Salzbibel · Lesetext · 2. Buch
Das zweite Buch · S. 330–339
Die Rechtsgutachten · S. 330–339 · Bl. 162v–167r · Band 1
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Die Rechtsgutachten
S. 210–361 · Bl. 102v–178v · Bd. 1 · Zeitleiste: 2. Buch
S. 330
Bl. 162vBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)Das Ander Buch.
Fortsetzung von der vorigen SeiteEt per consequens iuxta iura allegata per Castrensem probat ipse Castrensis pcise contrarium eius quod asseruit, probat enim superiorem recognoscentes, siue sint Domini Temporales siue perpetui, de quib.
Und folglich beweist Castrensis selbst nach den von ihm angeführten Rechtsstellen genau das Gegenteil dessen, was er behauptet hat; er beweist nämlich, dass diejenigen, die einen Oberen anerkennen, seien es zeitliche oder immerwährende Herren, von denen
L. hostes. non posse alicui aufferre dominium rei suæ, siue aliud contra ius gent. constituere, siue se impedire de supremo Principi specialiter reseruatis.
L. hostes, niemandem das Eigentum an seiner Sache entziehen können, noch etwas anderes gegen das Völkerrecht (ius gentium) festsetzen, noch sich in das einmischen können, was dem obersten Fürsten besonders vorbehalten ist.
Etenim dictum Doctoris siue Interptis1 debet semper intelligi 2dum leges et iura quæ allegat, ita dicit Bart. in L. non solum §. si liberonis2 Verba ff. de liber. legat. ubi Alexander in apostill.
Denn der Ausspruch eines Doktors oder Auslegers muss immer nach den Gesetzen und Rechtsstellen verstanden werden, die er anführt; so sagt Bartolus in L. non solum § si liberonis Verba, ff. de liberatione legata, wo Alexander in den Apostillen
Jason in §. item si quis in fraudem, LV Sum. de Action.
Jason zu § item si quis in fraudem, Summarium LV, de Actionibus,
Præterea contra ipsam decisionem Castrensis consuluit Panor. consil.
Überdies hat Panormitanus gegen eben diese Entscheidung des Castrensis ein Gutachten erstattet, consilium
Saluatoris eiusdemq Genitricis Mariæ Q I. et II.
„Salvatoris eiusdemque Genitricis Mariae“, Frage I und II,
Sum. ubi concludit quod Dni Terrarum Marchiæ, eo quod recognoscunt Papam in superiorem non possunt exerere iura Imperij in partib. suis et concludit latius, quod etiam legatus de latere non potest tollere ius alteri qsitum3,
Summarium, wo er schließt, dass die Herren der Länder der Mark, weil sie den Papst als Oberen anerkennen, die Rechte des Reichs in ihren Landesteilen nicht ausüben können; und er schließt weiter, dass auch ein Legat de latere ein einem anderen erworbenes Recht nicht aufheben kann;
tex. est apertus in c. fin. de confir, util et inutil. ibi nolumus per collones4 uel per confirmationes pdictas5 à legato de latere factas iura quæ Diocesanis debentur minui seu ledi.
der Text ist eindeutig in c. fin. de confirmatione utili et inutili, dort: „wir wollen nicht, dass durch die genannten Kollationen oder Bestätigungen, die von einem Legaten de latere vorgenommen wurden, die Rechte, die den Diözesanen zustehen, gemindert oder verletzt werden“.
Et est glos. antea alleg. in dict. c. fin. de hæret. lib.Läuft auf der nächsten Seite weiter
Und es gibt die zuvor angeführte Glosse zum genannten c. fin. de haereticis, lib.
Unsichere Lesungen
- Interptis — Kürzung (Interpretis)
- liberonis — Lesung unsicher); Q I. (Zeichen vor I unklar
- qsitum — q mit Kürzung (quæsitum)
- collones — Lesung unsicher
- pdictas — p mit Kürzung (prædictas)
S. 331
Bl. 163rBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)Das Ander Buch.
Fortsetzung von der vorigen SeiteEt est glos. antea alleg. in dict. c. fin. de hæret. lib.1
Und es gibt die zuvor angeführte Glosse zum genannten c. fin. de haereticis, lib.
VI. subdit idem Panormi: quod solius principis sit tollere ius alteri quæsitum, pro quo allegat not. in c. constitutus. d2 religios. domib. et regulam indultum.
VI. Derselbe Panormitanus fügt hinzu, dass es allein dem Fürsten zusteht, ein einem anderen erworbenes Recht aufzuheben; dafür führt er das Notat zu c. constitutus, de religiosis domibus, und die Regel „indultum“ an,
Præterea pdictam3 conclusionem Castrens. ita simpliciter intellectam damnat Felin. in c. quæ in Ecclar4 XXXIII.
