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Salzbibel · Lesetext · 5. Buch

Das fünfte Buch · S. 457–478

Die Dankpredigt von 1550 · S. 457–478 · Bl. 227r–237v · Band 2

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Die Dankpredigt von 1550

S. 440–460 · Bl. 218v–228v · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch

S. 457

Bl. 227rBd. 25. Buch · Die Dankpredigt von 1550Faksimile (ORKA)
1

Das fünffte Buch. versamblungenn zu Gottes diennst, lobenn, singk1[?] vnnd sagenn soll, Es ist ein Geistlicher Bronn, welcher nit einer geselschafft oder einer Stadt gebenn ist, Besonnder allenn gleubigenn, so weit die welt ist, Er bringt auch nit mit sich zeitliche güeter, sonnder ewige güeter, im ewigenn lebenn, dauonn hat der Prophet Zacha:

Das Fünfte Buch. Versammlungen zu Gottesdienst loben, singen und sagen soll? Es ist ein geistlicher Born, der nicht einer Gesellschaft oder einer Stadt gegeben ist, sondern allen Gläubigen, so weit die Welt ist. Er bringt auch nicht zeitliche Güter mit sich, sondern ewige Güter im ewigen Leben. Davon hat der Prophet Sacharja

2

am 13. gar herlich geprediget zu der zeit |: vernim des Neuenn Testaments :| wurde das haus Dauidt, vnnd die Burger zu Jerusalem, einenn freyenn offenenn bronnenn haben, wieder die Sunde vnnd vnreinigkeit, Was ist doch das fur ein bronn, der zu Jherusalem quellen wurde, vnnd abwaschenn alle vnreynigkeitt vnd sunde, Das muß Ja ein köstlich vnnd Edell wasser sein, das da abwescht alle sunde vnnd geistliche vnreinigkeit des hertzenns, das so suß vnnd gesundt ist, zu trinckenn, zu labenn, zu sterckenn, vnnd bekrefftigenn den Innerlichenn mennschenn, Ja

im 13. Kapitel gar herrlich gepredigt: Zu dieser Zeit — verstehe: des Neuen Testaments — werde das Haus David und die Bürger zu Jerusalem einen freien, offenen Born haben wider die Sünde und Unreinigkeit. Was ist doch das für ein Born, der zu Jerusalem quellen würde und alle Unreinigkeit und Sünde abwäscht? Das muss ja ein köstliches und edles Wasser sein, das da alle Sünde und geistliche Unreinigkeit des Herzens abwäscht, das so süß und gesund ist zu trinken, zu laben, zu stärken und den inwendigen Menschen zu bekräftigen. Ja,

Unsichere Lesungen

  1. singk — Kürzung am Zeilenende (Z. 2)

S. 458

Bl. 227vBd. 25. Buch · Die Dankpredigt von 1550Faksimile (ORKA)
1

Das fünffte Buch. das seindt die wasser des heiligenn Geistes, die da nit verschrenckt oder verschlossenn stehenn, wie im altenn Testament, das hanndtfaß Mose, oder hernach das Mehr, das der König Salomo machl1[?] ließ, sich darin zu waschenn, vnnd reinigenn alleine den Priesternn, sonnder ein freyenn offenen Bronnenn, darin sich reich vnnd arm, Jung vnnd alt, allezeit zutrinckenn, labenn, kuelenn, reynigenn vnnd artzneyenn habenn, Item der Prophet Esai:

Das Fünfte Buch. das sind die Wasser des Heiligen Geistes, die da nicht verschränkt oder verschlossen stehen wie im Alten Testament das Handfass Moses oder hernach das Meer, das der König Salomo machen ließ, damit sich allein die Priester darin waschen und reinigen — sondern ein freier, offener Born, in dem sich Reiche und Arme, Junge und Alte allezeit zu trinken, zu laben, zu kühlen, zu reinigen und zu heilen haben. Ebenso hat der Prophet Jesaja

2

hat auch dauonn geweissaget, am 12. Capi: da er auch vonn der zeit des neuen Testaments sagt vnnd spricht vnnder anndern, Ir werdet mit freudenn wasser schöpffenn, aus dem heilbronnenn, Siehe, hie heist der Prophet die wasser des heiligenn Geistes, Heilbronnenn, darumb das sie alles heile, hulff, vnnd trost bringen, Ja die ewige freude vnnd seligkeit allenn gleubigenn, vnnd seindt die theurenn wortte vnnd zusagung Christi, die Heilige Tauffe, der Heilige

davon geweissagt, im 12. Kapitel, wo er auch von der Zeit des Neuen Testaments spricht und unter anderem sagt: „Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus dem Heilsbrunnen.“ Siehe, hier nennt der Prophet die Wasser des Heiligen Geistes Heilsbrunnen, darum weil sie alles Heil, alle Hilfe und allen Trost bringen, ja die ewige Freude und Seligkeit allen Gläubigen. Und es sind die teuren Worte und Zusagen Christi, die heilige Taufe, der Heilige

