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Greifswald
Reise 1584 nach Pommern · 1584 · heute Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern
Der Eintrag
Greifswald
heute: Greifswald, Mecklenburg-VorpommernReise 1584 nach Pommern 1584 auf der Karte
Die erste Reise. Aus einem alten Brunnen wird Sole mit einem beschwerten Krug geschöpft: nicht ganz 3 Lot aus der Tiefe, 1 Lot obenauf. Der Herzog reist selbst mit, lässt den Brunnen ausfegen — reichlich 3-lötig. Rhenanus rechnet einen Anschlag und rät zum Versuch mit einer Pfanne.
Greifswald ist die einzige Station in Pommern, an der es wirklich um Salzsieden geht. Der Hauptmann zu Klempenow hatte berichtet, dort sei Sole und man habe einst gesotten, „dies aber aus Mangel an Holz eingestellt“. Der Herzog ordnet Rhenanus den Kanzler Henning von Rammin zu; „Wir beide sind am 4. April dorthin gezogen, haben die Sole mit einem eingelassenen und mit Steinen beschwerten Krug aus der Tiefe geschöpft, auch die obenauf gesondert gefasst“.
Am 5. April die Probe in Wolgast: „die aus der Tiefe nicht ganz 3-lötig, die obenauf aber 1-lötig“. Der Herzog fragt nach seinem Bedenken. Rhenanus rät, „einen oder zwei verfallene Brunnen — deren dort von alters her sechs gewesen sind — eröffnen und ausfegen“ zu lassen und an der Quelle selbst zu proben.
Ernst Ludwig entschließt sich, „selbst mit nach Greifswald ziehen und dort so lange verharren“ zu wollen, bis das geschehen sei. Am 6. April bricht der Hof auf; „bis am 9. und 10. April die Sole gewonnen und sogleich geprobt und reichlich 3-lötig befunden worden ist“.
Dann der Anschlag. Die Sole ist „sehr gering und nur halb so gut wie die unsrige“; aber ein Zentner Salz gelte hier „wohl einen Gulden“, und Holz sei gut zu haben. Mit dem Kanzler rechnet Rhenanus „nach den Regeln der Umrechnung und der Verhältnisse“ und findet, „dass über die Bezahlung des Holzes hinaus mein gnädiger Fürst und Herr gegen zwei Gulden an zwölf Zentnern erübrigen könnte“. Die Entscheidung stellt er dem Fürsten anheim.
Der Brunnen wird „mit Brettern gut zugedeckt und mit Erde darauf beschüttet“ — das führt Meister Hans Fritz aus. Später, als der Herzog drängt, folgt der Vorschlag der Versuchspfanne, die der Greifswalder Kupferschläger für 11 Taler Macherlohn anfertigen soll. Ob sie je gesotten hat, sagt der Bericht nicht.
- Bd. 2, S. 853 Lesetext — Zu Greifswald sei Sole vorhanden
- Bd. 2, S. 854 Lesetext — Die erste Reise; nicht ganz 3-lötig
- Bd. 2, S. 855 Lesetext — Der Herzog zieht selbst mit; reichlich 3-lötig
- Bd. 2, S. 856 Lesetext — Der Anschlag: zwei Gulden an zwölf Zentnern
- Bd. 2, S. 869 Lesetext — Der Kupferschläger zu Greifswald macht die Pfanne
Derselbe Ort im anderen Bestand
Wolgast, Greifswald, Stettin (in der Salzbibel genannt)
Auf der Karte: Greifswald auf „Rhenanus’ Wirken“ · Die Reiseberichte.
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