Überdies verwirft Felinus die genannte Schlussfolgerung des Castrensis, wenn sie so schlechthin verstanden wird, zu c. quae in Ecclesiarum, Summarium XXXIII,
Sum. ubi plura contra eā allegat, et concludit eā tunc demum in principe Imperatorem recognoscente procedere quando in inuestitura ab Imperatore principi inferiori facta exprimitur quod princeps iste possit ea facere in ducatu suo,
wo er vieles gegen sie anführt und schließt, dass sie bei einem Fürsten, der den Kaiser als Oberen anerkennt, erst dann gilt, wenn in der Investitur, die der Kaiser dem niederen Fürsten erteilt hat, ausdrücklich gesagt wird, dass dieser Fürst in seinem Herzogtum das tun könne,
quæ Imperator ipse gerere posset, quia Virtute horum Vel similium Verborum forte dicit Felinus procederet consideratio Castrensis, cuius decisio ita intellecta nihil obstat conclusioni nostræ, cum non appareat Illustrissimū Hassiæ principem, hoc modo esse inuestitum ab Imperio.
was der Kaiser selbst tun könnte; denn kraft dieser oder ähnlicher Worte, sagt Felinus, würde die Erwägung des Castrensis vielleicht gelten; seine Entscheidung, so verstanden, steht unserer Schlussfolgerung in nichts entgegen, da nicht ersichtlich ist, dass der Durchlauchtigste Fürst von Hessen auf diese Weise vom Reich investiert worden wäre.
Atq in istis terminis credo esse intelligendam glos. in c. constitutus in fin. d5 religios. domib. dum dicit quod Epūs et ita inferior à principe Vel papa posset ex certa et rōnabili6 causa alteri ius suum aufferre, ut procedat, Quando prædicta Verba Inuestituræ inseruntur,
Und in diesem Sinne, glaube ich, ist die Glosse zu c. constitutus am Ende, de religiosis domibus, zu verstehen, wenn sie sagt, dass ein Bischof und so ein dem Fürsten oder Papst Untergeordneter aus einem bestimmten und vernünftigen Grund einem anderen sein Recht entziehen könne — nämlich so, dass dies gilt, wenn die genannten Worte in die Investitur eingefügt sind;
alias ista glos. hoc illud nudis Verbis absq lege uel ratione firmans non posset præiudicare clarissimis fundamentis supra in con trarium adductis,Läuft auf der nächsten Seite weiter
andernfalls könnte diese Glosse, die dies mit bloßen Worten ohne Gesetz oder Begründung behauptet, den oben zum Gegenteil beigebrachten klarsten Grundlagen nicht vorgreifen,
Unsichere Lesungen
- lib. — Kürzung tb mit Strich
- d — d mit Kürzungsstrich (de)
- pdictam — p mit Kürzung (prædictam)
- Ecclar — Kürzung, wohl Ecclesiarum
- d — d mit Kürzungsstrich (de)
- rōnabili — Kürzung (rationabili)
S. 332
Bl. 163vBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)Das Ander Buch.
Fortsetzung von der vorigen Seitealias ista glos. hoc illud nudis Verbis absq lege uel ratione firmans non posset præiudicare clarissimis fundamentis supra in con trarium adductis,
andernfalls könnte diese Glosse, die dies mit bloßen Worten ohne Gesetz oder Begründung behauptet, den oben zum Gegenteil beigebrachten klarsten Grundlagen nicht vorgreifen,
quæ expresse loquuntur etiam in casu, quando inferior ex causa aufferre Vellet alicui dominium rei suæ, ut latius declarat Felin. in allegat. c. quæ in Ecclar1 XXXII.
die ausdrücklich auch für den Fall sprechen, wenn ein Untergeordneter aus einem Grund jemandem das Eigentum an seiner Sache entziehen wollte, wie Felinus ausführlicher darlegt zum angeführten c. quae in Ecclesiarum, Summarium XXXII,
Nec enim obstat, quod isti domini Salinarum sint subditi Illustrissimi principis & Landgrauij Hassiæ, & per consequēs habere locum decisionem Innocentij in c. in nostra De iniurij et dam. dat. quod 532 Princeps possit reuocare ex causa priuilegium datum subdito,
Denn es steht auch nicht entgegen, dass diese Herren der Salinen (die Pfänner) Untertanen des Durchlauchtigsten Fürsten und Landgrafen von Hessen sind und folglich die Entscheidung des Innocenz in c. in nostra, De iniuriis et damno dato, Platz greife, dass 53 der Fürst ein einem Untertanen erteiltes Privileg aus einem Grund widerrufen könne,
etiamsi transierit in contractum, Rx.3 quod innocentius dictam decisionem in c. in nostra, non firmat, sed loquitur in casu, quando Subditi omnes singulariter consentiunt in statutum propter eorum consensum merito piudicat4.
selbst wenn es in einen Vertrag übergegangen ist. Ich antworte (Respondeo), dass Innocenz die genannte Entscheidung in c. in nostra nicht bekräftigt, sondern von dem Fall spricht, wenn alle Untertanen einzeln in ein Statut einwilligen, das ihnen wegen ihrer Zustimmung zu Recht zum Nachteil gereicht.
Quia hic dni Salinarum alta et plena Voce redamant et illud dictum Innocentij infideliter refertr5 per Doctores in plurib. locis.
Denn hier widersprechen die Herren der Salinen mit lauter und voller Stimme, und jener Ausspruch des Innocenz wird von den Doktoren an mehreren Stellen ungetreu wiedergegeben.
Secundo procedit dicta dcisio6 quando priuilegium habet causam successiuam, nempe ne priuilegiatus teatur soluere collectam, secus autem esset si priuilegiatus dedicit7 aliquid priuilegianti et ita priuilegium transiuit in contractum et per consequens in ius gentium quia tunc non poterit reuocari etiam in præiuditium subditi.Läuft auf der nächsten Seite weiter
Zweitens gilt die genannte Entscheidung, wenn das Privileg einen fortlaufenden Grund hat, nämlich dass der Privilegierte nicht gehalten sein soll, eine Kollekte (Abgabe) zu zahlen; anders wäre es aber, wenn der Privilegierte dem Privilegiengeber etwas gegeben hat und so das Privileg in einen Vertrag und folglich in das Völkerrecht übergegangen ist, weil es dann nicht widerrufen werden kann, auch nicht zum Nachteil eines Untertanen.