Unsichere Lesungen

  1. machl — Kürzung am Zeilenende (Z. 5)

S. 459

Bl. 228rBd. 25. Buch · Die Dankpredigt von 1550Faksimile (ORKA)
1

Das fünffte Buch. Geist, so vnns gegebenn wirdt, das ist das schöne reine lauttere wasser, das gesunde wasser, das heilige wasser, welchs vnns nit eintzelig, sonndernn vns vffs aller reicheste gegebenn ist, Daraus vnns vnnd anndernn zuschepffenn, zuholenn, vnd zu badenn, Denn spricht Esa:

Das Fünfte Buch. Geist, der uns gegeben wird; das ist das schöne, reine, lautere Wasser, das gesunde Wasser, das heilige Wasser, das uns nicht spärlich, sondern aufs allerreichste gegeben ist, um daraus für uns und andere zu schöpfen, zu holen und darin zu baden. Denn, spricht Jesaja,

2

werdet ihr mitt freudenn schepffenn, vnnd singenn, da werdett ihr rechte lehre, geweisenn trost, vnnd volkommene abwaschung aller euer sunde habenn, also das ihr Gott darfur nit gnugsamb gedannckenn küntet, Also sagt auch der Herr Christus zum weibe bey dem Bronnenn der Stadt Sichar:

werdet ihr mit Freuden schöpfen und singen; da werdet ihr rechte Lehre, gewissen Trost und vollkommene Abwaschung aller eurer Sünde haben, so dass ihr Gott dafür nicht genug danken könntet. So sagt auch der Herr Christus zum Weibe bei dem Born der Stadt Sichar,

3

Jo: 4. Weib wer dieses wassers trinckenn wirdt, das ich Ime gebe, den wirdt ewiglich nit durstenn, sonndern das wasser das ich im gebenn werde, das wirdt in Ime ein bron des wassers werdenn, das in das ewige leben quillet.

Johannes 4: „Weib, wer von diesem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird ewiglich nicht dürsten; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm ein Born des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.“

4

Sehet das ist der heilbronn, oder Bronn Israel, der das ewige lebenn bringt, vnnd ist nit auszuscheffffen1[?], denn wir so herlich vermanet werdenn vom Heiligen

Seht, das ist der Heilsbrunnen oder Born Israel, der das ewige Leben bringt und nicht auszuschöpfen ist, für den wir so herrlich vom Heiligen

Unsichere Lesungen

  1. auszuscheffffen — Zahl der f unklar (Z. 20)

S. 460

Bl. 228vBd. 25. Buch · Die Dankpredigt von 1550Faksimile (ORKA)
1

Das fünffte Buch. Geist darfur zudanckenn, Darumb so last insonnderheit vnnd fur allenn dingenn, fur diesenn reichenn ewig quellenten heilsamen bronnenn, Gott höchlich vnnd vom hertzen danckenn, fur sein Heiliges wort, dadurch wir bekert, vnnd zum Christenn glaubenn kommen seindt, fur sein Herliche tauffe, darin wir so reine gewasch1[?] vnnd gebat sein, fur die Gabe des Heiligenn Geists, der vnns bey rechtem glaubenn erhelt, sterckett, tröstet, lobet, vnnd artzet, das wir volle gnüge habenn, vnnd mit dem Heiligenn Prophetenn Dauidt aus dem 23.

Das Fünfte Buch. Geist ermahnt werden zu danken. Darum lasst uns insbesondere und vor allen Dingen für diesen reichen, ewig quellenden, heilsamen Born Gott hoch und von Herzen danken: für sein heiliges Wort, wodurch wir bekehrt und zum christlichen Glauben gekommen sind; für seine herrliche Taufe, in der wir so rein gewaschen und gebadet sind; für die Gabe des Heiligen Geistes, der uns beim rechten Glauben erhält, stärkt, tröstet, labt und heilt, so dass wir volle Genüge haben und mit dem heiligen Propheten David aus dem 23.

2

Psal singenn, Er lest mich weiden, da viel graß stehet, vnnd führet mich zum wasser das mich erkuelet, Demselbigenn vnnserm liebenn vatter vnnd Gott, sey nun vor diese vnnd alle seine veterliche gabenn, damit er vnns teglich ann leib vnnd seele so reichlich begabet, lob ehr vnnd danck gesagt, vonn nun ann bis in Ewigkeit, Amen.

