Salzbibel · Lesetext · 1. Appendix
Der erste Appendix · S. 611–620
Das Bergwerksglossar · S. 611–620 · Bl. 304r–308v · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Das Bergwerksglossar
S. 583–622 · Bl. 290r–309v · Bd. 2 · Zeitleiste: 1. Appendix
S. 611
Bl. 304rBd. 21. Appendix · Das BergwerksglossarFaksimile (ORKA)R. Reder Ist vonn droth durchsichtigk gemacht, das mann die kleinenn Kolenn darauff redenn, vnnd das kleine gestube durchfallenn kann Rennenn.
R. Räder. Ist aus Draht durchsichtig gemacht, damit man die kleinen Kohlen darauf sieben und das kleine Gestübe durchfallen kann.
Rennen.
Werdenn vonn holtz aus gekimmet, welche mann zu leitung des wassers, wo das vonnötenn, hinfürenn kann, Rösche.
Werden aus Holz ausgekehlt; man kann sie zur Leitung des Wassers, wo es nötig ist, hinführen.
Rösche.
Ist ein abraum, welche mann am Berge Erstlichen in anhebung eines Stols thun mus, das mann vor das gebirge eine gleiche Sohle bringet, das mann darnach mit einem Stoll annfahenn kann, Roubaum1[?] Haspell.
Ist ein Abraum, den man am Berg zuerst beim Anheben eines Stollens machen muss, damit man vor dem Gebirge eine gleiche Sohle schafft, so dass man danach mit einem Stollen anfangen kann.
Raubaumhaspel.
such B. Ist der Haspell, darumb das seyl austem Schachtt gezogenn wirdet,
Siehe B. Ist der Haspel, mit dem das Seil aus dem Schacht gezogen wird.
Unsichere Lesungen
- Roubaum — Stichwort; evtl. Rondbaum/Rundbaum (Z. 15)
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Bl. 304vBd. 21. Appendix · Das BergwerksglossarFaksimile (ORKA)Rolle. Ist vonn dielenn vf den seittenn vnnd vntenn verschlagenn vnnd gemacht, wie eine Rinne, darinnenn mann Kolenn vonn einem stiegenndenn ort, Inn die strecke des Stollenns bringenn kann vnd furters in den Bergkhundenn zu tag ausfordert, S.
Rolle. Ist aus Dielen an den Seiten und unten verschlagen und gemacht wie eine Rinne; darin kann man Kohlen von einem steigenden Ort in die Strecke des Stollens bringen und sie weiter in den Berghunden zutage fördern.
S.
Schechte Seist was vnntenn in die tieffe gesunckenn wirdett, vnnd Jeder Bergk art gelegennheit in erfahrung des gebirges erkennt, auch wetters halbenn auff die Stoll einbringenn mus, Schauffell Ist ein Eiserne Schueppe, welche mann in dem gebirge, zu ab vnnd zu ruck des kleinenn gebirges zugebrauchenn,
Schächte. Sind, was nach unten in die Tiefe gesenkt wird; und jede Bergart erkennt man nach ihrer Beschaffenheit beim Erkunden des Gebirges. Auch der Wetter wegen muss man sie auf die Stollen einbringen.
Schaufel. Ist eine eiserne Schüppe, die man im Gebirge zum Ab- und Zurückräumen des kleinen Gebirges gebraucht.
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Bl. 305rBd. 21. Appendix · Das BergwerksglossarFaksimile (ORKA)Schicht. Ist wann ein Jeder arbeiter des tages seine arbeitt der — 12 stunde verrichttet. Steiger Heist, Welcher vber die arbeiter zugebietenn vnnd das gezimmer in Stollenn vnnd schechtenn verfertigenn mus, Steigent Orts Heist wann mann ein ort treibet, welchs mann vf der Sohlenn Jederzeit stiegenn lässet, vnnd gar stickell hierauff getriebenn wirdt, Schlepff hockenn Ist ein Eiser hocke mit einem Ringe, dadurch mann ein seyhl kann durch ziehenn, mit welchem mann das holtz vergk des gezimmers, als Stempell, Thuerstörke vnnd annders vor die örtter bringet, vnnd wirdt der hocke in das holtz geschlagenn, das mann
Schicht. Ist es, wenn ein jeder Arbeiter am Tag seine Arbeit von 12 Stunden verrichtet.
