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Salzbibel · Lesetext · 2. Buch

Das zweite Buch · S. 280–289

Die Rechtsgutachten · S. 280–289 · Bl. 137v–142r · Band 1

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Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.

Die Rechtsgutachten

S. 210–361 · Bl. 102v–178v · Bd. 1 · Zeitleiste: 2. Buch

S. 280

Bl. 137vBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)

Das Annder Buch

1

Fortsetzung von der vorigen SeiteMayt: tanquam summo principe redenn, auff die Person hochberumbtes Lanndtgrauenn, nicht gedeuttet werden, So were doch bewerlich zusagenn, das ffgl. nichts minder zu rechte, aus einer anndernn Vhrsachenn nachgelassen, mehr Salzbote1 vnnd Pfannenn aufrichtenn zulassenn, Vnngeachttet voriger auffgerichter vertrege,

Majestät als dem höchsten Fürsten (tanquam summo principe) reden, nicht auf die Person des hochberühmten Landgrafen gedeutet werden könnten, so wäre doch bewährbar zu sagen, dass es Seinen Fürstlichen Gnaden nichtsdestoweniger von Rechts wegen aus einer anderen Ursache nachgelassen sei, mehr Salzkoten und Pfannen aufrichten zu lassen, ungeachtet vorher aufgerichteter Verträge,

2

priuilegien vnnd annderer der Pfenner Gerechttigkeit, vnd das darumb, das ffgl. anngibt, als soltte ein gemeiner nuz aller stennde zu Hessenn, dis werck erfordernn, Welcher gemeiner nuz, so er erscheinlichenn, allenn sonnderlichenn nuze vorgezogenn werdenn solle:

Privilegien und anderer Gerechtigkeit der Pfänner, und das deshalb, weil Seine Fürstlichen Gnaden angeben, als sollte ein gemeiner Nutzen aller Stände zu Hessen dieses Werk erfordern; welcher gemeine Nutzen, wenn er offenkundig ist, allem besonderen Nutzen vorgezogen werden solle,

3

Also das vmb solchs gemeinenn nuzen willenn, niht[?]2 allein Kay:

sodass um solchen gemeinen Nutzens willen nicht[?] allein Kaiserliche

4

Mayt: als supremus princeps, sonndernn auch anndere fürstenn geringers grads, vnd also inferiores ab imperatore, sonnderlichen Personen ihrenn vnderthanenn Jhre eigennthumbliche, oder anndere gerechttigkeitenn, vnnd gebürliche erstattung vnnd vergnügung mögenn enndtziehenn[?]3, schmelernn, oder auch gannz vnnd gar benehmen,

Majestät als höchster Fürst (supremus princeps), sondern auch andere Fürsten geringeren Grades, und also dem Kaiser Untergeordnete (inferiores ab imperatore), besonderen Personen, ihren Untertanen, ihre eigentümlichen oder anderen Gerechtigkeiten gegen gebührliche Erstattung und Vergütung entziehen[?], schmälern oder auch ganz und gar nehmen dürfen,

5

Innhalts volgennder rechtsgründe, Nam ratione publicæ utilitatis, potest princeps absqʒ dubio, ea quæ sunt iuris gentium tollere, Veluti contractus à principe cum priuato celebratos, dominia rerum et similia per ea quæ sup̃ adduxi.

laut Inhalt folgender Rechtsgründe: Denn aus Rücksicht auf den öffentlichen Nutzen (ratione publicæ utilitatis) kann der Fürst ohne Zweifel das, was zum Völkerrecht gehört, aufheben, wie etwa vom Fürsten mit einem Privaten geschlossene Verträge, das Eigentum an Sachen und Ähnliches, nach dem, was ich oben angeführt habe.

6

Vltra quæ allego textum principalem in hac 4 in L. item Verberatum §. si quis rem, ibi, Et militibus assignatus ff de rei Vend. ubi fundus tertij et priuati datur ad usum militibus fauore reip. text. est in L.Läuft auf der nächsten Seite weiter

Darüber hinaus führe ich den Haupttext in dieser Materie an in L. item Verberatum §. si quis rem, dort: „und den Soldaten zugewiesen“ (Et militibus assignatus), ff. de rei Vend., wo das Grundstück eines Dritten und Privaten zugunsten des Gemeinwesens den Soldaten zur Nutzung gegeben wird; ein Text ist in L.

Unsichere Lesungen

  1. Salzbote — Zierstrich durch t; Wort fuer 'Salzboden' (Siedehaeuser), Endung -te/-de nicht sicher.
  2. niht[?] — Kurzform fuer 'nicht'; Buchstabenbestand 'niht' oder 'nist' schwer zu entscheiden.
  3. enndtziehenn[?] — Wortende mit Kuerzungshaken und Schnoerkel; Endung -enn ergaenzt gelesen.
  4. — Abbreviatur fuer 'materia'.

S. 281

Bl. 138rBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)

Das Annder Buch

1

Fortsetzung von der vorigen SeiteVltra quæ allego textum principalem in hac mã in L. item Verberatum §. si quis rem, ibi, Et militibus assignatus ff de rei Vend. ubi fundus tertij et priuati datur ad usum militibus fauore reip. text. est in L.

