Salzbibel · Lesetext · 2. Buch
Das zweite Buch · S. 325–334
Die Rechtsgutachten · S. 325–334 · Bl. 160r–164v · Band 1
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Die Rechtsgutachten
S. 210–361 · Bl. 102v–178v · Bd. 1 · Zeitleiste: 2. Buch
S. 325
Bl. 160rBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)Das Annder Buch
Fortsetzung von der vorigen SeiteDergleichenn auch gesagt wirdt, Obgleich ein Römischer Kaiser, zu rechtte ein Herr ist des ganntzenn Erdtrichs, L. dep̄catio1. ff. ad L.
Desgleichen wird auch gesagt: Obgleich ein Römischer Kaiser von Rechts wegen ein Herr des ganzen Erdreichs ist, L. deprecatio, ff. ad L.
Rhodi de iactu, So ist doch solches zuuerstehenn quantum ad iurisdictionem, vnnd souiel den hohenn Gerichtszwangk annlanngt, nicht aber das Ime die Herschafft sonnderlicher güetter, vnnd also rerum priuatarum zustünde, vnnd ist derwegenn wieder naturliche rechtte, dem Kaiser als der höhestenn Obrigkeit nachgelassenn, die Leut Irer eigennthumblichenn gerechttigkeit, de ordinaria potestate, aus stadtlichenn vrsachenn zubenehmenn, Daraus volget, das solche vrsachenn, so das naturliche recht verdruckenn sollen, nicht geringschetzige, sondernn vortrefflich, wichtige vnnd vnuermeidtlich sein müssenn,
Rhodi. de iactu, so ist doch solches zu verstehen hinsichtlich der Gerichtsbarkeit (quantum ad iurisdictionem) und soviel den hohen Gerichtszwang anlangt, nicht aber, dass ihm die Herrschaft über besondere Güter und also über Privatsachen (rerum priuatarum) zustünde; und es ist deswegen wider das natürliche Recht dem Kaiser als der höchsten Obrigkeit nachgelassen, die Leute ihrer eigentümlichen Gerechtigkeit aus ordentlicher Gewalt (de ordinaria potestate) aus stattlichen Ursachen zu berauben. Daraus folgt, dass solche Ursachen, die das natürliche Recht verdrängen sollen, nicht geringschätzig, sondern vortrefflich, wichtig und unvermeidlich sein müssen,
welcher macht aber sich anndere Furstenn, wie obenn gemeldet, nicht könnenn gebrauchenn, Vt enim maximè iuxta fundamenta antea adducta princeps possit alicui aufferre dominium rei suæ, cum causa, tamen ista omnia procedunt in summo principe,
welcher Macht sich aber andere Fürsten, wie oben gemeldet, nicht bedienen können. Denn mag auch nach den zuvor angeführten Fundamenten der Fürst jemandem aus Grund das Eigentum an seiner Sache nehmen können, so gilt doch dies alles beim höchsten Fürsten,
nempe in Papa Vel imperatore, secus autem est in alijs inferioribus, nempe in ducibus, Marchionibus et alijs. quia hi non possunt etiam cum causa alicui aufferre dominium rei suæ, ita concludit iason in L. fin.
nämlich beim Papst oder Kaiser; anders aber ist es bei anderen Untergeordneten, nämlich bei Herzögen, Markgrafen und anderen, denn diese können auch aus Grund niemandem das Eigentum an seiner Sache nehmen; so schließt Jason in L. fin.,
C. contra ius uel util. pub. & in L. rescripta, III.
C. contra ius vel util. pub., und in L. rescripta, III.
Unsichere Lesungen
- dep̄catio — Abkürzung (deprecatio)); III. Sum. (Zitierkürzel unsicher
S. 326
Bl. 160vBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)Das Annder Buch
Quia ita decidit in duce Begomi1, quod hoc non possit, quamuis fuerit iustus princeps, et idem esse in duce Mediolani et in Marchione Ferrariæ, id quod Jason dicit, esse summop̄e notandum pro intellectu istius mæ.2
Denn so entscheidet er beim Herzog von Begomi (Bergamo), dass dieser das nicht könne, obwohl er ein rechtmäßiger Fürst gewesen sei, und dass es dasselbe sei beim Herzog von Mailand und beim Markgrafen von Ferrara; was Jason für höchst beachtenswert erklärt für das Verständnis dieser Materie.
Nota quod plenitudo C. de seruitut. et aqua. ubi dicit hoc priuilegium esse solius Summi principis, hoc illud firmat idem Bald. in d.
„Nota quod plenitudo“, C. de servitut. et aqua, wo er sagt, dieses Privileg stehe allein dem höchsten Fürsten zu; dies bekräftigt derselbe Baldus in d.