Steiger. Heißt der, der über die Arbeiter zu gebieten hat und das Gezimmer in Stollen und Schächten fertigen muss.
Steigendes Ort. Heißt es, wenn man ein Ort treibt, das man von der Sohle aus jeweils steigen lässt und das gar steil hinauf getrieben wird.
Schlepphaken. Ist ein eiserner Haken mit einem Ring, durch den man ein Seil ziehen kann, mit dem man das Holzwerk des Gezimmers — wie Stempel, Türstöcke und anderes — vor die Örter bringt; und der Haken wird in das Holz geschlagen, damit man
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Bl. 305vBd. 21. Appendix · Das BergwerksglossarFaksimile (ORKA)darnach mit dem seyl, das holtz vffm gestennge kan einschleppenn, Steigenns Ist wann sich der Zechstein, ann die Höhe gibt, vnnd die Kohlenn darmit steigenn, wirdt Jederzeit ein steigenns genenndt, Spore.
danach mit dem Seil das Holz auf dem Gestänge einschleppen kann.
Steigen. Ist es, wenn sich der Zechstein in die Höhe zieht und die Kohlen damit steigen; das wird jeweils ein Steigen genannt.
Spur.
Ist ein Kleise, zwischenn zwischenn zweyenn gestennge, darinnenn der Leidtnagell am hunde gehet, ist etwann — 1½ Zoll weit, Sohle Heist was mann in den Stollenn vnnter sich hatt, darauf die gestenng liegenn, Stuffenn schlagenn Heist wann der geschworne ein geding so vffgefahrenn ist, abnimmet, vnnd mit der Lachter gemessenn, macht er als dann ein Zeichenn da er gemessenn,
Ist ein Gleis zwischen zwei Gestängen, in dem der Leitnagel am Hund läuft; sie ist etwa 1½ Zoll weit.
Sohle. Heißt, was man in den Stollen unter sich hat, worauf die Gestänge liegen.
Stufen schlagen. Heißt es, wenn der Geschworene ein Gedinge, das aufgefahren worden ist, abnimmt und mit dem Lachter misst; dann macht er ein Zeichen dort, wo er gemessen hat,
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Bl. 306rBd. 21. Appendix · Das BergwerksglossarFaksimile (ORKA)darnach er sich die annder wochenn in fernerm vffahrenn zurichtenn, Sumpff. Heist so viel als wann mann ein tun Tam schlechtt, das mann darinnenn das wasser behaltenn kann, Schweel.
wonach er sich dann in der anderen Woche beim weiteren Auffahren zu richten hat.
Sumpf. Heißt so viel, wie wenn man einen Damm schlägt, damit man darin das Wasser halten kann.
Schwel.
Der lieget vnnter dem Zechstein vnnd vf den Schwartz Kolenn, ist wohl schwartz aber nit düchtigk, das mann Ihnenn brauchenn kann, Welchenn dann Jederzeit, so fernne kein raum im gebirge ist, vf die halbenn gefürdert wirdet.
Der liegt unter dem Zechstein und auf den Schwarzkohlen; er ist wohl schwarz, aber nicht tauglich, so dass man ihn gebrauchen könnte. Er wird darum jeweils, soweit kein Raum im Gebirge ist, auf die Halde gefördert.
Schwartze Kohlenn. Die liegenn vnnterm schweel, vnnd stehenn vff den Bergkolenn, seindt zubrauchenn zu allem feuerwerck, dieweil das sie besser seindt, als die anndernn, Braune Kohlen. such B.
Schwarzkohlen. Die liegen unter dem Schwel und stehen auf den Braunkohlen. Sie sind für alles Feuerwerk zu gebrauchen, weil sie besser sind als die anderen.
Braunkohlen — siehe B.
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Bl. 306vBd. 21. Appendix · Das BergwerksglossarFaksimile (ORKA)Bech Kohlenn. such B. Stolnn. Heist wann mann Sohl liegenndt in ein ganntz gebirge treibet, die wasser zu nehmenn, das mann desto besser zur ausfürderung kann kommenn, Säge.
