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Koblentz und Krugsdorf
Reise 1584 nach Pommern · 1584 · heute Koblentz und Krugsdorf (Vorpommern-Greifswald), Mecklenburg-Vorpommern
Der Eintrag
Koblentz und Krugsdorf
heute: Koblentz und Krugsdorf (Vorpommern-Greifswald), Mecklenburg-VorpommernReise 1584 nach Pommern 1584 auf der Karte
Der Anlass der Reise: die Gruben, die Meister Hans Fritz im Vorjahr nach Sole gesenkt hatte. Am 17. April besichtigt Rhenanus sie, schöpft Sole — die beste hält ein Lot — und urteilt, dass hier „nimmermehr … ein einziger Pfennig verbaut werde“.
Koblentz bei Pasewalk ist der Grund, warum der Herzog nach Hessen schrieb. Er hatte „bei Koblentz und Krugsdorf, wie denn auch bei Golchen im Amt Klempenow, durch ihren bestellten Brunnenkunstmeister Hans Fritz nach Salzquellen senken, die gesenkten Gruben mit Holz verbauen und alles Wasser daraus ausschöpfen lassen“. Doch „je tiefer sie diese — in der Hoffnung, in der Tiefe die rechte Sole anzutreffen — haben senken lassen, desto mehr ist das wilde Wasser zugelaufen“.
Am 17. April „haben wir unsere Reise nach Krugsdorf und Koblentz genommen, sind dort zu den im vorigen Jahr gemachten Gruben gezogen und haben alle Umstände in Augenschein genommen. In der Grube hinter der Eispforte haben wir nichts weniger als Salz befunden.“ Über den Damm zu den drei Gruben Meister Hans’; Sole wird „zur Probe geschöpft und auf der Heimreise mit nach Wolgast genommen“.
Das Urteil fällt schon vor Ort, und es ist so deutlich wie nirgends sonst im Buch: Ringsum sei „nichts als Moor und Seen in flacher Ebene und feuchtem Feld“, weshalb man „in Ewigkeit — selbst wenn dort die allerbeste Sole zu finden wäre — nicht bauen, viel weniger Feuerherde und Pfannen zum Sieden errichten kann“. Ein Bau würde „über zwei Tonnen Goldes kosten“, und man könnte wegen der schlechten Dämme „das Holz nicht heran- und das Salz nicht abführen“: „so kann und will ich nimmermehr raten, dass dort noch ein einziger Pfennig verbaut werde — besonders in Anbetracht dessen, dass die beste Sole in den drei Sümpfen nur einlötig ist“.
Die Probe in Wolgast am Osterdienstag bestätigt es: „in der besten Sole nur ein Lot“. Zum Vergleich: Die Sooder Sole hielt bei derselben Messreihe 6½ Lot, die von Halle 1568 bis zu 24.
Nachmittags reist die Gesellschaft „durch Baselick nach Schönwalde“ weiter, durchzieht die Sundischen Berge ohne Ocker und Tuffstein und kommt an den Flederbach in den Jasenitzer Bergen, wo Rhenanus Sand und Steine aus dem Bach nimmt, „aber nichts befunden“ — und anregt, dort mit der Rute nach Steinkohlen zu suchen, weil „Ziegelletten und Tongruben“ da sind.
- Bd. 2, S. 848 Lesetext — Hans Fritz senkt bei Koblentz, Krugsdorf und Golchen
- Bd. 2, S. 849 Lesetext — Je tiefer, desto mehr wildes Wasser
- Bd. 2, S. 863 Lesetext — Die Gruben besichtigt, 17. April; Moor und Seen
- Bd. 2, S. 864 Lesetext — Kein einziger Pfennig; nur einlötig
- Bd. 2, S. 865 Lesetext — Der Flederbach
- Bd. 2, S. 867 Lesetext — Die Probe am Osterdienstag: ein Lot
Auf der Karte: Koblentz und Krugsdorf auf „Rhenanus’ Wirken“ · Die Reiseberichte.
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