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Salzbibel · Lesetext · 2. Buch

Das zweite Buch · S. 273

Die Rechtsgutachten · S. 273 · Bl. 134r · Band 1

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Seiten am Stück

Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.

Die Rechtsgutachten

S. 210–361 · Bl. 102v–178v · Bd. 1 · Zeitleiste: 2. Buch

S. 273

Bl. 134rBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)

Das Ander Buch

1

Fortsetzung von der vorigen SeiteLanndenn, alle hohe herligkeit, vnnd præeminentz, vnnd also iura imperij habenn, also das Jhre f. gl. in Jhrenn Lanndenn vnnd furstenthumen alles das vermagk, welches einem Römischenn kaiser in vniuerso imperio zustehet, Vnnd darumb ob gleich die hochlöblichenn Lanndtgrauenn zu Hessen . verganngener zeit, gemeiner gebaurschafft, zu Allenndorff Jnner[?] Bodenn, aus sonnderlichenn gnedigk[?] willenn, allerleÿ befreÿungenn, priuilegien vnd wolthatenn gegebenn vnnd erzeigt, Weil aber Dennest[?] Jtzo[?]1 allerley vhrsachenn fürfallenn, dadurch ffgl.3 solche priuilegien gedenncken zu milttern[?]2, zuännderm, da soltte volgenn, das ffgl. krafft Jhrer Regalien,

Landen alle hohe Herrlichkeit und Präeminenz und also die Rechte des Reiches (iura imperij) haben, sodass Ihre Fürstlichen Gnaden in ihren Landen und Fürstentümern alles das vermögen, was einem Römischen Kaiser im gesamten Reich (in vniuerso imperio) zusteht. Und darum, wenngleich die hochlöblichen Landgrafen zu Hessen in vergangener Zeit der gemeinen Gebauerschaft zu Allendorf in den[?] Koten aus besonderem gnädigen[?] Willen allerlei Befreiungen, Privilegien und Wohltaten gegeben und erzeigt haben, weil aber dennoch[?] jetzt[?] allerlei Ursachen vorfallen, durch die Seine Fürstlichen Gnaden solche Privilegien zu mildern[?] und zu ändern gedenken, so sollte folgen, dass Seine Fürstlichen Gnaden kraft ihrer Regalien,

2

Hocheit vnnd præeminentz, solches zuthun gut fug vnnd macht habe, Jnn ansehung das ein Römischer Kaiser, vnnd auch ein Fürst des Reichs, so in seinem Fürstenthumb iura imperij hatt, gegebene priuilegia, aus nachlassung der rechtten, wohl mage messigen, mindernn, oder aber auch gar auffhebenn,

Hoheit und Präeminenz gute Befugnis und Macht haben, solches zu tun, in Ansehung dessen, dass ein Römischer Kaiser und auch ein Fürst des Reiches, der in seinem Fürstentum die Rechte des Reiches (iura imperij) hat, gegebene Privilegien nach Zulassung der Rechte wohl mäßigen, mindern oder auch ganz aufheben darf,

3

wie solchs durch nachuolgennde iura beweret wirdt, Nam primum omnium præsuppono, id quod uidetur esse notorium in toto Ducatu Hassiæ, nempe quod Illustrissimus Landgrauius habeat iura imperij, & in suo Ducatu, omnia possit, quæ potest imperator in suo uniuerso imperio.

wie solches durch nachfolgende Rechtsstellen (iura) bewährt wird: Denn zuallererst setze ich voraus, was im ganzen Herzogtum Hessen offenkundig zu sein scheint, nämlich dass der Durchlauchtigste Landgraf die Rechte des Reiches (iura imperij) hat und in seinem Herzogtum alles vermag, was der Kaiser in seinem gesamten Reich vermag.

4

Sed hoc negari non potest, quod Imperator et Papa, ut sumi principes, possint priuilegia concessa, non modo moderari uel diminuere, tex. in c. 1. in prim. ibi,

Es kann aber nicht geleugnet werden, dass Kaiser und Papst als höchste Fürsten gewährte Privilegien nicht nur mäßigen oder mindern können, tex. in c. 1. in prim., dort:

5

declaratione irrefragabili diffinimus, et in c. ne aliqui in fin ibi, prohibemus priuilegia ad ordinariorum sententias extendi, & in c. ut Apostolicæ, ibi, ne ex priuilegio Scandala oriantur.Läuft auf der nächsten Seite weiter

„Wir bestimmen durch unwiderlegliche Erklärung“ (declaratione irrefragabili diffinimus), und in c. ne aliqui in fin., dort: „Wir verbieten, dass Privilegien auf die Urteile der Ordinarien ausgedehnt werden“ (prohibemus priuilegia ad ordinariorum sententias extendi), und in c. ut Apostolicæ, dort: „damit aus einem Privileg keine Ärgernisse entstehen“ (ne ex priuilegio Scandala oriantur).

Unsichere Lesungen

  1. Dennest[?] Jtzo[?] — Zeilenanfang schwer lesbar; erste zwei Woerter unsicher (etwa 'Dennest Jtzo' = 'dennoch itzo').
  2. milttern[?] — Wort mit Zierstrich durch tt; Lesung 'milttern' (mildern) aus dem Kontext, 'wilttern' palaeographisch moeglich.
  3. ffgl. — Abbreviatur fuer 'fuerstliche Gnaden' (auch Zeile 3); genaue Buchstabenfolge der Kuerzung unsicher, evtl. 'Jfgl.'

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