Unsichere Lesungen
- Ecclar — Kürzung, wohl Ecclesiarum
- 53 — Zeichen unklar, evtl. Kürzel
- Rx. — Kürzel (Respondeo?)
- piudicat — p mit Kürzung (præiudicat)
- refertr — Kürzung (refertur)
- dcisio — d mit Strich (decisio)
- dedicit — Lesung unsicher
S. 333
Bl. 164rBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)Das Ander Buch.
Fortsetzung von der vorigen SeiteSecundo procedit dicta dcisio quando priuilegium habet causam successiuam, nempe ne priuilegiatus teatur soluere collectam, secus autem esset si priuilegiatus dedicit aliquid priuilegianti et ita priuilegium transiuit in contractum et per consequens in ius gentium quia tunc non poterit reuocari etiam in præiuditium subditi.
Zweitens gilt die genannte Entscheidung, wenn das Privileg einen fortlaufenden Grund hat, nämlich dass der Privilegierte nicht gehalten sein soll, eine Kollekte (Abgabe) zu zahlen; anders wäre es aber, wenn der Privilegierte dem Privilegiengeber etwas gegeben hat und so das Privileg in einen Vertrag und folglich in das Völkerrecht übergegangen ist, weil es dann nicht widerrufen werden kann, auch nicht zum Nachteil eines Untertanen.
Quamuis et hoc sit ponderandum, quod isti domini Salinarum non Videntur omnes esse subiecti, iurisdictioni Ducis Hassiæ, cum alibi morantur,
Wiewohl auch dies zu erwägen ist, dass diese Herren der Salinen nicht alle der Gerichtsbarkeit des Herzogs (Landgrafen) von Hessen unterworfen zu sein scheinen, da sie anderswo wohnen,
sicuti in facto præsupponitur ita respondet et plurib. firmat Apostilator ad Bart. in L. omnes populi XXIX Sum. ff. de iust. et iur. et est solutio Anton. d Bu.1 quem sequitur Panor. in c. nouit XXVI Sum.
wie es im Sachverhalt vorausgesetzt wird; so antwortet und bekräftigt mit mehreren Gründen der Apostillator zu Bartolus in L. omnes populi, Summarium XXIX, ff. de iustitia et iure; und es ist die Lösung des Antonius de Butrio, dem Panormitanus folgt in c. novit, Summarium XXVI,
De iuditij. ubi dicit hoc procedere nisi subsit cā2, propter quam etiam ea quæ sunt iuris gentium possent reuocari, quod tamen spectat ad Imperatorem tantum et inferior a summo facere non potest p pdicta.
De iudiciis, wo er sagt, dies gelte, sofern nicht ein Grund vorliegt, aus dem auch das, was zum Völkerrecht gehört, widerrufen werden könnte, was aber allein dem Kaiser zusteht und ein dem Höchsten Untergeordneter nach dem Vorgesagten nicht tun kann.
Atq ita in terminis limitat pdictam3 decisionem, Felin. di. c. nouit.
Und so schränkt Felinus die genannte Entscheidung in diesem Sinne ein, zum genannten c. novit,
Sum. dum dicit quod inferior à principe summo non potest reuocare priuilegium concessum etiam subdito, multo minus contractus cum subdito celebratos, sed quod hoc spectat ad solum summum principem, per plura fundamenta ibidem per eum adducta quæ breuitatis gratia non refero. [gestrichen:
Summarium, wenn er sagt, dass ein dem höchsten Fürsten Untergeordneter ein Privileg, auch wenn es einem Untertanen erteilt wurde, nicht widerrufen kann, viel weniger mit einem Untertanen geschlossene Verträge, sondern dass dies allein dem höchsten Fürsten zusteht, aufgrund mehrerer Grundlagen, die er dort beibringt und die ich der Kürze halber nicht wiedergebe. [gestrichen:
Zum Sechstenn, Do gesagt wirdt, das die verstorbene Landt=] [gestrichen: graffenn hochlöblicher gedechtnus, vonn welchenn ge=] [gestrichen: meine Pfenner, ihre gerechtigkeit erlanngt, diesem Jtzt=] [gestrichen: regierendenn Furstenn, als Jrem Successori nichtt] [gestrichen: hettenn nugenn einigenn nachteil zuziehenn, Dar=] [gestrichen: auff ist zuanntworttenn, das ein Jeglicher] Successor [gestrichen: in] Imperio, [gestrichen: vnnd viel mehr in] Ducatū uel comitatū, [gestrichen: seines vorfahrenns hanndtlung zuhalttenn pflichtigk] p tex. in c. x d probat. et ibi Canonist. [gestrichen: vnnd alle rech=] [gestrichen: te die dargegenn ein annsehenn habenn,Läuft auf der nächsten Seite weiter
Zum Sechsten: Wenn gesagt wird, dass die verstorbenen Land=] [gestrichen: grafen hochlöblichen Gedächtnisses, von denen die ge=] [gestrichen: meinen Pfänner ihre Gerechtigkeit erlangt haben, diesem jetzt] [gestrichen: regierenden Fürsten als ihrem Nachfolger (Successor) nicht] [gestrichen: hätten irgendeinen Nachteil zufügen können, dar=] [gestrichen: auf ist zu antworten, dass ein jeglicher] Nachfolger (Successor) [gestrichen: im] Reich (Imperio), [gestrichen: und viel mehr im] Herzogtum oder in der Grafschaft (Ducatu vel comitatu), [gestrichen: die Handlung seines Vorfahren zu halten verpflichtet ist,] nach dem Text in c. x, de probationibus, und den Kanonisten dort; [gestrichen: und alle Rech=] [gestrichen: te, die dagegen ein Ansehen haben,
Unsichere Lesungen
- d Bu. — d mit Strich (de Butrio)
- cā — Kürzung (causa)); p pdicta (p-Kürzungen (per prædicta)
- pdictam — p mit Kürzung); Zum Sechstenn (vier Zeilen durchgestrichen
S. 334
Bl. 164vBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)Das Ander Buch.
