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Salzbibel · Lesetext · 2. Buch

Das zweite Buch · S. 329

Die Rechtsgutachten · S. 329 · Bl. 162r · Band 1

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Seiten am Stück

Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.

Die Rechtsgutachten

S. 210–361 · Bl. 102v–178v · Bd. 1 · Zeitleiste: 2. Buch

S. 329

Bl. 162rBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)

Das ander Buch

1

Fortsetzung von der vorigen SeiteQuod quando Dominus Ducatus Vel Marchiæ indicit bellum alicui terræ, quod illa quæ capiuntur, non efficiuntur capientium, sed capti efficiuntur serui, quod tamen fieret si haberent iura Imperij1[?] isti Domini, et in Sum.

dass, wenn der Herr eines Herzogtums oder einer Markgrafschaft irgendeinem Land den Krieg erklärt, das, was erbeutet wird, nicht Eigentum der Erbeutenden wird, noch die Gefangenen zu Sklaven werden, was doch geschähe, wenn diese Herren die Rechte des Reichs[?] hätten; und im Summarium

2

XVI. decidit, Quod ciuitates bella gerentes non habeant iura postliminij, nisi sint ciuitates superiorem non recognoscentes.

XVI entscheidet er, dass Städte, die Krieg führen, nicht die Rechte des Postliminiums (iura postliminii) haben, es sei denn, es sind Städte, die keinen Oberen anerkennen.

3

Ergo aliud est in superiorem recognoscentib.

Also verhält es sich anders bei denen, die einen Oberen anerkennen.

4

Est enim istarum ciuitatum non recognoscentium superiorem perpetuum imperium.

Denn diese Städte, die keinen Oberen anerkennen, haben eine immerwährende Herrschaftsgewalt (perpetuum imperium).

5

Ita etiam Bart. in L. ambitiosa, ff. de decret. ab ord. faciend. à Castrensi allegatus decidit contrarium. dicit enim in VII.

Ebenso entscheidet auch Bartolus in L. ambitiosa, ff. de decretis ab ordine faciendis, der von Castrensis angeführt wird, das Gegenteil; denn er sagt im VII.

6

Sum.

Summarium:

7

Quod dicta ab eo procedant in illis ciuitatibus, quæ de facto in temporalibus non recognoscunt superiorem et sic ipsi in se habent imperium, et ita nihil ad rhombum.

dass das von ihm Gesagte für jene Städte gilt, die de facto in weltlichen Dingen keinen Oberen anerkennen und so die Herrschaftsgewalt in sich selbst haben; und so tut es nichts zur Sache (nihil ad rhombum).

8

Tertio allegat Castrens.

Drittens führt Castrensis an

9

Cÿn. in L. ea lege.

Cynus zu L. ea lege,

10

Calum ulti: ibi, 2da ratione determinatum fuit, ff. d2 condict. ob caus. ubi Cÿn. directo probat contrarium, hæc enim st3[?] ipsius Verba.

Calum ulti.: dort, „aus dem zweiten Grund wurde bestimmt“, ff. de condictione ob causam, wo Cynus geradewegs das Gegenteil beweist; denn dies sind[?] seine eigenen Worte:

11

Quod is qui non subiacet alterius territorio reputatur fiscus et princeps in partibus suis, et ita loquitur d4 superiorem non recognoscentibus, id quod etiam fatemur.

dass derjenige, der nicht dem Gebiet eines anderen unterworfen ist, in seinen Landesteilen als Fiskus und Fürst gilt; und so spricht er von denen, die keinen Oberen anerkennen, was auch wir zugestehen.

12

Sed hic Dux Hassiæ est subiectus Imperio:

Aber hier ist der Herzog (Landgraf) von Hessen dem Reich unterworfen:

13

Ergo:

Also:

14

Et per consequens iuxta iura allegata per Castrensem probat ipse Castrensis pcise5 contrarium eius quod asseruit, probat enim superiorem recognoscentes, siue sint Domini Temporales siue perpetui, de quib.Läuft auf der nächsten Seite weiter

Und folglich beweist Castrensis selbst nach den von ihm angeführten Rechtsstellen genau das Gegenteil dessen, was er behauptet hat; er beweist nämlich, dass diejenigen, die einen Oberen anerkennen, seien es zeitliche oder immerwährende Herren, von denen

Unsichere Lesungen

  1. perij — Kürzungszeichen über Im=perij
  2. d — d mit Kürzungsstrich (de)
  3. st — Kürzung, wohl sunt
  4. d — d mit Kürzungsstrich (de)
  5. pcise — p mit Kürzung (præcise)

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