Salzbibel · Lesetext · 1. Appendix
Der erste Appendix · S. 577–586
Das Wörterbuch S–Z · S. 577–586 · Bl. 287r–291v · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Das Wörterbuch S–Z
S. 545–582 · Bl. 271r–289v · Bd. 2 · Zeitleiste: 1. Appendix
S. 577
Bl. 287rBd. 21. Appendix · Das Wörterbuch S–ZFaksimile (ORKA)Der Erst Appendix
Der Erst Appendix. Zu Mündenn gibt mann vonn einer Pfann saltz ―― 1½ Margenn groschenn, Ist ― j alb 4 hlr. Zoller. Ist auch Jegennschreiber vnnd mit Saltzwarck1, sein besoldung vnnd dienst wirdet daforne vnterm G. beim Jegennschreiber vermeldet, Zober. Wirdet in Jedem Bodt einer, bisweilenn zwen Inn die Erdenn gegrabenn, kostet einer zumachenn ― 5 alb. darin wirdet die sohle aus den trogenn gelassenn, vnd volgenndts Inn die Pfann geschepfft, Zulassenn, Heisset wenn mann gesottenn hatt, vnnd die Sohle gar ist, also das mann kein feuer mehr vnnder schöret, vnnd das Pfanntuch vber die Pfann zeuhett, Zulegenn. Heisset, Wenn die sohle gesocht, vnnd sich zu Saltz gesetzt, also das manns annfehet aus der Pfannenn ann den gennsenn zufangenn,
Der Erste Appendix. Zu Münden gibt man von einer Pfanne Salz ―― 1½ Mariengroschen, das ist ― 1 Albus 4 Heller.
Zöllner. Er ist auch Gegenschreiber und Mitsalzwart; seine Besoldung und sein Dienst werden weiter oben unter G beim Gegenschreiber vermeldet.
Zuber. Es wird in jedem Bothe einer, bisweilen zwei in die Erde gegraben; einer kostet zu machen ― 5 Albus. Darin wird die Sole aus den Trögen gelassen und sodann in die Pfanne geschöpft.
Zulassen. Heißt es, wenn man gesotten hat und die Sole gar ist, so dass man kein Feuer mehr darunter schürt und das Pfannentuch über die Pfanne zieht.
Zulegen. Heißt es, wenn die Sole gesetzt und zu Salz geworden ist, so dass man anfängt, sie aus der Pfanne an den Gänsen zu fangen.
Unsichere Lesungen
- Saltzwarck — wohl Saltzwarck (Warte) (Z. 5)
S. 578
Bl. 287vBd. 21. Appendix · Das Wörterbuch S–ZFaksimile (ORKA)Der Erst Appendix
Der Erst Appendix Zundt Sohl. Wirdet bey dem vbrigenn feur, welcher meister das hat, wenn die Pfann saltzs1 aller ausbracht ist wordenn, gemacht, als mann geust etzliche aschen Roher sohlenn in die Pfann, vnnd macht die bey den vbrigenn kohlenn gar, Wirdet denn Zunde sohl genennet, darumb das sich durch diese besserung die anndere Sohl desto ehr zu saltz annzundenn, auch das vberige feur nit vergebenns ausgehe, Zeichenn Der wirdet im Saltzwerck gebraucht, 1. Flöß zeichenn, 2. Flöß Klaffter zeichenn 4. Jegenn zeichenn, 5. fuhrzeichenn 6. Esellhauffenn zeichenn 7 Waldtleger zeichenn, Zollhauß in Sodenn. Ist Anno 63. vnnd 64. gebawet, hatt in
Der Erste Appendix. Zündsole. Wird beim übrigen Feuer gemacht — welcher Meister das hat —, wenn die Pfanne Salz ganz ausgebracht worden ist: dann gießt man etliche Eschen rohe Sole in die Pfanne und macht sie bei den übrigen Kohlen gar. Sie wird dann Zündsole genannt, weil sich durch diese Verbesserung die andere Sole desto eher zu Salz entzündet, und auch damit das übrige Feuer nicht vergeblich ausgeht.
Zeichen. Die werden im Salzwerk gebraucht: 1. Flößzeichen, 2. Flößklafterzeichen, 4. Gegenzeichen, 5. Fuhrzeichen, 6. Eselhaufenzeichen, 7. Waldlegerzeichen.
