Salzbibel · Lesetext · 2. Buch
Das zweite Buch · S. 459
Verhandlungen und Zwischenfälle · S. 459 · Bl. 227r · Band 1
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Verhandlungen und Zwischenfälle
S. 362–502 · Bl. 179r–249v · Bd. 1 · Zeitleiste: 2. Buch
S. 459
Bl. 227rBd. 12. Buch · Verhandlungen und ZwischenfälleFaksimile (ORKA)Das Annder Buch
Fortsetzung von der vorigen SeiteHierauff sfgl. gesagt, Ja ihr wolt euch viel enndtschuldigenn, Jhr seidt Bösewichtte, Jch weis das etliche meinen Räthenn geldt gebottenn habenn, Was ihr beide seidt dessenn weis ich nicht, Wenn ihr aber meinenn dienern auch riethet, vnnd meinenn nutz so wohl als den ewern suchttet, vnnd nicht hindertet, so kundte Jch euch glaubenn gebenn, Dieweil ihr aber das nicht thut, vnnd nichts annders sucht, dann mein Saltzwerck nieder zulegenn, So kann ich euch auch in dem nicht enndtschuldiget nehmenn, vnnd ehe dann Jch das gestattenn wolte, mir mein Saltzwerck dermassenn nieder zulegenn,
…Hierauf haben Seine Fürstlichen Gnaden gesagt: Ja, ihr wollt euch viel entschuldigen; ihr seid Bösewichte. Ich weiß, dass etliche meinen Räten Geld geboten haben; was ihr beide seid, dessen weiß ich nicht. Wenn ihr aber meinen Dienern auch rietet und meinen Nutzen so wohl wie den euren suchtet und nicht hindertet, so könnte ich euch Glauben schenken. Weil ihr aber das nicht tut und nichts anderes sucht, als mein Salzwerk niederzulegen, so kann ich euch auch in dem nicht als entschuldigt annehmen; und ehe ich das gestatten wollte, mir mein Salzwerk dermaßen niederzulegen,
Ehe wolt ich das die Stadt Allenndorff in grundt abgebrenndt were, Darauff Johann Riedennstein abermahls vndertheniglich gebettenn sie nicht zuverdenncken, das sie die viel gethanenn bitt abermahls repetirten, dann sfgl. werde den Hanndell im grundt der warheit viel ein anders befindenn, Dargegenn sfgl. schlieslich geanntwortt,
eher wollte ich, dass die Stadt Allendorf bis auf den Grund abgebrannt wäre. Darauf hat Johann Riedennstein abermals untertänig gebeten, es ihnen nicht zu verdenken, dass sie die vielfach getane Bitte abermals wiederholten, denn Seine Fürstlichen Gnaden würden den Handel im Grunde der Wahrheit ganz anders befinden. Dagegen haben Seine Fürstlichen Gnaden schließlich geantwortet,
er wolle den handell was sfgl. darin zuthun, bedenncken, vnnd gesagt ziehet hin ihr hapt ewern bescheidt, Diese hanndtlung ist geschehen in beysein sfgl. vnnd sfgl Secretarien genanndt Simon, vnnd der zweyer Gesanndtenn im Schlos zu Friedewaldt Sonntags am tage Barthol.
er wolle den Handel, was Seine Fürstlichen Gnaden darin zu tun hätten, bedenken, und gesagt: Zieht hin, ihr habt euren Bescheid. Diese Verhandlung ist geschehen im Beisein Seiner Fürstlichen Gnaden und Seiner Fürstlichen Gnaden Sekretärs, genannt Simon, und der zwei Gesandten im Schloss zu Friedewald am Sonntag, dem Tag Bartholomaei (24. August).
Nach dem nun die Gesanndtenn vffgesessenn, nach Haus zu rittenn, Jst sfgl. auch ausgerittenn, Jrer an sichttigk wordenn vnnd im zureitenn zu Johann Riedenstein gesagt, Reuhe[?] her, wir mussenn bass vonn der sach redenn, vnnd vnder anndern mancherley redenn anngehabenn, Wie meinstu das dieser sach ein wegk gefundenn werde, Dann ich werde berichtt, das meine knechte nit siedenn können, Wen sie nicht auff ewere tage vnnd nebenn ewernn knechtenn ziehenn sollenn, Darauff Johann Riedennstein geantwort sfgl. mussenn in dem den knechtenn nit so hoch glaubenn gebenn, dan sfgl habe Je wohl vermerckt, wie die knechte den Pfennern geneigt, es werdenn auch sfgl. in warheit befindenn, das sfgl. knechtte vff die vnderschiedtliche tage,Läuft auf der nächsten Seite weiter
Nachdem nun die Gesandten aufgesessen waren, um nach Hause zu reiten, sind Seine Fürstlichen Gnaden auch ausgeritten, ihrer ansichtig geworden und haben im Heranreiten zu Johann Riedenstein gesagt: Reite[?] her, wir müssen besser von der Sache reden, und unter anderen mancherlei Reden angehoben: Wie meinst du, dass für diese Sache ein Weg gefunden werde? Denn ich werde berichtet, dass meine Knechte nicht sieden können, wenn sie nicht an euren Tagen und neben euren Knechten ziehen sollen. Darauf hat Johann Riedennstein geantwortet, Seine Fürstlichen Gnaden müssten in dem den Knechten nicht so hohen Glauben schenken, denn Seine Fürstlichen Gnaden hätten ja wohl gemerkt, wie die Knechte den Pfännern gesinnt seien; es würden auch Seine Fürstlichen Gnaden in Wahrheit befinden, dass Seiner Fürstlichen Gnaden Knechte an den unterschiedlichen Tagen
Unsichere Lesungen
- viel ein an= — „ein“ unsicher (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)