Pechkohlen — siehe B.
Stollen. Heißt es, wenn man auf der Sohle liegend in ein ganzes Gebirge treibt, um die Wasser zu fassen, damit man desto besser zur Ausförderung kommen kann.
Säge.
Hat der Steiger zu schneidenn Holtzwergks zugebrauch1[?] Schneidtmesser. Hat der Steiger zugebrauchenn, damit er die Stele, In kratzenn, keilhauenn, vnnd schauffelnn machet, Schneidigk Ist ein gebirge darunder mann nicht kommenn kann, es muß dann zuuor ver zimmert werdenn, vnnd ist ein gebirge das gerne bricht, Kreütze such K.
Hat der Steiger zum Schneiden des Holzwerks zu gebrauchen.
Schneidmesser. Hat der Steiger zu gebrauchen, damit er die Stiele in Kratzen, Keilhauen und Schaufeln macht.
Schneidig. Ist ein Gebirge, unter das man nicht kommen kann; es muss zuvor verzimmert werden, und es ist ein Gebirge, das gern bricht.
Kreuze — siehe K.
Unsichere Lesungen
- zugebrauch — Wortende am Rand abgekürzt (Z. 7)
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Bl. 307rBd. 21. Appendix · Das BergwerksglossarFaksimile (ORKA)Der Erst Appendix. stöcke, vnnd anders in den Stoll am seyl der schlepffhockenn zeucht vnnd Innfordert, | ein zapffenn geschnittenn.
Der Erste Appendix. …stöcke und anderes in den Stollen am Seil des Schlepphakens zieht und einfördert. — … ein Zapfen geschnitten.
| setzt, wetter vnnd waßers not, oder aber Im senckung vnnd einbringung tieffer Schechte, mustenn3[?] anngesetzt vnnd getriebenn werdenn | der Sohlenn zugebrauchenn.
— …setzt, Wetter- und Wassersnot, oder aber beim Senken und Einbringen tiefer Schächte angesetzt und getrieben werden müssen. — … der Sohle zu gebrauchen.
| *Tabelle: Glossar des Holzvogts Wagener: Stichwort als eigene Zeile, Erklärung darunter;
[Anmerkung der Transkription: Tabelle — Glossar des Holzvogts Wagener. Stichwort als eigene Zeile, Erklärung darunter; Zeilen der Erklärung durch Zeilenumbruch getrennt, Worttrennung am Zeilenende als =]
Zeilen der Erklärung durch Zeilenumbruch getrennt, Trennung am Zeilenende als =*
(Fortsetzung der Anmerkung)
Unsichere Lesungen
- Tarffe — Thörleiter Z.1; evtl. Karffe (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
- vn= — Thörleiter Z.1, Trennung ohne Fortsetzung (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
- mustenn — Tragkstoll Z.3, undeutlich
- Tragstempell — Eintrag läuft auf S. 618 weiter (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
S. 618
Bl. 307vBd. 21. Appendix · Das BergwerksglossarFaksimile (ORKA)Der Erst Appendix in die weite des Schachts in den Stos der seittenn des Schachts gereimet, darauff die Jöcher ruhenn vnd gelegt werdenn.
Der Erste Appendix. …in die Weite des Schachtes in den Stoß der Seiten des Schachtes eingeräumt, worauf die Joche ruhen und gelegt werden.
