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Forschung

Orte

Wo die Salzbibel spielt — von Sooden bis Wolgast

Nach Nähe geordnet

Die Salzbibel nennt Hunderte von Orten, und sie nennt sie in Kreisen: Sooden und Allendorf in fast jedem Satz; dann die Wälder, Flüsse und Ämter, aus denen Holz, Stroh, Hafer und Eisen kamen; dann die Städte Hessens, die für den Landgrafen bürgten und sein Salz kauften; dann die fremden Salzwerke, die Rhenanus bereiste; und zuletzt die Orte des Fernhandels, an denen Sooder Salz verkauft oder fremdes abgewehrt wurde. Diese Seite folgt den Kreisen. Zu jedem Ort steht ein Absatz, was er in der Handschrift bedeutet, und darunter die Fundstellen im Volltext — automatisch aus der Übersetzung gezählt, mit Verweis auf das Faksimile. Bei Namen wie Halle oder Salza sind Verwechslungen mit anderen Wörtern durch die Suchmuster ausgeschlossen, soweit das möglich war; die Zählung ist eine Orientierung, kein Register.

Wo Rhenanus selbst gewesen ist, zeigt die Karte auf der Seite Rhenanus’ Wirken; die beiden großen Reisen erzählt die Seite Die Reiseberichte.

Die Orte

Die Liste vereint zwei Bestände: die Orte, an denen Rhenanus gelebt hat, die er bereist hat oder in denen er gewirkt hat — sie stehen mit ihren Belegen auch auf der Karte Rhenanus’ Wirken —, und die Orte, die die Salzbibel nennt, nach Nähe zum Salzwerk geordnet. Beides lässt sich nach Art und Umkreis eingrenzen und durchsuchen.

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87 Orte

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  • Torgau

    heute: Torgau, Sachsen

    Wirkungsort (ein Besuch ist in der Salzbibel nicht beschrieben) 1577 auf der Karte

    Kursächsische Residenz an der Elbe. Das Archivverzeichnis nennt ein Schreiben, in dem Rhenanus dem Landgrafen „von Torgau“ berichtet, „wegen allerlei Sachen, die Seine Fürstlichen Gnaden ihm im Land zu Meißen auszurichten befohlen haben, Anno 77“. Was er dort tat, ist nicht überliefert.

  • Torgelow

    heute: Torgelow, Mecklenburg-Vorpommern

    Reise 1584 nach Pommern 1584 auf der Karte

    Am 16. April „viel Gehölz, sonst nichts als Sand und Sümpfe“. Auf dem Scharmützel bei den Pferdeköpfen wird nach Kalk gebohrt — es ist Mergel. Zwischen Torgelow und Koblentz scheint sich Alaunerz zu zeigen, aber „kann auch nichts eingerichtet werden“.

  • Treptow

    heute: Altentreptow, Mecklenburg-Vorpommern

    Reise 1584 nach Pommern 1584 auf der Karte

    Schon auf der Hinreise schöpft Rhenanus hier Sole, die in Wolgast „nichts“ ergibt. Auf der fünften Reise wird in Treptow die Lauge vom Golchener Feld angesotten und vom Wundarzt Curt Bödicker „per Alembik“ destilliert.

  • Tribsees

    heute: Tribsees, Mecklenburg-Vorpommern

    Reise 1584 nach Pommern 1584 auf der Karte

    Der westlichste Punkt der Pommernreise. Amt des Rentmeisters Marx Milow; mit Loitz und Grimmen vom 15. bis 17. Mai 1584 besichtigt, ohne Anhalt für ein Berg- oder Salzwerk. Danach endet der Bericht.

  • Ueckermünde

    heute: Ueckermünde, Mecklenburg-Vorpommern

    Reise 1584 nach Pommern 1584 auf der Karte

    Amt mit viel Holz; der Herzog hat hier „bei der Neuen Mühle“ eine neue Eisenhütte bauen lassen, um schwedischen Osemund zu verschmieden. Rhenanus findet sie noch unfertig, für Osemund tauglich, zum Rennwerk nicht.

  • Vacha

    Hessen: Regierung, Städte, Absatz in der Salzbibel genannt

    Die Böttcher an der oberen Werra: „Dem Böttcher zu Vacha gibt man für ein neues Fass — 14 Albus“; hundert Tonnen für 10 Gulden, dazu 1 Gulden Schifffuhrlohn nach Allendorf.