Fortsetzung von der vorigen SeiteZum Sechstenn, Do gesagt wirdt, das die verstorbene Landt=] [gestrichen: graffenn hochlöblicher gedechtnus, vonn welchenn ge=] [gestrichen: meine Pfenner, ihre gerechtigkeit erlanngt, diesem Jtzt=] [gestrichen: regierendenn Furstenn, als Jrem Successori nichtt] [gestrichen: hettenn nugenn1 einigenn nachteil zuziehenn, Dar=] [gestrichen: auff ist zuanntworttenn, das ein Jeglicher] Successor [gestrichen: in] Imperio, [gestrichen: vnnd viel mehr in] Ducatū uel comitatū, [gestrichen: seines vorfahrenns hanndtlung zuhalttenn pflichtigk] p tex. in c. x d probat. et ibi Canonist. [gestrichen: vnnd alle rech=] [gestrichen: te die dargegenn ein annsehenn habenn,
Zum Sechsten: Wenn gesagt wird, dass die verstorbenen Land=] [gestrichen: grafen hochlöblichen Gedächtnisses, von denen die ge=] [gestrichen: meinen Pfänner ihre Gerechtigkeit erlangt haben, diesem jetzt] [gestrichen: regierenden Fürsten als ihrem Nachfolger (Successor) nicht] [gestrichen: hätten irgendeinen Nachteil zufügen können, dar=] [gestrichen: auf ist zu antworten, dass ein jeglicher] Nachfolger (Successor) [gestrichen: im] Reich (Imperio), [gestrichen: und viel mehr im] Herzogtum oder in der Grafschaft (Ducatu vel comitatu), [gestrichen: die Handlung seines Vorfahren zu halten verpflichtet ist,] nach dem Text in c. x, de probationibus, und den Kanonisten dort; [gestrichen: und alle Rech=] [gestrichen: te, die dagegen ein Ansehen haben,
die redenn in] [gestrichen: den fellenn, do ein Kaiser, Furst oder Graue, ohne vhr=] [gestrichen: sach ein solche gerechttigkeit enndtfrembdet vnnd alie=] [gestrichen: niret, dadurch die Kaiserliche, Königliche vnnd Furst=] [gestrichen: liche] præeminentz [gestrichen: vnnd wirdigkeit hochlich beschedigt] [gestrichen: wurde,
die reden von] [gestrichen: den Fällen, in denen ein Kaiser, Fürst oder Graf ohne Ur=] [gestrichen: sache eine solche Gerechtigkeit entfremdet und alie=] [gestrichen: niert (veräußert), wodurch die kaiserliche, königliche und fürst=] [gestrichen: liche] Präeminenz [gestrichen: und Würde hochlich beschädigt] [gestrichen: würde;
dann solche enndtfrembdung vnnd] alienation [gestrichen: bin=2] [gestrichen: de den] Successorem in officio Vel dignitate [gestrichen: nicht, ohne das] [gestrichen: aber ist auch] Successor in officio [gestrichen: seines vorfahrenn handt=] [gestrichen: lung zuhalttenn schuldigk.] Ita probat Bart. in L. prohibere §. plane VI.
denn solche Entfremdung und] Alienation (Veräußerung) [gestrichen: bin=] [gestrichen: de den] Nachfolger im Amt oder in der Würde (Successorem in officio vel dignitate) [gestrichen: nicht; ohne das] [gestrichen: aber ist auch der] Nachfolger im Amt (Successor in officio) [gestrichen: die Hand=] [gestrichen: lung seines Vorfahren zu halten schuldig.] So beweist es Bartolus in L. prohibere § plane, Summarium VI,
Quod Vi aut clam, ubi formaliter dicit, Quod quando donatio siue alienatio Regis uel principis fieret, in magnam diminutionem iurisdictionis regalis, tunc non posset hoc facere, etiamsi iuramento alienationem firmaret, et de hoc est tex. in c. intellecto,
Quod vi aut clam, wo er ausdrücklich sagt, dass, wenn eine Schenkung oder Veräußerung eines Königs oder Fürsten zu großer Minderung der königlichen Gerichtsbarkeit geschähe, er dies dann nicht tun könne, selbst wenn er die Veräußerung mit einem Eid bekräftigte; und davon handelt der Text in c. intellecto,
extra de iureiur. ibi alienationes in piudicium3 regni sui, et contra regis honorem factas, Secus autem esset, si ista alienatio non multum diminueret iurisdictionem regni, Vel ducatus, quia tunc Valeret nec posset per successorem reuocari, et de hoc est casus, in c.Läuft auf der nächsten Seite weiter
extra, de iureiurando, dort: „Veräußerungen, die zum Nachteil seines Königreichs und gegen die Ehre des Königs vorgenommen wurden“; anders aber wäre es, wenn diese Veräußerung die Gerichtsbarkeit des Königreichs oder Herzogtums nicht sehr minderte, weil sie dann gültig wäre und durch den Nachfolger nicht widerrufen werden könnte; und davon handelt der Fall in c.