Darüber hinaus führe ich den Haupttext in dieser Materie an in L. item Verberatum §. si quis rem, dort: „und den Soldaten zugewiesen“ (Et militibus assignatus), ff. de rei Vend., wo das Grundstück eines Dritten und Privaten zugunsten des Gemeinwesens den Soldaten zur Nutzung gegeben wird; ein Text ist in L.

2

Lutius1, ibi, possessiones ex præcepto principali partim distractas, partim Veteranis in præmia assignatas, ff de euictionib. text. est aptus in L.

Lutius, dort: „Besitzungen, die auf fürstlichen Befehl teils verkauft, teils den Veteranen als Belohnung zugewiesen wurden“ (possessiones ex præcepto principali partim distractas, partim Veteranis in præmia assignatas), ff. de euictionib.; ein passender Text ist in L.

3

Quod semel, ibi, nisi ex causa h. e. si ad publicam utilitatem respiciat, ff de decret. ab ordin. facien.

Quod semel, dort: „außer aus einem Grund, d. h. wenn er auf den öffentlichen Nutzen sieht“ (nisi ex causa, h. e. si ad publicam utilitatem respiciat), ff. de decret. ab ordin. facien.

4

Glossa singularis in c. constitutus, in Verbo à quocunqʒ, in fin. ibi, Verius credo. extra de religios. domib. ubi concludit quod etiam inferior à papa uel imperatore ex causa certa et rationabili, nempe reipublicæ, potest ius alteri quæsitum aufferre.

Eine einzigartige Glosse in c. constitutus, im Wort à quocunque, in fin., dort: „Ich glaube richtiger“ (Verius credo), extra de religios. domib., wo sie schließt, dass auch ein dem Papst oder Kaiser Untergeordneter aus bestimmtem und vernünftigem Grund, nämlich dem des Gemeinwesens, ein einem anderen erworbenes Recht wegnehmen kann.

5

Ergo nil obstare Videtur, etiamsi Illustrissimus Hassiæ Landgrauius non haberet iura Imperij in suo Territorio, q̃a2 nihilominus posset, per iam dicta Illustrissima sua Celsitudo, ob causam reip. euidentem et p̃gnantem istis Dominis Salinarum ius iam quæsitum aufferre,

Folglich scheint nichts entgegenzustehen, auch wenn der Durchlauchtigste Landgraf von Hessen die Rechte des Reiches in seinem Gebiet nicht hätte, weil Seine Durchlauchtigste Hoheit nichtsdestoweniger nach dem bereits Gesagten aus offenkundigem und zwingendem Grund des Gemeinwesens diesen Herren der Salinen das bereits erworbene Recht wegnehmen könnte,

6

facta debita recompensatione, et dummodo Illustrissima sua Celsitudo soluat p̃cium ei cui auffert rem suam, seu ius suum iam q̃situm, per Text. egregium in L.

nach erfolgter gebührender Entschädigung, und sofern Seine Durchlauchtigste Hoheit demjenigen, dem sie seine Sache oder sein bereits erworbenes Recht wegnimmt, den Preis zahlt, nach dem vortrefflichen Text in L.

7

Serui qui monetarios, ibi, Serui libertate donentur, ut eorum domini p̃cium a fisco percipiant C. qb. ex caus. serui pro p̃m. libert. accip. et est gloss. in L. fin.Läuft auf der nächsten Seite weiter

Serui qui monetarios, dort: „Die Sklaven sollen mit der Freiheit beschenkt werden, sodass ihre Herren den Preis vom Fiskus empfangen“ (Serui libertate donentur, ut eorum domini pretium a fisco percipiant), C. quibus ex caus. serui pro præm. libert. accip.; und es gibt eine Glosse in L. fin.

Unsichere Lesungen

  1. Lutius — Gesetzestitel, Lesung unsicher.
  2. q̃a — Abbreviatur fuer 'quia'.); pro p̃m (Abbreviatur, wohl 'pro praemio'.

S. 282

Bl. 138vBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)

Das Annder Buch

1

Fortsetzung von der vorigen SeiteSerui qui monetarios, ibi, Serui libertate donentur, ut eorum domini p̃cium a fisco percipiant C. qb. ex caus. serui pro p̃m. libert. accip. et est gloss. in L. fin.

Serui qui monetarios, dort: „Die Sklaven sollen mit der Freiheit beschenkt werden, sodass ihre Herren den Preis vom Fiskus empfangen“ (Serui libertate donentur, ut eorum domini pretium a fisco percipiant), C. quibus ex caus. serui pro præm. libert. accip.; und es gibt eine Glosse in L. fin.

2

C. eodem titulo.

C. eodem titulo.

3

Et ideo dicit eleganter Bald. in d.

Und deshalb sagt Baldus treffend in d.

4

L.

L.

5

Serui Quod ciuitas Volens facere fossatam per agrum alienum, d̃bt1 domino agri soluere p̃tium. text. est optimus in ista 2, in L.

Serui, dass eine Stadt, die einen Graben durch fremden Acker anlegen will, dem Eigentümer des Ackers den Preis zahlen muss. Ein bester Text in dieser Materie ist in L.