Castrensis in L Gallg3 §. et qd si tantum XX sum. ff. d̄ lib. et posthum. ubi dicit quod inferior à principe etiam hunc generale priuilegium legitimandi non possit legitimare Spurios in præiuditium legitimorum,
Castrensis in L. Gallus, §. et quid si tantum, Summarium XX, ff. de lib. et posthum., wo er sagt, dass ein dem Fürsten Untergeordneter, auch mit einem solchen allgemeinen Privileg zu legitimieren, Bastarde nicht zum Nachteil der ehelichen Kinder legitimieren könne,
quib. iam est ius q̄situm et radicatum, Facit tex. in L toties ibi, non cogitur Reip. obtemperare ff de pollicitatio, ubi deciditur sicut ibi not Bart.
denen bereits ein Recht erworben und eingewurzelt ist. Dazu wirkt der Text in L. toties, dort: „er wird nicht gezwungen, dem Gemeinwesen zu gehorchen“, ff. de pollicitatio., wo entschieden wird, wie dort Bartolus anmerkt,
Ciuitatem et ita inferiorem à principe non habere potestatem priuandi, quem iure suo, etiam ex causa boni publici,
dass eine Stadt und so ein dem Fürsten Untergeordneter nicht die Macht hat, jemanden seines Rechts zu berauben, auch nicht aus Grund des öffentlichen Wohls;
dicit .n. tex. si Respub. alicui mandet ut ponat in suo statuas Imp̄atorias ad honorem principis Vel reipub. non cogitur obtemperare, atq̃ hoc Voluit Baldus in c. 1. mihi, in XI. sum.Läuft auf der nächsten Seite weiter
denn der Text sagt: Wenn das Gemeinwesen jemandem aufträgt, auf seinem Grund kaiserliche Standbilder zu Ehren des Fürsten oder des Gemeinwesens aufzustellen, wird er nicht gezwungen zu gehorchen; und dies hat Baldus gewollt in c. 1, „mihi“, Summarium XI,
Unsichere Lesungen
- Begomi — Ortsname, wohl Bergomi
- mæ. — Abkürzung (materiæ)
- Gallg — Gesetzestitel unsicher
S. 327
Bl. 161rBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)Das Annder Buch
Fortsetzung von der vorigen Seitedicit .n. tex. si Respub. alicui mandet ut ponat in suo statuas Imp̄atorias ad honorem principis Vel reipub. non cogitur obtemperare, atq̃ hoc Voluit Baldus in c. 1. mihi, in XI. sum.
denn der Text sagt: Wenn das Gemeinwesen jemandem aufträgt, auf seinem Grund kaiserliche Standbilder zu Ehren des Fürsten oder des Gemeinwesens aufzustellen, wird er nicht gezwungen zu gehorchen; und dies hat Baldus gewollt in c. 1, „mihi“, Summarium XI,
Nota dicit ipse sententiam Imp̄atoris esse obseruandam, nec requiritur exactus ordo iuditiorum, quia ipse solus habet potestatem mandandi SIC FACIAS. alij autem non̄ habent potestatem mandandi FACIAS SIC.
Merke: Er sagt, das Urteil des Kaisers sei zu beachten, und es wird nicht die genaue Ordnung der Gerichtsverfahren erfordert, weil er allein die Macht hat zu befehlen: SO SOLLST DU TUN (SIC FACIAS); die anderen aber haben nicht die Macht zu befehlen: TUE SO (FACIAS SIC),
Sed facias IVSTICIAM, idem notat innocentius in c. significantib. de off. delegat. et idem Bald. in L. rescripta VI. sum. c. de precib.
sondern: TUE GERECHTIGKEIT (FACIAS IVSTICIAM); dasselbe merkt Innocentius an in c. significantib., de off. delegat., und dasselbe Baldus in L. rescripta, Summarium VI, C. de precib.
Impa. off. enumerat hoc priuilegium tollendi ius alterius et rescribendi contra ius inter reseruata summo principi, dicens quod nullus alius hoc possit.
Impa. off.; er zählt dieses Privileg, das Recht eines anderen aufzuheben und gegen das Recht zu reskribieren, unter die dem höchsten Fürsten vorbehaltenen Dinge und sagt, dass kein anderer dies könne.
Accedat glos. notabilis, in c. fin. est glos. magn. in fine ibi, sed dubitan potest Vel solet, an inferior à Papa, de hæret. tt̄ VI. ubi p̄cise concludit, quod solus princeps possit rem siue ius alterius aufferre,
Hinzu kommt die bemerkenswerte Glosse in c. fin. – es ist die große Glosse am Ende –, dort: „aber man kann oder pflegt zu zweifeln, ob ein dem Papst Untergeordneter“, de hæret., lib. VI, wo sie genau schließt, dass allein der Fürst die Sache oder das Recht eines anderen wegnehmen könne,
secus autem esse in alijs inferioribus, ita ut etiam legatus Papæ et ita inferior non possit committere causam appellatione remota, eo quod alicui per istam ademptionem appellandi, posset in iure suo p̄iudicari, de qua gloss magnum festum faciunt.
anders aber sei es bei anderen Untergeordneten, so dass auch ein Legat des Papstes und so ein Untergeordneter eine Sache nicht unter Ausschluss der Berufung übertragen kann, weil jemandem durch diese Wegnahme der Berufung in seinem Recht Nachteil zugefügt werden könnte; von welcher Glosse großes Aufhebens machen
Unsichere Lesungen
- Vic. legis comiss. — Zitierkürzel unsicher); tt̄ VI. (Kürzel (lib. VI?)