Unsichere Lesungen
- nugenn — gestrichen, Lesung unsicher); p tex. in c. x d (Kürzungen (per, de)
- bin= — Kürzungsstrich, gestrichen
- piudicium — p mit Kürzung (præiudicium)
S. 335
Bl. 165rBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)Das Ander Buch.
Fortsetzung von der vorigen Seiteextra de iureiur. ibi alienationes in piudicium regni sui, et contra regis honorem factas, Secus autem esset, si ista alienatio non multum diminueret iurisdictionem regni, Vel ducatus, quia tunc Valeret nec posset per successorem reuocari, et de hoc est casus, in c.
extra, de iureiurando, dort: „Veräußerungen, die zum Nachteil seines Königreichs und gegen die Ehre des Königs vorgenommen wurden“; anders aber wäre es, wenn diese Veräußerung die Gerichtsbarkeit des Königreichs oder Herzogtums nicht sehr minderte, weil sie dann gültig wäre und durch den Nachfolger nicht widerrufen werden könnte; und davon handelt der Fall in c.
VI. ibi quia non probauerunt dominationem regiam legitimé sibi factam.
VI, dort: „weil sie nicht bewiesen haben, dass die königliche Verleihung ihnen rechtmäßig geschehen sei“.
Aber alhier darff es dieser disputation nicht, dann zu deme das die Pfenner Jre Gerechttigkeitt ex titulo oneroso durch Contract vnnd vberflussige verJarung bekommenn, ist am tage, das hochberumbter Lanndtgraff, seines Herrnn Vatternn Successor hæreditarius ist,
Aber hier bedarf es dieser Disputation nicht; denn dazu, dass die Pfänner ihre Gerechtigkeit aus entgeltlichem Titel (ex titulo oneroso) durch Vertrag und überreichliche Verjährung erlangt haben, ist offenkundig, dass der hochberühmte Landgraf der Erbnachfolger (successor haereditarius) seines Herrn Vaters ist,
also das S.F.G.1 diese Lannde zu Hessenn iure hæreditario bekommenn, Darumb ist auch S.F.G. zu rechtte seines Herrnn Vatters vnnd vorfahrenn hanndtlung mit Volge zugelebenn pflichtigk, wie obenn beÿ dem erstenn Fundament pro dominis Salinarum stadtlich2 deduciret.
so dass Seine Fürstlichen Gnaden diese Lande zu Hessen nach Erbrecht (iure haereditario) erhalten haben; darum sind Seine Fürstlichen Gnaden auch zu Recht verpflichtet, der Handlung seines Herrn Vaters und Vorfahren mit Folge nachzuleben, wie oben beim ersten Fundament für die Herren der Salinen (pro dominis Salinarum) stattlich hergeleitet worden ist.
Zum Siebenndenn, Da gesagt wirdt, das Lanndtgraff Wilhelm der mittler, zur zeit der letztenn auffgerichtenn Contracten vnmundigk gewest sein soltte, Wirdt geanntworttet,
Zum Siebten: Wenn gesagt wird, dass Landgraf Wilhelm der Mittlere zur Zeit der zuletzt aufgerichteten Verträge unmündig gewesen sein soll, wird geantwortet,
das das wiederspiel fast aus den brieffenn erscheint, da hochermelter Furst annzeigt, das er zur selbigenn zeit die Regirung des Lanndts albereitt ange nommenn, Ergo Mus S.F.G.Läuft auf der nächsten Seite weiter
dass das Gegenteil sehr wohl aus den Briefen hervorgeht, in denen der hocherwähnte Fürst anzeigt, dass er zur selben Zeit die Regierung des Landes bereits angenommen hatte; also müssen Seine Fürstlichen Gnaden
Unsichere Lesungen
- S.F.G. — Kürzel, wohl Seine Fürstl. Gnaden
- stadtlich — Lesung unsicher
S. 336
Bl. 165vBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)Das Ander Buch.
Fortsetzung von der vorigen Seitedas das wiederspiel fast aus den brieffenn erscheint, da hochermelter Furst annzeigt, das er zur selbigenn zeit die Regirung des Lanndts albereitt ange nommenn, Ergo Mus S.F.G.1
dass das Gegenteil sehr wohl aus den Briefen hervorgeht, in denen der hocherwähnte Fürst anzeigt, dass er zur selben Zeit die Regierung des Landes bereits angenommen hatte; also müssen Seine Fürstlichen Gnaden
Je mundig gewesenn sein, Aber es ist zu recht geordenet, das wer sich auff ein vnvolkommenn altter grundet, das derselbige solchs zuerweisenn schuldigk.
jedenfalls mündig gewesen sein. Aber es ist im Recht verordnet, dass, wer sich auf ein unvollkommenes Alter gründet, derselbe dies zu erweisen schuldig ist.
