Salzbibel · Lesetext · 2. Buch
Das zweite Buch · S. 457
Verhandlungen und Zwischenfälle · S. 457 · Bl. 226r · Band 1
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Verhandlungen und Zwischenfälle
S. 362–502 · Bl. 179r–249v · Bd. 1 · Zeitleiste: 2. Buch
S. 457
Bl. 226rBd. 12. Buch · Verhandlungen und ZwischenfälleFaksimile (ORKA)Das Ander Buch
Fortsetzung von der vorigen SeiteDarenntgegenn sfgl. wiederumb gesagt, Ja Ich merck wohl was ihr gemeint, Ihr habt gedacht Ich solt gestorbenn sein, vnnd wenn Ich gleich gestorbenn were, wolt Ich doch mein Testament dermassenn geschafft habenn, das ihr den hanndell wie ihr meinet nicht ennaus[?] furtrenn1[?], vnnd solt ich gleich meinenn Räthenn, Jedem eine Pfanne gegebenn habenn, Dann ich befinde nichts annders, dann das ihr meinenn nütz vnnd wolfart gedenncket zuhindernn, vnnd ihr seidt alle mitteinannder Bösewicht Jr hapt meinenn Vatter betrogenn, zu dem werde Ich bericht, Es habenn ewer Vorelttern meynem Elttervatter vergebenn, vnnd ihr sucht nichts anders,
…Dagegen haben Seine Fürstlichen Gnaden wiederum gesagt: Ja, ich merke wohl, was ihr meint. Ihr habt gedacht, ich sollte gestorben sein; und wenn ich auch gestorben wäre, wollte ich doch mein Testament dermaßen gemacht haben, dass ihr den Handel, wie ihr meint, nicht hinaus[?] führen[?] könntet, und sollte ich auch meinen Räten jedem eine Pfanne gegeben haben. Denn ich befinde nichts anderes, als dass ihr meinen Nutzen und meine Wohlfahrt zu hindern gedenkt, und ihr seid alle miteinander Bösewichte; ihr habt meinen Vater betrogen, dazu werde ich berichtet, es hätten eure Voreltern meinen Großvater vergiftet, und ihr sucht nichts anderes,
dann das ihr mich auch betriegenn wöllet, Dieweil ich nun den Hanndell dermassenn befinde, Will ich euch allenn die pestilenz gebenn, vnnd abermahls angezogenn vnnd erholet, Ehe sfgl. vberdas Sohlenziehen erkenndtnus leidenn wolle, darvor wolle sfgl. den gannzenn Vertragk fallenn lassenn,
als dass ihr mich auch betrügen wollt. Weil ich nun den Handel dermaßen befinde, will ich euch allen die Pestilenz geben. Und abermals haben sie angezogen und wiederholt: Ehe Seine Fürstlichen Gnaden über das Soleziehen eine Erkenntnis leiden wollten, eher wollten Seine Fürstlichen Gnaden den ganzen Vertrag fallen lassen
vnnd sich mit den pfennernn anns recht begebenn, Wie Jne das bekommenn wurde, Wurdenn sie wohl befindenn, dann seins Vatters brieff wurde Jhnenn nicht sovil zutragenn,
und sich mit den Pfännern ans Recht begeben; wie ihnen das bekommen würde, würden sie wohl befinden, denn seines Vaters Brief würde ihnen nicht so viel eintragen,
als sie wohl meinttenn, Darauff Johann Riedennstein geantwort, das die Pfenner nicht der hoffnung, das Jre Elttern sfgl. betrogen oder auch sfgl.
wie sie wohl meinten. Darauf hat Johann Riedennstein geantwortet, dass die Pfänner nicht der Meinung seien, dass ihre Eltern Seine Fürstlichen Gnaden betrogen oder auch Seiner Fürstlichen Gnaden
Elttervatter vergebenn habenn solten, wurde sich auch so fernn sfgl der sachenn recht nachforsch2[?] wurde, im grunde der warheit ob Gott will nicht erfindenn, das auch die pfenner, als sfgl kurz hievor in der anntwort anngezogenn, den Furstlichen Räthen geschenckt habenn solttenn, sey Jhnenn vnbewust vermeinenn auch nicht das es geschehenn sey, Vndertheniglich bittennde, sfgl. woltte den Jenigenn,Läuft auf der nächsten Seite weiter
Großvater vergiftet haben sollten; es würde sich auch, sofern Seine Fürstlichen Gnaden der Sache recht nachforschen[?] würden, im Grunde der Wahrheit, so Gott will, nicht so finden; dass auch die Pfänner, wie Seine Fürstlichen Gnaden kurz zuvor in der Antwort angezogen hätten, den Fürstlichen Räten Geschenke gemacht haben sollten, sei ihnen unbewusst, und sie meinten auch nicht, dass es geschehen sei; untertänig bittend, Seine Fürstlichen Gnaden wollten denjenigen,
Unsichere Lesungen
- furtrenn — Wortanfang unklar
- nachforsch — Endung als Schnörkel