Salzbibel · Lesetext · 2. Buch
Das zweite Buch · S. 317
Die Rechtsgutachten · S. 317 · Bl. 156r · Band 1
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Die Rechtsgutachten
S. 210–361 · Bl. 102v–178v · Bd. 1 · Zeitleiste: 2. Buch
S. 317
Bl. 156rBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)Das Annder Buch
Fortsetzung von der vorigen SeiteSeruus C. de pact. et in L. ap̄ antiquos.
Servus, C. de pact., und in L. apud antiquos,
Atqz hoc absqz oī1 dubio procedit, in istis famulis qui quotidié non morantur in domib. dominorum, in quibus cessant limitōnes2 per Doctores alias ad dictam regulam datæ, Et dato quod nonnulli ex dominis sciuissent has exactiones illicitas seruoꝝ tamen hæ personæ priuatæ non potuissent præiudicare toti ordini,
Und dies gilt ohne allen Zweifel bei solchem Gesinde, das sich nicht täglich in den Häusern der Herren aufhält, bei dem die von den Doktoren sonst zu der genannten Regel gegebenen Einschränkungen wegfallen. Und gesetzt, dass einige von den Herren diese unerlaubten Forderungen der Knechte gewusst hätten, so hätten doch diese Privatpersonen nicht dem ganzen Stand zum Nachteil gereichen können,
et per consequens ob delictum illud singularum personarum priuatarum non possent diminui3[?] siue tolli priuilegia seu iura totius ordinis, sed delinquentes essent alijs legitimis modis mulctandi, Cum nemo alterius odio debeat p̄grauari.
und folglich könnten wegen jenes Vergehens einzelner Privatpersonen die Privilegien oder Rechte des ganzen Standes nicht gemindert[?] oder aufgehoben werden, sondern die Schuldigen wären auf anderen rechtmäßigen Wegen zu bestrafen, da niemand durch den Hass gegen einen anderen beschwert werden darf.
Et ius quod ꝯpetit omnibus absqz omnium approbatione et consensu non possit tolli p̄ regulam.
Und ein Recht, das allen zusteht, kann ohne Billigung und Zustimmung aller nicht aufgehoben werden, nach der Regel
Et propter delictum singularum personarum etiam maiorum non potest reuocari priuilegium concessum uniuersitati, nedum contractus, ut pulchrè per Felin. in c.
Und wegen des Vergehens einzelner Personen, auch höhergestellter, kann ein einer Gesamtheit (universitas) verliehenes Privileg nicht widerrufen werden, geschweige denn ein Vertrag, wie schön durch Felinus in c.
Nouit X. sum. in VI limitatione d̄ iudicij.
Novit, Summarium X, in der VI. Einschränkung, de iudiciis.
Porro non obstat etiam c. suggestum, d̄ decimis, quia fatetur Panor. ibidem VI. sum. hoc illud non habere locum in priuilegio quod transiuit in contractum seu quasi.
Ferner steht auch c. suggestum, de decimis, nicht entgegen, weil Panormitanus ebendort, Summarium VI, zugesteht, dass dies bei einem Privileg, das in einen Vertrag oder Quasi-Vertrag übergegangen ist, keinen Platz habe.
Præterea quia priuilegium concessum Cisterciensib. monachis ibid. de non dand. decim. ideo reuocatur, quia deficiebat cā4, ob quam erat concessum, quæ ratio hic cessat, qa inquit tex.Läuft auf der nächsten Seite weiter
Außerdem, weil das den Zisterziensermönchen ebendort verliehene Privileg, keine Zehnten zu geben, deshalb widerrufen wird, weil der Grund wegfiel, um dessentwillen es verliehen worden war; welcher Grund hier entfällt, denn der Text sagt:
Unsichere Lesungen
- oī — Kürzung, wohl omni
- limitōnes — Kürzung, wohl limitationes
- diminui — Schreibung wie dominui
- cā — Kürzung, wohl causa