Allegans enim ætatem minorem ad fundandam suam intentionem debet eam probare tex. est exps.2 in L. si minorem C. d3 integr. restit. mino.
Denn wer ein minderjähriges Alter zur Begründung seines Anspruchs anführt, muss es beweisen; der Text ist ausdrücklich in L. si minorem, C. de in integrum restitutione minorum
Vnnd im fall, da auch gleich beybracht wurde, das Lanndtgraff Wilhelm in zeit der gehalttenenn Contracten vnmundigk gewest were, So konnte doch solches den Jtzigenn hochberumbtenn Lanndtgrauenn nicht releuiren, oder einicherley vertragenn4, Vhrsach, Dann hochbenanntter Lanndtgraff Wilhelm, hette nachvolgenndts, als S.F.G. zu Jrenn mundigenn Jarenn kommen, solche hanndtlunge bewilligt vnnd ratificiret, in deme das S.F.G. dieselbenn gepurlicher weise nicht hinderzogk, sonndernn zu beschlus seines lebenns gehalttenn,
Und im Fall, dass auch beigebracht würde, dass Landgraf Wilhelm zur Zeit der gehaltenen Verträge unmündig gewesen wäre, so könnte dies doch den jetzigen hochberühmten Landgrafen nicht entlasten (relevieren) oder ihm irgendwie zustatten kommen; Ursache: denn der hochbenannte Landgraf Wilhelm hätte nachfolgend, als Seine Fürstlichen Gnaden zu ihren mündigen Jahren gekommen, solche Handlung bewilligt und ratifiziert, indem Seine Fürstlichen Gnaden dieselbe nicht auf gebührliche Weise widerrufen, sondern bis zum Beschluss seines Lebens gehalten haben;
Ja das mehr ist, Weil S.F.G. die Funfftausenndt guldenn, vnnd darnach auch viel Jar Jerlich zwey hundert gulden vonn den Pfennernn vff solche hanndtlung genommenn, so ist auch durch solch ratification der Henndell besten digk wordenn,Läuft auf der nächsten Seite weiter
ja, was mehr ist: Weil Seine Fürstlichen Gnaden die fünftausend Gulden und danach auch viele Jahre lang jährlich zweihundert Gulden von den Pfännern auf solche Handlung genommen haben, so ist auch durch solche Ratifikation der Handel beständig geworden,
Unsichere Lesungen
- S.F.G. — Kürzel
- exps. — Kürzung (expressus)
- d — d mit Strich (de)
- vertragenn — Lesung unsicher
S. 337
Bl. 166rBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)Das Annder Buch
Fortsetzung von der vorigen SeiteJa das mehr ist, Weil S.F.G. die Funfftausenndt guldenn, vnnd darnach auch viel Jar Jerlich zwey hundert gulden vonn den Pfennernn vff solche hanndtlung genommenn, so ist auch durch solch ratification der Henndell besten digk wordenn,
ja, was mehr ist: Weil Seine Fürstlichen Gnaden die fünftausend Gulden und danach auch viele Jahre lang jährlich zweihundert Gulden von den Pfännern auf solche Handlung genommen haben, so ist auch durch solche Ratifikation der Handel beständig geworden,
Es were auch Lanndtgraff Wilhelm vnngeachttet des vorgehenndenn Vnmundigenn altters, dadurch verbundenn wordenn, welche verpflichttung ssgl.[?] efft[?] Jtzt regirenndenn Furstenn, als seinem Sohnn gefellet.
Es wäre auch Landgraf Wilhelm ungeachtet des vorhergehenden unmündigen Alters dadurch verbunden worden, welche Verpflichtung Seiner Fürstlichen Gnaden[?] efft[?] dem jetzt regierenden Fürsten als seinem Sohn zugefallen ist.
Si enim minor et maior effectus ratificat ea q̄ in minori ætate gessit, reconciliatur contractus et redditur efficax tex. in L. 1.
Denn wenn ein Minderjähriger, volljährig geworden, das ratifiziert, was er in minderjährigem Alter getan hat, wird der Vertrag geheilt und wirksam gemacht; Text in L. 1,
C. si maio. fact. ratum habuerunt. et dicit ibi glos. tm̄. nihil referre an expressis Verbis ratum habuerit, Vel aliquid faciendo, per quod Videbatur ratum habere, per L. non solum ff. rem rat. haber. et alia iura ibidem per glos. allegata.
C. si maior factus ratum habuerit; und die Glosse sagt dort, es mache gleichwohl keinen Unterschied, ob er es mit ausdrücklichen Worten genehmigt hat oder dadurch, dass er etwas tat, wodurch er es zu genehmigen schien, nach L. non solum, ff. ratam rem haberi, und anderen dort von der Glosse angeführten Rechtsstellen.
