Hiddensee
heute: Insel Hiddensee, Mecklenburg-VorpommernReise 1584 nach Pommern 1584 auf der Karte
Der nördlichste Punkt. Beim Hinüberschiffen zeigt sich „mitten im Meer etwas wie Sole im Geruch“; Rhenanus schmeckt sie sogleich, lässt sie proben — einlötig.
„Den 29. haben wir unsere Reise von Wittow nach Hiddensee genommen, dort wiederum nichts vernommen“ — so beginnt der Eintrag über den nördlichsten Ort, den Rhenanus in seinem Leben erreicht hat, soweit die Salzbibel es zeigt.
Doch die Überfahrt bringt eine Beobachtung: „außer dass sich beim Hinüberschiffen nicht weit vom Kloster Hiddensee mitten im Meer etwas wie Sole im Geruch zeigte; ich habe sie sogleich geschmeckt, und als sie hernach geprobt wurde, ist sie am Gehalt einlötig befunden worden“.
Riechen, schmecken, wiegen — in dieser Reihenfolge arbeitet Rhenanus überall. Das Ergebnis ist ernüchternd: Ein Lot im Quart ist, was das Meerwasser der Ostsee ohnehin hergibt; dieselbe Zahl hatte die beste Sole von Koblentz.
Von Hiddensee kehrt die Gesellschaft nach Wolgast zurück, wo Rhenanus am 2. Mai dem Herzog berichtet und die Sandsteine übergibt.