Salzbibel · Lesetext · 2. Buch
Das zweite Buch · S. 296
Die Rechtsgutachten · S. 296 · Bl. 145v · Band 1
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Die Rechtsgutachten
S. 210–361 · Bl. 102v–178v · Bd. 1 · Zeitleiste: 2. Buch
S. 296
Bl. 145vBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)Das Annder Buch
Et mens principis semper ita est intelligenda, ut non uelit alteri ius q[uæ]situm tollere per gloss. nōt in l. fin. §. in computone2[?] in Verbo confundantur in fin.
Und die Absicht des Fürsten ist immer so zu verstehen, dass er nicht einem anderen das erworbene Recht nehmen will, nach der Glosse, angemerkt in l. fin., §. in computatione[?], im Wort „confundantur“, am Ende,
C. de iure deliberand. quam ibidem ad hoc nōt Jason.
C. de iure deliberand., die ebendort hierzu Jason anmerkt.
Alias si appareret principem Velle aliquid statuere contra ius, præsumendum est, imo pro certo habendum, hoc illud procedere, non de Voluntate principis, sed quod principi sit impositum nimia importunitate et ambitione aliorum,
Andernfalls, wenn es schiene, der Fürst wolle etwas gegen das Recht festsetzen, ist zu vermuten, ja für gewiss zu halten, dass dies nicht aus dem Willen des Fürsten hervorgeht, sondern dass es dem Fürsten durch übergroße Zudringlichkeit und Ehrsucht anderer aufgedrängt worden ist,
eo quod Voluntas principis semper præsumitur esse talis, qualis de iure esse debet, text. est in L. ex facto, ibi princeps censetur imitatus esse ius ff. de Vulg. & pupill. subst. de quo textu ibidem magnum festum faciunt Moder.
weil der Wille des Fürsten immer als so beschaffen vermutet wird, wie er von Rechts wegen sein soll; der Text steht in L. ex facto, dort: „der Fürst wird angesehen, als habe er das Recht nachgeahmt“ (princeps censetur imitatus esse ius), ff. de vulg. et pupill. subst., von welchem Text ebendort die Neueren großes Aufhebens machen.
Facit glossa notatu dignissima in c. paratus XXIII3. q. 1. in Verb. si Verba. dum per rationem iam dictam concludit et pluribus probat, Quod Verba in rescriptis Principum debent conformari æquitati et iuri etiamsi Verba rescripti non patiantur.
Dazu wirkt die höchst bemerkenswerte Glosse in c. paratus, XXIII, q. 1, im Wort „si verba“, die durch den schon genannten Grund schließt und mit vielem beweist, dass die Worte in Reskripten der Fürsten der Billigkeit und dem Recht anzupassen sind, auch wenn die Worte des Reskripts es nicht zulassen.
Atq[ue] hoc perpenderunt olim sacratissimi Principes, plena iusticia et æquitate, dum mandarunt subditis suis, ne rescripta iuri contraria exeq[ue]rentur, sed secundam iussionem execta rent,Läuft auf der nächsten Seite weiter
Und dies haben einst die allerheiligsten Fürsten in voller Gerechtigkeit und Billigkeit erwogen, als sie ihren Untertanen befahlen, dem Recht widersprechende Reskripte nicht zu vollziehen, sondern eine zweite Anweisung abzuwarten,
Unsichere Lesungen
- p[re]cib. Imp[er]at. — Kürzungen aufgelöst (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
- computone — gekürzt, unklar
- XXIII — Zahl); q. 1. (Zeichen wie 9.1.