S. 328
Bl. 161vBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)Das Annder Buch
Sed contra istam decisionem miris modis facere Videtur, decisio quædam Pauli d̄ Cast. in consil.
Aber gegen diese Entscheidung scheint auf wunderbare Weise eine gewisse Entscheidung des Paulus de Castro zu sprechen, in consil.
XXXIIII incipiente. super primo dubio Videtur dicendum II su.1 ubi p̄dicta omnia intelligit procedere in magistralib. temporalibus, qui non constituuntur domini, ut principes prouinciarum, Quia in concessionib. huiusmodi magistralibus factis non comp̄henduntur principi specialiter reseruata.
XXXIIII, beginnend „super primo dubio videtur dicendum“, Summarium II, wo er das Vorgesagte alles so versteht, dass es bei zeitlichen Amtsträgern gelte, die nicht zu Herren eingesetzt werden, wie die Fürsten der Provinzen, weil in derartigen Amtsverleihungen das dem Fürsten besonders Vorbehaltene nicht mitbegriffen ist.
Secus aut dicit esse, in eis qui ab Imperatore perpetuò constituuntur principes et domini, ut sunt Reges, Duces, Comites et similes, quia tales domini st̄ in locis suis loco principis,
Anders aber, sagt er, sei es bei denen, die vom Kaiser auf Dauer zu Fürsten und Herren eingesetzt werden, wie es Könige, Herzöge, Grafen und Ähnliche sind, weil solche Herren an ihren Orten an der Stelle des Fürsten stehen
et sic possunt in terris suis facere oīa q̄ potest Imperator facere per totum orbem, per nonnulla iura per eum adducta.
und so in ihren Landen alles tun können, was der Kaiser auf dem ganzen Erdkreis tun kann, nach einigen von ihm angeführten Rechten.
R7.2 quod Castrensis in dicto consilio laborauit pro pane contra ipsissimam Veritatem, nā iura per eum adducta pro ista decisione, per dictam decisionem non probant sed potius contrarium.
Antwort: dass Castrensis in dem genannten Consilium ums Brot gegen die reinste Wahrheit gearbeitet hat (laborauit pro pane contra ipsissimam veritatem); denn die von ihm für diese Entscheidung angeführten Rechte beweisen die genannte Entscheidung nicht, sondern vielmehr das Gegenteil.
Nam Bart. in L. hostes ff. de captiui. et postlimi. reuer. ne Verbo quidem probat id ad quod allegatur, sed decidit contrarium. dicit .n.
Denn Bartolus in L. hostes, ff. de captivi. et postlimi. revers., beweist nicht einmal mit einem Wort das, wofür er angeführt wird, sondern entscheidet das Gegenteil; er sagt nämlich,
Quod quando Dominus Ducatus Vel Marchiæ indicit bellum alicui terræ, quod illa quæ capiuntur, non efficiuntur capientium, sed capti efficiuntur serui, quod tamen fieret si haberent iura Imperij[?] isti Domini, et in Sum.Läuft auf der nächsten Seite weiter
dass, wenn der Herr eines Herzogtums oder einer Markgrafschaft irgendeinem Land den Krieg erklärt, das, was erbeutet wird, nicht Eigentum der Erbeutenden wird, und die Gefangenen nicht zu Sklaven werden (sed capti efficiuntur serui), was jedoch geschähe, wenn diese Herren die Reichsrechte[?] hätten, und in Sum.
Unsichere Lesungen
- II su. — Zitierkürzel unsicher
- R7. — Kürzel (Respondeo?)
S. 329
Bl. 162rBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)Das ander Buch
Fortsetzung von der vorigen SeiteQuod quando Dominus Ducatus Vel Marchiæ indicit bellum alicui terræ, quod illa quæ capiuntur, non efficiuntur capientium, sed capti efficiuntur serui, quod tamen fieret si haberent iura Imperij1[?] isti Domini, et in Sum.
dass, wenn der Herr eines Herzogtums oder einer Markgrafschaft irgendeinem Land den Krieg erklärt, das, was erbeutet wird, nicht Eigentum der Erbeutenden wird, noch die Gefangenen zu Sklaven werden, was doch geschähe, wenn diese Herren die Rechte des Reichs[?] hätten; und im Summarium
XVI. decidit, Quod ciuitates bella gerentes non habeant iura postliminij, nisi sint ciuitates superiorem non recognoscentes.
XVI entscheidet er, dass Städte, die Krieg führen, nicht die Rechte des Postliminiums (iura postliminii) haben, es sei denn, es sind Städte, die keinen Oberen anerkennen.
Ergo aliud est in superiorem recognoscentib.
Also verhält es sich anders bei denen, die einen Oberen anerkennen.
