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Auleben
Reise 1568 (und 1569) · 1568 und 1569 · heute Auleben (Heringen/Helme), Thüringen
Der Eintrag
Auleben
heute: Auleben (Heringen/Helme), ThüringenReise 1568 (und 1569) 1568 und 1569 auf der Karte
Bei Meister Hans Wetzel, dem Zimmermann, der einst den Sooder Brunnen fasste. Die Sole hält nur gut drei Lot, die Künste aber sind vorbildlich. 1569 kehrt Rhenanus als Mitglied einer kursächsischen Kommission zurück und rät vom Weiterbau ab.
Auleben bei Nordhausen ist die Station mit dem persönlichsten Bezug. Hier arbeitet Meister Hans Wetzel, der Zimmermann, der 1550/51 in Sooden die neue Brunnenfassung gebaut hatte — die Salzbibel beschreibt das im fünften Buch ausführlich, samt seinem Schweigegelübde. Jetzt ist er „verordneter Baumeister zu Auleben“.
Rhenanus trifft ihn „neben dem Hüttenschreiber“ an und nimmt Sole aus einer der beiden Kothen: „Das Quart hat an roher Sole 90 Lot und 2 Quentchen gehalten; daraus sind 3 Lot 3 Quentchen Salz geworden.“ Das ist wenig — aber er hat die Künste besehen, „die aufs allersorgfältigste und beste eingerichtet sind, so dass Meister Hans’ umsichtige Geschicklichkeit darin nicht genug gerühmt werden kann“. Er wünscht sich dasselbe für Sooden, samt einem Wasserlauf, der die Pferde ersetzt.
Die Sole ist „nicht im rechten Brunnenschacht, der 25 Ellen tief ist“, sondern durch die Klüfte des Gipsgebirges in den niedrigsten Wildwasserschacht abgewichen. Weil „dies damals alles ungewiss war und sich beim Bauen mancherlei zutragen kann“, will Rhenanus „weiter nichts Gewisseres darüber schreiben“.
Dafür fügt er an, was ein Jahr später geschah: Am 23. November 1569 saß er „auf gnädigsten Befehl des durchlauchtigen, hochgeborenen Kurfürsten zu Sachsen“ in einer Kommission, die Auleben beurteilen sollte — mit Michel von Ebeleben, Hauptmann zu Sangerhausen, Christoff Schönleben, Oberhüttenmeister in Freiberg, und Matthias Flicke, Bergvogt. Er unterschreibt als „Johann Rhenanus, hessischer Salzgraf“.
Das Gutachten stellt zwei Fragen — wie man bauen solle, und ob überhaupt — und antwortet vorsichtig: Das wilde Wasser müsse „eine gute Weite von der Salzquelle abgeschroten“ werden; und weil die Sole „gering“ sei und viel Holz brauche, könne „an diesem Ort ohne Nutzen gesotten werden, bis man eine fünf- oder sechslötige Sole findet“. Das Fazit: „dass dieses Salzwerk ohne Nutzen nicht erbaut werden kann“.
Angehängt sind die Fragestücke an Meister Hans mit seinen Antworten: Die Quelle gebe „jede Stunde 133½ Eimer Sangerhäuser Eich“; „Ein Quart Allendorfer Eich, worauf er sein Probiergerät eingerichtet hat, hält jetzt 4 Lot“; auf eine Pfanne getraue er sich „vier Scheffel Nordhäuser Maß“. Was der Bau koste, könne er nicht sagen. Wetzel arbeitet also mit demselben Allendorfer Probiermaß wie Rhenanus — die Messkultur ist von Sooden mitgewandert.
- Bd. 2, S. 756 Lesetext — Meister Hans; die Probe: 3 Lot 3 Quentchen
- Bd. 2, S. 757 Lesetext — Die Sole in den Wildwasserschacht abgewichen
- Bd. 2, S. 758 Lesetext — Kommission des Kurfürsten von Sachsen, 23. November 1569
- Bd. 2, S. 761 Lesetext — Bis man eine fünf- oder sechslötige Sole findet
- Bd. 2, S. 762 Lesetext — Unterschriften: „Johann Rhenanus, hessischer Salzgraf“
- Bd. 2, S. 764 Lesetext — Wetzels Probiergerät auf Allendorfer Eich
- Bd. 2, S. 766 Lesetext — Vier Scheffel Nordhäuser Maß
Auf der Karte: Auleben auf „Rhenanus’ Wirken“ · Die Reiseberichte.
Dauerhafte Adresse: https://salzbibel.de/ort.php?id=auleben.
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