6

Venditor § si constat ff. commu. p̃dio. tam urban. q̃ rust. ibi non prius hoc faciat, nisi solitum salarium Domino præstet, text. in L.

Venditor § si constat ff. commu. prædio. tam urban. quam rust., dort: „Er soll dies nicht eher tun, als bis er dem Eigentümer die übliche Vergütung leistet“ (non prius hoc faciat, nisi solitum salarium Domino præstet); text. in L.

7

Mulier in opus Salinarum, ibi, p̃cium ex fisco reddendum est. ff de captiui. et postlimi. reuers.

Mulier in opus Salinarum, dort: „Der Preis ist aus dem Fiskus zu erstatten“ (pretium ex fisco reddendum est), ff. de captiui. et postlimi. reuers.

8

Felinus pulchre in c.

Felinus schön in c.

9

Quæ in Ecclesiarum, extra De constit.

Quæ in Ecclesiarum, extra De constit.

10

XXVIII 3.

XXVIII sum.

11

Atqʒ pro isto fundamento quinto, bene facit, quod isti Domini Salinarum sint subditi Illustrissimi Landgrauij Hassiæ, atqʒ ita succedit singularis doctrina Innocentij in c. in nostra de iniur. et dam. dat. ubi concludit quod etiamsi priuilegium principis transiuit in Contractum,

Und für diese fünfte Grundlage dient wohl, dass diese Herren der Salinen Untertanen des Durchlauchtigsten Landgrafen von Hessen sind, und so greift die einzigartige Lehre des Innocenz in c. in nostra de iniur. et dam. dat., wo er schließt, dass, auch wenn das Privileg des Fürsten in einen Vertrag übergegangen ist,

12

quod tamen nihilominus princeps p̃t4 ex causa publicæ utilitatis illud reuocare, quando ista reuocatio fit in præiudicium subditi ipsius reuocantis, per tex. in d. c. in nostra. secundum intellectum Innocentij ibidem, ubi iuxta relationem plurimorum Doctorum hanc decisionem tenet et probat d.Läuft auf der nächsten Seite weiter

der Fürst es dennoch nichtsdestoweniger aus Gründen des öffentlichen Nutzens widerrufen kann, wenn dieser Widerruf zum Nachteil eines Untertanen des Widerrufenden selbst geschieht, nach dem Text in d. c. in nostra gemäß dem Verständnis des Innocenz ebendort, wo er nach dem Bericht sehr vieler Doktoren diese Entscheidung vertritt und beweist d.

Unsichere Lesungen

  1. d̃bt — Abbreviatur 'debet', Kuerzungsstrich.
  2. — Abbreviatur fuer 'materia'.
  3. — Kuerzung, wohl 'sub' oder 'summa'.
  4. p̃t — Abbreviatur fuer 'potest'.

S. 283

Bl. 139rBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)

Das Annder Buch

1

Fortsetzung von der vorigen Seitequod tamen nihilominus princeps p̃t ex causa publicæ utilitatis illud reuocare, quando ista reuocatio fit in præiudicium subditi ipsius reuocantis, per tex. in d. c. in nostra. secundum intellectum Innocentij ibidem, ubi iuxta relationem plurimorum Doctorum hanc decisionem tenet et probat d.

…dass der Fürst gleichwohl aus einem Grund des öffentlichen Nutzens jenes widerrufen kann, wenn dieser Widerruf zum Nachteil eines Untertanen des Widerrufenden selbst geschieht, nach dem Text in dem genannten c. in nostra, gemäß dem Verständnis des Innocentius ebendort, wo er nach dem Bericht sehr vieler Doktoren diese Entscheidung vertritt und beweist, [ebenso] der genannte

2

Anth. de Butr.

Antonius de Butrio.

3

Qui opinatur quod omnia iura dicentia, Principem non posse reuocare statutum Vel priuilegium quod transiuit in contractum debeant intelligi in non subdito Principis reuocantis, secus autem in subdito, quia tunc potest. idem tenet dict.

Der meint, dass alle Rechtssätze, die sagen, der Fürst könne ein Statut oder Privileg, das in einen Vertrag übergegangen ist, nicht widerrufen, auf einen Nicht-Untertanen des widerrufenden Fürsten zu beziehen seien, anders aber bei einem Untertanen, denn dann kann er es. Dasselbe vertritt der genannte

4

Anth. de Butr. et Joann. de Imol. in c. nouit, de Juditij approbat. hoc dictum Ludouic.

Antonius de Butrio und Johannes de Imola in c. novit, de iudiciis; diesen Ausspruch billigt Ludovicus

5

Roman. consil. 4361. sũ XVI. et in cons. 352. in fin.

Romanus, consil. 436, Summarium XVI, und in cons. 352 am Ende.