Est enim istarum ciuitatum non recognoscentium superiorem perpetuum imperium.
Denn diese Städte, die keinen Oberen anerkennen, haben eine immerwährende Herrschaftsgewalt (perpetuum imperium).
Ita etiam Bart. in L. ambitiosa, ff. de decret. ab ord. faciend. à Castrensi allegatus decidit contrarium. dicit enim in VII.
Ebenso entscheidet auch Bartolus in L. ambitiosa, ff. de decretis ab ordine faciendis, der von Castrensis angeführt wird, das Gegenteil; denn er sagt im VII.
Quod dicta ab eo procedant in illis ciuitatibus, quæ de facto in temporalibus non recognoscunt superiorem et sic ipsi in se habent imperium, et ita nihil ad rhombum.
dass das von ihm Gesagte für jene Städte gilt, die de facto in weltlichen Dingen keinen Oberen anerkennen und so die Herrschaftsgewalt in sich selbst haben; und so tut es nichts zur Sache (nihil ad rhombum).
Calum ulti: ibi, 2da ratione determinatum fuit, ff. d2 condict. ob caus. ubi Cÿn. directo probat contrarium, hæc enim st3[?] ipsius Verba.
Calum ulti.: dort, „aus dem zweiten Grund wurde bestimmt“, ff. de condictione ob causam, wo Cynus geradewegs das Gegenteil beweist; denn dies sind[?] seine eigenen Worte:
Quod is qui non subiacet alterius territorio reputatur fiscus et princeps in partibus suis, et ita loquitur d4 superiorem non recognoscentibus, id quod etiam fatemur.
dass derjenige, der nicht dem Gebiet eines anderen unterworfen ist, in seinen Landesteilen als Fiskus und Fürst gilt; und so spricht er von denen, die keinen Oberen anerkennen, was auch wir zugestehen.
Sed hic Dux Hassiæ est subiectus Imperio:
Aber hier ist der Herzog (Landgraf) von Hessen dem Reich unterworfen:
Et per consequens iuxta iura allegata per Castrensem probat ipse Castrensis pcise5 contrarium eius quod asseruit, probat enim superiorem recognoscentes, siue sint Domini Temporales siue perpetui, de quib.Läuft auf der nächsten Seite weiter
Und folglich beweist Castrensis selbst nach den von ihm angeführten Rechtsstellen genau das Gegenteil dessen, was er behauptet hat; er beweist nämlich, dass diejenigen, die einen Oberen anerkennen, seien es zeitliche oder immerwährende Herren, von denen
Unsichere Lesungen
- perij — Kürzungszeichen über Im=perij
- d — d mit Kürzungsstrich (de)
- st — Kürzung, wohl sunt
- d — d mit Kürzungsstrich (de)
- pcise — p mit Kürzung (præcise)
S. 330
Bl. 162vBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)Das Ander Buch.
Fortsetzung von der vorigen SeiteEt per consequens iuxta iura allegata per Castrensem probat ipse Castrensis pcise contrarium eius quod asseruit, probat enim superiorem recognoscentes, siue sint Domini Temporales siue perpetui, de quib.
Und folglich beweist Castrensis selbst nach den von ihm angeführten Rechtsstellen genau das Gegenteil dessen, was er behauptet hat; er beweist nämlich, dass diejenigen, die einen Oberen anerkennen, seien es zeitliche oder immerwährende Herren, von denen
L. hostes. non posse alicui aufferre dominium rei suæ, siue aliud contra ius gent. constituere, siue se impedire de supremo Principi specialiter reseruatis.
L. hostes, niemandem das Eigentum an seiner Sache entziehen können, noch etwas anderes gegen das Völkerrecht (ius gentium) festsetzen, noch sich in das einmischen können, was dem obersten Fürsten besonders vorbehalten ist.
Etenim dictum Doctoris siue Interptis1 debet semper intelligi 2dum leges et iura quæ allegat, ita dicit Bart. in L. non solum §. si liberonis2 Verba ff. de liber. legat. ubi Alexander in apostill.
Denn der Ausspruch eines Doktors oder Auslegers muss immer nach den Gesetzen und Rechtsstellen verstanden werden, die er anführt; so sagt Bartolus in L. non solum § si liberonis Verba, ff. de liberatione legata, wo Alexander in den Apostillen
Jason in §. item si quis in fraudem, LV Sum. de Action.
Jason zu § item si quis in fraudem, Summarium LV, de Actionibus,
Præterea contra ipsam decisionem Castrensis consuluit Panor. consil.
Überdies hat Panormitanus gegen eben diese Entscheidung des Castrensis ein Gutachten erstattet, consilium
Saluatoris eiusdemq Genitricis Mariæ Q I. et II.
