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Salzbibel · Lesetext · 2. Buch

Das zweite Buch · S. 360

Die Rechtsgutachten · S. 360 · Bl. 177v · Band 1

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Seiten am Stück

Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.

Die Rechtsgutachten

S. 210–361 · Bl. 102v–178v · Bd. 1 · Zeitleiste: 2. Buch

S. 360

Bl. 177vBd. 12. Buch · Die RechtsgutachtenFaksimile (ORKA)

Das Annder Buch

1

Fortsetzung von der vorigen SeiteVnderthanenn, nach einreumung[?] Irer habendenn gerechtigkeit gar nicht, oder doch Je Vber die masse nicht beschwerenn.

Untertanen nach Einräumung[?] ihrer habenden Gerechtigkeit gar nicht oder doch jedenfalls nicht über die Maßen beschweren.

2

Solltte aber Je in der guete nit was findenn werdenn, des mann sich doch zum Hochstenn befleissigenn soll, So möchten die Pfenner Hochberuembtenn Irenn Lanndtsfursten, vnderthenigklich vnnd mit bestem glimpff anlangen, das Sfgl.1[?] der gerechttigkeit zusteure, vnnd den Pfennernn zugnadenn,

Sollte aber je in der Güte nichts zu finden sein, dessen man sich doch aufs Höchste befleißigen soll, so möchten die Pfänner ihren hochberühmten Landesfürsten untertäniglich und mit bestem Glimpf anlangen, dass Seine Fürstlichen Gnaden[?] zur Steuer der Gerechtigkeit und den Pfännern zu Gnaden

3

diese sache bey einer beruffenner[?] Vniuersitet wolltte versprechenn lassenn, Damit Sfgl.3[?] zuspurenn, das sie die Pfenner nichtts liebers wolttenn, dann mit Sfgl.4[?] auffs schleunigste enndtscheidenn zusein, Ad prædicta benè facit, quod scribit Salustius, Concordia paruas res crescere, discordia magnas dilabi.

diese Sache bei einer berufenen[?] Universität wollten besprechen (begutachten) lassen, damit Seine Fürstlichen Gnaden[?] spüren, dass sie, die Pfänner, nichts lieber wollten, als mit Seinen Fürstlichen Gnaden[?] aufs Schleunigste entschieden zu sein. Zu dem Vorgesagten passt gut, was Sallust schreibt: Durch Eintracht wachsen kleine Dinge, durch Zwietracht zerfallen große (Concordia parvas res crescere, discordia magnas dilabi).

4

Testatur enim ipsa Veritas, omne regnum in se diuisum desolari, Secuti enim concordia operatur constructionem, ita eius oppositum Discordia dissipationem et Destructionem.

Denn die Wahrheit selbst bezeugt, dass jedes in sich geteilte Reich verwüstet wird; denn wie die Eintracht den Aufbau bewirkt, so ihr Gegenteil, die Zwietracht, Zerstreuung und Zerstörung.

5

Atq; hoc est quod leges statuerunt concordiam omni lucro esse præferendam, nullum enim lucrum est tàm magnum,

Und das ist es, was die Gesetze festgesetzt haben, dass die Eintracht jedem Gewinn vorzuziehen sei; denn kein Gewinn ist so groß,

6

ut cum bono pacis et concordiæ possit pensari. tex est in L. repræhendenda tu magis est ibi, Oportet præferre lucro concordiam maritalem et ibi notat Baldus C. de Institutio. et substitutionib.Läuft auf der nächsten Seite weiter

dass er gegen das Gut des Friedens und der Eintracht aufgewogen werden könnte. Der Text ist in L. reprehendenda tu magis est, dort: „Man muss die eheliche Eintracht dem Gewinn vorziehen“; und dort merkt es Baldus an, C. de institutionibus et substitutionibus.

Unsichere Lesungen

  1. Sfgl. — Kürzel, S.f.g. lieber?
  2. beruffe=nner — wohl beruembter, Lesung unsicher (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
  3. Sfgl. — Kürzel wie oben
  4. Sfgl. — Kürzel wie oben

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