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Forschung

Orte

Wo die Salzbibel spielt — von Sooden bis Wolgast

Nach Nähe geordnet

Die Salzbibel nennt Hunderte von Orten, und sie nennt sie in Kreisen: Sooden und Allendorf in fast jedem Satz; dann die Wälder, Flüsse und Ämter, aus denen Holz, Stroh, Hafer und Eisen kamen; dann die Städte Hessens, die für den Landgrafen bürgten und sein Salz kauften; dann die fremden Salzwerke, die Rhenanus bereiste; und zuletzt die Orte des Fernhandels, an denen Sooder Salz verkauft oder fremdes abgewehrt wurde. Diese Seite folgt den Kreisen. Zu jedem Ort steht ein Absatz, was er in der Handschrift bedeutet, und darunter die Fundstellen im Volltext — automatisch aus der Übersetzung gezählt, mit Verweis auf das Faksimile. Bei Namen wie Halle oder Salza sind Verwechslungen mit anderen Wörtern durch die Suchmuster ausgeschlossen, soweit das möglich war; die Zählung ist eine Orientierung, kein Register.

Wo Rhenanus selbst gewesen ist, zeigt die Karte auf der Seite Rhenanus’ Wirken; die beiden großen Reisen erzählt die Seite Die Reiseberichte.

Die Orte

Die Liste vereint zwei Bestände: die Orte, an denen Rhenanus gelebt hat, die er bereist hat oder in denen er gewirkt hat — sie stehen mit ihren Belegen auch auf der Karte Rhenanus’ Wirken —, und die Orte, die die Salzbibel nennt, nach Nähe zum Salzwerk geordnet. Beides lässt sich nach Art und Umkreis eingrenzen und durchsuchen.

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87 Orte

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  • Magdeburg, Merseburg, Mansfeld

    Der Fernhandel und die weite Welt in der Salzbibel genannt

    Die Lehnsherren der mitteldeutschen Salzwerke: der Erzbischof von Magdeburg für Halle und Groß Salza, die Grafen von Mansfeld für Artern. Rhenanus notiert bei jedem Werk, wer es zu Lehen hat.

    Im Volltext: Bd. 1, S. 60, 77, 78, 193; Bd. 2, S. 758, 770, 772, 786 (und 11 weitere Seiten; 19 Seiten insgesamt)

  • Marburg

    heute: Marburg, Hessen

    Lebensort 1548 bis 1553/54 auf der Karte

    Studienort. Nach der Literatur immatrikulierte sich Rhenanus 1548 in Marburg, wurde 1553 ordiniert und war kurz Diakon in Marburg. Die Salzbibel erwähnt Marburg als Universitätsstadt, an der ein Allendorfer Professor war und Allendorfer Stipendiaten studieren sollten.

  • Marburg

    Hessen: Regierung, Städte, Absatz in der Salzbibel genannt

    Die Universität, an der Rhenanus 1548 studierte; die bürgende Stadt des Oberfürstentums; und das Marburger Mut, an dem das Salzmaß geeicht ist.

    Im Volltext: Bd. 1, S. 89, 481, 489, 490, 491, 497, 498, 501 (und 42 weitere Seiten; 50 Seiten insgesamt)

  • Melsungen

    heute: Melsungen, Hessen

    Lebensort um 1528 auf der Karte

    Geburtsort. Rhenanus kam nach der Literatur um 1528 als Johann Rheinlandt in Melsungen zur Welt; Eltern sind nicht bekannt. Die Salzbibel selbst nennt Melsungen nur beiläufig — als Ort, an dem Landgraf Wilhelm 1567 eine Mahnung an die Sooder Beamten unterzeichnete.

  • Melsungen und Schlüchtern

    Hessen: Regierung, Städte, Absatz in der Salzbibel genannt

    Melsungen ist Rhenanus’ Geburtsort — in der Salzbibel nur als bürgende Stadt genannt. In Schlüchtern war er 1559 bei den beiden Petrus Lotichius, die ihm die Südgrenze der Chatten zeigten (Bd. 1, S. 55).