„Salvatoris eiusdemque Genitricis Mariae“, Frage I und II,
Sum. ubi concludit quod Dni Terrarum Marchiæ, eo quod recognoscunt Papam in superiorem non possunt exerere iura Imperij in partib. suis et concludit latius, quod etiam legatus de latere non potest tollere ius alteri qsitum3,
Summarium, wo er schließt, dass die Herren der Länder der Mark, weil sie den Papst als Oberen anerkennen, die Rechte des Reichs in ihren Landesteilen nicht ausüben können; und er schließt weiter, dass auch ein Legat de latere ein einem anderen erworbenes Recht nicht aufheben kann;
tex. est apertus in c. fin. de confir, util et inutil. ibi nolumus per collones4 uel per confirmationes pdictas5 à legato de latere factas iura quæ Diocesanis debentur minui seu ledi.
der Text ist eindeutig in c. fin. de confirmatione utili et inutili, dort: „wir wollen nicht, dass durch die genannten Kollationen oder Bestätigungen, die von einem Legaten de latere vorgenommen wurden, die Rechte, die den Diözesanen zustehen, gemindert oder verletzt werden“.
Et est glos. antea alleg. in dict. c. fin. de hæret. lib.Läuft auf der nächsten Seite weiter
Und es gibt die zuvor angeführte Glosse zum genannten c. fin. de haereticis, lib.
Unsichere Lesungen
- Interptis — Kürzung (Interpretis)
- liberonis — Lesung unsicher); Q I. (Zeichen vor I unklar
- qsitum — q mit Kürzung (quæsitum)
- collones — Lesung unsicher
- pdictas — p mit Kürzung (prædictas)
S. 331
Bl. 163rBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)Das Ander Buch.
Fortsetzung von der vorigen SeiteEt est glos. antea alleg. in dict. c. fin. de hæret. lib.1
Und es gibt die zuvor angeführte Glosse zum genannten c. fin. de haereticis, lib.
VI. subdit idem Panormi: quod solius principis sit tollere ius alteri quæsitum, pro quo allegat not. in c. constitutus. d2 religios. domib. et regulam indultum.
VI. Derselbe Panormitanus fügt hinzu, dass es allein dem Fürsten zusteht, ein einem anderen erworbenes Recht aufzuheben; dafür führt er das Notat zu c. constitutus, de religiosis domibus, und die Regel „indultum“ an,
Præterea pdictam3 conclusionem Castrens. ita simpliciter intellectam damnat Felin. in c. quæ in Ecclar4 XXXIII.
Überdies verwirft Felinus die genannte Schlussfolgerung des Castrensis, wenn sie so schlechthin verstanden wird, zu c. quae in Ecclesiarum, Summarium XXXIII,
Sum. ubi plura contra eā allegat, et concludit eā tunc demum in principe Imperatorem recognoscente procedere quando in inuestitura ab Imperatore principi inferiori facta exprimitur quod princeps iste possit ea facere in ducatu suo,
wo er vieles gegen sie anführt und schließt, dass sie bei einem Fürsten, der den Kaiser als Oberen anerkennt, erst dann gilt, wenn in der Investitur, die der Kaiser dem niederen Fürsten erteilt hat, ausdrücklich gesagt wird, dass dieser Fürst in seinem Herzogtum das tun könne,
quæ Imperator ipse gerere posset, quia Virtute horum Vel similium Verborum forte dicit Felinus procederet consideratio Castrensis, cuius decisio ita intellecta nihil obstat conclusioni nostræ, cum non appareat Illustrissimū Hassiæ principem, hoc modo esse inuestitum ab Imperio.
was der Kaiser selbst tun könnte; denn kraft dieser oder ähnlicher Worte, sagt Felinus, würde die Erwägung des Castrensis vielleicht gelten; seine Entscheidung, so verstanden, steht unserer Schlussfolgerung in nichts entgegen, da nicht ersichtlich ist, dass der Durchlauchtigste Fürst von Hessen auf diese Weise vom Reich investiert worden wäre.
Atq in istis terminis credo esse intelligendam glos. in c. constitutus in fin. d5 religios. domib. dum dicit quod Epūs et ita inferior à principe Vel papa posset ex certa et rōnabili6 causa alteri ius suum aufferre, ut procedat, Quando prædicta Verba Inuestituræ inseruntur,
Und in diesem Sinne, glaube ich, ist die Glosse zu c. constitutus am Ende, de religiosis domibus, zu verstehen, wenn sie sagt, dass ein Bischof und so ein dem Fürsten oder Papst Untergeordneter aus einem bestimmten und vernünftigen Grund einem anderen sein Recht entziehen könne — nämlich so, dass dies gilt, wenn die genannten Worte in die Investitur eingefügt sind;
alias ista glos. hoc illud nudis Verbis absq lege uel ratione firmans non posset præiudicare clarissimis fundamentis supra in con trarium adductis,Läuft auf der nächsten Seite weiter
andernfalls könnte diese Glosse, die dies mit bloßen Worten ohne Gesetz oder Begründung behauptet, den oben zum Gegenteil beigebrachten klarsten Grundlagen nicht vorgreifen,
Unsichere Lesungen
- lib. — Kürzung tb mit Strich
- d — d mit Kürzungsstrich (de)
- pdictam — p mit Kürzung (prædictam)
- Ecclar — Kürzung, wohl Ecclesiarum
- d — d mit Kürzungsstrich (de)
- rōnabili — Kürzung (rationabili)
S. 332
Bl. 163vBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)Das Ander Buch.
