subreptum) worden ist.
Decet igr principis beneficium esse mansurum.
Es ziemt sich also, dass die Wohltat des Fürsten Bestand hat.
Præterea a Vero alienissimum est præfatum principem Dnm Guilielmum tempore concessi priuilegij, in pupillari ætate fuisse constitutum.
Außerdem ist es der Wahrheit völlig fremd, dass der vorgenannte Fürst, Herr Wilhelm, zur Zeit der Gewährung des Privilegs im Mündelalter (in pupillari ætate) gestanden habe.
Nam ut ipsomet in literis asserit, assumpsit iam pridem prouinciæ et ditionis suæ regimen et gubernationem cui assertioni in hoc standum.
Denn wie er selbst in den Briefen versichert, hatte er schon lange zuvor das Regiment und die Regierung seines Landes und seiner Herrschaft übernommen, bei welcher Versicherung es hierin zu bleiben hat.
Creditur .n.4 graui & digno Viro, l. si à bonæ fidei, ff. de rei Vendi. ubi Ange. refert quandam facti contingentiam quanto magis Landgrauio Guilielmo principi integerrimo, et omnibus modis grauissimo.
Denn man glaubt einem ernsten und würdigen Mann, l. si à bonæ fidei, ff. de rei Vendi., wo Angelus einen gewissen Fall berichtet; um wie viel mehr dem Landgrafen Wilhelm, einem höchst unbescholtenen und in jeder Hinsicht höchst gewichtigen Fürsten.
Unsichere Lesungen
- zdm — mit Kuerzungsstrich, Abbreviatur fuer secundum
- pfati — p mit Kuerzungsstrich, Abbreviatur fuer praefati
- Dni — mit Kuerzungsstrich, Abbreviatur fuer Domini; ebenso Zeile 13 Dnm = Dominum
- .n. — Abbreviatur fuer enim