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Salzbibel · Lesetext · 2. Buch

Das zweite Buch · S. 456

Verhandlungen und Zwischenfälle · S. 456 · Bl. 225v · Band 1

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Seiten am Stück

Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.

Verhandlungen und Zwischenfälle

S. 362–502 · Bl. 179r–249v · Bd. 1 · Zeitleiste: 2. Buch

S. 456

Bl. 225vBd. 12. Buch · Verhandlungen und ZwischenfälleFaksimile (ORKA)

Das Annder Buch.

1

Fortsetzung von der vorigen SeiteEs ist aber sfgl. vf Irem vorhabenn beruhet vnnd gesagt, Es könne sfgl. dieweil die pfenner sfgl. dienernn nebenn den Ihrenn zuziehenn nit wollenn vergönnenn, annders nicht befindenn, dann das die pfenner sfgl. vnnd Ire nutzung zuhindernn geneigt, vnnd gefragt, warumb die pfenner mit dieser anntwort solanng verzogenn hettenn, vnnd weitter vnder anndernn gefragt, warumb sie denn die pfenner nicht, allein darumb, das sie gernne ein vrsach zu nur[?] zurlagenn[?] suchenn woltenn, Darauff Johann Widennstein geanntwortet, warumb die pfenner mit dieser antwort so lanng verzogenn, Das habenn sfgl. aus derselbenn anntwort vngezweiuelt wohl verstanndenn, Nemblich das sie ohne vorwissenn vnnd zuthun der auslenndischenn pfenner, dieselbenn nitt hettenn wissenn vonn sich zugebenn, hette Inenn auch nit geziemet, das aber der pfenner knechtt Jzo nitt södenn,

…Seine Fürstlichen Gnaden sind aber auf ihrem Vorhaben beharrt und haben gesagt, Seine Fürstlichen Gnaden könnten, weil die Pfänner Seiner Fürstlichen Gnaden Dienern nicht vergönnen wollten, neben den Ihren zu ziehen, nichts anderes befinden, als dass die Pfänner Seine Fürstlichen Gnaden und ihre Nutzung zu hindern geneigt seien, und haben gefragt, warum die Pfänner mit dieser Antwort so lange gezögert hätten, und weiter unter anderem gefragt, warum sie denn, die Pfänner, nicht — allein darum, dass sie gern eine Ursache zum nur[?] Zerschlagen[?] suchen wollten. Darauf hat Johann Widennstein geantwortet: Warum die Pfänner mit dieser Antwort so lange gezögert hätten, das hätten Seine Fürstlichen Gnaden aus derselben Antwort ungezweifelt wohl verstanden, nämlich dass sie ohne Vorwissen und Zutun der auswärtigen Pfänner dieselbe nicht hätten von sich geben können, es hätte ihnen auch nicht geziemt; dass aber der Pfänner Knechte jetzt nicht sieden,

2

kem aus dem, das sfgl. knechte zuuor vnnd nebenn der pfenner knechttenn verkeufftenn, vnd dadurch der pfenner Saltz vnuerkaufft liegenn pleiben muste, vnnd werenn die pfenner nit vermögenns, solch saltz vfzuschüttenn vnnd den knechtenn Irenn Lohnn hinaus zugebenn, dann ob gleich bisweilenn In 4. 5. oder sechs wochenn einem ein halb Vbinung1[?] mehr oder weniger gesottenn, vnnd gebenn würde,

komme daher, dass Seiner Fürstlichen Gnaden Knechte zuvor und neben der Pfänner Knechten verkauften und dadurch der Pfänner Salz unverkauft liegen bleiben müsse; und die Pfänner seien nicht vermögend, solches Salz aufzuschütten und den Knechten ihren Lohn herauszugeben, denn wenn auch bisweilen in 4, 5 oder sechs Wochen einem ein halbes Vbinung[?] mehr oder weniger gesotten und gegeben würde,

3

solchs wer alles vergessenn brodt, vnnd vnnder viel pfennernn kaum einer, der solch geldt, so balde ers zu hanndenn kriege nicht alreitt[?] vnfurthann[?] schuldige, vnnd annderelente, den ers abgeborget, wiederumb damit bezahlenn muste,

solches sei alles vergessenes Brot, und unter vielen Pfännern sei kaum einer, der solches Geld, sobald er es zu Händen bekomme, nicht bereits[?] vorher[?] schuldig sei und andere Leute, von denen er es geborgt habe, wiederum damit bezahlen müsse.

4

Dieweil nun gleichfals auch die knechte nicht des vermögenns, das sie des Holtzgeldes, auch Ires Lohnns ein zeitlanng enndtrachten mögenn, södenn sie auch nit mehr, dann sie verkeuffenn könnenn.

Weil nun gleichfalls auch die Knechte nicht des Vermögens seien, dass sie des Holzgeldes und auch ihres Lohnes eine Zeitlang entraten könnten, sieden sie auch nicht mehr, als sie verkaufen können.

5

Darenntgegenn sfgl. wiederumb gesagt, Ja Ich merck wohl was ihr gemeint, Ihr habt gedacht Ich solt gestorbenn sein, vnnd wenn Ich gleich gestorbenn were, wolt Ich doch mein Testament dermassenn geschafft habenn, das ihr den hanndell wie ihr meinet nicht ennaus2[?] furtrenn[?], vnnd solt ich gleich meinenn Räthenn, Jedem eine Pfanne gegebenn habenn, Dann ich befinde nichts annders, dann das ihr meinenn nütz vnnd wolfart gedenncket zuhindernn, vnnd ihr seidt alle mitteinannder Bösewicht Jr hapt meinenn Vatter betrogenn, zu dem werde Ich bericht, Es habenn ewer Vorelttern meynem Elttervatter vergebenn, vnnd ihr sucht nichts anders,Läuft auf der nächsten Seite weiter

Dagegen haben Seine Fürstlichen Gnaden wiederum gesagt: Ja, ich merke wohl, was ihr meint. Ihr habt gedacht, ich sollte gestorben sein; und wenn ich auch gestorben wäre, wollte ich doch mein Testament dermaßen gemacht haben, dass ihr den Handel, wie ihr meint, nicht hinaus[?] führen[?] könntet, und sollte ich auch meinen Räten jedem eine Pfanne gegeben haben. Denn ich befinde nichts anderes, als dass ihr meinen Nutzen und meine Wohlfahrt zu hindern gedenkt, und ihr seid alle miteinander Bösewichte; ihr habt meinen Vater betrogen, dazu werde ich berichtet, es hätten eure Voreltern meinen Großvater vergiftet, und ihr sucht nichts anderes,

Unsichere Lesungen

  1. Vbinung — Salzmaß, Schreibung unklar); alreitt vnfurthann (Wortbilder unklar
  2. ennaus — wohl hinaus

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