Zollhaus in Sooden. Ist Anno 63 und 64 gebaut worden; es hat in
Unsichere Lesungen
- saltzs — Endung undeutlich (Z. 4)
S. 579
Bl. 288rBd. 21. Appendix · Das Wörterbuch S–ZFaksimile (ORKA)Der Erst Appendix
Der Erst Appendix. alles zuerbawenn kostet, ――――― 283 fl. 24 alb. 2½ hlr. Das holtz hat vnnser gl. f. vnnd herr zum bestenn gehabt, Zin maß. Das hilttet ― 2 virtell sein ― 12 quart, damit werdenn alle Saltzmas geeichet, vnnd muß Jedes dismahls ― 6 haltenn, Ist ein achtell ― 22. virtell. Zwingenn. Werdenn vf der huttenn zum Lippoldesberg gegossenn, sein dreyerley, vnnd werdenn in Steinkolen Boden gebraucht, Heupt zwingenn braucht mann zu dem Schornnstein, Schaller zwingenn braucht man vornn vor dem Rost, darinnenn gehenn die ― 2. schallernn oder blech, welche mann vf vnnd zu thun kann, wenn mann die kolenn zum brennen in Saltzsiedenn vnnderwirfft, Kurtze zwingenn braucht mann auchobenn im Schornnstein, Item vber den Windtlöchern vnnd Schorlöchernn,
Der Erste Appendix. allem zu erbauen gekostet ――――― 283 Gulden 24 Albus 2½ Heller. Das Holz hat unser gnädiger Fürst und Herr am besten gehabt.
Zinnmaß. Das hält ― 2 Viertel, sind ― 12 Quart; damit werden alle Salzmaße geeicht, und jedes muss diesmal ― 6 halten. Ein Achtel ist ― 22 Viertel.
Zwingen. Werden auf der Hütte zu Lippoldsberg gegossen; es sind ihrer dreierlei, und sie werden in Steinkohlen-Bothen gebraucht. Hauptzwingen braucht man zum Schornstein. Schallerzwingen braucht man vorn vor dem Rost; darin gehen die 2 Schaller oder Bleche, die man auf- und zutun kann, wenn man die Kohlen zum Brennen beim Salzsieden unterwirft. Kurze Zwingen braucht man auch oben im Schornstein, ebenso über den Windlöchern und Schürlöchern.
S. 580
Bl. 288vBd. 21. Appendix · Das Wörterbuch S–ZFaksimile (ORKA)Der Erst Appendix
Der Erst Appendix. Verzeichnus, Wasgenntzlich in ein holtzbodt gehöret, vnnd ein Bodt mitt aller zugehorigenn Rustung zum Saltzsiedenn kostet. Das gebew des Bodts zumachenn in alles ―――――― 77 fl. 8½ alb. Die Pfann mit Irer zugehörung ―― 34 fl. 18 alb 3 hlr. Die Gesöde darauff die Pfann gesetzt wirdt, ―――――― 2 fl. 24 alb. das Pfanntuch ―――――― 2 fl. 3 alb 10½ hlr. zwey kubenn ――――― 16 fl. 18 alb zwenn zober ――――― 10 alb. zwenn Sohltröge ――――― 4 fl. 10 alb vier Pfannenbeume1[?] ――――― 10 alb. die strick darzu ――――― 3 d.2[?] die drey gerenn ――――― 17 alb. Diß alles muß vnnser gnediger furst vnnd herr Inns Bodt verschaffenn Summa thut. ―――――― 139 fl. 16 alb.
Der Erste Appendix. Verzeichnis, was gänzlich in ein Holzbothe gehört und was ein Bothe mit aller zugehörigen Rüstung zum Salzsieden kostet.
Der Bau des Bothes zu machen, in allem ―――――― 77 Gulden 8½ Albus. Die Pfanne mit ihrem Zubehör ―― 34 Gulden 18 Albus 3 Heller. Das Gesöde, auf das die Pfanne gesetzt wird ―――――― 2 Gulden 24 Albus. Das Pfannentuch ―――――― 2 Gulden 3 Albus 10½ Heller. Zwei Kufen ――――― 16 Gulden 18 Albus. Zwei Zuber ――――― 10 Albus. Zwei Soltröge ――――― 4 Gulden 10 Albus. Vier Pfannenbäume ――――― 10 Albus. Die Stricke dazu ――――― 3 Pfennig. Die drei Gerinne ――――― 17 Albus.
Dies alles muss unser gnädiger Fürst und Herr ins Bothe beschaffen. Summe macht ―――――― 139 Gulden 16 Albus.