6

Et istud est firmissimum fundamentum inter omnia quæ mihi occurrunt, pro parte Illustrissimi Principis Hassiæ Zum Sechstenn, möchtte gesagt werdenn, das die verstorbene Landtgrauenn hochlöblicher gedechtnus, mitt Ihrenn priuilegien, auch vertregenn, so Weylanndt Ire f. gl. den gemeinenn Pfennernn gegebenn, vnnd mitt Inenn auffgericht, dem Itzt regierenden Furstenn, tanquam successori ann s. f. gl. gerechttigkeit,

Und dies ist unter allem, was mir begegnet, das festeste Fundament für die Partei des durchlauchtigsten Fürsten von Hessen (Et istud est firmissimum fundamentum inter omnia quæ mihi occurrunt, pro parte Illustrissimi Principis Hassiæ). Zum Sechsten könnte gesagt werden, dass die verstorbenen Landgrafen hochlöblichen Gedächtnisses mit ihren Privilegien und auch Verträgen, die weiland Ihre Fürstlichen Gnaden den gemeinen Pfännern gegeben und mit ihnen aufgerichtet haben, dem jetzt regierenden Fürsten als Nachfolger (tanquam successori) an Seiner Fürstlichen Gnaden Gerechtigkeit

7

vnnd derselbenn Landt vnnd leutenn frommenn, gedeyen vnnd zunehmenn nicht habenn, könnenn præiudiciren, derwegenn auch vngeachttet derselbenn vertrege vnnd priuilegien, der hochberumbte Itzt regirennde Furst,

und an dem Frommen, Gedeihen und Zunehmen derselben Lande und Leute nicht haben präjudizieren (vorgreifen) können, weswegen auch ungeachtet derselben Verträge und Privilegien der hochberühmte, jetzt regierende Fürst

8

s. f. gl. vnnd derselbenn Lannde nuz vnnd bestes suchenn möchte, Probantur hæc per textum in L. digna vox in fin. ibi, alijs ~ successoribus indicamus.Läuft auf der nächsten Seite weiter

Seiner Fürstlichen Gnaden und derselben Lande Nutzen und Bestes suchen möge. Dies wird bewiesen durch den Text in L. digna vox am Ende, dort: „den Nachfolgern zeigen wir es an“ (alijs ~ successoribus indicamus),

Unsichere Lesungen

  1. 436 — Consiliennummer, Ziffern gepruft.); sũ XVI (Kuerzung, wohl 'sub' Nummer.); s. f. gl. (Kuerzel ohne Punkte geschrieben.

S. 284

Bl. 139vBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)

Das Annder Buch

1

Fortsetzung von der vorigen Seites. f. gl. vnnd derselbenn Lannde nuz vnnd bestes suchenn möchte, Probantur hæc per textum in L. digna vox in fin. ibi, alijs ~1 successoribus indicamus.

Seiner Fürstlichen Gnaden und derselben Lande Nutzen und Bestes suchen möge. Dies wird bewiesen durch den Text in L. digna vox am Ende, dort: „den Nachfolgern zeigen wir es an“ (alijs ~ successoribus indicamus),

2

C. de legibus.

C. de legibus.

3

Et ita Imperator non p̃cipit successoribus, sed tantum eis indicat, quid ipse sit facturus, an uelint eum imitari.

Und so befiehlt der Kaiser den Nachfolgern nicht, sondern zeigt ihnen nur an, was er selbst tun werde, ob sie ihn nachahmen wollen.

4

Nec mirum, quia ut ibidem dicit gloss: fin. par in parem non habet imperium.

Und kein Wunder, denn wie ebendort die Glosse am Ende sagt: Ein Gleicher hat über einen Gleichen keine Gewalt (par in parem non habet imperium).

5

Et per consequens.

Und folglich:

6

Princeps non potest successori suo Legem imponere, à qua successori non liceret recedere, ut latius ibidem Cast. et alij.

Der Fürst kann seinem Nachfolger kein Gesetz auferlegen, von dem abzuweichen dem Nachfolger nicht erlaubt wäre, wie ausführlicher ebendort Castrensis und andere.

7

Zum Siebenndenn, Wirdt durch hochgedachtenn Landtgrauenn anngezogenn[?]2, das s. f. gl. herr Vatter Landtgraff Wilhelm der mitler, in zeit der auffgerichten vnnd gegebenen priuilegien vnnd vertrege, in seinen vnmündigenn Jahrenn gewesenn, Weil dann aus dennselbenn Priuilegien nicht erscheint,

Zum Siebten wird durch hochgedachten Landgrafen angeführt[?], dass Seiner Fürstlichen Gnaden Herr Vater, Landgraf Wilhelm der Mittlere, zur Zeit der aufgerichteten und gegebenen Privilegien und Verträge in seinen unmündigen Jahren gewesen sei. Weil dann aus denselben Privilegien nicht ersichtlich ist,

8

das hochgedachtter Landtgraff Wilhelm hierin mit vorwissenn vnnd zuthun s. f. gl. vormünden gehanndlet, so volgt auch, das solche priuilegien vnnd vertrege, als starcks vonn einem vnmündigenn Furstenn verzogenn3, zu rechte, vnnd also ipso iure vnkrefftige vnnd vnbündige absqʒ omni in integrum restitutione.

dass hochgedachter Landgraf Wilhelm hierin mit Vorwissen und Zutun der Vormünder Seiner Fürstlichen Gnaden gehandelt hat, so folgt auch, dass solche Privilegien und Verträge, als von einem unmündigen Fürsten ausgestellt, von Rechts wegen und also von selbst (ipso iure) unkräftig und unverbindlich sind, ohne jede Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (absque omni in integrum restitutione).