Zum achttenn, Da vorgewanndt wirdt, das die brieue vonn Lanndtgraff Wilhelmenn den pfennernn gegeben, allein bestettigungs brieue, wehrenn, Derowegen [gestrichen: kontten] sie Innhalts des allegirten Textes in c. cum dilecta, de confirma. util. uel inutil. den pfennernn [gestrichen: kont] neue gerechttigkeit gebenn, Darauff ist zusagl.2[?] das solche brieue, nicht schlechtte bestettigungs brieue seindt, sonndernn thun einenn herlichenn Contract Inn sich halttenn, Darauff auch Lanndtgraff Wilhelm von den Pfennernn — 5000 fl. enndtpfanngenn, vnnd darnach Jerlich auff solchem Contract zweÿ hundert guldenn bis auff diese Zeit gegebenn, Zum anndernn den fall zusezenn, da es gleich auch schlechtte Bestettigungs brieue wehrenn, als doch nicht ist, dennoch wurdenn der Pfenner priuilegia damit erweist, ob sie auch gleich die altenn Priuilegien vnnd vertrege nicht vorlegtenn, oder vorzulegenn hettenn, Vrsach, dann diese brieue seindt von Lanndtgraff Wilhelmenn, als einem Furstenn zu Hessen, gegebenn, welcher auch fug vnnd macht gehatt hette, die pfenner mit solchenn Priuilegijs vonn neuenn zuversehenn, vnnd zubedennckenn,Läuft auf der nächsten Seite weiter
Zum Achten: Wenn vorgewandt wird, dass die Briefe, die Landgraf Wilhelm den Pfännern gegeben hat, allein Bestätigungsbriefe wären, weswegen sie [gestrichen: könnten] nach Inhalt des angeführten Textes in c. cum dilecta, de confirmatione utili vel inutili, den Pfännern [gestrichen: könnt] keine neue Gerechtigkeit geben könnten — darauf ist zu sagen[?], dass solche Briefe nicht schlichte Bestätigungsbriefe sind, sondern einen herrlichen Vertrag in sich enthalten, worauf auch Landgraf Wilhelm von den Pfännern 5000 Gulden empfangen hat und danach jährlich auf solchen Vertrag zweihundert Gulden bis auf diese Zeit gegeben worden sind. Zum anderen, den Fall gesetzt, dass es auch bloß schlichte Bestätigungsbriefe wären, was doch nicht der Fall ist, so würden dennoch die Privilegien der Pfänner damit erwiesen, auch wenn sie die alten Privilegien und Verträge nicht vorlegten oder vorzulegen hätten; Ursache: denn diese Briefe sind von Landgraf Wilhelm als einem Fürsten zu Hessen gegeben, der auch Fug und Macht gehabt hätte, die Pfänner mit solchen Privilegien von neuem zu versehen und zu bedenken,
Unsichere Lesungen
- ssgl. efft — Abkürzung unklar, wohl S. f. gl. (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
- zusagl. — Kürzung für zusagenn
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Bl. 166vBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)Das Annder Buch
Fortsetzung von der vorigen SeiteZum achttenn, Da vorgewanndt wirdt, das die brieue vonn Lanndtgraff Wilhelmenn den pfennernn gegeben, allein bestettigungs brieue, wehrenn, Derowegen [gestrichen: kontten] sie Innhalts des allegirten Textes in c. cum dilecta, de confirma. util. uel inutil. den pfennernn [gestrichen: kont] neue gerechttigkeit gebenn, Darauff ist zusagl.[?] das solche brieue, nicht schlechtte bestettigungs brieue seindt, sonndernn thun einenn herlichenn Contract Inn sich halttenn, Darauff auch Lanndtgraff Wilhelm von den Pfennernn — 5000 fl. enndtpfanngenn, vnnd darnach Jerlich auff solchem Contract zweÿ hundert guldenn bis auff diese Zeit gegebenn, Zum anndernn den fall zusezenn, da es gleich auch schlechtte Bestettigungs brieue wehrenn, als doch nicht ist, dennoch wurdenn der Pfenner priuilegia damit erweist, ob sie auch gleich die altenn Priuilegien vnnd vertrege nicht vorlegtenn, oder vorzulegenn hettenn, Vrsach, dann diese brieue seindt von Lanndtgraff Wilhelmenn, als einem Furstenn zu Hessen, gegebenn, welcher auch fug vnnd macht gehatt hette, die pfenner mit solchenn Priuilegijs vonn neuenn zuversehenn, vnnd zubedennckenn,
Zum Achten: Wenn vorgewandt wird, dass die Briefe, die Landgraf Wilhelm den Pfännern gegeben hat, allein Bestätigungsbriefe wären, weswegen sie [gestrichen: könnten] nach Inhalt des angeführten Textes in c. cum dilecta, de confirmatione utili vel inutili, den Pfännern [gestrichen: könnt] keine neue Gerechtigkeit geben könnten — darauf ist zu sagen[?], dass solche Briefe nicht schlichte Bestätigungsbriefe sind, sondern einen herrlichen Vertrag in sich enthalten, worauf auch Landgraf Wilhelm von den Pfännern 5000 Gulden empfangen hat und danach jährlich auf solchen Vertrag zweihundert Gulden bis auf diese Zeit gegeben worden sind. Zum anderen, den Fall gesetzt, dass es auch bloß schlichte Bestätigungsbriefe wären, was doch nicht der Fall ist, so würden dennoch die Privilegien der Pfänner damit erwiesen, auch wenn sie die alten Privilegien und Verträge nicht vorlegten oder vorzulegen hätten; Ursache: denn diese Briefe sind von Landgraf Wilhelm als einem Fürsten zu Hessen gegeben, der auch Fug und Macht gehabt hätte, die Pfänner mit solchen Privilegien von neuem zu versehen und zu bedenken,