Unsichere Lesungen
- Pfannenbeume — Wortende undeutlich (Z. 15)
- d. — Münzkürzel unklar (Z. 16)
S. 581
Bl. 289rBd. 21. Appendix · Das Wörterbuch S–ZFaksimile (ORKA)Der Erst Appendix
Der Erst Appendix. Nota. Die steinkolenn Bode aber kostenn wegenn der Schornstein, darzu mann viel steine habenn muß, ein fast Inn die ——— Darzu gibt vnnser gnediger furst vnnd Herr eden[?]1 Bödern Jars zu haltung des gesödes, vnnd gemeiner Beur[?]2 — 6 fl. Item vonn der Aschenn vnnd schlackenn außzutragen — 6 fl. Mehr gehöret in ein Bodt, mus der Södermeister verschaffenn. Zwölff Schauffelnn kostenn ——— 8 alb Ein schnepffenn ——— 3½ alb. Zwo Verleff[?]3 ——— ½ alb. Ein Eschenn[?]4 ——— 2½ alb. Drey fegefäßer ——— 5 alb 3 hllr. Ein Beißkordt[?]5, ——— 2 alb Zwo Kohlkruckenn ——— 4 alb Zwo Saltzkruckenn ——— 1 alb 4 hllr Ein Aschenn kruckenn ——— 3 hlr.
Der Erste Appendix. Anmerkung: Die Steinkohlen-Bothe kosten aber wegen des Schornsteins, wozu man viele Steine haben muss, ein Beträchtliches mehr ———.
Dazu gibt unser gnädiger Fürst und Herr jedem Boder jährlich zur Unterhaltung des Gesödes und der allgemeinen Bauten — 6 Gulden; ebenso für das Austragen der Asche und Schlacken — 6 Gulden.
Ferner gehört in ein Bothe, was der Sodemeister beschaffen muss: zwölf Schaufeln, kosten ——— 8 Albus. Eine Schöpfe ——— 3½ Albus. Zwei Berleff ——— ½ Albus. Eine Esche ——— 2½ Albus. Drei Fegfässer ——— 5 Albus 3 Heller. Ein Beißkorb ——— 2 Albus. Zwei Kohlkrücken ——— 4 Albus. Zwei Salzkrücken ——— 1 Albus 4 Heller. Eine Aschenkrücke ——— 3 Heller.
Unsichere Lesungen
- eden[?] — evtl. Jeden, Schwungansatz (Z. 6)
- Beur[?] — Wortende undeutlich (Z. 7)
- Verleff[?] — Anfangsbuchstabe V/B (Z. 14)
- Eschenn[?] — Anfangsbuchstabe unklar (Z. 15)
- Beißkordt[?] — Anfangsbuchstabe B/R (Z. 17)
S. 582
Bl. 289vBd. 21. Appendix · Das Wörterbuch S–ZFaksimile (ORKA)Der Erst Appendix
Der Erst Appendix. Ein Kohlgertte ——— 1 hlr Ein hangelicht, ——— 2 alb. Drey Mullernn[?]1 ——— 6 alb. Ein saltzfeßlein ——— ½ alb. Ein aschenn sieb ——— 2 alb. Summa thut —— 1 fl 11 alb 11 hlr. Nota. Darzu muß der meister habenn des Jars Rueß kar. Besenn kar. Leuchtsell zu Jedem werck kar —— 1 alb. vnnd die weil die Pfann wehret vor —— ½ alb. Achtell saltz blut oder farbe, Nota. Der Schmidt muß bey die Pfann liefferenn, so auch Inns Rots gehöret, vnnd hieforne beim gelde nicht specificirt ist. Beißhämer ——— 2. Hackenn ——— 1 Pfannhackenn ——— 16 Feür hackenn ——— 1. Schiepffenn ——— 3.
Der Erste Appendix. Eine Kohlgerte ——— 1 Heller. Ein Hängelicht ——— 2 Albus. Drei Mulden ——— 6 Albus. Ein Salzfässlein ——— ½ Albus. Ein Aschensieb ——— 2 Albus. Summe macht —— 1 Gulden 11 Albus 11 Heller.
Anmerkung: Dazu muss der Meister im Jahr haben: Ruß, Besen, Leuchtseil zu jedem Werk, je —— 1 Albus, und, solange die Pfanne währt, für —— ½ Albus; ein Achtel Salz für Blut oder Farbe.
Anmerkung: Der Schmied muss zur Pfanne liefern, was ebenfalls zur Ausstattung gehört und weiter oben beim Geld nicht aufgeführt ist: Beißhämmer ——— 2, Hacken ——— 1, Pfannenhaken ——— 16, Feuerhaken ——— 1, Schippen ——— 3.