9

Text. est in L. in causæ cognitione, in prin. ibi, sine tutoris authoritate et ibi Barth. ff de minorib. text. in §. 1. ibi aliter non quam cum Tutoris authoritate.Läuft auf der nächsten Seite weiter

Der Text steht in L. in causæ cognitione, am Anfang, dort: „ohne Ermächtigung des Vormunds“ (sine tutoris authoritate), und dort Bartolus, ff. de minorib.; Text in §. 1, dort: „nicht anders als mit Ermächtigung des Vormunds“ (aliter non quam cum Tutoris authoritate),

Unsichere Lesungen

  1. ~ — Kleines Zeichen zwischen den Woertern.
  2. anngezogenn[?] — Lesung anngezogenn/anngezeigenn unsicher.
  3. verzogenn — vor-/verzogenn unsicher.

S. 285

Bl. 140rBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)

Das Annder Buch

1

Fortsetzung von der vorigen SeiteText. est in L. in causæ cognitione, in prin. ibi, sine tutoris authoritate et ibi Barth. ff de minorib. text. in §. 1. ibi aliter non quam cum Tutoris authoritate.

Der Text steht in L. in causæ cognitione, am Anfang, dort: „ohne Ermächtigung des Vormunds“ (sine tutoris authoritate), und dort Bartolus, ff. de minorib.; Text in §. 1, dort: „nicht anders als mit Ermächtigung des Vormunds“ (aliter non quam cum Tutoris authoritate),

2

Inst.

Inst.

3

De auth. tut. cum similibus.

De auth. tut., samt Ähnlichem.

4

Zum achttenn vnnd letztenn, Ob gleich hochbenanntes Landtgraff Wilhelms des mitlernn gegebene brieffe, kreffttige sein solttenn, so werenn doch dieselbigen brieffe allein bestettigungs brieffe, welche nach besage der rechttenn den Pfennernn kein new recht gebenn möchttenn.

Zum Achten und Letzten: Auch wenn die von hochbenanntem Landgraf Wilhelm dem Mittleren gegebenen Briefe kräftig sein sollten, so wären dieselben Briefe doch allein Bestätigungsbriefe, welche nach Aussage der Rechte den Pfännern kein neues Recht geben könnten.

5

Cum iure cautum sit confirmatorias literas nil iuris tribuere, sed antiquum ius, si quod competijt conseruare, per text. et quod ibi nõt.

Da im Recht vorgesehen ist, dass Bestätigungsbriefe kein Recht verleihen, sondern das alte Recht, wenn eines zustand, bewahren (confirmatorias literas nil iuris tribuere, sed antiquum ius, si quod competijt, conservare), nach dem Text und dem, was dort anmerken

6

Canonistæ in c. cum dilecta, ibi nolentes quod ex innouatione huiusmodi ius nouum monasterio quæratur, sed antiquum si quod h̃t1, per innouationem priuilegij conseruetur.

die Kanonisten in c. cum dilecta, dort: „nicht wollend, dass aus einer derartigen Erneuerung dem Kloster ein neues Recht erworben werde, sondern dass das alte, wenn es eines hat, durch die Erneuerung des Privilegs bewahrt werde“.

7

Extra de confirm. util. vel inutil.

Extra de confirm. util. vel inutil.

8

Aber obanngezeigter grunde vnnd was sonnstenn weitter vor hochgedachttenn furstenn vnnd Lanndtgrauenn mochtte anngezogen werden, welches kurzhalb nachbleibt, vngeachttet, Ist mit mehrem rechttenn zuschliessenn, das s. f. gl. zu rechtte in keinem wege gepüret2, Bode oder Saltz pfannenn, bey den Salzbrunnenn vnnd ader, so gemeyner gebaurschafft vnnd pfennern zustehet, bauenn zulassenn, oder des Salzbrunnenn zugebrauchenn, oder aber benannttenn pfennernn anndere einhalde[?], an Ihrer gerechttigkeit zuthun,Läuft auf der nächsten Seite weiter

Aber ungeachtet der oben angezeigten Gründe und dessen, was sonst weiter für hochgedachten Fürsten und Landgrafen angeführt werden könnte, was der Kürze halber unterbleibt, ist mit mehrerem Recht zu schließen, dass es Seiner Fürstlichen Gnaden von Rechts wegen in keinem Wege gebührt, Salzböden oder Salzpfannen bei den Salzbrunnen und der Ader, die der gemeinen Gebauerschaft und den Pfännern zustehen, bauen zu lassen oder den Salzbrunnen zu gebrauchen oder aber den benannten Pfännern anderen Einhalt[?] an ihrer Gerechtigkeit zu tun,

Unsichere Lesungen

  1. h̃t — Abbreviatur fuer 'habet'.
  2. gepüret — Lesung gepüret/gebüret.

