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Wolgast
Reise 1584 nach Pommern · 1584 · heute Wolgast, Mecklenburg-Vorpommern
Der Eintrag
Wolgast
heute: Wolgast, Mecklenburg-VorpommernReise 1584 nach Pommern 1584 auf der Karte
Residenz Herzog Ernst Ludwigs und Mittelpunkt der Pommernreise: Ankunft am 31. März 1584, Proben vor dem Herzog, der Gemahlin und dem Kanzler, Ausgangspunkt aller fünf Fahrten. Hier fällt der Satz „Ich bin nicht der Schöpfer, sondern ein Sünder des Schöpfers“.
Wolgast am Peenestrom war die Residenz Ernst Ludwigs, „Herzogs zu Stettin, Pommern, der Kassuben und Wenden, Fürsten zu Rügen und Grafen zu Gützkow“. Hierher kam Rhenanus „durch Verleihung göttlicher Hilfe am 31. März zu Wolgast gesund und frisch“; „am folgenden Tag bin ich in der Herberge geblieben“.
Am 2. und 3. April probt er die mitgebrachte Sooder Sole und die drei pommerschen Proben „in Gegenwart meines gnädigen Fürsten und Herrn, des Herzogs zu Pommern, Seiner Fürstlichen Gnaden Gemahlin, des Kanzlers, etlicher Räte und der vornehmsten Diener“. Ergebnis: Hessen 6½ Lot, Pommern nichts. Die Hofgesellschaft sieht dem Messen zu — das Probiergerät ist hier auch ein Argument.
Von Wolgast aus gehen alle fünf Fahrten ab und kommen hierher zurück. Am Osterdienstag wird die Sole von Koblentz geprobt — „in der besten Sole nur ein Lot“ —, und der Herzog fragt, ob die Greifswalder Sole nicht auszubauen sei. Rhenanus erinnert an den gemeinsamen Anschlag mit dem Kanzler, sagt aber auch, „dass es nicht in meinem Vermögen stehe, die Sole anders und besser zu schaffen, als sie Gott gibt“ — und dann: „Ich bin nicht der Schöpfer, sondern ein Sünder des Schöpfers.“
Weil der Herzog „nicht ablassen“ will, rät er zum Versuch: „dass man eine große Pfanne und einen ordentlichen Herd einrichte“. Falle er schlecht aus, könne man mit der Pfanne fremde Sole läutern, „bis die Pfanne reichlich bezahlt wäre“, „oder man könnte das Eisen sonst zu Eisentüren oder anderem verbrauchen“. Der Harnischmacher Meister Andres von Stettin soll das Blecheisen kaufen, der Greifswalder Kupferschläger die Pfanne machen; „als Macherlohn 11 Taler“.
Am 2. Mai kehrt Rhenanus von Rügen zurück und übergibt die Sandsteine, die der Goldschmied Hans Kerchen „auf der Kapelle verrauchen“ lässt, ohne etwas zu finden. Von Wolgast aus geht am 4. Mai die vierte Reise nach Usedom, am 8. Mai die fünfte nach Stolpe ab. Der Bericht schließt mit dem 17. Mai; wann Rhenanus Wolgast verließ, sagt er nicht.
Nach der Literatur (Cramer 1879) hatte der Landgraf ihn nur unter der Bedingung ziehen lassen, in vier Wochen zurück zu sein. Aus vier Wochen wurden mehr als zwei Monate.
- Bd. 2, S. 852 Lesetext — Ankunft am 31. März 1584
- Bd. 2, S. 853 Lesetext — Probe vor dem Herzog: 6½ Lot, sonst nichts
- Bd. 2, S. 867 Lesetext — Die Koblentzer Sole am Osterdienstag: ein Lot
- Bd. 2, S. 868 Lesetext — „Ich bin nicht der Schöpfer“; der Versuch mit der Pfanne
- Bd. 2, S. 869 Lesetext — Meister Andres; 11 Taler Macherlohn
- Bd. 2, S. 874 Lesetext — Rückkehr am 2. Mai; der Goldschmied Hans Kerchen
Derselbe Ort im anderen Bestand
Wolgast, Greifswald, Stettin (in der Salzbibel genannt)
Auf der Karte: Wolgast auf „Rhenanus’ Wirken“ · Die Reiseberichte.
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