Unsichere Lesungen
- Mullernn[?] — ll/ld unklar (Z. 4)
Das Bergwerksglossar
S. 583–622 · Bl. 290r–309v · Bd. 2 · Zeitleiste: 1. Appendix
S. 583
Bl. 290rBd. 21. Appendix · Das BergwerksglossarFaksimile (ORKA)Der Erst Appendix
Der Erst Appendix. Steinkolen Bergkwergk. Ambter. Bergkheuptmann. Bergkvogtt Bergkschreiber Geschworne. Steyger, Kolenn messer Heuer, Hundtlauffer Karnnlauffer Bergk schmidt, Haspeler[?]1,
Der Erste Appendix. Steinkohlenbergwerk. Ämter: Bergkhauptmann, Bergvogt, Bergschreiber, Geschworene, Steiger, Kohlenmesser, Häuer, Hundläufer, Karrenläufer, Bergschmied, Haspler.
Unsichere Lesungen
- Haspeler[?] — sp/ss unklar (Z. 14)
S. 584
Bl. 290vBd. 21. Appendix · Das BergwerksglossarFaksimile (ORKA)leerDer Erst Appendix
S. 585
Bl. 291rBd. 21. Appendix · Das BergwerksglossarFaksimile (ORKA)Der Erst Appendix
Der Erst Appendix. Außfurderung. Heist vnnd ist soviel als außbringenn, Außfurderung der Kohlenn, Ist wenn mann die Kolenn mit den Hundenn vom ortt zu tag außbringet, Außfurderung des Schwelß Ist dergleichenn wenn mann den Schweel, so vber den Kohlenn steget, auß dem Berge bringt, Außbruch. Heist wenn mann ein fein ort vom Kolenn vor sich hat, Außwechssell des gezimmers, Ist wann das gezimmer im Stoll Baufellig wirdt, das mann neue thürstocke einstreicht, Außfahrenn, Ist wenn die arbeit verfertiget, Auffahrenn eins Gedings Ist wenn denn arbeiternn etliche Lachter zubrechenn[?]1 verdingt werdenn,
Der Erste Appendix. Ausförderung. Heißt und ist so viel wie Ausbringen.
Ausförderung der Kohlen. Ist es, wenn man die Kohlen mit den Hunden vom Ort zutage ausbringt.
Ausförderung des Schwels. Ist es ebenso, wenn man den Schwel, der über den Kohlen steht, aus dem Berg bringt.
Ausbruch. Heißt es, wenn man ein gutes Kohlenort vor sich hat.
Auswechseln des Gezimmers. Ist es, wenn das Gezimmer im Stollen baufällig wird und man neue Türstöcke einzieht.
Ausfahren. Ist es, wenn die Arbeit fertiggestellt ist.
Auffahren eines Gedinges. Ist es, wenn den Arbeitern etliche Lachter zu brechen verdungen werden.
Unsichere Lesungen
- zubrechenn[?] — Wortende am Rand gekürzt (Z. 19)
S. 586
Bl. 291vBd. 21. Appendix · Das BergwerksglossarFaksimile (ORKA)Der Erst Appendix
Der Erst Appendix. Altter Backoffe. Ist das ortt, da erstlichenn die Kolenn sich endtzündet, vnnd anngangenn, Axte. Habenn die Steiger zum gezimmer zugebrauch. Außfahrenn Heist wenn die arbeiter Ire Schichtenn verfahrenn, vnnd wieder aus dem Berge fahrenn, oder gehenn, Arsledder Ist, welche die Bergkleute tragenn vorm hindernn, wie anndere handtwergks meister die Irenn vorne tragenn Anfelle. Seindt zwey kurtze höltzer, vnnd vff einer seittenn außgekümmet, welche mann in Schechtenn, zu den tragstempell zugebrauchenn, dieselbenn darinnenn annzutreibenn, das die Jöcher darauff könnenn gelegt werdenn,
Der Erste Appendix. Alter Backofen. Ist der Ort, wo sich die Kohlen zuerst entzündet haben und in Brand geraten sind.
Äxte. Haben die Steiger zum Gezimmer zu gebrauchen.
Ausfahren. Heißt es, wenn die Arbeiter ihre Schichten verfahren haben und wieder aus dem Berg fahren oder gehen.
Arschleder. Ist das, was die Bergleute vorm Hintern tragen, wie andere Handwerksmeister das ihre vorn tragen.
Anfälle. Sind zwei kurze Hölzer, auf einer Seite ausgekehlt, die man in Schächten zu den Tragstempeln gebraucht, um sie darin anzutreiben, damit die Joche darauf gelegt werden können.