Salzbibel · Lesetext · Einleitung
Die Einleitung · S. 38
Die Widmung an den Landgrafen · S. 38 · Bl. 16v · Band 1
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Die Widmung an den Landgrafen
S. 9–41 · Bl. 2–18 · Bd. 1 · Zeitleiste: Einleitung
S. 38
Bl. 16vBd. 1Einleitung · Die Widmung an den LandgrafenFaksimile (ORKA)vnnd gebuerenn wolle, Ja auch die Heylige schrifft, vnnd denn erstenn vnsers glaubenns Articul recht auszulegenn vnnd zupredigenn, vnnd die zuhörer mit furstellung der vnenndtlichenn weisheit, gewalt, gerechtigkeit, vnnd guetigkeitt Gottes, zur furchtte vnnd liebe Gottes, vnnd schuldigenn gehorsamb zuleitenn vnnd zuziehenn, zum hochstenn vonnötenn seye, Vnnd das dem allenn nach Ich indem, wenn anndre die zeit mit schlaffenn, mussig gang oder sonnst ohnne die Bibell zubracht, nebenn dem Predig ampt, mich etwas auf dieses studium salinarium, welches nicht das geringst theil Physices ist, gewenndet, vnnd also denn meinenn Gottes werck, Ja Gott selbst besser bekanndt zumachenn, Ich nichtt allein nichts verweisliches verwircket, Sonndernn vielmehr Gottes beuehl ausgerichtet, mein gewissenn gelediget, der welt mehr als anndere gedienet habe, bill ich vmb meines anngewenndtenn vleisses willenn, vielmehr zulobenn denn zuscheltenn seye, Das auch die Momi, die solcher meiner arbeit hönisch lachenn, vnnd mich leichtfertigk verspottenn werden,
und gebühren. Ja, sie ist aufs Höchste vonnöten, um die Heilige Schrift und den ersten Artikel unseres Glaubens recht auszulegen und zu predigen und um die Zuhörer durch die Darstellung der unendlichen Weisheit, Macht, Gerechtigkeit und Güte Gottes zur Furcht und Liebe Gottes und zum schuldigen Gehorsam zu leiten.
Wenn ich mich demnach — während andere die Zeit mit Schlafen, Müßiggang oder sonst ohne die Bibel zubringen — neben dem Predigtamt etwas auf dieses Studium des Salzwesens gewandt habe, das kein geringer Teil der Naturkunde ist, und wenn ich so den Meinen Gottes Werk, ja Gott selbst, besser bekannt zu machen suche: dann habe ich damit nicht nur nichts Tadelnswertes getan, sondern vielmehr Gottes Befehl ausgerichtet, mein Gewissen entlastet und der Welt mehr als andere gedient. Ich meine, ich sei um meines angewandten Fleißes willen weit eher zu loben als zu schelten.
Und was die Spötter angeht, die über diese meine Arbeit höhnisch lachen und mich leichtfertig verspotten werden —