ob gleich die pfenner zuuorn solche befreÿung nicht gehatt hettenn, Darumb beweisenn disfals die Befestigungs brieffe, vnngeachttet, ob gleich die priuilegia so bestettigt wurden, nicht mügenn vorgelegt1[?] werdenn, Quamuis etenim confirmatio nihil noui iuris tribuat, per supdicta, Quamuis etiam Instrumentum faciens mentionem de alijs Instrumentis non faciat fidem, nisi Instrumenta relata producantur. per text. in auth.a si quis in aliquo documento C. de edend. fallunt tamen hæc omnia quando confirmans siue referens potest principaliter denouo concedere,
auch wenn die Pfänner zuvor solche Befreiung nicht gehabt hätten. Darum beweisen in diesem Fall die Bestätigungsbriefe, ungeachtet dessen, dass die Privilegien, die bestätigt wurden, nicht vorgelegt[?] werden können. Denn obwohl eine Bestätigung nach dem oben Gesagten kein neues Recht verleiht, und obwohl auch eine Urkunde, die andere Urkunden erwähnt, keinen Beweis erbringt, wenn nicht die in Bezug genommenen Urkunden vorgelegt werden, nach dem Text in Auth. si quis in aliquo documento, C. de edendo, so versagt dies alles doch, wenn der Bestätigende oder Bezugnehmende in erster Linie von neuem gewähren kann,
quia tunc non est necesse constare de relato tex. est opt. in L. si donatio C. de donatio. ubi Testator confirmabat in Testamento donationem quandam, antea in Epistola factam et post mortem testatoris non apparebat Ep̄la, decidit Imperator, nihilominus donationem Valere,Läuft auf der nächsten Seite weiter
weil dann nicht nötig ist, dass das in Bezug Genommene feststeht; der Text ist vortrefflich in L. si donatio, C. de donationibus, wo ein Erblasser im Testament eine gewisse Schenkung bestätigte, die zuvor in einem Brief gemacht worden war, und nach dem Tod des Erblassers der Brief nicht auffindbar war; der Kaiser entschied, dass die Schenkung nichtsdestoweniger gültig sei,
Unsichere Lesungen
- vorgelegt — sieht aus wie vorhelegt
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Bl. 167rBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)Das Annder Buch
Fortsetzung von der vorigen Seitequia tunc non est necesse constare de relato tex. est opt. in L. si donatio C. de donatio. ubi Testator confirmabat in Testamento donationem quandam, antea in Epistola factam et post mortem testatoris non apparebat Ep̄la, decidit Imperator, nihilominus donationem Valere,
weil dann nicht nötig ist, dass das in Bezug Genommene feststeht; der Text ist vortrefflich in L. si donatio, C. de donationibus, wo ein Erblasser im Testament eine gewisse Schenkung bestätigte, die zuvor in einem Brief gemacht worden war, und nach dem Tod des Erblassers der Brief nicht auffindbar war; der Kaiser entschied, dass die Schenkung nichtsdestoweniger gültig sei,
et quod ista Verba confirmatoria Testatoris contineant fidei commissum non obstante, quod de donatione relata non constiterit, ratio quia testator poterat de nouo dare, et per istum text. firmat hanc doctrinam iason in dict. auth.a si quis in aliquo 1x. sum.1
und dass diese bestätigenden Worte des Erblassers ein Fideikommiss enthalten, ungeachtet dessen, dass die in Bezug genommene Schenkung nicht feststand; der Grund: weil der Erblasser von neuem schenken konnte; und mit diesem Text bekräftigt Jason diese Lehre zur genannten Auth. si quis in aliquo, Summarium IX.
Et quod ista doctrina locum habeat etiam in literis confirmatorijs docet expsse glos. ordinaria in c. si Romanorum XIX dist. est glos. pen. in Verbo desinit,
Und dass diese Lehre auch bei Bestätigungsbriefen Platz greift, lehrt ausdrücklich die Glossa ordinaria zu c. si Romanorum, dist. XIX; es ist die vorletzte Glosse zum Wort „desinit“,
de quo latius Videndus est jason in L. more ff de iurisdictio. om. iud. et Felin. in c. inter dilectos extra De fid. instrumento VII. sum. cum similibus.
worüber ausführlicher Jason zu L. more, ff. de iurisdictione omnium iudicum, und Felinus zu c. inter dilectos, extra, De fide instrumentorum, Summarium VII, samt Ähnlichem einzusehen sind.
Stat igitur firma conclusio, quod Illustrissimus Hassiæ Landgrauius non potest ædificare in memorato loco litigioso, nec etiam facere, quo alij extranei, ad quos istud iuxta tenorem transactionum et priuilegiorum iure hæreditario non spectat,
Es steht also die feste Schlussfolgerung, dass der Durchlauchtigste Landgraf von Hessen an dem erwähnten strittigen Ort nicht bauen kann, noch auch bewirken kann, dass andere Fremde, denen dies nach dem Wortlaut der Verträge und Privilegien nach Erbrecht nicht zusteht,
sint participes commodorum ex salinis prouenientium, nec aliud attentare, quo mediante derogetur iurib9 acquisitis et competentibus Illustræ Celsitudinis suæ subditis Salinarum dominis.Läuft auf der nächsten Seite weiter
an den aus den Salinen fließenden Nutzungen teilhaben, noch etwas anderes unternehmen kann, wodurch die erworbenen und zustehenden Rechte der Herren der Salinen, der Untertanen Seiner Durchlauchtigen Hoheit, geschmälert würden.
Unsichere Lesungen
- 1x. sum. — Ziffer der Allegation unsicher