Salzbibel · Lesetext · 2. Buch
Das zweite Buch · S. 418
Verhandlungen und Zwischenfälle · S. 418 · Bl. 206v · Band 1
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Verhandlungen und Zwischenfälle
S. 362–502 · Bl. 179r–249v · Bd. 1 · Zeitleiste: 2. Buch
S. 418
Bl. 206vBd. 12. Buch · Verhandlungen und ZwischenfälleFaksimile (ORKA)Das Annder Buch
Wiewohl nun vnnser gnediger furst vnnd herr Montags nach Pfingstenn zu Cassell in Jtztgenenter sfgl. beysitzennden Räthe, vnnd diener Jegennwertigkeit beschlislich verabscheidet hatte, das die Pfenner in vierzehen tagenn oder vier wochenn,
Wiewohl nun unser gnädiger Fürst und Herr am Montag nach Pfingsten (26. Mai) zu Kassel in Gegenwart der jetzt genannten Seiner Fürstlichen Gnaden beisitzenden Räte und Diener abschließend verabschiedet hatte, dass die Pfänner in vierzehn Tagen oder vier Wochen
widerumb bey sfgl. ansuchen solttenn, So hat doch sfgl. nichts minder, vor außgang der vierzehenn tage, den Pfennernn durch Johann Barthelmes Renndtmeister annsagenn lassenn, sich nechtvolgennde wochenn, nach Medardi anheimisch zuhaltenn, dann sfgl.
wiederum bei Seiner Fürstlichen Gnaden ansuchen sollten, so haben doch Seine Fürstliche Gnaden nichtsdestoweniger vor Ablauf der vierzehn Tage den Pfännern durch Johann Barthelmes, Rentmeister, ansagen lassen, sich in der nächstfolgenden Woche nach Medardi (8. Juni) daheim zu halten, denn Seine Fürstliche Gnaden
Ihre Räthe, mit nahmenn Sigmundt vonn Boyneburgk, Stadthalter, Johann Feige Cannzlar, Rudolff Schenncke2 Lanndtvogt ann der Werra, vermöge der Pfenner vbergebenenn Supplication, auff den Mitwoch, oder Donnerstagk einzukommenn, vnnd mit den Pfennernn, Irer beschwerung halbenn zuhandtlenn verordent hette, Wie aber die Pfenner solchs also gewarttet habenn wolttenn, seindt Jtztgenente Räthe, vonn stundt ann in Vigilia Medardi Jegenn abenndt nachgevolgt, vnnd volgenndem Montags vmb ein Vhr mit den Pfennernn handtlunge annge fanngenn, Welche furtragenn habenn lassenn, wie nachuolget, Gestrenngenn, Ernuestenn vnnd achtparnn Furstliche Räthe, gebietennde Herrnn, Nach dem vnnd als sich mercklich beschwerung den Pfennernn zu Allenndorff, wieder vffgerichttenn bewilligtenn, vnnd anngenommen vertragk, zugetragenn habenn, Sonnderlich vnnd erstlich in dem, das sie im verkaufft des Saltzes in Furstennthumb zu Hessenn verhindert, vnnsers gnedigenn Fursten vnnd Herrnn Saltz geladenn, verkaufft vnnd verfuhret wirdt, vnd der Pfenner Saltz Ihnenn zu grossem schaden, nachteil vnnd fortters dem vertrage zu wieder, liegenn pleibt, Zum anndernn das sich sfgl. diener vnnd Saltzknechte zuwieder vfgerichttenn vertrage, auff die tage so Ihnenn nicht, sonnder der Pfenner knechttenn zuscheppenn, vnd zuziehenn zugetheilt, vnnd vorbehalttenn ist, zuschepffen vnnderstehenn, vnnd der Pfenner knechte darann vff die tage so Ihnenn allein zuziehenn geburenn, verhinderung thun, Zum drittenn, das sfgl. begert, das der Pfenner gesinde, vnnd Boderknechte, so sfgl. auch eidthafftig sein sollen, welches doch dem vertrage vnnd altem gebrauch ganntz zuwieder, der vnnd annder mehr beschwerung halber, die Pfenner verursacht wurdenn, sfgl. kurtz verschiener zeit zu mehrmahlenn, mit Supplication vnnd mundtlichem bericht, vmb gnedige abschaffung solcher beschwerde, vnnderthenniglich annzusuchenn, Dieweil aber die Pfenner Je mehr vnnd fernner beschwerung befundenn, habenn sie Jungst abermahls sfgl. vmb vorbescheidt,Läuft auf der nächsten Seite weiter
hätten Ihre Räte, mit Namen Sigmund von Boyneburg, Statthalter, Johann Feige, Kanzler, Rudolf Schenck, Landvogt an der Werra, vermöge der von den Pfännern übergebenen Supplikation verordnet, am Mittwoch oder Donnerstag einzukommen und mit den Pfännern wegen ihrer Beschwerung zu verhandeln. Wie aber die Pfänner solches so abgewartet haben wollten, sind die jetzt genannten Räte sogleich am Vorabend von Medardi (7. Juni) gegen Abend nachgefolgt und haben am folgenden Montag (9. Juni) um ein Uhr mit den Pfännern die Verhandlung angefangen, welche haben vortragen lassen, wie nachfolgt: Gestrenge, ehrenfeste und achtbare fürstliche Räte, gebietende Herren! Nachdem sich den Pfännern zu Allendorf merkliche Beschwerung gegen den aufgerichteten, bewilligten und angenommenen Vertrag zugetragen hat, besonders und erstlich darin, dass sie im Verkauf des Salzes im Fürstentum Hessen verhindert werden, indem unseres gnädigen Fürsten und Herrn Salz geladen, verkauft und verführt wird und das Salz der Pfänner ihnen zu großem Schaden und Nachteil und weiter dem Vertrag zuwider liegen bleibt; zum anderen, dass sich Seiner Fürstlichen Gnaden Diener und Salzknechte zuwider dem aufgerichteten Vertrag an den Tagen, die nicht ihnen, sondern den Knechten der Pfänner zum Schöpfen und Ziehen zugeteilt und vorbehalten sind, zu schöpfen unterstehen und die Knechte der Pfänner daran an den Tagen, an denen ihnen allein das Ziehen gebührt, verhindern; zum dritten, dass Seine Fürstliche Gnaden begehrt haben, dass das Gesinde und die Kotenknechte der Pfänner Seiner Fürstlichen Gnaden auch eidespflichtig sein sollen, was doch dem Vertrag und altem Brauch ganz zuwider ist — wegen dieser und anderer Beschwerungen mehr sind die Pfänner veranlasst worden, Seine Fürstliche Gnaden vor kurz verstrichener Zeit mehrmals mit Supplikation und mündlichem Bericht um gnädige Abschaffung solcher Beschwerde untertänig anzusuchen. Weil aber die Pfänner je mehr und weitere Beschwerung befunden haben, haben sie jüngst abermals Seine Fürstliche Gnaden um Vorbescheid
Unsichere Lesungen
- necht= — Lesung unsicher (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
- Schenncke — Name, Lesung unsicher