Psalm singen: „Er lässt mich weiden, wo viel Gras steht, und führet mich zum Wasser, das mich erquicket.“ Demselben, unserem lieben Vater und Gott, sei nun für diese und alle seine väterlichen Gaben, mit denen er uns täglich an Leib und Seele so reichlich beschenkt, Lob, Ehre und Dank gesagt von nun an bis in Ewigkeit. Amen.

Unsichere Lesungen

  1. gewasch — Kürzung am Zeilenende (Z. 8)

Die Ämter und Dienste in Sooden

S. 473–475 · Bl. 235r–236r · Bd. 2 · Zeitleiste: 1. Appendix

S. 473

Bl. 235rBd. 21. Appendix · Die Ämter und Dienste in SoodenFaksimile (ORKA)
1

Der Erst Appendix. Resoluir Büchlein vff des Rendtmeisters vnnd Holtzvogts Register, vnnd was sonnst im Saltzwergk zun Sodenn vblich ist.

Der Erste Appendix. Erläuterungsbüchlein zu den Registern des Rentmeisters und des Holzvogts und zu dem, was sonst im Salzwerk zu Sooden üblich ist.

S. 474

Bl. 235vBd. 21. Appendix · Die Ämter und Dienste in SoodenFaksimile (ORKA)leer

Kein übertragbarer Text; die Seite ist leer oder im Digitalisat nicht lesbar.

Unsichere Lesungen

  1. Z. 0: (leer, nur Durchschlag)

S. 475

Bl. 236rBd. 21. Appendix · Die Ämter und Dienste in SoodenFaksimile (ORKA)
1

Der Erst Appendix. Aempter vnnd diennst in Sodenn. Dreÿ Saltzgrevenn. Renndtmeister, Holtzvogt, ist auch Vber Saltzwardt.

Der Erste Appendix. Ämter und Dienste in Sooden. Drei Salzgrafen. Rentmeister. Holzvogt, der zugleich Obersalzwart ist.

2

Gegennschreiber ist auch Zölner vnnd Saltzwardt. Bronnenmeister, Vbellennschreiber. Sohlmeister Pfannenmeister Gegenn Saltzwardt der Caplann, Gerichts knecht Solennmesser1[?], Holtzleger dreÿ Bronnenknecht, Ein Bottner Ein vnd zwanntzigk Schetzer2[?] Zweenn Pförtner Vier wechter, der belont vnnser gnediger furst vnd herr zweenn, vnnd die gemein zweenn, Grabennfeger, Dachdecker.

Gegenschreiber, der zugleich Zöllner und Salzwart ist. Bornmeister. Wellenschreiber. Solmeister. Pfannenmeister. Gegensalzwart, das ist der Kaplan. Gerichtsknecht. Solenmesser. Holzleger: drei. Bornknechte. Ein Böttcher. Einundzwanzig Schätzer. Zwei Pförtner. Vier Wächter — davon besoldet unser gnädiger Fürst und Herr zwei und die Gemeinde zwei. Grabenfeger. Dachdecker.

Unsichere Lesungen

  1. Solennmesser — Schreibung des Stichworts unsicher (Z. 13)
  2. Schetzer — oder Scheyer (Z. 17)

Das Wörterbuch A–H

S. 476–520 · Bl. 236v–258v · Bd. 2 · Zeitleiste: 1. Appendix

S. 476

Bl. 236vBd. 21. Appendix · Das Wörterbuch A–HFaksimile (ORKA)
1

Der Erst Appendix. Zimmermann. Meurer, ist auch Wegemeister, Kleÿber Meister. Achtell. Gehörenn — 8 vff ein Pfann saltz, Ist eines souiel als — 2 Marpurger Muth.

Der Erste Appendix. Zimmermann. Maurer, der zugleich Wegemeister ist. Kleibermeister.

Achtel. Es gehören 8 auf eine Pfanne Salz; eines ist so viel wie 2 Marburger Mut.

2

Ein achteil weigt — 155 lb. auch 150. 140. helt Allenndorffer Wehre1[?] — 144 lb. helt Allenndorffer metzenn — 14.

Ein Achtel wiegt 155 Pfund, auch 150 oder 140; es hält Allendorfer Gewicht 144 Pfund; es hält 14 Allendorfer Metzen

3

Saltzmetzen, Korn metzenn aber — 17. Homberger metzenn — 16. Affterknecht. Sein die Saltzknecht, so nicht Bodt vnnd Meisterschafft habenn, Aschenn.

Salzmetzen, an Kornmetzen aber 17, an Homberger Metzen 16.