Fortsetzung von der vorigen Seitealias ista glos. hoc illud nudis Verbis absq lege uel ratione firmans non posset præiudicare clarissimis fundamentis supra in con trarium adductis,
andernfalls könnte diese Glosse, die dies mit bloßen Worten ohne Gesetz oder Begründung behauptet, den oben zum Gegenteil beigebrachten klarsten Grundlagen nicht vorgreifen,
quæ expresse loquuntur etiam in casu, quando inferior ex causa aufferre Vellet alicui dominium rei suæ, ut latius declarat Felin. in allegat. c. quæ in Ecclar1 XXXII.
die ausdrücklich auch für den Fall sprechen, wenn ein Untergeordneter aus einem Grund jemandem das Eigentum an seiner Sache entziehen wollte, wie Felinus ausführlicher darlegt zum angeführten c. quae in Ecclesiarum, Summarium XXXII,
Nec enim obstat, quod isti domini Salinarum sint subditi Illustrissimi principis & Landgrauij Hassiæ, & per consequēs habere locum decisionem Innocentij in c. in nostra De iniurij et dam. dat. quod 532 Princeps possit reuocare ex causa priuilegium datum subdito,
Denn es steht auch nicht entgegen, dass diese Herren der Salinen (die Pfänner) Untertanen des Durchlauchtigsten Fürsten und Landgrafen von Hessen sind und folglich die Entscheidung des Innocenz in c. in nostra, De iniuriis et damno dato, Platz greife, dass 53 der Fürst ein einem Untertanen erteiltes Privileg aus einem Grund widerrufen könne,
etiamsi transierit in contractum, Rx.3 quod innocentius dictam decisionem in c. in nostra, non firmat, sed loquitur in casu, quando Subditi omnes singulariter consentiunt in statutum propter eorum consensum merito piudicat4.
selbst wenn es in einen Vertrag übergegangen ist. Ich antworte (Respondeo), dass Innocenz die genannte Entscheidung in c. in nostra nicht bekräftigt, sondern von dem Fall spricht, wenn alle Untertanen einzeln in ein Statut einwilligen, das ihnen wegen ihrer Zustimmung zu Recht zum Nachteil gereicht.
Quia hic dni Salinarum alta et plena Voce redamant et illud dictum Innocentij infideliter refertr5 per Doctores in plurib. locis.
Denn hier widersprechen die Herren der Salinen mit lauter und voller Stimme, und jener Ausspruch des Innocenz wird von den Doktoren an mehreren Stellen ungetreu wiedergegeben.
Secundo procedit dicta dcisio6 quando priuilegium habet causam successiuam, nempe ne priuilegiatus teatur soluere collectam, secus autem esset si priuilegiatus dedicit7 aliquid priuilegianti et ita priuilegium transiuit in contractum et per consequens in ius gentium quia tunc non poterit reuocari etiam in præiuditium subditi.Läuft auf der nächsten Seite weiter
Zweitens gilt die genannte Entscheidung, wenn das Privileg einen fortlaufenden Grund hat, nämlich dass der Privilegierte nicht gehalten sein soll, eine Kollekte (Abgabe) zu zahlen; anders wäre es aber, wenn der Privilegierte dem Privilegiengeber etwas gegeben hat und so das Privileg in einen Vertrag und folglich in das Völkerrecht übergegangen ist, weil es dann nicht widerrufen werden kann, auch nicht zum Nachteil eines Untertanen.
Unsichere Lesungen
- Ecclar — Kürzung, wohl Ecclesiarum
- 53 — Zeichen unklar, evtl. Kürzel
- Rx. — Kürzel (Respondeo?)
- piudicat — p mit Kürzung (præiudicat)
- refertr — Kürzung (refertur)
- dcisio — d mit Strich (decisio)
- dedicit — Lesung unsicher
S. 333
Bl. 164rBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)Das Ander Buch.
Fortsetzung von der vorigen SeiteSecundo procedit dicta dcisio quando priuilegium habet causam successiuam, nempe ne priuilegiatus teatur soluere collectam, secus autem esset si priuilegiatus dedicit aliquid priuilegianti et ita priuilegium transiuit in contractum et per consequens in ius gentium quia tunc non poterit reuocari etiam in præiuditium subditi.
Zweitens gilt die genannte Entscheidung, wenn das Privileg einen fortlaufenden Grund hat, nämlich dass der Privilegierte nicht gehalten sein soll, eine Kollekte (Abgabe) zu zahlen; anders wäre es aber, wenn der Privilegierte dem Privilegiengeber etwas gegeben hat und so das Privileg in einen Vertrag und folglich in das Völkerrecht übergegangen ist, weil es dann nicht widerrufen werden kann, auch nicht zum Nachteil eines Untertanen.