S. 286

Bl. 140vBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)

Das Annder Buch

1

Fortsetzung von der vorigen SeiteAber obanngezeigter grunde vnnd was sonnstenn weitter vor hochgedachttenn furstenn vnnd Lanndtgrauenn mochtte anngezogen werden, welches kurzhalb nachbleibt, vngeachttet, Ist mit mehrem rechttenn zuschliessenn, das s. f. gl. zu rechtte in keinem wege gepüret, Bode oder Saltz pfannenn, bey den Salzbrunnenn vnnd ader, so gemeyner gebaurschafft vnnd pfennern zustehet, bauenn zulassenn, oder des Salzbrunnenn zugebrauchenn, oder aber benannttenn pfennernn anndere einhalde[?]1, an Ihrer gerechttigkeit zuthun,

Aber ungeachtet der oben angezeigten Gründe und dessen, was sonst weiter für hochgedachten Fürsten und Landgrafen angeführt werden könnte, was der Kürze halber unterbleibt, ist mit mehrerem Recht zu schließen, dass es Seiner Fürstlichen Gnaden von Rechts wegen in keinem Wege gebührt, Salzböden oder Salzpfannen bei den Salzbrunnen und der Ader, die der gemeinen Gebauerschaft und den Pfännern zustehen, bauen zu lassen oder den Salzbrunnen zu gebrauchen oder aber den benannten Pfännern anderen Einhalt[?] an ihrer Gerechtigkeit zu tun,

2

Wie dann auch s. f. gl. aus anngeborner seiner Furstlichen tugendt, ihrem erbietenn nach, wann s. f. gl. derer Pfenner Ihre Priuilegia, vertrege, vnnd erlanngten gerechttigkeitt, grundtlich berichttet wirdt, ohnn zweiuel gegenn seine vnderthanenn gnediglich würdet verhaltten,

Wie denn auch Seine Fürstlichen Gnaden aus seiner angeborenen fürstlichen Tugend, ihrem Erbieten nach, wenn Seine Fürstlichen Gnaden über die Privilegien, Verträge und erlangte Gerechtigkeit dieser Pfänner gründlich berichtet wird, sich ohne Zweifel gegen seine Untertanen gnädig verhalten wird,

3

vnd ist darfür zuachttenn, das diese mühe, den pfenern2 aus nichts annders, dann aus deme eruolget, das hochgedachtem Lanndtgrauenn, ihre Priuilegia, freyheitenn, vertrege vnnd erlanngte gerechttigkeitenn, bishero grundtlichenn nicht vorgetragenn wordenn.

und es ist dafür zu halten, dass diese Mühe den Pfännern aus nichts anderem erwachsen ist als daraus, dass hochgedachtem Landgrafen ihre Privilegien, Freiheiten, Verträge und erlangten Gerechtigkeiten bisher nicht gründlich vorgetragen worden sind.

4

Vnd das obanngezeigeter schlus, dem rechttenn gemes seye, erscheinet aus nachuolgenden gründenn.

Und dass der oben angezeigte Schluss dem Recht gemäß sei, ergibt sich aus nachfolgenden Gründen.

5

Erstlichenn, Ist hierobenn aus erzehlung des handels zubefindenn, das gemeine Gebaurschafft vnd pfenner, diese Ihre gerechttigkeit, nemblich das niemands mehr Salzbode des ortts bauenn, oder mehr pfannenn erheben soll, das auch niemanndts macht habenn soll, des ortts pfannenn zuhabenn, oder des Salzwercks zugeniessenn, er sey dann aus der Gebaurschafft geborenn, nicht allein aus altter hergebrachtter freyheit vnnd vbung, sondernn aus crafft etlicher bewilligter vnnd anngenommener vertrege,Läuft auf der nächsten Seite weiter

Erstlich ist hier oben aus der Erzählung des Handels zu befinden, dass die gemeine Gebauerschaft und die Pfänner diese ihre Gerechtigkeit – nämlich dass niemand mehr Salzböden des Orts bauen oder mehr Pfannen errichten soll, dass auch niemand Macht haben soll, des Orts Pfannen zu haben oder das Salzwerk zu genießen, er sei denn aus der Gebauerschaft geboren – nicht allein aus alter hergebrachter Freiheit und Übung, sondern kraft etlicher bewilligter und angenommener Verträge haben,

Unsichere Lesungen

  1. einhalde[?] — Wortende undeutlich.); s. f. gl. (Kuerzel mit Schnoerkel, Buchstaben unsicher.
  2. pfenern — Doppel-n nicht sicher.

S. 287

Bl. 141rBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)

Das Annder Buch

1

Fortsetzung von der vorigen SeiteErstlichenn, Ist hierobenn aus erzehlung des handels zubefindenn, das gemeine Gebaurschafft vnd pfenner, diese Ihre gerechttigkeit, nemblich das niemands mehr Salzbode des ortts bauenn, oder mehr pfannenn erheben soll, das auch niemanndts macht habenn1 soll, des ortts pfannenn zuhabenn, oder des Salzwercks zugeniessenn, er sey dann aus der Gebaurschafft geborenn, nicht allein aus altter hergebrachtter freyheit vnnd vbung, sondernn aus crafft etlicher bewilligter vnnd anngenommener vertrege,

Erstlich ist hier oben aus der Erzählung des Handels zu befinden, dass die gemeine Gebauerschaft und die Pfänner diese ihre Gerechtigkeit – nämlich dass niemand mehr Salzböden des Orts bauen oder mehr Pfannen errichten soll, dass auch niemand Macht haben soll, des Orts Pfannen zu haben oder das Salzwerk zu genießen, er sei denn aus der Gebauerschaft geboren – nicht allein aus alter hergebrachter Freiheit und Übung, sondern kraft etlicher bewilligter und angenommener Verträge haben,