Afterknecht. Das sind die Salzknechte, die kein Bothe und keine Meisterschaft haben.

Asche.

4

Geltenn — 4. Malter — j thaler den Bödernn, verkauffenns den Glasenern, kann ein vleissiger Meister vor — 18.

Es gelten 4 Malter einen Taler bei den Bodern; sie verkaufen sie den Glasern. Ein fleißiger Meister kann sie für 18

5

oder 20 fl. machenn, thett ein Jar in — 86 Boden vor — 1720 fl. vngefehrlich.

oder 20 Gulden machen; das täte in einem Jahr in 86 Bothen ungefähr 1720 Gulden.

Unsichere Lesungen

  1. Wehre — oder Wege (Waage) (Z. 9)

S. 477

Bl. 237rBd. 21. Appendix · Das Wörterbuch A–HFaksimile (ORKA)
1

Der Erst Appendix. Nota. Vonn Jedem Malter bekompt vnnser gnediger furst vnnd herr einenn heller zu Zoll gibt der Glasener Nota.

Der Erste Appendix. Anmerkung: Von jedem Malter bekommt unser gnädiger Fürst und Herr einen Heller als Zoll; den gibt der Glaser. Anmerkung:

2

Ein Malter aschenn wiegen In die — 188 lb. Abzehlenn. Geschicht allenn Montagk in beÿsein der Saltzgrevenn vnnd Beamptenn, sein die zeichenn der klaffter Holtz, was der Holtzvogt die wochenn vber den Bödernn verkaufft.

Ein Malter Asche wiegt gegen 188 Pfund.

Abzählen. Geschieht jeden Montag in Beisein der Salzgrafen und Beamten; es sind die Zeichen der Klafter Holz, die der Holzvogt in der Woche an die Boder verkauft hat.

3

Abzahl Register. Darin wirdet die zahl der verkaufftenn klaffternn, allenn Montagk nach dem abzehlenn geschriebenn, dero heltet der Holtzvogt eins, vnnd der Pfarher Mhenanus1 auch eins.

Abzählregister. Darin wird die Zahl der verkauften Klafter jeden Montag nach dem Abzählen eingeschrieben; davon hält der Holzvogt eines und der Pfarrer Rhenanus auch eines.

4

Axt. Muß mann in Jedem Bodt zu spaltung der scheidt eine habenn, Offenn Axt. lies B.

Axt. Man muss in jedem Bothe eine zum Spalten der Scheite haben. Ofenaxt — siehe B.

Unsichere Lesungen

  1. Mhenanus — Rhenanus gemeint, Schreibung so (Z. 15)

S. 478

Bl. 237vBd. 21. Appendix · Das Wörterbuch A–HFaksimile (ORKA)
1

Der Erst Appendix. Bompenn. Sein kupffernn Rörenn, hat mann zwo im Saltzbronnenn, Ist Jede — 5½ Zoll weit, vnnd — 2 im wasserschacht, Ist Jede — 8 Zoll weit, damitt wirdet die Sohl vnnd das wiltwasser zugleich gelanngt, außgehalttenn vnnd abgeöst, Bompegeldt.

Der Erste Appendix. Pumpen. Das sind kupferne Röhren; man hat zwei im Salzbrunnen, jede 5½ Zoll weit, und 2 im Wasserschacht, jede 8 Zoll weit. Damit werden die Sole und das wilde Wasser zugleich geholt, ausgehalten und abgeschöpft.

Pumpengeld.

2

Gibt vnnserm gnedigenn furstenn vnnd herrn der Bödermeister, vonn Jeder Pfann Saltzes, Nemblich vonn der Sohle zulanngenn — 2½ alb.

Der Bodemeister gibt unserem gnädigen Fürsten und Herrn von jeder Pfanne Salz, nämlich für das Holen der Sole 2½ Albus

3

vom wildenn wasser abzunösenn — 2 alb. Blech. Weigenn — 16 ein Centner, geltenn — 4½ fl. zu 27.

und für das Abschöpfen des wilden Wassers 2 Albus.

Blech. Es wiegen 16 einen Zentner; sie gelten 4½ Gulden zu 27

4

alb. dero gehörenn zu einer newenn Saltzpfann — 56. Börtte. Weigenn — 6. Ein Centner, geltenn — 4½ fl.

Albus; davon gehören zu einer neuen Salzpfanne 56.

Borte. Es wiegen 6 einen Zentner; sie gelten 4½ Gulden

5

zu 27 alb. der gehörenn zu einer newen Saltzpfann — 12.

zu 27 Albus; davon gehören zu einer neuen Salzpfanne 12.

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