Quamuis et hoc sit ponderandum, quod isti domini Salinarum non Videntur omnes esse subiecti, iurisdictioni Ducis Hassiæ, cum alibi morantur,
Wiewohl auch dies zu erwägen ist, dass diese Herren der Salinen nicht alle der Gerichtsbarkeit des Herzogs (Landgrafen) von Hessen unterworfen zu sein scheinen, da sie anderswo wohnen,
sicuti in facto præsupponitur ita respondet et plurib. firmat Apostilator ad Bart. in L. omnes populi XXIX Sum. ff. de iust. et iur. et est solutio Anton. d Bu.1 quem sequitur Panor. in c. nouit XXVI Sum.
wie es im Sachverhalt vorausgesetzt wird; so antwortet und bekräftigt mit mehreren Gründen der Apostillator zu Bartolus in L. omnes populi, Summarium XXIX, ff. de iustitia et iure; und es ist die Lösung des Antonius de Butrio, dem Panormitanus folgt in c. novit, Summarium XXVI,
De iuditij. ubi dicit hoc procedere nisi subsit cā2, propter quam etiam ea quæ sunt iuris gentium possent reuocari, quod tamen spectat ad Imperatorem tantum et inferior a summo facere non potest p pdicta.
De iudiciis, wo er sagt, dies gelte, sofern nicht ein Grund vorliegt, aus dem auch das, was zum Völkerrecht gehört, widerrufen werden könnte, was aber allein dem Kaiser zusteht und ein dem Höchsten Untergeordneter nach dem Vorgesagten nicht tun kann.
Atq ita in terminis limitat pdictam3 decisionem, Felin. di. c. nouit.
Und so schränkt Felinus die genannte Entscheidung in diesem Sinne ein, zum genannten c. novit,
Sum. dum dicit quod inferior à principe summo non potest reuocare priuilegium concessum etiam subdito, multo minus contractus cum subdito celebratos, sed quod hoc spectat ad solum summum principem, per plura fundamenta ibidem per eum adducta quæ breuitatis gratia non refero. [gestrichen:
Summarium, wenn er sagt, dass ein dem höchsten Fürsten Untergeordneter ein Privileg, auch wenn es einem Untertanen erteilt wurde, nicht widerrufen kann, viel weniger mit einem Untertanen geschlossene Verträge, sondern dass dies allein dem höchsten Fürsten zusteht, aufgrund mehrerer Grundlagen, die er dort beibringt und die ich der Kürze halber nicht wiedergebe. [gestrichen:
Zum Sechstenn, Do gesagt wirdt, das die verstorbene Landt=] [gestrichen: graffenn hochlöblicher gedechtnus, vonn welchenn ge=] [gestrichen: meine Pfenner, ihre gerechtigkeit erlanngt, diesem Jtzt=] [gestrichen: regierendenn Furstenn, als Jrem Successori nichtt] [gestrichen: hettenn nugenn einigenn nachteil zuziehenn, Dar=] [gestrichen: auff ist zuanntworttenn, das ein Jeglicher] Successor [gestrichen: in] Imperio, [gestrichen: vnnd viel mehr in] Ducatū uel comitatū, [gestrichen: seines vorfahrenns hanndtlung zuhalttenn pflichtigk] p tex. in c. x d probat. et ibi Canonist. [gestrichen: vnnd alle rech=] [gestrichen: te die dargegenn ein annsehenn habenn,Läuft auf der nächsten Seite weiter
Zum Sechsten: Wenn gesagt wird, dass die verstorbenen Land=] [gestrichen: grafen hochlöblichen Gedächtnisses, von denen die ge=] [gestrichen: meinen Pfänner ihre Gerechtigkeit erlangt haben, diesem jetzt] [gestrichen: regierenden Fürsten als ihrem Nachfolger (Successor) nicht] [gestrichen: hätten irgendeinen Nachteil zufügen können, dar=] [gestrichen: auf ist zu antworten, dass ein jeglicher] Nachfolger (Successor) [gestrichen: im] Reich (Imperio), [gestrichen: und viel mehr im] Herzogtum oder in der Grafschaft (Ducatu vel comitatu), [gestrichen: die Handlung seines Vorfahren zu halten verpflichtet ist,] nach dem Text in c. x, de probationibus, und den Kanonisten dort; [gestrichen: und alle Rech=] [gestrichen: te, die dagegen ein Ansehen haben,
Unsichere Lesungen
- d Bu. — d mit Strich (de Butrio)
- cā — Kürzung (causa)); p pdicta (p-Kürzungen (per prædicta)
- pdictam — p mit Kürzung); Zum Sechstenn (vier Zeilen durchgestrichen
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Bl. 164vBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)Das Ander Buch.