2

vnnd sonnderlich auch aus dem habenn, das des Itzt regirennden Furstenn herr Vatter, mit Inen einenn redtlichenn Contract gehalttenn, nach vermöge desselbigen, habenn die gemeine pfenner s. f. gl. hochlöblicher gedechtnus funff tausenndt guldenn,

und besonders auch daraus haben, dass des jetzt regierenden Fürsten Herr Vater mit ihnen einen redlichen Kontrakt gehalten hat, nach dessen Inhalt die gemeinen Pfänner Seiner Fürstlichen Gnaden hochlöblichen Gedächtnisses fünftausend Gulden

3

darüber gebenn, auch dreyhundert guldenn auff ewigkeit, das Salzwerck were ganghafftig oder nicht, zugebenn zugesagt, Wie dann auch Itzt regirennder hochberümbter Furst, solche dreyhundert guldenn, viel Jar eingenommenn, dadurch obanngezeigte vertrege, Contract vnnd hanndtlung ratificiret.

darüber gegeben und auch dreihundert Gulden auf ewig – das Salzwerk sei gangbar oder nicht – zu geben zugesagt haben, wie denn auch der jetzt regierende hochberühmte Fürst solche dreihundert Gulden viele Jahre eingenommen und dadurch die oben angezeigten Verträge, Kontrakte und Handlungen ratifiziert hat.

4

Derwegenn vndauch sonnst ohnne das s. f. gl. seins herrnn Vatternn, auch andere s. f. gl. vorfahrenn, der durchlauchttenn Lanndtgrauenn zu hessenn vertrege, gegebene Priuilegia,

Deswegen und auch sonst ohnedies ist Seine Fürstlichen Gnaden verpflichtet, seines Herrn Vaters und auch anderer Vorfahren Seiner Fürstlichen Gnaden, der durchlauchten Landgrafen zu Hessen, Verträge, gegebene Privilegien,

5

Contract, vnnd hanndtlung, (wie dann s. f. gl. ohne zweiuell nach gnug samenn berichtte, darzu geneigt sein wirdt:) Innhalt der rechttenn zuhalttenn pflichtigk.Läuft auf der nächsten Seite weiter

Kontrakte und Handlungen (wie denn Seine Fürstlichen Gnaden ohne Zweifel nach genügendem Bericht dazu geneigt sein wird) nach Inhalt der Rechte zu halten.

Unsichere Lesungen

  1. habenn — Lesung habenn/hadernn unsicher.); funff tausenndt (Zahlwort, Schreibung geprueft.

S. 288

Bl. 141vBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)

Das Annder Buch

1

Fortsetzung von der vorigen SeiteContract, vnnd hanndtlung, (wie dann s. f. gl. ohne zweiuell nach gnug samenn berichtte, darzu geneigt sein wirdt:) Innhalt der rechttenn zuhalttenn pflichtigk.

Kontrakte und Handlungen (wie denn Seine Fürstlichen Gnaden ohne Zweifel nach genügendem Bericht dazu geneigt sein wird) nach Inhalt der Rechte zu halten.

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Est enim clara in iure et communis Canonistarum et Legistarum conclusio:

Denn es ist im Recht ein klarer und gemeinsamer Schluss der Kanonisten und Legisten:

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Quod princeps etiam Imperator summus paciscens uel contrahens cum aliqua ciuitate, Vel cum alijs, ex tali pacto uel contractu obligatur, non modo naturaliter, ut nonnulli Voluerunt sed etiam ciuiliter iuxta communem opinionem, quam pluribus firmat Felinus in c. 1. de probationib.

Dass ein Fürst, auch der höchste, der Kaiser, der mit irgendeiner Stadt oder mit anderen paktiert oder kontrahiert, aus solchem Pakt oder Vertrag verpflichtet wird, nicht nur natürlich, wie manche wollten, sondern auch zivilrechtlich (non modo naturaliter, sed etiam ciuiliter), gemäß der gemeinen Meinung, die Felinus mit vielen Belegen bekräftigt in c. 1, de probationib.,

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III°. sũ1 Et ita princeps tenetur stare pactis, contractibus et conentionibus2 cum alijs initis, text. ẽ in L. donationes quas diuus Imperator.

Summarium III. Und so ist der Fürst gehalten, zu den mit anderen eingegangenen Pakten, Verträgen und Übereinkünften zu stehen (princeps tenetur stare pactis, contractibus et conventionibus cum alijs initis); der Text steht in L. donationes quas divus Imperator,

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C. de donat. inter Vir. et uxor. ubi sicuti Lex firmiter debet obseruari, ita etiam contractus principis & ibi hunc textum ad hoc dictum notant Doctores omnes. text. est in d. c. 1. extra de probat.

C. de donat. inter vir. et uxor., wo es heißt: Wie ein Gesetz fest beachtet werden muss, so auch der Vertrag des Fürsten; und dort merken alle Doktoren diesen Text zu diesem Ausspruch an. Der Text steht in dem genannten c. 1, extra de probat.,

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Inquantum, ibi Tancredus Rex Vincestriæ[?]3 petit à Dnõ papa, ut scribat Domino Imperatori, quo requirat pacta in chartophilatio inter olim Imperatorem Justinianum, & prædecessorem ipsius Tancredi inita, ut ex his colligere posset Imperator, quid Tancredo seruare deberet, notant ibidem Antonius de Butrio.