    Im Volltext: Bd. 1, S. 55, 717; Bd. 2, S. 29, 47, 1005, 1024; Bd. 3, S. 30

  • Mihla, Creuzburg, Gerstungen

    Der Fernhandel und die weite Welt in der Salzbibel genannt

    Die sächsische Seite der Werra. Für das Flößen gibt der Landgraf dem Herzog zu Sachsen jährlich „100 Achtel gutes und kein Schmiersalz, und dem Obersten zu Mihla auch eine Pfanne“; die Amtleute zu Creuzburg und Gerstungen müssen vierzehn Tage vorher gewarnt werden.

    Im Volltext: Bd. 1, S. 795, 799, 956, 963, 967; Bd. 2, S. 436, 494, 495 (und 6 weitere Seiten; 14 Seiten insgesamt)

  • Mönchgut

    heute: Halbinsel Mönchgut (Rügen), Mecklenburg-Vorpommern

    Reise 1584 nach Pommern 1584 auf der Karte

    Am 27. April: Reddevitzer Höft, Thiessower Höft, Kleines und Großes Zickersches Höft, Gaversches Höft, Gorerberg — „aber an keinem Ort das geringste Anzeichen irgendeines Erzes noch einer Salzquelle“.

  • Münden

    Hessen: Regierung, Städte, Absatz in der Salzbibel genannt

    Die Zollstelle an der Weser: „Zu Münden gibt man von einer Pfanne Salz — 1½ Mariengroschen, das ist ― 1 Albus 4 Heller.“ Von hier gehen die leeren Fässer zurück.

    Im Volltext: Bd. 1, S. 515, 516, 517, 518, 835, 838, 904, 910 (und 13 weitere Seiten; 21 Seiten insgesamt)

  • Nürnberg

    Die auswärtigen Salzwerke in der Salzbibel genannt

    Herkunft des Meisters Jörge Behm, der 1540 die Rosskunst baute, und der „Nürnberger Künstler“, die um Belehnung in Kösen ansuchten; im zweiten Buch Verhandlungsort des Landgrafen.

    Im Volltext: Bd. 1, S. 598, 599, 600, 601, 602, 607, 608, 820 (und 8 weitere Seiten; 16 Seiten insgesamt)

  • Pudagla und Usedom

    heute: Pudagla (Insel Usedom), Mecklenburg-Vorpommern

    Reise 1584 nach Pommern 1584 auf der Karte

    Die vierte Reise, 4. und 5. Mai, mit dem Marschall Hans von Erbstetten. Die „Stiegische Sole“ ergibt nichts; der Hauptmann berichtet vom salzigen Meer bei Nordostwind, und Rhenanus erwägt Sonnensalinen. In den Krüschwentzer Bergen dampft es — vielleicht Kupfererz.

  • Regensburg und das kaiserliche Lager

    Der Fernhandel und die weite Welt in der Salzbibel genannt

    Die Orte, von denen aus der abwesende Landgraf schrieb — Regensburg 1541, das kaiserliche Lager, die Haft 1547 bis 1552. Der Brunnenbau von 1550 wartete auf einen Landesherrn, der „in die kaiserliche Gefangenschaft gebracht und darin lange Zeit erbärmlich und schmählich festgehalten“ wurde.

    Im Volltext: Bd. 2, S. 106, 107, 108, 131, 897, 898, 899, 902 (und 2 weitere Seiten; 10 Seiten insgesamt)

  • Sagard und Jasmund

    heute: Sagard (Rügen), Mecklenburg-Vorpommern

    Reise 1584 nach Pommern 1584 auf der Karte

    Quartier auf Jasmund. Sandsteine vom Ufer, die ein Bauer vorlegt, der Schoritzer Brunnen ohne Salz, der Sassnitzer Bach, das Rote Wasser unter der Stubbnitz, Stubbenkammer und Königsstuhl — „nichts als Kreide und Kalk“.