    Im Volltext: Bd. 1, S. 661, 943; Bd. 2, S. 498, 499, 500, 564, 932, 937

  • Wanfried

    Die Region: Wälder, Ämter, Hütten in der Salzbibel genannt

    Die Grenze des hessischen Flößens: Bis Wanfried führen die Beilsteiner das Salz für Sachsen, von Wanfried die Wanfrieder es nach Mihla; um die Gehölze um Wanfried wird mit den Sachsen gestritten (Bd. 2, S. 1020).

    Im Volltext: Bd. 1, S. 142, 163, 164, 775, 805, 808, 836, 859 (und 26 weitere Seiten; 34 Seiten insgesamt)

  • Weißenfels

    heute: Weißenfels, Sachsen-Anhalt

    Reise 1568 (und 1569) 1568 auf der Karte

    Durchgangsstation nach Kösen. Hier holt Rhenanus den Bürger Zacharias Hoffmann auf seinen Wagen, „der für einen ziemlich verständigen Philosophen ausgegeben wurde“ und kurz zuvor mit den Künstlern am Kösener Brunnen gewesen war.

  • Witzenhausen

    Die Region: Wälder, Ämter, Hütten in der Salzbibel genannt

    Der Umschlagplatz für das Holz vom Tannenberg und eine der bürgenden Städte des Niederfürstentums.

    Im Volltext: Bd. 1, S. 717, 785, 836, 985, 988; Bd. 2, S. 29, 47, 83 (und 6 weitere Seiten; 14 Seiten insgesamt)

  • Wolgast

    heute: Wolgast, Mecklenburg-Vorpommern

    Reise 1584 nach Pommern 1584 auf der Karte

    Residenz Herzog Ernst Ludwigs und Mittelpunkt der Pommernreise: Ankunft am 31. März 1584, Proben vor dem Herzog, der Gemahlin und dem Kanzler, Ausgangspunkt aller fünf Fahrten. Hier fällt der Satz „Ich bin nicht der Schöpfer, sondern ein Sünder des Schöpfers“.

  • Wolgast, Greifswald, Stettin

    Die auswärtigen Salzwerke in der Salzbibel genannt

    Die Pommernreise 1584: am 10. März aufgebrochen, am 31. März in Wolgast bei Herzog Ernst Ludwig. Rhenanus sollte die Greifswalder Sole beurteilen und verweigerte die Zusage — „Ich bin nicht der Schöpfer, sondern ein Sünder des Schöpfers.“ —, riet zu einem begrenzten Versuch mit einer Pfanne und rechnete den Fall des Scheiterns vor. Wie es weiterging, sagt die Salzbibel nicht.

    Im Volltext: Bd. 2, S. 846, 847, 850, 851, 852, 853, 854, 855 (und 10 weitere Seiten; 18 Seiten insgesamt)

  • Ziegenhain

    Die Region: Wälder, Ämter, Hütten in der Salzbibel genannt

    Grafschaft im Titel des Landgrafen — und Herkunft der Werkleute von 1550: Meister Anthonius, Schultheiß und Baumeister, und Meister Leonhard, Zimmermann zu Ziegenhain.

    Im Volltext: Bd. 1, S. 7, 9, 110, 111, 114, 115, 118, 121 (und 44 weitere Seiten; 52 Seiten insgesamt)

Die Wege des Verfassers

Zwei Reisen sind aus Rhenanus’ eigener Feder überliefert: die Fahrt durch Thüringen, Sachsen und das Magdeburgische ab 1568 mit der Instruktion des Landgrafen, und die Reise nach Pommern 1584. Die Stationen beider Reisen — Sondershausen, Frankenhausen, Auleben, Artern, Sulza, Kösen, Halle, Aschersleben, Staßfurt, Groß Salza; Leimbach, Wolgast, Greifswald, Rügen, Usedom — sind auf der Karte Rhenanus’ Wirken verzeichnet, mit den Tagesdaten, soweit die Handschrift sie nennt. Diese Seite hier nennt nur, was die Orte für die Salzbibel bedeuten; die Wege selbst gehören auf die Karte.

Korrekturen und Ergänzungen zu dieser Seite nimmt das Feedbackformular entgegen; Näheres zur Arbeitsweise steht auf der Seite Editionsgrundsätze.

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