„Inquantum“: Dort bittet König Tancred von Vincestria[?] den Herrn Papst, dem Herrn Kaiser zu schreiben, damit er die im Archiv (chartophylacium) zwischen dem einstigen Kaiser Justinian und dem Vorgänger dieses Tancred eingegangenen Pakte nachsehe, damit der Kaiser daraus entnehmen könne, was er dem Tancred zu halten habe; das merken ebendort Antonius de Butrio,

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Panor:

Panormitanus,

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Felin. et alij. ubi Panormitanus dicit, hoc etiam obtinere in Papa, Istam conclusionem firmant optime, Cÿn.Läuft auf der nächsten Seite weiter

Felinus und andere an, wo Panormitanus sagt, dies gelte auch beim Papst. Diesen Schluss bekräftigen aufs Beste Cynus,

Unsichere Lesungen

  1. III°. sũ — Zahl und Kuerzung unsicher.
  2. conentionibus — So geschrieben, ohne v.
  3. Vincestriæ[?] — Landesname, Lesung unsicher.

S. 289

Bl. 142rBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)

Das Annder Buch

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Fortsetzung von der vorigen SeiteFelin. et alij. ubi Panormitanus dicit, hoc etiam obtinere in Papa, Istam conclusionem firmant optime, Cÿn.

Felinus und andere an, wo Panormitanus sagt, dies gelte auch beim Papst. Diesen Schluss bekräftigen aufs Beste Cynus,

2

Bart.

Bartolus,

3

Bald. & fere omnes in L. digna vox.

Baldus und fast alle in L. digna vox,

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C. de legib.

C. de legib.

5

Bald. in L. ex imperfecto post glossam ibid.

Baldus in L. ex imperfecto, nach der Glosse ebendort,

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C. de Testam.

C. de Testam.

7

Et ideo dicit Bald. in L. 1. in prin. ff. de constit. principum.

Und deshalb sagt Baldus in L. 1, am Anfang, ff. de constit. principum:

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Quod quamuis princeps non ligetur lege conuentionis et contractus.

Dass der Fürst, obwohl er nicht durch das Gesetz gebunden wird, doch durch das Gesetz der Übereinkunft und des Vertrags gebunden ist.

9

Quamuis enim DEVS ei subiecerit leges, non tamen ei subiecit contract[us]1, et ita quoad contractus nihil obstat plenitudo potestatis, ita dicit idem Bald. in c. 1. circa princ.

Denn obwohl GOTT ihm die Gesetze unterworfen hat, hat er ihm doch nicht die Verträge unterworfen, und so steht hinsichtlich der Verträge die Machtvollkommenheit (plenitudo potestatis) nicht entgegen; so sagt derselbe Baldus in c. 1, gegen den Anfang,

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De natura feud. in vsib. feudorum.

De natura feud., in usib. feudorum.

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Et hæc procedunt etiamsi princeps in concessione uteretur Verbo indulgemus, nam cum recipiat p[re]cium2 intuitu conuentionis nihilominus non obstante Verbo Indulgemus est Venditio, et per consequens Contractus irreuocabilis, ita decidit Bald. in L. qui se patris C.

Und dies gilt auch dann, wenn der Fürst in der Verleihung das Wort „wir gewähren“ (indulgemus) gebrauchte; denn da er einen Preis im Hinblick auf die Übereinkunft empfängt, ist es ungeachtet des Wortes „indulgemus“ gleichwohl ein Verkauf und folglich ein unwiderruflicher Vertrag; so entscheidet Baldus in L. qui se patris, C.

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Vnde liberi, Id quod in casu nostro bene est notandum, pro intellectu literarum datarum, per Landgrauium Wilhelmum medium in ordine.

Unde liberi. Dies ist in unserem Fall wohl zu merken, für das Verständnis der Briefe, die durch Landgraf Wilhelm, den Mittleren in der Reihe, gegeben wurden.

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Ratio autem prædictorum est certe prægnans & insignis, quam colligo ex dictis Bartoli et aliorum in d.

Der Grund des Vorgesagten aber ist gewiss gewichtig und bemerkenswert; ich entnehme ihn den Aussprüchen des Bartolus und anderer in d.

14

L digna Vox.

L. digna vox.

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Quod pacta et conuentiones sunt de iure gentium L. hoc iure. ff de iust. et iur.

Dass Pakte und Übereinkünfte dem Völkerrecht angehören (de iure gentium), L. hoc iure, ff. de iust. et iur.

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Sed iura gentium sunt immutabilia. §.

Aber die Rechte des Völkerrechts sind unveränderlich. §.

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Sed naturalia.

Sed naturalia.

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Inst. de iur. nat. gent. et ciuil.Läuft auf der nächsten Seite weiter

Inst. de iur. nat. gent. et civil.

Unsichere Lesungen

  1. contract[us] — Kürzungszeichen aufgelöst
  2. p[re]cium — Kürzung aufgelöst

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