| zwischenn der thuerstocke eingestrichenn, vnnd obenn mit Bretter vest verschlagenn, bis vor das ortt, das sich das wetter darunter kann durch ziehenn, vnnd vorm ortt damit gut wetter bringett, das mann kann dauor arbeitenn, | Stüffenn muß, das mann mit keinem büschell kann zuschlagenn oder wegk bringenn | *Tabelle:
— …zwischen die Türstöcke eingestrichen und oben mit Brettern fest verschlagen bis vor das Ort, damit sich das Wetter darunter durchziehen kann und vor Ort gutes Wetter bringt, so dass man davor arbeiten kann. — …Stufen schlagen muss, weil man mit keinem Büschel zuschlagen oder wegbringen kann. —
Glossar des Holzvogts Wagener: Stichwort als eigene Zeile, Erklärung darunter; Zeilen der Erklärung durch Zeilenumbruch getrennt, Trennung am Zeilenende als =*
[Anmerkung der Transkription: Tabelle — Glossar des Holzvogts Wagener. Stichwort als eigene Zeile, Erklärung darunter; Zeilen der Erklärung durch Zeilenumbruch getrennt, Worttrennung am Zeilenende als =]
Unsichere Lesungen
- Tregkwergk — e/o im Stichwort unsicher (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
- — ¼ — Strich vor Bruchzahl, Zahl frei (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
- Verstürtzung — Eintrag läuft auf S. 619 weiter (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
S. 619
Bl. 308rBd. 21. Appendix · Das BergwerksglossarFaksimile (ORKA)Der Erst Appendix. wieder darzu kommenn, | oder sonstenn vor anndernn gebirge schramenn vorm ort hinein hawenn, das mann darnach fiemell2[?] Inn die schrammenn setzenn kann, vnnd als dann mit grossenn Beuschell treibenn, das mann grosse stücke kann abtreibenn, oder rein werffenn, | stein hat, so zuschlagenn werdenn muß.
Der Erste Appendix. …wieder dazu kommen. — …oder sonst vor anderem Gebirge Schrammen vor Ort hineinhauen, damit man danach Fimmel in die Schrammen setzen und alsdann mit großem Büschel treiben kann, so dass man große Stücke abtreiben oder hereinwerfen kann. — …Stein hat, der zu zerschlagen ist.
| verwarlichenn vom Mundtloch bis vber die Halle3 leidet, welches dann mit bretter vnnd Rinnenn vermacht, das nichts rein fallenn kann.
— …sicher vom Mundloch bis über die Halde leitet, was dann mit Brettern und Rinnen verwahrt wird, damit nichts hereinfallen kann.
| *Tabelle: Glossar des Holzvogts Wagener: Stichwort als eigene Zeile, Erklärung darunter;
[Anmerkung der Transkription: Tabelle — Glossar des Holzvogts Wagener. Stichwort als eigene Zeile, Erklärung darunter; Zeilen der Erklärung durch Zeilenumbruch getrennt, Worttrennung am Zeilenende als =]
Zeilen der Erklärung durch Zeilenumbruch getrennt, Trennung am Zeilenende als =*
(Fortsetzung der Anmerkung)
Unsichere Lesungen
- holenn — Verschremenn Z.1; oder kolenn (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
- fiemell — Verschremenn Z.3, unklar
- Halle — Wasser seige Z.2; evtl. Halde
S. 620
Bl. 308vBd. 21. Appendix · Das BergwerksglossarFaksimile (ORKA)Der Erst Appendix Im schechtenn vnnd Stolnn, sonstenn brennett kein licht, das mann der orter kann etwas ausrichtenn, oder viel weniger in Stolnn oder Schechtenn bleibenn, | tenn anngehenngt, wie ein Rust1, das mann sich dann nach solchem zu arbeitenn, jederzeit fein richtenn kann, | tigung der Stolnn.
Der Erste Appendix. …in Schächten und Stollen; sonst brennt kein Licht, so dass man an diesen Orten etwas ausrichten oder gar in Stollen oder Schächten bleiben könnte. — …angehängt wie ein Gerüst, so dass man sich danach jederzeit gut zum Arbeiten richten kann. — …Fertigung der Stollen.
| außenn Schacht bringet, | *Tabelle: Glossar des Holzvogts Wagener: Stichwort als eigene Zeile, Erklärung darunter;
— …aus dem Schacht bringt. —
Zeilen der Erklärung durch Zeilenumbruch getrennt, Trennung am Zeilenende als =*
[Anmerkung der Transkription: Tabelle — Glossar des Holzvogts Wagener. Stichwort als eigene Zeile, Erklärung darunter; Zeilen der Erklärung durch Zeilenumbruch getrennt, Worttrennung am Zeilenende als =]
Unsichere Lesungen
- Rust — Witterung Z.2, evtl. Ruß