  • Salzdetfurth, Salz zur Hölle, Bodenfelde

    Die auswärtigen Salzwerke in der Salzbibel genannt

    Die kleineren Werke der Instruktion von 1568, die Rhenanus „privat besichtigen“ und dann mit dem Beglaubigungsschreiben „im Busen“ offiziell aufsuchen sollte; im Archivverzeichnis heißt der Bericht „Anzug und Bericht, was die Sole zu Frankenhausen“ und den übrigen Orten halte.

    Im Volltext: Bd. 2, S. 729, 1027

  • Schlüchtern

    heute: Schlüchtern, Hessen

    Lebensort 1559 auf der Karte

    Besuch bei den Vettern. Im Jahr 1559 war Rhenanus bei den beiden Petrus Lotichius in Schlüchtern — dem Abt und dem Dichter —, die er seine „seligen Vettern“ nennt. Sie zeigten ihm die Grenzen des alten Chattenlandes.

  • Seulingswald

    Die Region: Wälder, Ämter, Hütten in der Salzbibel genannt

    Der wichtigste Wald des Salzwerks, an der oberen Werra bei Friedewald. Rhenanus hält ihn für den Wald Semana der Alten und sagt selbst, warum: „weil dieser Wald nun seit fünfundvierzig Jahren bei dem Salzwerk Sooden neben dem Melibocus das Beste getan hat und noch tut“. Von dort kommen Bauholz und Klafterholz; die Salzgrafen sollen „bei unserem Vogt zu Friedewald mit Ernst darauf halten, dass das Scheit- und alles Flößholz am Seulingswald zur rechten Zeit“ geschlagen wird.

    Im Volltext: Bd. 1, S. 65, 71, 72, 73, 75, 795, 799, 836 (und 11 weitere Seiten; 19 Seiten insgesamt)

  • Sondershausen

    heute: Sondershausen, Thüringen

    Reise 1568 (und 1569) 1568 auf der Karte

    Erste Station. Am Hof der Grafen von Schwarzburg legt Rhenanus sein Beglaubigungsschreiben vor, wird zum Nachtessen geladen und verbringt zwei Stunden bei Tisch mit den Räten — über die Entstehung Frankenhausens, das Stadtsiegel und die Saline von Salins.

  • Sooden

    heute: Bad Sooden-Allendorf (Sooden), Hessen

    Lebensort 1555–1589 auf der Karte

    Lebensmittelpunkt von 1555 bis zum Tod 1589: Pfarrer an St. Marien und Salzgraf des Salzwerks. Hier entstand die Salzbibel, hier standen die Siedehäuser, hier wurde er begraben. Die Salzbibel nennt ihn auf dem Titelblatt „Pfarrer und Salzgrafen zu Sooden“.

    Alle 8 Belege auf der Einzelseite

  • Sooden

    Der Ort selbst in der Salzbibel genannt

    Das Salzwerk selbst: der Brunnen, die Gerinne, die 86 oder 87 Siedehäuser, das Zollhaus von 1563/64, die Kapelle, die Wohnungen der Beamten. Rhenanus nennt sich „Pfarrer und Salzgrafen zu Sooden“; die Regierungsordnung verlangt, dass Rentmeister und Salzgraf „in den Siedehäusern zu wohnen“ haben. Der Name kommt vom Sieden — das ist die eine Namensdeutung des ersten Buches, die die Namenforschung bestätigt. Sooden war rechtlich kein Teil der Stadt: Die Freiheiten der Bode im vierten Buch (Bd. 1, S. 1025 ff.) geben dem Ort eine eigene Stellung neben Allendorf, mit Schützengesellschaft, Hochzeitshaus und Badestube unter Aufsicht.

    Im Volltext: Bd. 1, S. 7, 25, 28, 41, 43, 46, 49, 51 (und 463 weitere Seiten; 471 Seiten insgesamt)

  • Staßfurt

    heute: Staßfurt, Sachsen-Anhalt

    Reise 1568 (und 1569) 1568 auf der Karte

    Weißes Feld vom ausgeblühten Salz, ein 600 Jahre alter Brunnen der Grafen von Hackeborn, 34 Klafter tief. Sehr gute Sole: 16 Lot im einen, 14 im anderen Brunnen. Die Kothen sind heiß wie Glashütten, „so dass … die Knechte der Hitze wegen viel schwärzer sind als auf anderen“.