Fortsetzung von der vorigen SeiteZum Sechstenn, Do gesagt wirdt, das die verstorbene Landt=] [gestrichen: graffenn hochlöblicher gedechtnus, vonn welchenn ge=] [gestrichen: meine Pfenner, ihre gerechtigkeit erlanngt, diesem Jtzt=] [gestrichen: regierendenn Furstenn, als Jrem Successori nichtt] [gestrichen: hettenn nugenn1 einigenn nachteil zuziehenn, Dar=] [gestrichen: auff ist zuanntworttenn, das ein Jeglicher] Successor [gestrichen: in] Imperio, [gestrichen: vnnd viel mehr in] Ducatū uel comitatū, [gestrichen: seines vorfahrenns hanndtlung zuhalttenn pflichtigk] p tex. in c. x d probat. et ibi Canonist. [gestrichen: vnnd alle rech=] [gestrichen: te die dargegenn ein annsehenn habenn,
Zum Sechsten: Wenn gesagt wird, dass die verstorbenen Land=] [gestrichen: grafen hochlöblichen Gedächtnisses, von denen die ge=] [gestrichen: meinen Pfänner ihre Gerechtigkeit erlangt haben, diesem jetzt] [gestrichen: regierenden Fürsten als ihrem Nachfolger (Successor) nicht] [gestrichen: hätten irgendeinen Nachteil zufügen können, dar=] [gestrichen: auf ist zu antworten, dass ein jeglicher] Nachfolger (Successor) [gestrichen: im] Reich (Imperio), [gestrichen: und viel mehr im] Herzogtum oder in der Grafschaft (Ducatu vel comitatu), [gestrichen: die Handlung seines Vorfahren zu halten verpflichtet ist,] nach dem Text in c. x, de probationibus, und den Kanonisten dort; [gestrichen: und alle Rech=] [gestrichen: te, die dagegen ein Ansehen haben,
die redenn in] [gestrichen: den fellenn, do ein Kaiser, Furst oder Graue, ohne vhr=] [gestrichen: sach ein solche gerechttigkeit enndtfrembdet vnnd alie=] [gestrichen: niret, dadurch die Kaiserliche, Königliche vnnd Furst=] [gestrichen: liche] præeminentz [gestrichen: vnnd wirdigkeit hochlich beschedigt] [gestrichen: wurde,
die reden von] [gestrichen: den Fällen, in denen ein Kaiser, Fürst oder Graf ohne Ur=] [gestrichen: sache eine solche Gerechtigkeit entfremdet und alie=] [gestrichen: niert (veräußert), wodurch die kaiserliche, königliche und fürst=] [gestrichen: liche] Präeminenz [gestrichen: und Würde hochlich beschädigt] [gestrichen: würde;
dann solche enndtfrembdung vnnd] alienation [gestrichen: bin=2] [gestrichen: de den] Successorem in officio Vel dignitate [gestrichen: nicht, ohne das] [gestrichen: aber ist auch] Successor in officio [gestrichen: seines vorfahrenn handt=] [gestrichen: lung zuhalttenn schuldigk.] Ita probat Bart. in L. prohibere §. plane VI.
denn solche Entfremdung und] Alienation (Veräußerung) [gestrichen: bin=] [gestrichen: de den] Nachfolger im Amt oder in der Würde (Successorem in officio vel dignitate) [gestrichen: nicht; ohne das] [gestrichen: aber ist auch der] Nachfolger im Amt (Successor in officio) [gestrichen: die Hand=] [gestrichen: lung seines Vorfahren zu halten schuldig.] So beweist es Bartolus in L. prohibere § plane, Summarium VI,
Quod Vi aut clam, ubi formaliter dicit, Quod quando donatio siue alienatio Regis uel principis fieret, in magnam diminutionem iurisdictionis regalis, tunc non posset hoc facere, etiamsi iuramento alienationem firmaret, et de hoc est tex. in c. intellecto,
Quod vi aut clam, wo er ausdrücklich sagt, dass, wenn eine Schenkung oder Veräußerung eines Königs oder Fürsten zu großer Minderung der königlichen Gerichtsbarkeit geschähe, er dies dann nicht tun könne, selbst wenn er die Veräußerung mit einem Eid bekräftigte; und davon handelt der Text in c. intellecto,
extra de iureiur. ibi alienationes in piudicium3 regni sui, et contra regis honorem factas, Secus autem esset, si ista alienatio non multum diminueret iurisdictionem regni, Vel ducatus, quia tunc Valeret nec posset per successorem reuocari, et de hoc est casus, in c.Läuft auf der nächsten Seite weiter
extra, de iureiurando, dort: „Veräußerungen, die zum Nachteil seines Königreichs und gegen die Ehre des Königs vorgenommen wurden“; anders aber wäre es, wenn diese Veräußerung die Gerichtsbarkeit des Königreichs oder Herzogtums nicht sehr minderte, weil sie dann gültig wäre und durch den Nachfolger nicht widerrufen werden könnte; und davon handelt der Fall in c.
Unsichere Lesungen
- nugenn — gestrichen, Lesung unsicher); p tex. in c. x d (Kürzungen (per, de)
- bin= — Kürzungsstrich, gestrichen
- piudicium — p mit Kürzung (præiudicium)