    Alle 7 Belege auf der Einzelseite

  • Stettin

    heute: Szczecin, Polen

    Reise 1584 nach Pommern 1584 auf der Karte

    Am 14. April von Jasenitz nach Stettin und zurück, durch die Lesischen Gehölze — „nichts befunden, außer dass dort ein guter Vorrat an Holz ist“. In Stettin soll später Meister Andres das Blecheisen für die Versuchspfanne kaufen.

  • Stolpe

    heute: Stolpe an der Peene, Mecklenburg-Vorpommern

    Reise 1584 nach Pommern 1584 auf der Karte

    Beginn der fünften Reise am 8. Mai mit dem Sekretär Appelmann; späte Ankunft. Mit dem Hauptmann Kersten Winterfeld wird am nächsten Tag besichtigt — „aber nichts angetroffen“, nur beim Krin vielleicht Kalk oder Mergel.

  • Stralsund (der Sund)

    heute: Stralsund, Mecklenburg-Vorpommern

    Reise 1584 nach Pommern 1584 auf der Karte

    Aufbruch der dritten Reise „Nach dem Fürstentum Rügen zum Sund, wo wir ganz herrlich bewirtet worden sind“; von hier schifft die Gesellschaft mit dem Sekretär Appelmann nach Rügen über.

  • Sulza

    heute: Bad Sulza, Thüringen

    Reise 1568 (und 1569) 1568 auf der Karte

    Ohne Auftrag hierher gereist, um die Künstler aufzuspüren. Der Künstler verweigert die Besichtigung; die Sole ist „dermaßen unschmackhaft“, dass Rhenanus sie nicht probt. Über Zäune hinweg sieht er das Leckwerk: Tröge, Strohmatten, vierzehn Stufen — die älteste bekannte Beschreibung eines Gradierwerks.

  • Sulza

    Die auswärtigen Salzwerke in der Salzbibel genannt

    Wo Rhenanus 1568 über den Zaun das erste beschriebene Gradierwerk sah — und die Sole für unschmackhaft befand. Siehe <a href="technik.html#gradieren">Technik</a>.

    Im Volltext: Bd. 2, S. 294, 746, 775, 787, 789, 790

  • Tannenberg und Wolfsberg

    Die Region: Wälder, Ämter, Hütten in der Salzbibel genannt

    Die beiden anderen Holzquellen: der Tannenberg bei Witzenhausen, von dem das Holz „14 Albus Fuhrlohn vom Wald ans Wasser bei Witzenhausen“ und „7 Albus zu Schiff von dort nach Allendorf“ kostet, und der Wolfsberg, aus dem das Bauholz für ein neues Siedehaus für 16 Gulden nach Sooden geführt wird.

    Im Volltext: Bd. 1, S. 72, 792, 1023; Bd. 2, S. 317, 483, 487, 497, 498 (und 5 weitere Seiten; 13 Seiten insgesamt)

Die Wege des Verfassers

Zwei Reisen sind aus Rhenanus’ eigener Feder überliefert: die Fahrt durch Thüringen, Sachsen und das Magdeburgische ab 1568 mit der Instruktion des Landgrafen, und die Reise nach Pommern 1584. Die Stationen beider Reisen — Sondershausen, Frankenhausen, Auleben, Artern, Sulza, Kösen, Halle, Aschersleben, Staßfurt, Groß Salza; Leimbach, Wolgast, Greifswald, Rügen, Usedom — sind auf der Karte Rhenanus’ Wirken verzeichnet, mit den Tagesdaten, soweit die Handschrift sie nennt. Diese Seite hier nennt nur, was die Orte für die Salzbibel bedeuten; die Wege selbst gehören auf die Karte.

Korrekturen und Ergänzungen zu dieser Seite nimmt das Feedbackformular entgegen; Näheres zur Arbeitsweise steht auf der Seite Editionsgrundsätze.

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